Wie findet man die Zeit, die einem fehlt? Mateusz Grzesiak: Listen Sie zuerst die Rollen auf, die Sie im Leben spielen

„Handeln Sie mit sich selbst aus, wie viel Zeit Sie welchen Aktivitäten widmen möchten. Dann haben Sie Ihr Leben unter Kontrolle.“

Über Zeitmangel klagen wohl alle – sie fehlt uns bei der Arbeit, wir können sie nach der Arbeit nicht finden, und das Wochenende ist zu kurz um aufzuholen, wofür unter der Woche keine Zeit blieb. Das ist die Folge einer ungeschickten Verbindung von Beruf und Privatleben. Dadurch verlieren Arbeitgeber weltweit 300 Mrd. Dollar jährlich, und so manche Familie durchlebt eine Krise. Wie findet man die Zeit, die immer fehlt? Man muss sie „machen“ – sagt Mateusz Grzesiak, Psychologe und Polens bekanntester Coach.

„Erst jetzt kommt bei den Menschen an, dass ihnen ein guter Hochschulabschluss und harte Fähigkeiten gar nichts bringen, wenn sie sich mit ihrer Frau oder ihrem Chef nicht verständigen können. Dann geht ihnen die sog. Work-Life-Balance kaputt, also das Gleichgewicht zwischen dem persönlichen und beruflichen Leben – Forschungen zufolge verlieren Arbeitgeber dadurch weltweit 300 Mrd. Dollar im Jahr. In Polen kommen wir überhaupt nicht damit zurecht, wir wissen nicht, wie man das eine mit dem anderen verbindet. Inder, Brasilianer und Mexikaner sind uns da voraus“, sagte Mateusz Grzesiak unlängst in einem Gespräch für „Weekend“.
Eine Folge dieser gestörten Proportionen ist die ständige Zeitknappheit. „Keine Zeit!“ – den Satz sagen wir oft. Vielleicht sogar jeden Tag. Wir beklagen, dass uns Zeit für uns und unsere Familie fehlt. Wie findet man sie? Man ändert seine Betrachtungsweise und teilt die vorhandene Zeit effektiv ein.
Was ist genau zu tun? Zuerst die Rollen auflisten, die wir im Leben spielen – auf der Arbeit, zu Hause und auch sonst. „Überlegen Sie, wann und wie viel Zeit genau Sie auf jede dieser Rollen verwenden möchten. Vielleicht arbeiten Sie von 8.00 bis 16.00 Uhr, von Montag bis Freitag, möchten aber dafür eine Stunde pro Tag Ihrem Kind widmen und einmal in der Woche mit Ihrem Partner ausgehen. Vielleicht genügt Ihnen ein Wochenende im Monat außerhalb der Stadt, um mit Ihrer Freizeitgestaltung zufrieden zu sein. Das Wichtigste ist, dass Sie mit sich selbst aushandeln, wie viel Zeit Sie welcher Aktivität widmen möchten. Dadurch haben Sie Ihr Leben unter Kontrolle, und es wird Ihnen keine Zeit fehlen, weil es das Normalste von der Welt sein wird, dass Sie sie ‚machen‘“, versichert Mateusz Grzesiak in der ersten Folge der neuen Videoreihe in „Weekend“.

Kunst des Auftritts. Mateusz Grzesiak rät, wie man eine Präsentation hält und „verkauft“

Eine gut vorbereitet Präsentation gibt einem ein Gefühl der Sicherheit, und das ist bei stressigen öffentlichen Auftritte sehr oft gestört. Es gibt aber Methoden, die in einer solchen Situation nicht nur den Stress beherrschen helfen, sondern eine erfolgreiche Vermittlung garantieren. Wie man ein sog. Präsentationsformat nutzt und während der Präsentation „auf den Körper achtet“, rät Mateusz Grzesiak, Psychologe und Coach.

„Jeder von uns hat einen anderen Lernstil, deswegen möchte jeder etwas auf andere Art präsentiert bekommen. Präsentiert jemand ein bestimmtes Thema und berücksichtigt dabei alle vier Phasen des Kolb-Zyklus [eine universelle Methode zum Projektieren eines wirksamen Lernprozesses – Anm. d. R.], so wird seine Wissensvermittlung effektiver“, versichert Mateusz Grzesiak.

Um welche vier Phasen geht es? Erstens darum, den Menschen eine Erfahrung zu vermitteln, so dass sie nachempfinden können, worüber man spricht. Zweitens darum, das Vermittelte durch einen Film oder audiovisuelles Material zu veranschaulichen. Drittens darum, einen konkreten Inhalt mitzuteilen, so dass die Zuhörer daraus konkret Nutzen ziehen können. Viertens darum, dass sie dieses Wissen im Leben gebrauchen können.

Warum schauen wir so gerne in die Schlafzimmer der Prominenten?

Wenn Doda diesen Text gelesen hätte, wäre Sie schockiert - warum schauen wir in die Schlafzimmer der Prominenten hinein, sogar öfter als in unsere eigenen? Warum zieht mir meine Tochter Justin Bieber vor? Fragte ein Elternteil und schaltete bekümmert den Fernseher ein, um die Nachrichten zu gucken. Und erfuhr, dass die Mutter der kleinen Madzia in Freiheit lebt, welchen Anzug sich der Premierminister gekauft hat und wie Rihanna ihre Zeit am Strand in der Dreistadt (Danzig, Gdingen und Zoppot) verbrachte.

Vor vielen Jahren, noch in der vergangenen Epoche, wurde ich dazu erzogen, wie ein Einstein zu denken, wie ein Herkules zu trainieren, wie ein Leonardo da Vinci zu schaffen. Heutzutage will mein Kind nichts von ihnen hören, an die Stelle elterlicher Ratschläge ist Justin Bieber getreten. Die Autoritäten vergehen mitsamt ihren Generationen, und ihren Platz nimmt ein neues Wesen ein – Prominente. Geliebte und verhasste, solche die gern ganz oben stehen, oder solche, die das Eindringen der Fotoapparate in ihre Privatsphäre hassen, die, die „seit gestern“, und jene, die seit Kindertagen bekannt sind – Prominenz ist zu einem Teil der Kultur geworden, und verlangt als solche von uns Psychologen besondere Aufmerksamkeit.

Warum bleibt unser Blick auf der Seite einer Internet-Tageszeitung eher an Informationen über Dodas Unterwäsche hängen als an Unruhen in einem arabischen Land? Warum interessieren wir uns für die intimen Geheimnisse der Stars und zieht uns ihr Leben mehr an als unseres? Warum hassen manche Schauspieler die Paparazzi zutiefst (siehe den letzten „Newsweek“-Artikel von Maciej Stuhr) und verabreden sich andere eigens mit ihnen für bestimmte Fotos? Antworten auf diese Fragen finden Sie im vorliegenden Artikel. Prominenz ist nichts Neues. Die Menschen sind eine soziale Spezies und leben in Gruppen, die nach Status organisiert sind. Der Status entscheidet darüber, was und wann wir essen, mit wem wir das Bett teilen, von wem wir Freundschaft oder Hilfe erwarten dürfen. Schon in der Höhle wurde derjenige, der am meisten gejagt hatte, zum Anführer und genoss die Privilegien der Macht. Die anderen rechneten für ein ähnliches Verhalten mit denselben Vorteilen. Mit der Zeit wurden diese Anführer im Zuge der sozialen Evolution zu Monarchen und gaben Trends vor – in Recht und Politik, aber auch sonst, etwa in der Mode. Kaum jemand weiß, dass das weiße Hochzeitskleid ein Trend ist, den im Jahre 1840 die britische Königin Viktoria einführte!

Wir beobachten also die Promis als Menschen, die eine bestimmte Macht besitzen – nicht unbedingt politisch oder juristisch, aber mit Sicherheit emotional (man denke nur an die Mutter der kleinen Madzia aus Sosnowiec, deren Geschichte für Aufsehen gesorgt hat), durch das Image (David Beckham stiftete mit dem Abrasieren seiner Haare Heerscharen von Fans dazu an, es ihm gleichzutun) und sogar gesundheitlich (Angelina Jolie durch ihre Entscheidung zur Brustentfernung wegen des Brustkrebsrisikos). Und nicht nur wir Menschen – Forschungen haben gezeigt, dass Schimpansen lieber ein Foto des Anführers beobachten, als ihren Lieblingssnack zu essen. Wir wollen einen hohen Status. Prominente haben einen hohen Status. Also wollen wir Prominente.

Eine andere Frage ist die Hirnstimulation – der Effekt des bloßen Kontakts (Robert Zajonc, 1968) lehrt, dass wir lieber mögen, was wir öfter anschauen, selbst wenn wir es nicht bewusst tun. Das führt zu dem erstaunlichen Phänomen, bei dem ein von Promi-Fotos stimuliertes Gehirn (häufig mit einer Frequenz von ein paar Mal pro Tag beim Lesen der Presse) öfter mit einem Prominenten zu tun hat als mit der einmal pro Woche getroffenen Mutter.

Nach Monaten oder Jahren einer solchen Stimulation haben wir also die sehr irreale Überzeugung, dass wir die Prominenten kennen, dass sie uns nahe stehen, dass wir über sie sehr oft mehr wissen als über die eigene Familie, und dass wir ihre Geheimnisse kennen. Je mehr Prominenz in den Medien, desto mehr Prominenz registriert unser Gehirn. Je mehr das Gehirn davon stimuliert wird, desto mehr gewöhnt es sich daran, so dass die Menschen von der Präsenz der Stars in ihrem Leben abhängig werden. Und die Medien liefern den Menschen was sie anschauen möchten, und da schließt sich der Kreis.

Eine weitere Frage ist der häufig unerfüllte Kindertraum von einem außergewöhnlichen Leben – von finanziellem Erfolg, Glanz, Ruhm, Bewunderung und davon, mit großartigen Menschen zusammen und jung, schön und reich zu sein. In einer Kultur des amerikanischen Traums lebend, verwechseln wir unterbewusst Glück mit materiellem Erfolg und suchen nach Wegen, diesen Kindertraum zu verwirklichen. Nicht jedem gelingt das – um die Wahrheit zu sagen: den wenigsten gelingt es! Doch wenn man das real nicht haben kann, dann kann man es wenigstens anschauen. Und es erscheint ein Prominenter, der all diese Träume verkörpert; denn er ist reich (zumindest scheint es so, obgleich die Wirklichkeit oft völlig anders aussieht) und bekannt und sieht schön aus. So führt er also den Menschen all das vor Augen, was sie unterbewusst begehren, und selbst wenn sie es nicht offen zugeben, würden sie doch selbst gern, wenigstens für einen Augenblick, solch ein Leben kosten. Ein Prominenter ist also mein unerfüllter Traum, mein „ideales Ich“, die durch die westliche Kultur so sehr beworbene Zusammensetzung von: Attraktivität, Bewunderung, Ruhm, materiellem Reichtum. Wenn ich mich mit ihm identifiziere, habe ich den Eindruck, dass ich selbst ganz oben bin. Und wenn er über etwas stolpert, dann fühle ich mich ein bisschen besser, weil ich nicht ganz so schlecht dran sein kann, wenn denen ganz da oben das Gleiche passiert.

Prominente lösen, oft ungewollt und um einen hohen Preis, auch gesellschaftliche Probleme. In jeder Kultur gibt es Tabuthemen und gesellschaftliche  Funktionsstörungen (Dinge, die die Menschen gern erreichen möchten, was ihnen aber schwer fällt; Mikołaj Piskorski von der Harvard Business School). Ein Tabu in Polen ist es, sich selbst zu rühmen, denn die Kultur stempelt dieses Verhalten als Überheblichkeit ab. Und das ist problematisch, weil man sich manchmal rühmen muss – dieses Problem löst der prominente Prahlhans. Er wird für dieses Verhalten angeprangert, doch seine Einschaltquote steigt. Ein anderes Problem kann auch Ehebruch sein, mithin ein sehr heikles und intimes Thema. Damit verbunden sind heftige Emotionen, die oft unterdrückt und zurückgehalten werden. Und plötzlich hören wir in den Medien, eine bekannte Ehefrau sei von ihrem Mann betrogen worden. Der Leser saugt die Informationen auf – sehr oft mit Gewissensbissen, dass er jemandem mit Schuhen ins Schlafzimmer läuft –, weil er dank dem Prominenten etwas erlebt, das er selbst nicht erleben kann, da er es sich nicht traut. Prominente lösen also viele gesellschaftliche Probleme, und je größer das Problem ist, und je mehr es verdrängt wird, desto größer das Interesse daran. Die gesellschaftliche Zustimmung und ein deformierter Gerechtigkeitsbegriff – weil du so bekannt bist und so viel hast, dürfen andere deine Geheimnisse kennen – beschleunigen diesen Mechanismus zusätzlich. Wohl oder übel leben wir also in einer Prominenzkultur. Prominente sind Trendsetter und rücken mit Wucht an die Stelle bisheriger Autoritäten. Machen wir uns nichts vor – mit einem Scheidungsproblem identifizieren wir uns viel mehr als mit einer Rebellion in Kamerun, und ein zu tiefer Ausschnitt beschäftigt die Frauen mehr und häufiger als die Parlamentswahlen in Bangladesch. Diese Mikrowelt ihres Lebens mit Höhen und Tiefen ist gewissermaßen eine Geschichte über jeden von uns. Und das ist schließlich unser Lieblingsthema.

Beruf COACH

Fast alle Preisträger des unlängst von unserer Redaktion organisierten Wettbewerbs „Perlen des Personalwesens“ beschrieben ihre Arbeit als ständige Bildung und Wunsch nach Entwicklung. Manche von ihnen überlegten, in welcher Richtung sie sich noch fortbilden und ihre Karriere entwickeln könnten. In solch einer Situation lohnt es sich, den Rat eines Psychologen oder Coaches einzuholen. Einer der Besten seines Faches ist unser Gesprächspartner. Hier ein Gespräch mit Mateusz Grzesiak, einem polnischen Persönlichkeitstrainer und Autor von Büchern aus den Bereichen Erfolgs-, Veränderungs- und Beziehungspsychologie sowie emotionale Intelligenz. Sehr zu empfehlen!
Seit ein paar Jahren ist eine richtige „Schwemme“ von Persönlichkeitstrainern zu beobachten. Wie unterscheidet man einen guten von einem schlechten Coach? Wie viel Zeit brauchen Trainer, um Perfektion zu erreichen?

„Die Trainerschwemme hängt mit den Bedürfnissen des Marktes zusammen, der mit Magistern gesättigt ist, die ohne „weiche“ Fähigkeiten für die Arbeitgeber in manchen Professionen nicht ausreichend attraktiv sind. In den USA werden die Dienstleistungen von Coaches auf der mittleren Führungsebene sehr oft in Anspruch genommen, auf der höheren Führungsebene fast immer. Diese Schwemme ist der natürliche Lauf der Dinge und eine Angleichung an den westlichen Sachverhalt.

Ein guter und ein schlechter Coach unterscheiden sich durch die gleichen Faktoren wie in anderen Professionen. Ausbildung, Kenntnisse, Arbeitsjahre, Kundenzahl, Marktrenommee. Das Prinzip ist unveränderlich, unabhängig von der Branche – es gewinnen die Besten, weil der Markt sie auswählt.“
Welche weichen Fähigkeiten sollte jemand haben, der in einer Personalvermittlungsagentur arbeitet, wie sollte er mit den Bewerbern sprechen und welche Techniken anwenden, um das Potenzial des Bewerbers so gut wie möglich zu überprüfen?

„Je präziser der Personalvermittler die Bedürfnisse des Arbeitgebers kennenlernt und das Bewerberprofil entwickelt, desto wahrscheinlicher ist ein Erfolg. Eines der besten Instrumente zur Informationserhebung ist das Metamodell, ein Instrument des Neurolinguistischen Programmierens, dessen Modelle sich zum Teil aus der kognitiven oder der Verhaltenspsychologie herleiten. Hilfreich ist bestimmt auch die emotionale Intelligenz, darunter auch Empathie. Sie ermöglicht es, Emotionen anderer zu erkennen und nachzuempfinden, was zur Erkennung der Motive der Bewerber beiträgt. Marketingmodelle helfen, psychografische und demografische Profile zu entwickeln, die ein Schlüssel zur richtigen Auswahl sind.
Was die Techniken selbst angeht, hier einige Beispielfragen zur Erkennung des Bewerberpotenzials:

1. Wie sehen Sie sich in drei Jahren? – diese Frage prüft das Ambitionsniveau des Bewerbers und seinen Wunsch nach Entwicklung.
2. Was halten Sie für Ihre stärkste Seite? – prüft das Niveau des Selbstvertrauens.
3. Warum sind gerade Sie der Richtige für diese Stelle? – prüft die Vorbereitung des Bewerbers auf die Stelle.
4. Was müsste Ihr Arbeitgeber tun, damit Sie kündigen wollen? – hilft Werte zu erkennen und den Bewerber adäquat für den Arbeitgeber auszuwählen.
5. Was war ihre größte Lektion im Leben, und was haben Sie daraus gelernt? – prüft das Niveau der emotionalen Reife des Bewerbers und seine Fähigkeit Feedbackannahme.“

Wie hilft man Personalvermittlern, ihr Spitzenpotenzial zu erreichen? Und wie bringt man ihnen bei, das Spitzenpotenzial aus den Kandidaten zu „ziehen“?
„Genau dazu dienen Coaching und Erfolgspsychologie. Durch die richtige Setzung der Ziele und Maßnahmen zu ihrer Verwirklichung, zur Feedbackentnahme aus dem Fortschritt und zur Einführung entsprechender Veränderungen lernt der Bewerber die erforderlichen Kompetenzen und erzielt die geplanten Ergebnisse.
Ein wichtiger Faktor ist auch, den Bewerber weich zu inspirieren und zu motivieren, indem man Anerkennung und den Glauben an seine Möglichkeiten zum Ausdruck bringt, sowie eine harte Herangehensweise, die auf der Vermittlung konkreter Fertigkeiten basiert.“

Wo liegen Ihrer Meinung nach beim Personalmanagement die größten Schwierigkeiten für Personalabteilungen, und welche Tipps würden Sie denen geben, die in dieser Branche arbeiten?

„Angesichts der aktuellen Trends sind das: das Management der Generationsunterschiede, das allmähliche Ausscheiden der Baby-Boomer und die wachsende Rolle der Generation Y, die Arbeit in einem interkulturellen Umfeld und die Fähigkeit, sich sicher in den Unterschieden zwischen den Nationen zu bewegen, der Übergang von der Stufe der heldenhaften Führung zum Teamdenken, der Wechsel von der Kultur der langfristig ausbrennenden Helden zu einer Kultur der Bildung, die Verringerung der immer noch vorhandenen Ungleichheit zwischen den Frauen und Männern, das Fördern der Work-Life-Balance, bei der die Polen schlecht abschneiden, die Entwicklung weicher Kompetenzen, ohne die heutzutage jegliche Karriereplanung unmöglich ist. Der wichtigste Tipp lautet, die erwähnten Tendenzen zu verstehen und die Personalressourcen in einer Organisation in diesem Bereich fortzubilden.“

Werden einige Menschen einfach als Anführer geboren? Oder lässt sich durch entsprechendes Coaching aus jedem ein Anführer machen?

„Niemand wird als Anführer geboren, weil es einen solchen Genotyp nicht gibt. Das ist eine Mischung von weichen Faktoren, wie Ausstrahlung, Motivation, starke Persönlichkeit, und harten, also ein Set von konkreten Kommunikations- und Managementkompetenzen. Coaching lehrt keine Fähigkeiten, ist also kein ausreichendes Instrument, um Anführer zu werden. Erst die Verbindung von Coaching und einer entsprechenden Ausbildung führt zum Erfolg.
Das Interview erschien in der Dezembernummer des Magazins „Rekruter“ [„Personalvermittler“].
DEZEMBER (72) 2015 | WWW.MAGAZYNREKRUTER.PL | ISSN 2083-5302

Ohne Verkauf kein Erfolg

Selbst die bahnbrechendste Erfindung bringt kaum einen Nutzen, wenn sie nicht richtig verkauft wird. Polen können das sehr oft nicht.

Verkauf ist unabdingbar

„Unsere Nation kann eindeutig nicht verkaufen. Dabei steht Verkaufen bei den Fähigkeiten, die Arbeitgeber erwarten, an fünfter Stelle. Kaum auszudenken, wie viel Geld wir nicht in der Tasche haben, nur weil wir in Sachen Marketing und Verkauf ignorant sind“, sagt Mateusz Grzesiak, der Vorsitzende von Starway.

Vor einigen Jahren entwickelten polnische Forscher einen blauen Laser auf Galliumnitridbasis. Es sollte ein Wunder der polnischen Technik mit einem Wert von 3 Mrd. Zloty werden. Doch während die Polen sich in Spekulationen überboten, wo der Laser angewandt und wie er die gegenwärtige Technologie ändern würde, und ein aus öffentlichen Geldern finanziertes Programm nicht zündete, schlief die Welt nicht, sondern begann, eigene Lösungen zu entwickeln, und griff dabei teilweise auf die Idee made in Poland zurück. Die Produktion begann, dann der Verkauf, und blaue Laser tauchten in den Firmen weltweit auf. Polen blieb auf ein paar Prototypen der „Wunder“-Erfindung und ungenutzten Patenten sitzen.
Meister der vertanen Chancen

Wir haben begabte Forscher und Ingenieure im Land, aber was bringt das, wenn wir oft nicht in der Lage sind, unsere Ideen zu verkaufen.
„Polen können nicht verkaufen, und solange sie es nicht lernen, werden sie arm bleiben, selbst wenn sie Fantastisches erfinden. Allenfalls wird das von jemand anders genutzt“, sagt Jeremi Mordasewicz, Vorstandsberater der Konfederacja Lewiatan.

Nicht erst ein Mal hat der Mangel dieser Fähigkeit dazu geführt, dass Firmen ein einträgliches Geschäft nicht abschließen oder eine bahnbrechende Lösung nicht nutzen konnten. Und noch mehr als ein Mal kann es dazu kommen.

„Schlechte Vertragsverhandlungen können auch ein Grund für den Niedergang des Automobilherstellers FSO sein. Mit einem Fragezeichen versehen ist auch die Zukunft des Graphens“, erinnert Marek Sodolski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von E-point, Experte von Polish National Sales Awards (PNSA).

„Wir verlieren die ökonomischen Kriege – wir bezahlen beispielsweise mehr für Gas als die anderen Länder, überlassen unseren Markt zu selbstmörderischen Bedingungen fremdem Kapital. Wir entscheiden uns für französische Hubschrauber statt für polnische, und den Jaguar werden sie in der Slowakei und nicht an der Weichsel bauen lassen“, betont Mateusz Grzesiak, Coach und Trainer, Vorsitzender von Starway.

Seiner Ansicht nach verlieren wir in diesen Fragen nicht nur aus ökonomischen und politischen Gründen, sondern auch deswegen, weil wir nicht imstande sind, richtig zu verhandeln, für uns zu werben oder ein Bild von Polen in den Köpfen der Ausländer zu erzeugen.

„Seit 25 Jahren schafft Polen es nicht, eine Idee für das nationale Branding zu entwickeln, kaum auszudenken, wie viel Geld wir nicht in der Tasche haben, nur weil wir in Sachen Marketing und Verkauf ignorant sind“, meint Mateusz Grzesiak.

Schuld ist die Geschichte

Nach Ursachen für den Mangel an Verkaufsfähigkeiten braucht man nicht lange zu suchen.
„Die polnische Gesellschaft hat sich aus der Adelskultur entwickelt, und die Adligen befassten sich mit der Herstellung von Lebensmitteln, nicht mit dem Handel“, erklärt Marek Sodolski.

Während man bei uns für Betätigung im Handel den Adelstitel verlieren konnte, wurden Handelserfolge in England mit dem Adelstitel belohnt.

„Der Kaufmannsberuf war in Polen nie gut angesehen“, gesteht Prof. Grażyna Śmigielska von der Ökonomischen Universität Krakau, Expertin von PNSA.
Das lässt sich sehr gut in der Literatur beobachten – will sich doch die aus gutem Hause stammende und schlagartig verarmte Heldin in Bolesław Prus’ Roman „Die Puppe“ um nichts in der Welt an den reichen Kaufmann Wokulski binden.

Jeremi Mordasiewicz unterstreicht, dass mangelnde Verkaufsfähigkeiten nicht nur Polen, sondern alle postsozialistischen Länder kennzeichnen.

„Wir sind in der sozialistischen Wirtschaft aufgewachsen, also einer Mangelwirtschaft, in der die Konsumenten um die Gunst der Verkäufer buhlten, so dass letztere sich weder bemühen noch Verkaufstechniken lernen mussten“, erklärt der Lewiatan-Berater.

„Die Volksrepublik hat den Verkaufsfähigkeiten der Polen den letzten Stoß versetzt. Selbständige waren ihr verhasst“, betont Marek Sodolski.
Anders war es etwa in Deutschland, wo Kaufleute die Hauptrolle spielten.

„Die dort gegründete Hanse war damals eine der größten internationalen Korporationen, die ihren Willen Königen aufzwingen konnte und sogar einen Krieg gegen Dänemark im 14. Jh. gewann“, erzählt Marek Sodolski.

Meister der Selbstpräsentation sind seiner Meinung nach auch die in der Kultur des „alles ist möglich“ aufgewachsenen Amerikaner, die zu allen möglichen Anlässen Reden halten und in Präsentation, Verkauf und Markenentwicklung Trendsetter sind.

„Verkaufsmöglichkeiten im Blut haben auch die Einwohner von Ländern in Südwesteuropa, Asien und Nordafrika, wo der Handel historisch ein wichtiger Wirtschaftszweig war. Gefördert werden sie noch durch Offenheit, Gesprächigkeit und Kontaktfreude, die auch kulturell bedingt sind“, fügt Prof. Grażyna Śmigielska hinzu.

Zeit für eine Verkaufslektion

Polen lernt Wirtschaftsbeziehungen seit 25 Jahren. Und immer noch haben wir auf diesem Gebiet viel nachzuholen.

„Viele Hersteller sind nicht mit der neuen Realität zurechtgekommen und vom Markt verschwunden, weil sie sich nicht ausreichend schnell Verkaufskünste angeeignet haben. Andere haben die Lücken Ihrer Verkaufsfähigkeiten geschlossen und nach einer Zeit des Niedergangs ihre Position wieder gefestigt. Bestimmt ist die junge, mit dem freien Markt aufgewachsene Generation besser darauf vorbereitet, auf dem Markt zu konkurrieren, aber wir haben immer noch viel zu tun, um Gesellschaften einzuholen, die seit Jahrhunderten in einer Marktwirtschaft leben“, sagt Jeremi Mordasiewicz.

Es lohnt sich, sich zu bemühen, denn nur dadurch werden wir konkurrenzfähig.

„Die meisten Beziehungen haben derzeit eine Form des Verkaufs. Wer die Kunst des Verkaufs und der Verhandlung beherrscht, hat jetzt ein weites Feld, um sich hervorzutun“, unterstreicht Marek Sodolski.


„Der Verkauf lehrt, flexibel zu sein und sich an Veränderungen anzupassen, erhöht den Verdienst, da dieser von der Qualität der Kommunikation abhängt, und bringt eine verantwortungsbewusste Gesellschaft hervor, mit einer Erzählung von Siegern, die auf ihre Erfolge stolz sind, nicht von Opfern, die ihre Misserfolge kultivieren“, meint Mateusz Grzesiak.
| Sylwia Wedziuk, Puls Biznesu [Business-Puls]|

10 Motivationstechniken, die Sie morgens auf die Beine bringen

Zum Besuch im Fitnessstudio, zum Nordic Walking oder zu einem einfachen Spaziergang. Dass Sport gesund ist, weiß jeder. Dass eine Zuckerkrankheit oder Herzerkrankungen durch Fettleibigkeit hervorgerufen werden, weiß auch jeder. Es ist auch keineswegs ein Geheimnis, dass Sport das psychische Wohlbefinden beeinflusst. Aber das Wissen allein genügt nicht, man braucht auch Motivation, also die Fähigkeit, seine Emotionen so zu managen, dass man sie auf ein Ziel richten und konkrete Maßnahmen ergreifen kann, um es zu erreichen. Die unten dargestellten Techniken helfen Ihnen dabei.

1. Was möchten Sie erreichen?
Ohne ein korrekt formuliertes Ziel kann von Motivation keine Rede sein. Sie müssen also genau wissen, was Sie erreichen wollen. Das muss auf einem Zettel stehen, leicht zu behalten und physisch realisierbar. Statt zu denken: ich möchte gesund sein, schreiben Sie: ich laufe dreimal wöchentlich vor dem Frühstück 30 Minuten lang. Ersteres ist abstrakt, letzteres konkret und machbar, weil es das Verhalten betrifft.

2. Erzählen Sie anderen davon
Eine öffentliche Verpflichtung hilft, informieren Sie also über Ihr Ziel alle, die Ihnen wichtig sind. Zunächst die Familie, dann vielleicht Bekannte, schließlich Personen aus den sozialen Medien. So werden Sie daran erinnert: Versprochen ist versprochen, und weil Sie ein ehrenhafter Mensch sind, werden Sie später keinen Rückzieher machen.

3. Warum können Sie es tun?
Selbstbewusstsein bringt nicht nur mehr Geld, sondern auch bessere Ergebnisse in der Schule und im Sport. Durchsetzungsfähige Menschen sind motivierter und erreichen Ziele besser. Dieses Selbstbewusstsein ist keine angeborene Eigenschaft, sondern ein psychischer Zustand, den wir selbst durch bestimmte Verhaltensweisen und eine Denkweise hervorrufen, die u. a. auf dem Gefühl beruht, kompetent zu sein. Genau: Finden Sie drei Gründe dafür, dass Sie Ihr Ziel erreichen können!

4. Schluss mit den Ausreden
Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie alle Ausreden auf, die Ihnen mit Sicherheit einfallen. Keine Zeit, gesundheitliche Probleme, Argumente wegen des schlechten Wetters, keine Lust usw. – es ist unwichtig, wie Sie selbst sich etwas vormachen werden, seien Sie einfach auf Ihre Schwächen vorbereitet und legen Sie sich eine Antwort auf die jeweilige Ausrede zurecht. Ich habe keine Zeit? Unsinn, Zeit wird gemacht, also können Sie auch welche für Sport machen. Ich habe keine Lust? Dann machen sie motivierende Musik an usw.

5. Sehen Sie das ganze Puzzle
Die einzelnen Teile unseres Lebens stehen miteinander in einer Verbindung, die nicht selten auf den ersten Blick unsichtbar ist. Aber alles zusammen bildet ein System der kommunizierenden Röhren, in dem ein Kontext die anderen beeinflusst. Wenn Sie bessere Leistungen im Sport erzielen werden, profitieren Sie von der gleichen Disziplin bei Ihrer Arbeit und kommen weiteren Ergebnissen näher. Es ändert sich Ihr Sexleben, denn sobald Sie selbstbewusster sind und sich attraktiver fühlen, werden Sie zu einem besseren Liebhaber. Stellen Sie sich vor, wie Sport die einzelnen Teilen Ihres Lebens ändert.

6. Werden Sie ein nachahmenswertes Vorbild
Wir machen mehr für andere als für uns selbst, weil Altruismus den Körper besonders zur Ausschüttung der Glückshormone stimuliert. Für wen könnten Sie also ein nachahmenswertes Vorbild werden, indem Sie regelmäßig Sport treiben? Für Ihr Kind, das dank Ihnen nicht dick wird? Für den Partner, der mehr auf sich achten wird, wodurch sich Ihre gemeinsame Beziehung entwickelt? Für die Arbeitskollegen, die in Ihnen eine vielseitige Person sehen werden? Überlegen Sie, wer Sie in Bestform braucht.

7. Was möchten Sie beweisen?
Jeder möchte der Welt etwas zeigen. Vielleicht einem faulen Elternteil beweisen, dass etwas geht. Vielleicht einem beleibten Ehepartner zeigen, dass man nur wollen muss. Vielleicht sich selbst beweisen, dass es höchste Zeit ist, die nächste Stufe zu erklimmen und eigene Beschränkungen zu überwinden. Wer etwas beweisen möchte, dem mangelt es nicht an Motivation, und wer Motivation hat,  unternimmt etwas.

8. Was hat Sie eigentlich abgehalten?
Ausreden sind nur die Spitze des Eisbergs, darunter verbergen sich immer bestimmte Überzeugungen. Jedes Kilogramm Übergewicht, außer im Falle von Erkrankungen, steht für einen konkreten Gedanken über uns selbst, etwa: „Ich will nicht abnehmen, weil ich mich vor den Männern schütze“, oder: „Wenn ich diszipliniert Sport zu treiben beginne, werde ich nicht mehr so tun können, als ob ich meine Arbeit mag, obwohl ich eigentlich gerne aussteigen möchte“. Fragen Sie sich also, was Sie wirklich abhielt, und setzen sich auseinander mit den Dämonen hinter dem Vorwand „Faulheit“, „keine Zeit“ oder „keine Lust“.

9. Benutzen Sie Einbildungskraft und Ohren
Forschungen haben bewiesen, dass durch Vorstellungskraft und Musik unsere Lust zum Trainieren geweckt und dessen Qualität verbessert wird. Stellen Sie sich also so detailreich wie möglich vor, wie Sie Sport treiben: mit wem, wo, wie genau Sie es tun, zu welcher Uhrzeit, wie Sie aussehen, wie gut Sie sich fühlen usw. Schalten Sie auch motivierende Musik ein – eine, durch die Ihr Körper von selbst aktiv wird

10. Suchen Sie sich Unterstützung
Ein guter Trainer arbeitet für Sie einen Trainingsplan aus, Laufen kann man zusammen mit Bekannten, und ein Sportwochenende mit der Familie bringt Sie einander näher. In einer Gruppe geht es einfacher, ist die Motivation größer, kann man Erfahrungen austauschen und gemeinsam Ziele erreichen. Umgeben Sie sich mit Menschen, die ehrgeizig sind und Ihnen emotional oder sachlich in der Erreichung Ihrer Sportziele beistehen.

Der Artikel erschien in der neuesten Beilage „Czas na Fitness“ [„Zeit für Fitness“] der Zeitschrift „Przegląd Sportowy“ [„Sportschau“].

Motivation ist ein Lebensstil

Motivation, oder wie man sich aus dem goldenen Käfig befreit, und ob ein Leben jenseits der Komfortzone komfortabel sein kann – diese und andere Fragen beantworten der polnische Persönlichkeitstrainer Mateusz Grzesiak und seine Frau Iliana Ramirez in einem Gespräch mit Karolina Kryś.

Was ist eigentlich Motivation?

Mateusz: „Die Fähigkeit, gesteckte Ziele zu erreichen, ganz allgemein. Man kann das als eine Lebenseinstellung betrachten, die darauf basiert, dass man wollen muss, um zu wollen. Man kann es ebenso wissenschaftlicher, psychologisch betrachten – und sagen, dass es ein Set von emotionalen, kognitiven und Verhaltenstechniken ist, die dazu dienen, dass der Mensch im weitesten Sinne Enthusiasmus und Energie zum Handeln besitzt. Berechtigt ist auch eine mehr philosophische Betrachtungsweise – eine Motivation ist ein Lebensstil, der auf den eigenen Rechten und darauf basiert, auf welche Weise man funktionieren möchte.“

Bekanntlich besitzen viele Menschen eine persönliche Komfortzone, in der sie im Alltag funktionieren, indem sie dieselben bekannten und beherrschten Tätigkeiten ausführen. Zweifellos ist das, als ob man sich selbst in den sprichwörtlichen goldenen Käfig sperrt. Und als ob man durch die Käfigstäbe hindurch die unzähligen Möglichkeiten begafft, die wir uns nicht zu ergreifen trauen, weil wir die Notwendigkeit fürchten, einen Ort zu verlassen, der uns Sicherheit gibt. Wie kommt man dagegen an?

Mateusz: „Jeder, der anfängt etwas zu üben, ob das nun Englischunterricht, Fitnesstraining oder Kommunikationsfähigkeit in der Beziehung ist, gewöhnt sich ab einem bestimmtem Zeitpunkt daran, die Fähigkeit wird für ihn zu einer Angewohnheit. Kurz gesagt, jeder wird nach bestimmten, sich wiederholenden Mustern funktionieren, die unbewusst sind. Dann tritt etwas ein, das man Stabilisierungsphase nennt. Diese Phase bedeutet, dass man sich an eine bestimmte Art Reize aus der Wirklichkeit gewöhnt.

Sie haben das goldener Käfig genannt, es braucht nicht unbedingt ein Käfig zu sein, sondern ist eine bestimmte Eigenschaft des Gehirns, das danach strebt, alle Formen des Handelns zu vereinfachen. Z. B. fahren wir Auto und denken nicht daran, wie wir losfahren, den Gang einlegen – es geschieht einfach. Das ist zweifellos von Vorteil, weil man alles schnell und einfach machen kann – das sind Gewohnheiten. Von Nachteil ist dabei, dass wir, wenn uns etwas im Leben nicht gelingen will und wir einen Fehler machen, nicht so erfolgreich sind, wie wir könnten, und dann im Käfig landen. Nur deswegen, weil wir nicht wissen, dass wir einen Fehler gemacht haben. Andererseits sind wir schon so an eine bestimmte Form gewöhnt, etwas zu tun, dass wir nicht unbedingt Lust haben, das zu ändern. Natürlich wissen wir wie, haben aber Angst davor. Ich würde also die Arbeitsweise des Gehirns nicht durch den Begriff des goldenen Käfigs dämonisieren.

Ich würde sagen, dass jede Gewohnheit nach Stabilisierung strebt, weil das komfortabel für uns ist.

In meiner Profession spricht man sehr oft vom ‚Schubladendasein‘, es gibt diese umgangssprachliche Redeweise ‚die Schublade verlassen‘ (engl. out of the box), das bedeutet, seine Denkweise zu ändern, jenseits der gängigen kognitiven Schemata zu denken.“

Ist es nicht ein bisschen so, dass das Problem viel tiefer liegt? Ich denke an den Wunsch, alles zu kontrollieren, der dazu führt, dass wir in jeder erdenklichen  Situation versuchen, übermäßig vernünftig zu sein, weil wir nicht an eine positive Wendung der Ereignisse in unserem Leben glauben.

Mateusz: „Erstens, in einigen Fällen ist das sehr wohl möglich, zweitens ist das eine Art Eigenschaft. Manche wollen Perfektionisten sein, also streben sie danach, alles zu kontrollieren. Andere gehen das Leben, ganz im Gegenteil, sehr spontan an. Ein Beispiel auf der Makroebene wäre, dass die Polen als Nation verstanden haben, dass vom Unternehmerischen her Kontrolle und Planung erforderlich sind, und das sehr rational betrachten. Von der Beziehung her haben wir immer noch das romantische Modell von vor zweihundert Jahren, die Menschen denken: Liebe kommt, Liebe geht, es wird schon werden, mal sehen, was dabei herauskommt, sprich, wir sind spontan, wir können das gar nicht kontrollieren, und die Zahl der Scheidungen steigt enorm. Die Leute wissen nicht, wie man mit den grundlegendsten und psychologisch oft einfach zu verarbeitenden Streitigkeiten klarkommt, weil sie nur in spontanen Kategorien denken. Wenn wir irgendetwas in den Kategorien eines polnischen Problems der Einstellung zur Welt benennen wollten, dann würde ich das so ansehen, dass die Menschen nicht wissen, wie sie sich motivieren sollen. Sie wissen nicht, welche Fragen sie sich stellen sollen, und wissen nicht, dass man Motivation nicht hat, sondern sie macht. Natürlich auf die richtige Art mithilfe einer bestimmten Denkweise. Motivation existiert auf verschiedenen Ebenen, außer den selbstverständlichen motivationsphysiologischen Fragen wie Schlafen, Trinken, Essen, zu denen wir uns im Allgemeinen nicht motivieren müssen, betreten wir eine Ebene der Motivation, wo unser Gehirn die erste Geige spielt.

Die erste Ebene ist Motivation zur Problemlösung – ich muss mich fragen: welche drei Hauptprobleme löst das Ziel, das ich erreichen möchte.

Die zweite Ebene – zu wem werde ich dank diesem Ziel, und was kann ich dadurch erreichen, also Haben und Sein – das ist die Ebene des Ehrgeizes.

Die nächste Ebene ist die Gefühlsebene – wie werde ich spontaner, liebender, enthusiastischer, ruhiger, sobald ich das Ziel erreiche. Und folglich, wie motiviere ich mich auf dieser Ebene.

Dann die Ebene des Altruismus – wie hilft das, was ich tue, anderen. Diese Ebene kommt gleich nach der Ebene der Selbstverwirklichung – erlaubt also, mehr man selbst zu sein, weil jedes Ziel, das wir erreichen, uns als Persönlichkeit formt.

Die Ebene der Vision: wie verändert das, was ich erreiche, die Welt, oder auf der Mikroebene: Polen oder meine lokale Gemeinschaft, und dann im Großen. Und dann brauchen wir nicht mehr daran zu denken, dass ein Problem besteht, und es gründlich zu analysieren, sondern uns nur darüber im Klaren zu sein, dass die meisten menschlichen Probleme aus Ignoranz resultieren. Damit einher geht natürlich ein Mangel an Wissen, oft fundamentalem Wissen, das in meinem Beruf so selbstverständlich ist wie nur was, und das leider noch nicht zum Mainstream gehört, also noch nicht allgemein verbreitet ist. Anstatt zu lernen, was die Hauptstadt von Madagaskar ist, wäre es manchmal besser, emotionale Intelligenz zu lernen, dann wüssten wir, wie das funktioniert. Hingegen ist der Grund für das, was Sie mit der Metapher vom goldenen Käfig dargestellt haben, wodurch die Menschen motivationslos in der Komfortzone verharren, die Tatsache, dass sie nach Perfektionismus streben. Selbstverständlich ist das eine von unzähligen Möglichkeiten.“

Sehr kennzeichnend ist das bei jungen Menschen, die jammern und in Träume von ihren Erfolgen flüchten. Das Strohfeuer wiederum verursacht, dass sie in dieser Zone stehen bleiben und nicht vorwärtskommen.

Mateusz: „Natürlich ist das kennzeichnend für die junge Generation. Da sie in schnelleren Zeiten mit schnellerer Gratifikation leben, sind sie nicht an langfristiges Arbeiten gewöhnt. Und wegen des Umfelds, besonders im Internet, wo sich das Wissen alle fünf Monate verdoppelt, möchten sie deutlich schnellere Ergebnisse, die man in einigen Fällen nicht erreichen kann. Wenn ich beispielsweise mit dem Laufen beginne um abzunehmen, dann bemerke ich eine Woche lang wahrscheinlich keinen Unterschied. Man muss die Gratifikation auf die lange Bank schieben, ganz zu schweigen davon, ein Millionär zu werden, denn so viel Geld verdient man nicht in einem Monat. Andererseits betrifft das dann nicht mehr den Perfektionismus, sondern die mangelnde Fähigkeit, den Handlungsprozess organisch fortzusetzen. Wenn sie z. B. die erste, wie Sie richtig bemerkten, spekulative, emotionale Ebene erreichen, setzen sie ihn nicht fort, weil sie nur und ausschließlich durch Emotionen motiviert werden. Und um jetzt darauf zurückzukommen, worüber ich vorhin sprach – würden sie sich die Fragen stellen, was ich dadurch erziele, wer ich dadurch werde, wie sehr ich lieben und ich selbst sein werde, dann hätten sie ein Motivationssystem, aber sie haben keines, weil sie dieses Wissen nicht besitzen.“

Man soll also aufpassen und nicht diesen Emotionen oder der Euphorie erliegen…

Mateusz: „Beides. Denn ohne Emotionen können wir keine Initialzündung haben, diese Tätigkeiten anzugehen. Forschungen zeigen, dass Menschen, die ohne Emotionen einkaufen, sich später nicht über das Gekaufte freuen. Darum brauchen wir Emotionen, dürfen aber gleichzeitig nicht vergessen, dass sie kurzfristig sind und von äußeren Reizen abhängen. Das heißt, man soll das sowohl emotional als auch rational machen. Und um die Wahrheit zu sagen, ein Bestandteil des Denkprozesses ist auch das Gefühl. Das ist ein bisschen so, als wollte man den Verstand vom Körper abtrennen, das ginge nur mit einer Axt – und das lässt sich nicht machen. Genauso wie man Emotionen nicht vom logischen Denken abtrennen kann, also brauchen wir die Fähigkeit, uns emotional und rational zu motivieren, so dass beides ineinandergreift. Emotion leitet sich vom Wort Bewegung her, und damit es eine Bewegung gibt, braucht es eine Emotion. Um aber seinen Körper zu aktivieren, muss man etwas fühlen, Gedanken haben, und dazu muss man sich die Fragen beantworten, die ich vorhin diktiert habe.“

Und gibt es Methoden, um nicht in die Falle zu tappen, über die wir sprechen?

Mateusz: „Sich systematisch Reize durch neue Herausforderungen schaffen, sich bewusst sein, dass ein Mensch nicht dadurch etwas zu tun lernt, dass er andauernd dasselbe wiederholt, sondern er muss den Schwierigkeitsgrad und die Umstände verändern, unter denen er funktioniert.

Kurz, man muss es sich schwer machen, sich größere Ziele setzen, die Messlatten höher legen, schwierigere Aufgaben anpeilen. Man muss sich systematisch neue Reize verschaffen, neue Orte besuchen, neue Menschen kennenlernen, neue Restaurants besuchen, neue Fremdsprachen lernen nur dafür, um dauernd neue Reize zu erhalten. Sonst vegetieren wir dahin, erleben immer dasselbe, was nicht heißt, dass das schlecht ist.

Es kann auch heißen, dass jemand auf einem ganz bestimmten Gebiet unbedingt Experte sein möchte und beispielsweise keinen Fuß vor die Tür seines Labors setzt. Doch wenn wir uns an etwas nicht gewöhnen möchten, müssen wir uns ständig stimulieren. Einstein hat einmal gesagt, etwas Neues erreichen zu wollen, indem man immer dasselbe tut, sei schizophren.“

Und was Sie beide und Ihre Beziehung angeht, kommt es da auch vor, dass Sie in diesem Käfig landen?

Iliana: „Ich denke, dass das momentan unmöglich ist, weil wir immer etwas ändern möchten. Wenn wir zum Beispiel mehr Zeit haben, reisen wir – am besten in neue Länder, und lernen neue Menschen kennen. Außerdem sprechen wir regelmäßig miteinander am Tag 15-20 Minuten darüber, was wir machen möchten und welche Zukunftspläne wir haben. Immer konzentrieren wir uns bei so einem Gespräch darauf, wie das praktisch durchzuführen ist.

Mit Mateusz kann man nicht dasitzen und gar nichts tun, ständig ändern wir etwas und motivieren uns dazu, besser zu werden. Ich weiß noch, wie Mateusz einmal krank war, er hatte eine Hypertrophie (Vorhofflimmern und Bluthochdruck), und vom Arzt zu hören bekam, dass er nun bis ans Lebensende Medikamente einnehmen muss, weil diese Erkrankung nicht heilbar ist. Wir wussten aber, dass es doch möglich ist, allerdings nur dann, wenn wir unser ganzes Leben ändern, also Essen, Sport usw. Wir mussten das als Familie zusammen machen, ansonsten hätte das keinen Sinn gehabt.

Auch als ich damals nach Polen zog und die Sprache lernen musste, sprachen wir die ganze Zeit Polnisch, so dass ich keinen Unterricht nehmen musste. Das alles durch gegenseitige Motivation zum Handeln.“

Mateusz: „Wir sind immer unterwegs, lernen ständig, machen neue Sachen. Sowohl ich in meiner Arbeit als auch Iliana beschäftigen uns als Lehrer mit guten Themen. Pausenlos haben wir neue Kunden, geben neue Interviews, also führt das automatisch dazu, dass wir ständig stimuliert werden. Man kann sagen, dass das Leben in der Nichtkomfortzone unser Komfort ist.“

Menschen verfallen sehr oft in Routine, sowohl im beruflichen Leben als auch in ihren Beziehungen, aber Sie beide kommen ausgezeichnet damit zurecht.
Mateusz: „Weil sie gar nichts in ihnen tun. Die Polen haben gelernt, dass man eine Firma führen, kontrollieren, organisieren muss, aber machen nichts mit ihren Familien und Ehen. Mir persönlich liegt sehr daran, dass Iliana intelligenter ist als ich, weil das bedeutet, dass ich weniger Probleme haben werde. Also habe ich andersherum welche, sie aber auch.“
Zwischen Polen und ihrem Heimatland gibt es viele Unterschiede, vor allem kulturelle. Bemerkt man zwischen diesen beiden Ländern Unterschiede in der Motivationen und dem Wunsch, eigene Ziele zu verwirklichen, oder auch Träume?

Iliana: „Aber natürlich, kürzlich wurden Untersuchungen durchgeführt, welche Sprache die positivste ist. Wie sich zeigt, liegt Spanisch weit vorn, was zweifellos wichtig ist, wenn es um Motivation geht. In Mexiko ist es so, dass wir, wenn wir ein Ziel haben und darüber mit der Familie oder Bekannten sprechen, immer damit rechnen können, dass sie uns unterstützen und zum Handeln motivieren. Unabhängig davon was es ist, sie werden immer versuchen, die guten Seiten unserer Ziele zu finden. Selbst wenn man einen Fehler macht, sagen sie: du bist intelligent, mach dir keine Sorgen, alles wird gut.“

Also verstehen sie es, jede Lebenssituation oder Misserfolg in etwas Positives umzumünzen…

Mateusz: „In Mexiko gibt es so etwas wie Hasskommentare gar nicht.“

Iliana: „Außerdem fällt in Mexiko auf, dass die Menschen nicht nein sagen können – und das ist wahr. Ein Beispiel: wenn jemand dich zu sich zum Mittagessen einlädt, und du weißt, du schaffst es nicht, wirst du immer sagen: Schön, ich werde alles tun, um zu erscheinen.

Sie sagen aber nie schon von Anfang an, dass sie nicht kommen, selbst wenn sie wissen, dass es nicht gehen wird. So funktioniert das in dieser Kultur. Ähnlich ist es mit dem Wort ‚danke, wir sprechen es ganz oft aus, sogar in so banalen Situationen, wie wenn am Zebrastreifen ein Auto anhält, damit wir die Straße überqueren können, hier gibt es das nicht.
Wenn in Polen jemand über seine Pläne spricht, betonen die Menschen sehr oft die negative Seite statt der positiven, was eindeutig nicht zum Handeln motiviert, ganz im Gegenteil.“
Also können wir von ihnen nur lernen…

Mateusz: „Was das Wohlwollen angeht ja. Wir sind Nörgler, Pessimisten und sehen die Welt viel schlimmer, als die anderen uns sehen. Es gibt sogar interessante Gespräche polnischer Journalisten mit englischen Geschäftsleuten oder selbst EU-Beamten, die davon reden, was für gute wirtschaftliche Ergebnisse wir haben. Wir aber glauben nicht daran, vergleichen uns ständig mit dem Westen und denken, bei uns sei es viel schlimmer – was nicht wahr ist.  Auch von daher können wir sicher viel lernen. Genauso können sie viel von uns lernen, Polen sind eindeutig besser organisiert. Mexikaner und überhaupt Lateinamerikaner wissen nicht, was Pünktlichsein bedeutet, wir dagegen haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir unpünktlich sind. Sie können lernen, wie man Dinge erledigt und effektiv ist. Wenn in Polen etwas nicht funktioniert, wird es repariert. Wenn in Mexiko etwas nicht funktioniert, dann funktioniert es eben nicht. Das heißt, beide Kulturen können profitieren.

Das war auch unsere Idee, wir versuchen in der Welt eines Weltbürgers zu leben. Wir glauben nicht, dass es reicht, Pole oder Mexikaner zu sein. Unsere Tochter, die jetzt viereinhalb ist, spricht im Augenblick drei Sprachen, und zu sagen, dass sie nur Polin oder Mexikanerin ist, würde den Tatsachen nicht gerecht werden.“

Iliana: „Wenn in Mexiko jemand Erfolg hat oder uns etwas gelungen ist, möchten die Angehörigen das mit uns zusammen feiern und sich an unserem Glück erfreuen. In Polen ist es umgekehrt, die meisten werden eifersüchtig. Auch daran würde sich lohnen zu arbeiten.“

Das Interview erschien auf der Internetseite: www.chcemybycrodzicami.pl.

Wie entwickelt man seine Marke?

Sie können ein ausgezeichneter Verkäufer sein, der den Kunden das gewünschte Produkt anbietet, aber wenn Sie für einen Hausierer gehalten werden, dann bekommen Sie keine Chance. Sie können eine außerordentlich kompetente Bewerberin für eine bestimmte Stelle sein, aber wenn Sie das nicht entsprechend darstellen, dann findet Ihr potenzieller Arbeitgeber jemanden, der fachlich schlechter ist, sich aber besser präsentiert.

Willkommen in der Welt des Personal Brandings!

In welcher Kategorie Sie sind

Bevor wir jemanden individuell bewerten, bewerten wir ihn anhand der Kategorie, in die ihn unser Verstand einordnet. Kommt jene Lesende in der Bibliothek als mögliche Ehefrau in Frage, oder eher für eine einzige Verabredung? Kommt dieser Mann als Freund in Frage, oder etwa als Partner? Ist der Mann als Chef geeignet, oder passt er gar nicht für diese Rolle? Listen Sie die Kategorien auf, zu denen Sie gehören möchten: in Beziehungen, bei der Arbeit, in den Gruppen, in denen Sie leben, und verwirklichen Sie die gewählten Rollen konsequent.

Erzählen Sie eine Geschichte

Es gibt inzwischen 23 James-Bond-Filme – und sie langweilen uns immer noch nicht. Wollte ein Filmproduzent noch einen weiteren drehen, würde es genügen, dass er einen bösen Charakter wählt (der die Welt zerstören will), ihm den Agenten 007 auf den Hals hetzt, diesem die beiden schönen Begleiterinnen mitgibt (eine ist immer gut, eine böse), dann bekommt James die immer gleichen Accessoires (Uhr, Anzug, Pistole, Auto, Technikspielzeug), und fertig ist der Film. Diese Matrize ist eine Stanze, die man endlos anwenden kann, weil Menschen die gleiche Geschichte mit leicht geänderten Inhalt anschauen. Entwickeln Sie Ihre Geschichte, denn sie ist es, die die Kunden kaufen, nicht das Produkt.

Finden Sie Ihren Archetyp

Im Marketing gibt es 12 archetypische Gestalten, die auf unterschiedliche Weise ihre Botschaft kommunizieren. Sind sie ein Rebell, der gegen das System kämpft, oder ein Liebhaber, der zu Sinnesfreuden einlädt? Möchten Sie Grundsätze einführen und den Markt beherrschen, wie es sich für einen Herrscher gehört, oder neigen Sie dazu, bedürftigen Kunden Schutz angedeihen zu lassen? Geht es Ihnen womöglich um die Schaffung von Normalität und Freundschaft mit allen (sog. guter Kerl)? Oder sind Sie vielleicht ein Weiser, der seine Botschaft auf Wissen, Wissenschaft und Zahlen gründet?

Sie sind eine Marke

Hersteller und Produkt können heutzutage eine einzige Person sein, und der Markt erfordert es, dass man sich selbst bewusst verkaufen kann: Sie erschaffen sich selbst und sind eine Marke. Wie jedes andere Produkt kann man Sie mögen, lieben, meiden oder begehren. Was der Empfänger von Ihnen hält, hängt in höchstem Maße von der Kommunikationsstrategie und der angemessenen Übertragungsform ab. Aus der Sicht des Marktes sind Sie ein Produkt, das für einen potenziellen Vertragspartner eine gewinnbringende Investition ist.

Branden Sie sich

Branding verbindet Marketing-Fachwissen mit der Kunst. Wenn Sie wissen, dass der Konsument das Essen nach der Verpackung auswählt, aber es wegen des Geschmacks erneut kauft, denken Sie daran, dass Sie eine entsprechende Vermittlungsform brauchen, damit Sie die richtigen Personen anlocken. Diese „Verpackung“ selektiert diejenigen, die Sie erreichen möchten, und erlaubt Ihnen, bewusst in der Imagewelt in Erscheinung zu treten – ohne die man heutzutage weder auf dem Arbeitsmarkt noch in der Gesellschaft oder dem sozialen Leben zurechtkommt.

Der Artikel erschien auf der Internetseite: www.coaching.focus.pl.

Wie kommt man voran?

„Laut Paretoprinzip beanspruchen 20% einer Sache 80% der Zeit.“

Denken Sie daran, dass Nichtstun mehr anstrengt als die Realisierung Ihrer Pläne!

Wenn ich nur so viel Lust hätte, wie ich keine Lust hätte – sagte Pu der Bär. Das heißt, er war motiviert… zum Faulenzen. Denen, die gern eine Motivation zu etwas anderem finden möchten, kommen Motivationstechniken zu Hilfe.

Finden Sie einen Grund zum Handeln

Das Wort „Motivation“ kommt vom lateinischen „movere“: bewegen, fortbewegen. Das Wort „motivum“ bedeutet „Beweggrund“, „Ursache“. „Motiv“ hängt auch mit dem Wort „motus“ zusammen – Bewegung. Wenn Sie also das richtige Motiv finden, werden Sie motiviert. Stellen Sie sich ein paar Fragen: Wovon lassen Sie sich leiten? Warum möchten Sie das erreichen? Wie stellen Sie es an, damit sie Lust dazu haben?

Meiden Sie Zeitfresser

Gemäß dem Paretoprinzip beanspruchen 20 % einer Sache 80 % der Zeit. Listen Sie die Zeitfresser auf, durch die Sie die meiste Energie verlieren, und meiden Sie sie. Unproduktive Internetnutzung? Fernsehen? Ewiges Verschieben auf später? Machen Sie sich bewusst, worauf Sie achten müssen, und fragen Sie sich selbst, was sie jetzt Produktives und Gutes machen möchten. Und machen Sie es.

Finden Sie eine Herausforderung

Wenn man nach der Erreichung eines Zieles keine neue Herausforderung bekommt, ruht man sich entweder auf seinen Lorbeeren aus oder brennt aus. Daher sollte man ein Ziel finden, das einen voranbringt. Eines, das ausreichend groß ist (nur solche sind eine Herausforderung), und an dem sie intellektuell, emotional, geistig wachsen können. Wir fliehen Probleme, die uns nicht betreffen, klein oder unerreichbar sind.

Schütteln Sie Saboteure ab

Die neun größten Demotivatoren sind: Angst, falsche Zielsetzung, Wertekonflikt, Abhängigkeit von anderen, Fehlen von Herausforderungen, Trauer, Einsamkeit, Ausgebranntsein, Nichtweiterwissen. Überarbeiten Sie sie mit Coaching-Instrumenten (z. B. rationale Verhaltenstherapie), dadurch verlieren Sie keine Energie mehr. Nichtstun ist viel anstrengender als die Umsetzung eigener Pläne.

Wählen Sie die Richtung

Sie sind immer motiviert zu etwas, sogar zum Faulenzen. Denken Sie in den Kategorien dessen, was Sie möchten, und fragen Sie sich systematisch: Welches Ziel habe ich? Was will ich erreichen? Wie bringt mich die Tätigkeit, die ich unternehme, dem Ziel näher? Worauf sie sich konzentrieren, dorthin strömt ihre Energie. Investieren Sie in die Zukunft, denn die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern.

Motivieren Sie andere

Laut Untersuchungen der Consulting-Firma Mercer an 30 000 Beschäftigten in 17 Ländern wird die Motivation am meisten abgetötet durch: Respektverweigerung, Missachtung aktueller und realer Probleme sowie „falsche Demokratie“ (Einholen einer Meinung, obwohl der Entscheidung schon getroffen ist). Unter den 13 motivierenden Faktoren stand das Geld erst an sechster Stelle! Investieren Sie also in die Fähigkeit, andere zu motivieren, und helfen Sie ihnen, ihre Ziele zu erreichen.

Benutzen Sie das ganze Gehirn

Stellen Sie sich vor, was Sie erreichen möchten. Sprechen Sie es sich laut vor und führen Sie Bewegungen aus, die mit dem verbunden sind, wozu Sie sich motivieren möchten (stehen Sie z. B. auf und sprechen Sie, als ob Sie ein Publikum vor sich hätten, wenn Sie sich zu öffentlichen Auftritten motivieren möchten), hören Sie bewegende Musik und spüren Sie so stark wie möglich das, wozu Sie sich motivieren. Ihr Gehirn wird intensiver stimuliert, und Sie erreichen schneller einen Effekt.

Planen Sie

Ein Organizer mit Kalender und eine To-do-Liste sind Attribute der Erfolgreichen. Planen Sie abends, was Sie am nächsten Tag machen möchten. Die Liste soll endlich sein, damit Sie kein Workaholic werden. Die Forschung zeigt, dass notierte Ziele einfacher zu erreichen sind, und dass das Nacheinanderabhaken der Punkte ein Gefühl von Selbstverwirklichung und Kompetenz verleiht und uns dem Ziel näherbringt.

Der Artikel erschien auf der Internetseite: www.coaching.focus.pl.

Was tun, damit eine Motivationsrede wirkt?

Ich arbeite schon seit über zehn Jahren als Trainer und Coach, trete dabei in verschiedenen Ländern auf und halte Vorträge in fünf Sprachen. Das ist meine aus einem Kindertraum erwachsene Passion, die mit der Zeit zu einem notwendigen und inspirierenden Beruf geworden ist. Ich unterrichte, motiviere, überzeuge die Zuhörer davon, dass konstruktives Denken und effektive Kommunikation über ihre Lebensqualität entscheiden. Um den Zuhörern diese Ideen einzuschärfen, muss ich erfolgreich zu ihnen sprechen – meinen Vortrag so aufbauen, dass er ihre Herzen und den Verstand erreicht. Was führt dazu, dass unsere Botschaft nicht angenommen oder nicht vollkommen verstanden wird? Wie sorgt man – als Anführer oder Manager – dafür, dass ein öffentlicher Auftritt, etwa die Präsentation einer Strategie oder eines neuen Produkts vor Kunden, das bestmögliche Ergebnis erzielt?

Emotionaler Vortrag und sachlicher Inhalt

Jeder, der gut vortragen möchte (d. h. wirkungsvoll während der Rede und post factum), sollte sich bewusst machen, dass der Prozess der Vorbereitung und Realisierung zwei gleich wichtige Sphären umfasst. Die erste ist die Art des Vortragens, sie betrifft die Persönlichkeit, die Emotionalität, die Fähigkeit zum Geschichtenerzählen und die Motivation des Redners. Die zweite ist der Inhalt der Präsentation, genauer die Qualität ihres Gehalts. Ein wirkungsvoller Vortrag verlangt die Verbindung beider, und erst die Kombination einer guten Durchführung mit einem qualitativen Inhalt entscheidet über den Erfolg. Andernfalls langweilt sogar der beste Experte seine Zuhörer oder vermittelt auch ein ausgezeichneter Showman gar nichts. Deswegen sind diese beiden Dinge zusammen für eine gute Vermittlung verantwortlich.

Welche Fehler sind zu vermeiden?

Beginnen wir damit, was man nicht machen soll. Der erste, häufigste Fehler ist, dass der Zuhörer nicht in die Rede eingebunden wird, so dass keine Identifizierung stattfindet. Ein solcher Zuhörer wird finden, dass eine Rede nicht für ihn ist, nicht über ihn, dass sie unwahr ist und keine Anwendung in seinem Leben findet. Stellen wir uns den Vorsitzenden einer großen Organisation vor, der traditionell vor der Belegschaft steht und eine Rede hält, die voll ist von optimistischen Behauptungen – der sog. Erfolgspropaganda. Ein Problem liegt jedoch darin, dass sie für die Mitarbeiter wirklichkeitsfremd sind – z.  B. erinnert sich einer von ihnen noch genau daran, dass sich sein Arbeitskollege unlängst wegen Überarbeitung fast von der Ehefrau scheiden ließ… Aus seiner Perspektive sind die Worte des Vorsitzenden nur hohle Phrasen und Demagogie. Die Zuhörer werden eine solche Ansprache emotionslos aufnehmen, sitzen pflichtgemäß die halbe oder ganze Stunde im Saal ab und kehren dann zu ihren Aufgaben zurück, und in der Firma ändert sich gar nichts. Einer solchen Ansprache (selbst wenn der Vorsitzende an die gehaltenen Thesen glaubt) fehlt der Anschluss der Mitarbeiter an die Vision oder Mission, die der Anführer präsentiert. Die Motivationsrede sollte indes so aufgebaut sein, dass mithilfe einer ganzen Reihe von Kommunikationsinstrumenten die Mitarbeiter von den aufgestellten Thesen überzeugt werden und sich mit ihnen identifizieren.

Wie geht das?

Nehmen wir an, Firma X möchte ihrer Mission das neue Motto „Alles hängt von Dir ab“ hinzufügen und bewirken, dass die Mitarbeiter verantwortungsbewusster werden. Das Motto selbst wird als wertlose Phrase betrachtet, also muss der Redner durch eine Kausalkette erreichen, dass die Zuhörer sich damit identifizieren. Stellen wir uns also vor, dass der Anführer während der Ansprache den Mitarbeitern seine eigene Geschichte erzählt. Er sagt, er habe jahrelang an Übergewicht gelitten und die Schuld den Eltern gegeben, den schlechten Ernährungsgewohnheiten, die er von zu Hause übernahm usw. Ihm sei aber jemand über den Weg gelaufen, der ihn zum Abnehmen angeregt und ihm nahegelegt habe, dass unwichtig sei, was einmal war. Es zähle das, was wir heute tun können und was von uns abhängt. Der Vorsitzende habe also angefangen zu kämpfen und einen Erfolg errungen, indem er die überflüssigen Pfunde loswurde. Mehr noch, er habe durch seine Einstellung auch die Eltern motiviert, ihre Ernährungsgewohnheiten und ihren Lebensstil zu revidieren.
Also: „Alles hängt von Dir ab“. Jetzt werden die Zuhörer verstehen, was Sache ist. Eben das ist der Prozess, den wir als Anschließen der Mitarbeiter an die während der Rede aufgestellten Thesen bezeichnen: Werte (Schlagwörter), die mit der Praxis, dem realen Leben verbunden sind. Ein tatsächliches Identifizieren mit diesen Werten kann bedeuten, dass sie für die Mitarbeiter zu Wegweisern bei der täglichen Arbeit werden.

„Um den Beschäftigten die Werte der Firmenstrategie erfolgreich zu vermitteln, sollte man auf Beispiele aus ihrem Leben zurückgreifen, sei es aus Beruf oder Privatleben.“

Ein abstraktes Konzept – in der Botschaft an die Zuhörer – muss mit einer Emotion verbunden sein und eng mit ihrem Leben korrespondieren. Es kommt vor, dass der Anführer einer Organisation sich bei einem Auftritt vor der Belegschaft statt der Erfolgspropaganda ausschließlich auf Kritik beschränkt und deren bisherige Arbeit und ihre Ergebnisse kleinredet. Eine solche Einstellung verursacht sicherlich keine Effizienzsteigerung; auf alle Fälle aber senkt sie das Selbstwertgefühl der einzelnen Mitarbeiter.

Der zweite große Fehler, den öffentlich auftretende Führungskräfte begehen, ist eine auf Abstraktion beschränkte Kommunikation. Eine solche Erzählweise ist langweilig, weil sie von Dingen handelt, die die meisten Zuhörer nicht behalten können, so dass sie schläfrig werden. Miserable Aussichten, stimmts? Deswegen hängt so viel von der Sprechweise ab, von der Erzählung, in die wir die Botschaft (die Werte) kleiden. Eine Änderung des Tons, der Emotion, Bewegung und Abwechslung – sie vergrößern das Potenzial der Vermittlung.

Das Wichtigste ist in diesem Zusammenhang aber eine klare (eben kommunikative!) Sprache, einfach und beispielgestützt. Wenn ich die bekannte Parole „Reisen bildet“ ausspreche, bleibt das nur ein Phrase. Aber wenn ich eine Geschichte aus meinem eigenen Leben erzähle – wie die Reiselust zum Lernen weiterer Fremdsprachen und zur Arbeit in einem Dutzend Länder der Welt geführt hat –, bekommt diese Parole, dass Reisen bildet, einen völlig anderen Sinn. Sie wird glaubwürdig.

Denn das Beispiel begründet die zuvor aufgestellte These. Beim Aufbau einer Rede benutze ich das sog. Präsentationsformat. Das ist eine Struktur, die auf 4 für die Empfänger wichtigen Fragen basiert.

Jeder Redner sollte sich, bevor er auf der Bühne geht, diese Fragen in folgender Form stellen:

Warum? Warum soll mir jemand zuhören?
(also: Wie ist der Zuhörer zu motivieren?)
Was? Welchen Inhalt habe ich zu vermitteln?
Wie? Auf welche Weise soll der Zuhörer konkret den Inhalt umsetzen?
Wie war es? Feedback: wenn die Ziele bereits realisiert werden,
werden sie richtig realisiert,
werden keine Fehler gemacht?

Eine gute Präsentation kann unvergänglich sein (wie Martin L. Kings bekannter Satz „I had a dream“). Unter der Bedingung, dass sie einen Wert enthält, den der Zuhörer praktisch nutzen kann (auf das eigene Leben beziehen, z. B. auf die ihm übertragenen beruflichen Aufgaben). Was kann dieser Wert sein? Einerseits die inhaltliche Ebene (Fachwissen), andererseits die emotionale Ebene (der Zuhörer wird inspiriert, begeistert, motiviert). Nur die Verbindung beider bringt messbaren Nutzen.

Wie kann man die Zuhörer motivieren?

Die Motivationen, die einen Mitarbeiter bei der Durchführung seiner Aufgaben leiten, sind unterschiedlicher Natur und Intensität.
Man sollte sich auf die folgenden Ebenen beziehen:

Physiologie

Sorgen wir dafür, dass der Zuhörer Bedingungen vorfindet, die den richtigen Empfang gewährleisten (er muss satt, ausgeschlafen, ausgeruht sein; man darf kaum Effekte von einer Ansprache erwarten, die während einer Integrationsfahrt frühmorgens gehalten wird, wenn die Mehrheit der Teilnehmer müde, unausgeschlafen oder „gestrig“ ist).

Lösbare Probleme
 
Man sollte auf ein paar konkrete Fragen hinweisen, mit denen die Zielgruppe zu tun hat. Werden reale Probleme gefunden und artikuliert, so führt das dazu, dass sich die Zuhörer mit dem identifizieren, was der Sprecher sagt. So werden etwa Beschäftigte um die Vierzig sehr gut das Problem des Burnouts oder die Schwierigkeiten, Privatleben und Arbeit in Einklang zu bringen, verstehen, weil diese Gruppe am häufigsten von solchen Problemen betroffen ist.

Ehrgeiz und Wunsch nach Entwicklung

Diese Ebene betrifft die Zukunft der Zuhörer und beantwortet ihnen die Fragen: wer möchte ich sein und was möchte ich haben. Jeder von uns hat nämlich Pläne und Träume, und eine gute Rede sollte sie verwirklichen helfen. Wie also stellen sich die Zuhörer sich selbst in einiger Zeit vor? Verknüpfen Sie den Inhalt der Rede mit ihren Plänen, und sie werden Ihnen gerne zuhören.

Höhere Gefühle

Jeder Mensch strebt nach Glück, Liebe, Freude. Daher sollte eine Rede die Frage beantworten, was man machen soll, damit der Angestellte glücklicher, kreativer, spontaner wird; das sind die Schlüsselmotivatoren im Leben, auch dem beruflichen.

Selbstverwirklichung

Einer der wirkungsvollsten Motivatoren – die Rede sollte Hinweise geben, wie ein Mitarbeiter sich vollständiger verwirklichen, individuelle Talente nutzen und sie in der Arbeit finden kann.

Altruismus

Geben motiviert mehr als Nehmen. Jede Rede soll den Teilnehmern auch einen Wert geben, mit dem er nicht gerechnet hat. Vielleicht eine tiefsinnige Moral? Eine persönliche Geschichte? So etwas wird sehr geschätzt.

Vision

Hinter jeder Firma müssen Ideen stehen. Sie beantworten die Frage: Wie können wir zusammen die Welt verändern? Das ist der mächtigste Motivator, weil er dem Leben Sinn verleiht. Die besten Redner der Weltgeschichte haben ihre Reden stets darauf gestützt.

Effektivität einer guten Rede

Wenden wir die oben genannten Instrumente an, so darf man annehmen, dass der Redner seine Botschaft effektiv vermittelt. Das aber bedeutet, dass bestimmte Instrumente und Parameter anzunehmen sind, mit denen sich die Ergebnisse einer guten Rede messen lassen. Sie können kurz- oder langfristiger Natur sein. Im ersten Fall bedeutet das eine Bewertung der Ansprache; die Zuhörer bewerten (z. B. auf einer Skala 1-10) in einem Fragebogen die Qualität der Rede. Ihre Schlüsse beschränken sich jedoch auf das Erleben während der Präsentation.

Der Zuhörer – der Adressat der Rede – muss gekonnt an den Inhalt der Botschaft angeschlossen werden. Am besten anhand von Beispielen mit einem Bezug zu seinem Leben.

Was ist aber mit den Zielen, mit denen der Redner zu den Zuhörern kommt, mit der Mission und den Werten der Firma, die er der Belegschaft darstellt? Langfristige Effekte sind sowohl schwerer zu erfassen als auch zu erreichen, und sie betreffen vor allem die konkreten Ergebnisse, die die Firma erzielt hat (sofern die in der Rede vorgeschlagenen Ziele, beispielsweise zur Arbeitsqualität, sich in der Praxis der Organisation niedergeschlagen haben). Die Teilnehmer können bei Verlassen des Saales ausgezeichnet Inhalt und Form eines Auftritts bewerten. Entscheidend ist aber eine Veränderung der Einstellung – ein langfristiger Effekt (z. B. in Form einer gesteigerten Effektivität der einzelnen Angestellten, Teams, Abteilungen usw.). Viele Führungskräfte nehmen optimistisch an, dass eine 30-minütige, energiegeladene Ansprache die ganze Organisation revolutioniert.

Selbstverständlich kann man in jeder Struktur Personen finden, die durch innere Motivation ihre Effektivität verbessern (und bei denen durch die Rede eine dauerhafte Veränderung ausgelöst wird); sie gehören aber eindeutig zu einer Minderheit und sind eigentlich schon motiviert. Die Übrigen aber benötigen ständige, langfristige Maßnahmen. Ihre Einstellung zu ändern erfordert mehr Zeit und Arbeit. Denn man darf nicht vergessen, dass jede Motivationsrede in ihrem Aufbau dem Prinzip der Intensität und großen Energie gehorcht, aber zugleich ein kurzlebiges, oft vereinzeltes Ereignis ist. Anzunehmen, dass eine einzige – noch so gute – Rede die bisherigen sachlichen Managementfehler behebt, ist beinahe so, als klebe man ein Pflaster auf einen tief sitzenden Splitter. Eine Motivationsrede besitzt also eine große, jedoch kurzfristige Intensität. Ganz anders die Umsetzung der in ihr enthaltenen Annahmen. Sie stellt eine organische, sich in der Zeit erstreckende Arbeit dar (vgl. das Diagramm Speech und Strategieumsetzung). Beide Bereiche sind zu verbinden, dann werden die besten Ergebnisse erzielt. 

Zusammenfassung 

Die meisten öffentlichen Auftritte sind im Voraus zum Scheitern verurteilt, weil ihr Inhalt mit Theorie und Daten überfrachtet ist und keine Emotionen oder Beispiele enthält, die sich direkt auf die Erfahrungen des Adressaten beziehen. Das vorgestellte Ziel oder die langfristige Mission einer Organisation sollten mit den Aufgaben der Beschäftigten korrespondieren – ohne erfolgreiche Kommunikation innerhalb der Firma hat eine einmalige Ansprache keine langfristige Wirkung.

Der Artikel erschien im Magazin „THINKTANK“.

Ich mache das Glück

Leben die Polen nach der Philosophie des Slow Life?

Mateusz Grzesiak: „Die meisten von uns leben in der Eile. Wir bauen uns eine Existenz auf. Statistisch arbeitet ein Pole 51 Stunden in der Woche. Jeder zehnte ist auf zwei Stellen beschäftigt. Im Allgemeinen arbeiten die Menschen mehr als sie sollten. Jährlich widmen wir dem Arbeitsleben zweitausend Stunden. Zum Vergleich: die Deutschen arbeiten ca. 1400 Stunden. Sie haben schon einen hohen Lebensstandard erreicht und konnten es sich leisten, sich mit Slow Life zu befassen. Sie sind auch als Kultur auf einer anderen Bewusstseinsebene.“

Wir werden einen Deutschen nicht dazu überreden, am Wochenende zu arbeiten.

„Dafür überreden wir dazu, dass am Wochenende in Deutschland gern andere Nationen arbeiten – z. B. die Polen, weil sie das Doppelte verdienen. Es ist interessant, dass Slow Life auch diejenigen betrifft, die nie etwas unternommen haben, um im herkömmlichen Sinne Erfolg zu erreichen, und die lieber in den eigenen kleinen Welten funktionieren. Sie leben auch slow, nur unbewusst. In Polen gibt es viele Anhänger eines langsamen Lebens unter den Vertretern der Generation Y – das sind die nach 1980 Geborenen. Für sie ist der Lebensstil wichtiger als das, was ihre Eltern motivierte – Geldverdienen. Mit jedem Jahr wird die Philosophie der Generation Y zunehmend die allgemeinen Werte der Polen bestimmen.“

Achten polnische Firmen darauf, dass die Mitarbeiter die Balance zwischen Beruf und Privatleben halten können?

„Seit 13 Jahren habe ich mit Coaching und Schulungen zu tun. Ich habe 200 Schulungstage pro Jahr. In Polen habe ich bisher nur einen Auftrag erhalten, Manager im Bereich Work-Life-Balance fortzubilden. Darum bat mich eine polnische Firma, die international tätig ist. Ich gebe aber Schulungen, die indirekt ermöglichen, das Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Lebenssphären zu finden. Ich überrede die Beschäftigten, Sport zu treiben, und bringe ihnen bei, Emotionen und Stress zu managen. Die Work-Life-Balance wird erst in einiger Zeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, wenn wir uns bewusst werden, welche Schatten ein nur beruflicher Erfolg hat.“

Welche alltäglichen Tätigkeiten zelebrieren Sie gern?

„Ich zelebriere gerne das Espressotrinken. Diese Art des Kaffees würde ich gerne Slowpresso nennen (lacht). Zuerst rieche ich eine Weile am Kaffee, und erst dann koste ich ihn. Über meine Empfindungen entscheiden so viele Faktoren. Wie der Kaffee gebrüht wurde, in welcher Tasse er serviert wird, die Tageszeit, meine Stimmung usw.“

Den Kaffee trinken Sie langsam, aber dann bekommen Sie einen energetischen „Kick“…

„Das hängt davon ab, wie man damit umgeht. Ich habe so viele Jahre meditiert, dass ich mich von diesem Energiesprung lösen kann, ohne mich mit ihm zu identifizieren. Sogar wenn mein Herz pocht, weiß ich, dass es nur eine Reaktion des Körpers ist, nicht meine. Ich schaue das von der Seite an. Nehmen wir eine andere Situation. Ich werde nicht sagen, dass ich gestresst bin. Ich sage – mein Körper spürt Stress.“

Was raten Sie denen, die nach dem Urlaub zur Arbeit zurückkehren und eine gedrückte Stimmung vermeiden möchten?

„Viele, die aus dem Urlaub zurückkommen, haben nach den Ferien ein Syndrom der Anspannung, mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, schlechte Laune usw. Ich betrachte dieses Problem aus zwei Perspektiven. Einerseits können wir, wenn wir ins Büro zurückkommen, die Arbeit mit einfachen Aufgaben beginnen, uns nicht sofort zu viel aufhalsen, die Aufgaben planen usw. Andererseits – wenn jemand seine Arbeit nicht mag, wird er jeden Tag Qualen leiden. Ich hatte noch nie solch ein Anspannungssyndrom nach den Ferien, weil ich das, was ich mache, liebe.“

Sie sind Coach. Wie reagieren Sie auf Vorwürfe, dass Coaches manipulieren, kein entsprechendes Wissen und Erfahrung besitzen?

„Ich reagiere so wie die Ärzte, wenn sie hören, sie seien Knechte der Pharmafirmen. Wie Verkäufer, die angeblich den alten Mütterchen teure Produkte aufdrängen. Jeder Profession wird etwas vorgeworfen. Fakt ist, dass jeder Coach sein kann, sobald er auch nur einen Internetkurs in England absolviert hat. Die aktuelle Mode, die Marktbedürfnisse und die Vision des großen Geldes haben dazu geführt, dass dieser Beruf immer mehr Menschen anzieht. Notwendigerweise sind, je mehr Coaches es gibt, desto mehr auch schlechter qualifiziert. Aber jeder Fall muss für sich betrachtet werden. Personen wie ich werden nicht zu hören bekommen, dass sie ungebildete Coaches sind, weil ich immerhin drei Fachrichtungen und zahlreiche Kurse abgeschlossen habe. Außerdem, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Kulturschema. Die Polen sind eine der misstrauischsten Nationen der Welt. Nach den Forschungen von Prof. Janusz Czapiński sind nur 12 % der Polen davon überzeugt, dass andere gute Absichten hegen. Daher argwöhnen wir permanent, dass uns jemand ausnutzen will, und auch das beeinflusst die Beschädigung des Berufsbildes.“

Zurück zur Beraterthematik. Wir gehen zur Arbeit, unsere Kinder zur Schule. Wie weckt man in ihnen die Leidenschaft fürs Lernen?

Ich werde mich auf mein Leben beziehen. Meiner Tochter führe ich die Nützlichkeit  unterschiedlichen Wissens vor. Vor einiger Zeit bin ich mit ihr zum ersten Mal ins Schwimmbad gegangen. Ich ging ins Wasser und begann, ihr zu zeigen, wie man großen Spaß haben kann. Ich machte ein paar Kreise, tauchte. Adriana wollte das nachmachen. Ich nahm sie bei den Händen und ließ sie so ins Wasser gehen. Sehr schnell merkte sie, dass sie untergeht – so wurde sie motiviert, Schwimmen zu lernen. Nach einem halben Jahr konnte sie schon zwei Meter tief tauchen. Eine andere Methode ist, einen Kontext zu bilden, in dem es notwendig ist, etwas zu lernen, um zurechtzukommen. Adriana ist viereinhalb Jahre alt und spricht drei Sprachen fließend – Polnisch, Englisch und Spanisch, weil wir zusammen mit meiner Ehefrau, Mexikanerin, einen System geschaffen haben, in dem ich immer Polnisch spreche und sie Spanisch spricht, und im Kindergarten wird Englisch gesprochen. Eine weitere Methode, die ich anwende: jeden Tag frage ich abends meine Tochter, was sie am Tag gelernt hat. Ich lese ihr Märchen vor und stelle ihr Fragen, die Denken lehren.“

Welche Ziele setzen Sie sich bei der Realisierung des Projektes „Vater“?

„Ich möchte meine Tochter zu einer ethischen, klugen, effektiven, ganzheitlichen und internationalen Persönlichkeit erziehen. Ich werde sie ungefähr bis zum 14. Lebensjahr erziehen. Dann fange ich an, mehr Freund und Mentor für sie zu sein, weil ich nicht an das Modell glaube, wonach man sein Leben lang Eltern ist. Wer einer Teenagerin Ratschläge erteilen möchte, erreicht nicht viel.“

Was ist Ihnen in der letzten Zeit Schönes widerfahren?

Seit einiger Zeit sagt meine Tochter immer „tatuś“ zu mir. Vorher sagte sie „tato“. Das rührt mich ungemein. Das Wort „tatuś“ enthält so viel Liebe, Wärme. Wenn Adriana „tatuś“ ruft, lasse ich alles stehen und liegen und laufe zu ihr.“

Und welches Erlebnis war für Sie am traumatischsten?

„Im Oktober wurde ich in Sao Paulo entführt. Wie immer holte mich der Schulungsveranstalter vom Flughafen ab. Als wir durch die Stadt fuhren, stieß ein anderes Auto mit uns zusammen. Wir hielten auf dem Seitenstreifen an. Der Fahrer ging nachsehen, was los war. Er kam mit zwei Banditen zurück. Trotz einer Pistole am Leib bewahrte ich ruhig Blut. Um zu überleben und nicht meinen ganzen Besitz zu verlieren, habe ich Verschiedene psychologische und kommunikative Techniken angewandt. Ich begann z. B. so mit ihnen zu sprechen wie mit Kumpels. Am Ende entschuldigten sie sich für das, was passiert war. Später konnte ich meinen Kursteilnehmern erklären, wie sie sich in einer solchen Situation verhalten sollen. Ich habe davon auch im polnischen Fernsehen erzählt.“

Ihre neuestes Buch heißt „100 happy days, czyli jak się robi szczęście w 100 dni“ [100 happy days, oder wie man sein Glück in 100 Tagen macht]. „Glück machen“… Hmmm, eine interessante Sprachfigur.

„Glück ist für die meisten Polen ein abstraktes Konzept. Für mich ist das eine Lebenseinstellung, die damit verbunden ist, dass ich meines Glückes Schmied bin. Ich schaffe mir Situationen, in denen ich mich glücklich fühlen kann. Deshalb mache ich Glück. Die Polen sind eine romantische Kultur und meinen, dass die Dinge von selbst passieren, und das ist spontan und wahr. Ich betrachte das auch wissenschaftlich und ein bisschen auf deutsche Art, suche also Modelle und Strategien zum Glücklichsein. Dieses Buch verbindet die beiden Sichtweisen, beschreibt also meine Alltagserfahrungen analytisch.“

Da Sie versuchen, ihres Glücks Schmied zu sein, interessiert mich, unter welchen Umständen Sie ihre Frau kennengelernt haben.
 
„2008 spazierte ich mit Kurssteilnehmern durch Mexiko-Stadt und erklärte ihnen, wie man Unbekannte kennenlernen kann. Einer der Studenten fragte mich, ob man diese Technik nutzen kann, um Frauen anzumachen. Ich antwortete, ja, unbedingt. Da zeigte er auf eine Frau und bat mich, sie anzusprechen. Heute ist diese Frau meine Ehefrau. Das Kennenlernen war spontan, sieben Jahre Ehe sind dann kluges Management.

Der Artikel erschien im Magazin „Slow & Life“.

Erfolg kann man nachmachen

Ich habe viele Abschnitte Ihrer Schulungen angesehen. Manchmal unterrichten Sie die Menschen über die Beziehungen zwischen Frauen und Männern – Sie machen ihnen bewusst, wie man bei der Kommunikation mit einem anderen Menschen keine Fehler macht. Wie kann man Probleme im Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis vermeiden?
Mateusz Grzesiak: „Ja, man muss sagen, dass sie andere Rollen einnehmen als die, die zu spielen sie sich verpflichtet haben. Das funktioniert nach demselben Prinzip wie bei Frauen und Männern. Abgesehen von den physiologischen Unterschieden, haben wir es mit einer Situation zu tun, in der jeder von uns unterschiedliche Rollen zu spielen hat. Das Verkörpern einer Rolle besteht in der Annahme einer bestimmten Persönlichkeit. Diese setzt sich zusammen aus den konkret gesteckten Zielen, einem charakteristischen Verhalten, zu ergreifenden Tätigkeiten und zu vermeidenden Situationen. Nach diesem Prinzip funktioniert die Welt, sowohl bezüglich der Familie als auch im Kontext einer Organisation, in der jeder weiß, welche Aufgaben er zu erledigen und was er zu tun hat.

Jedes Mitglied einer Organisation bedient sich einer individuellen Sprache, nämlich der Sprache seiner Bedürfnisse, und einer kollektiven Sprache, angepasst an die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinschaft.

Sobald jemand nicht die angemessene Rolle spielt, hört die Organisation auf zu funktionieren. Ein Beispiel für derartige weiblich-männliche Beziehungsstörungen wäre eine Situation, in der sie ihren Mann zu bemuttern beginnt und er wiederum für sie zum Sohn werden muss. Zwischen ihnen ausgemacht war aber eine Partnerschaft, basierend auf der Relation Ehemann–Ehefrau. Sofern die Mutter eine kompetente Mutter für ihr eigentliches Kind ist, wird sie ganz hoffnungslos und dysfunktional sein, wenn sie in Konkurrenz zu ihrer Schwiegermutter tritt, denn keine erwachsene Frau wird imstande sein, ihren Mann so zu lieben, wie seine eigene Mutter es tut.

Im Kontext einer Firma wäre das eine Situation, in der z. B. ein Chef aufhört Chef zu sein und anfängt zu bevatern. In diesem Moment rutschen alle Mitarbeiter unbewusst in die Rolle von Kindern. Kinder denken dann nicht mehr wie Erwachsene, handeln nicht wie Erwachsene und bleiben in ihren Ergebnissen hinter den Möglichkeiten erwachsener Angestellter zurück. Dies generiert viele Probleme, die systemischen Charakter haben und überhaupt nicht mit den Individuen verbunden sind. Ein weltweites Problem, das in vielen Kontexten auftaucht, ist Kommunikationsmangel.

Die Menschen kommunizieren miteinander nicht auf die richtige Weise, es kommt zur Störung unterschiedlicher Botschaften, Befehle, Anweisungen oder Bitten, wodurch zwischen ihnen eine Kommunikation wie bei der stillen Post eintritt. Einer sagt etwas zum anderen, ein Dritter verarbeitet es, und im Endeffekt entsteht eine entstellte Mitteilung, von der man nicht weiß, worum es darin geht.

Ein Beispiel wäre, wenn ein Chef zum Angestellten sagt: ‚Sei effektiv!‘ Wenn ich sage: ‚Schließ die Augen!‘ oder ‚Hebe die Hand!‘, dann wissen Sie, wie diese Anweisung auszuführen ist, denn sie ist eindeutig und exakt. Wenn ich aber jemandem sage: ‚Sei!‘, dann wird er nicht in der Lage sein, dem Verb ‚sein‘ einen Sinn zu entnehmen, weil es so vieldeutig ist, dass niemand weiß, worum es geht. Nach demselben Prinzip sagen Eltern ihren Kindern: ‚Sei artig!‘ Und keiner weiß, worum es geht, weil niemand den Sinn daraus entnehmen kann. Am Tag bekommt ein Angestellter von seinem Chef eine Menge unpräziser, mehrdeutiger Mitteilungen. Eine solche Kommunikation wird nie funktionieren.“
Warum haben einige Erfolg, andere nicht?

„Weil sie anders denken. Ein Erfolgsrezept war noch nie so leicht zu haben wie heutzutage. Wir haben bewährte Modelle, die nur zu wiederholen sind. Die Menschen wissen nicht, was ein Erfolg ist, wie er funktioniert, weil er immer noch nicht zum sog. Mainstream gehört.

Vor einiger Zeit wurde Fitness in hohem Maße populär gemacht, deswegen trainieren die Polen wie wild. Vor 25 Jahren waren nur 25 % der Gesellschaft sportlich aktiv, vor 15 Jahren schon 50 %, und heutzutage trainieren nur 25 % gar nicht (wir sprechen von verschiedenen Sportarten, nicht nur Training im Fitnessstudio). Deswegen haben die meisten angefangen Sport zu treiben. Das ist zu einem Trend geworden. Ähnlich wie Coaching zum Mainstream wird. Es reicht nicht, jemandem zu sagen: ‚Du sollst erfolgreich sein‘, das klingt abstrakt und ungenau.“

Liegt das Problem darin, dass die Menschen sich nicht bewusst machen, was Erfolg ist, oder darin, dass sie nicht die Herausforderungen annehmen und um ihr Leben kämpfen? Ist der Erfolg in Wahrheit zum Greifen nah?

„Erstens haben sie keine Ahnung, dass Erfolg eine bewusst erreichbare Folge ganz bestimmter Tätigkeiten ist. Sie sind sich darüber nicht im Klaren, weil er in der öffentlichen Bildung nicht vorkommt. Wir lernen zwar Wehrkunde, aber nicht, wie man Geld verdient.

Die Leute vergessen 90 % des in der Schule erworbenen Wissens und enden in dem einen oder anderen Hamsterrad – sie stecken in Systemen, die nicht von ihnen gemacht sind, und spielen Rollen, zu denen sie nicht einmal Lust haben. Zweitens hören die Menschen, weil ihnen kein Erfolg winkt, auf zu lernen. Sie sind nicht bewusst, dass das wie beim Sprachenlernen ist.

Man muss lernen, in den Kategorien des Erfolgs zu denken, und dann entsprechende Maßnahmen ergreifen. Wie ich schon sagte, die Rezepte sind da, sie sind wiederholbar und überprüfbar.

In Polen haben wir über hunderttausend Millionäre, Menschen, die über die Stufe hinaus sind, viel Geld zu haben. Diese Menschen können wiederholbare Modelle geben, wie man das anstellt. Ich spreche nicht von der amerikanischen Gesellschaft, in der es 4,3 % Millionäre gibt, oder der Gesellschaft der Schweiz, wo es sogar 9,5 % sind. Ich spreche von einer kleineren, der polnischen Gesellschaft, die jetzt gut zwanzig Jahre der Möglichkeit zur verantwortlichen und bewussten Selbstverwirklichung hinter sich hat. Als Gesellschaft sind wir Polen jung und dumm. Wir hatten als Bevölkerung unglaublich viel nachzuholen, weil wir nach zweihundert Jahren Besatzungen, Kommunismus und Teilungen erst jetzt zu lernen beginnen, dass Erfolg etwas Reales ist.

Der Artikel erschien im Magazin „Benefit“.

10 Dinge, die Sie über die Generation Y wissen müssen

Wenn Sie wissen möchten, woher ihre überzogenen Erwartungen kommen, warum sie so oft die Arbeit wechseln und womit sie die größten Probleme haben, finden Sie unten eine psychologisch-soziologische Analyse von Vertretern dieser Generation. Lesen Sie sie aufmerksam – diese Menschen sind Ihre potenziellen Kunden, Mitarbeiter und bald vielleicht auch Chefs!

Ein Enigma-Code? Nein! Es ist die Bezeichnung der Milleniumsgeneration, der nach 1980 und vor dem Jahr 2000 Geborenen. Sie sind die Nachfolger der Generation X und Wegbereiter der Generation F (Facebook-Generation, also der heutigen, in den Tagen der sozialen Medien geborenen Jugend). Jede Generation hat bestimmte archetypische und einzigartige Merkmale, durch die sie sich von früheren Generationen unterscheidet, was einen offenen Konflikt (von Interessen, Werten, Überzeugungen) hervorruft.

Ich bin einzigartig

Der Kommunismus vernichtete die Individualität und konzentrierte sich auf die Förderung des Kollektivs. Der Kapitalismus investiert grundsätzlich in Individuen und ermuntert sie, sich selbst zu kreieren. Die nach dem Systemwechsel herangewachsene Generation Y bekam deutlich vermittelt: Du bist wichtig, Du bist am wichtigsten, Du bist deine beste Investition. Es ist konstruktiv, an sich selbst zu glauben, aber die Kehrseite der Medaille sind Narzissmus und Selbstüberschätzung. Die Y-er sind also die Besten, aber unbescheiden.

Future Junkie

Wörtlich übersetzt: „Zukunftssüchtiger“. Die Generation Y investiert in das, was man ändern kann: die Zukunft. Vergessen Sie getrost Traditionen, Patriotismus in Form von Veteranentreffen, Beschimpfungen als Kommunisten oder Liebe zur Poesie. Diese Generation ist dynamisch, technologisch, zukunftsorientiert. Von Politikern, die über die Vergangenheit sprechen, wird sie gar nicht erreicht.

Es geht um Glück

Y-er wollen Gleichgewicht und Erfüllung. Glück verstehen sie qualitativ, es geht also nicht ums „Haben“, sondern vielmehr ums „Sein“. Sie flüchten nicht vor der Armut wie ihre Eltern. Sie haben keinen Minderwertigkeitskomplex und brauchen nichts durch materielle Güter zu beweisen. Sie brauchen nicht Auto oder Fernseher, um sich vor den Nachbarn hervorzutun und sich von der Masse abzuheben. Gerne tauschen sie Überstunden gegen ein Bier mit Freunden ein.

Wir spielen als Mannschaft

Oje! Wehe den Arbeitgebern, die der Methode von Zuckerbrot und Peitsche zugetan sind. Y-er suchen die Partnerschaft und fühlen sich nicht wohl bei einer monotonen Arbeit, weil sie es ihnen nicht erlaubt, den Hauptwert dieser Generation zu erzeugen: Selbstverwirklichung. Sie suchen einen Platz zum Glänzen, zum Sichentdecken, zur Kompetenzerweiterung. Eine flache Hierarchie am Arbeitsplatz (wir alle sind gleich, auch wenn wir verschiedenes tun) interessiert sie mehr als der strukturelle Mechanismus zwischen Chef und Untergebenen. Die Autorität des Chefs hängt nicht von seiner Stelle ab, sondern von seinen Persönlichkeitsmerkmalen und Kompetenzen.

Lässigkeit

Gleichgeschlechtliche Ehen? Logo! Legalisierung von Haschisch? Höchste Zeit! Scheidung per E-Mail? Vereinfacht die Sache! Sterbehilfe? Jeder darf über sich selbst bestimmen! Die Millenniumsgeneration hat eine neoliberale Einstellung zu Politik, Kultur und Wirtschaft. Sie meidet den Konservatismus. Sie sind weltoffener, sehen die Welt als globales Dorf und verbünden sich eher mit der Konzeption des Planeten als Ganzes denn mit Nationalstaaten. In dieser Welt verführen Frauen aktiv die Männer, und Männer schämen sich nicht ihrer Feinfühligkeit.

Peter Pan, ewige Prinzessin

Die Y-er wollen nicht erwachsen werden. Sie haben nichts dagegen, auch nach Jahren noch bei den Eltern zu wohnen. Erwachsensein ist für sie keine Frage des Alters, sondern ein Synonym für Reife, also Charaktermerkmale und Fähigkeiten. Sie sind abgestoßen von den Fehlern ihrer Mütter, die gleich nach der Hochzeit die Arbeit aufgaben und anfingen, Kinder zur Welt zu bringen. Sie wollen nicht wie ihre Väter enden, die ohne Privatleben gestresst von morgens bis abends arbeiten. In geringerem Maße als die Vertreter der Generation X richten sie sich nach dem Prinzip „das gehört sich nicht!“.

Der Artikel erschien im Magazin „Benefit“.

Lifehacking

Vor Jahrzehnten hat niemand an so etwas wie das Modellieren des Erfolgs gedacht – das Erzeugen von duplizierbaren Mustern, die zu wiederholbaren Effekten führen. Als dann die kognitive Psychologie die Kommunikationswerkzeuge vereinfacht und verbreitet hat, sind immer bessere Modelle entstanden, die zum Lösen bestimmter Problemen dienen.
Sie haben ein Beziehungsproblem? Reden Sie mit Ihrem Partner folgendermaßen: sagen Sie, welche Gefühle Sie haben, greifen Sie ihn nicht an, beschuldigen Sie ihn nicht, verallgemeinern Sie nicht, sondern beziehen Sie sich auf ein konkretes Verhalten in einer konkrete Situation. Sie möchten im Leben erfolgreich sein? Arbeiten Sie viel, tun Sie es mit Leidenschaft und konsequent, legen Sie die Messlatte höher und seien Sie entschlossen. Wer das gesagt hat? Tausende, die im Berufsleben Welterfolge erzielt haben und von Psychologen untersucht worden sind.

Modellieren

Jede Fähigkeit basiert auf einer bestimmten Struktur. Diese Struktur hat bestimmte Bestandteile, die eine Sequenz bilden, die wiederholbare Ergebnisse zeitigt. Wenn das Modell richtig funktioniert, kann es nicht nur wiederholt werden, mit immer den gleichen Ergebnissen, sondern auch dupliziert – es lässt sich anderen vermitteln.
So funktioniert jede gute Franchise – es wird ein intelligentes Modell erzeugt, und der Erfolg einer Unternehmung basiert auf der Strategie, nicht auf dem individuellen (also unwiederholbaren) Erfolg einer Einzelperson. Ein Modell kann eine Restaurant-Franchise oder das Backen von Pfannkuchen sein, oder auch Schwimmen oder das Sprechen einer Fremdsprache – jedes Mal muss man wissen, was zu lernen ist (Wörter, Grammatik, Aussprache) und in welcher Reihenfolge.

Neue Möglichkeiten

Und was ist mit dem Erfolg im Leben? Mit einer glücklichen Beziehung, die auf reifer Kommunikation und Liebe basiert? Mit dem Traum, Millionär oder Inhaber einer rentablen Firma zu werden? Mit der Entwicklung eines Startups zu einem großen Unternehmen? Was vor einer Dekade noch als Quäntchen Glück, Zufall oder Begabung bezeichnet wurde, fungiert heute innerhalb der messbaren und wiederholbaren Form von Modellen, die bewährt und umsetzbar sind.
Die Psychologie, die emotionale, intellektuelle und Verhaltensprozesse beschreibt, ist in Verbindung mit den Fachkenntnissen von bewanderten Praktikern und leicht verständlich aufbereitet zum so genannten Lifehacking geworden, derzeit einer der wichtigsten Methodologie- und Bildungstrends der Welt.

Lifehacking

Lifehacking ist, kurz gesagt, ein Modell, das beschreibt, wie ein gewünschtes Lebensziel zu erreichen ist. Dieses Modell besteht aus entsprechenden Schritten, die – bei Umsetzung – das gewünschte Resultat bringen. Es ist keine Sammlung von philosophischen Theorien oder Vermutungen, sondern die Beschreibung einer bereits existierenden Wirklichkeit. Daher ist es per definitionem wirksam. Wie wird so ein Modell gemacht?

Nehmen wir an, ein Lifehacker (die Person, die das Modell konstruiert) hat Dutzende von echten Geschichten gelesen von Leuten, die sich haben scheiden lassen. Jeder hat aufgeschrieben, was er dabei richtig gemacht und welche Fehler er gemacht hat. Der Lifehacker bemerkt, dass es in diesen Geschichten zehn wiederkehrende Muster gibt (z. B. Besprechung der Scheidungsbedingungen unter vier Augen, ohne Beratung mit Familie oder Freunden), die er zu einem Modell aufbereitet und veröffentlicht als „zehn Techniken, um eine Scheidung einfacher und schneller zu vollziehen“.

Das Modell funktioniert deswegen, weil jede Erfahrung wiederkehrenden Mustern folgt. Entscheidend ist, diese herauszufinden und marktkonform darzustellen.
Life, bio, business, kitchen

In letzten Jahren ist das Hacking des Lebens so populär geworden, dass auch andere Gebiete dazugekommen sind, die sonst den Experten vorbehalten waren. Wie sich zeigt, lassen sich mit viel geringerem Arbeitsaufwand (man braucht nicht anderer Fehler zu wiederholen) auch in anderen Lebenszusammenhängen gute Ergebnisse erzielen.
Sie möchten kürzer schlafen? Dann suchen sie Biohacking, das Modelle dafür entwickelt, wie man einen gesünderen Körper bekommt, mehr Vitalität, und gleichzeitig weniger schläft. Sie wollen den Richtigen einstellen? Dann suchen Sie Businesshacking, also Modelle, die von Geschäftsleuten entwickelt wurden, die in ihrer Karriere schon tausende Menschen eingestellt haben. Sie möchten eine gute Suppe kochen? Dann hilft Ihnen Kitchenhacking mit einem von tausenden Internetkanälen, wo Köche ihre Erfahrungen austauschen. Da die Informationen so einfach verfügbar sind, kann jeder alles lernen.

Die Zukunft des Lernens?

Sie denken: so einfach kann es nicht sein. Ich will ein Unternehmen gründen und lese einen einzigen Artikel? Nein. Sie lesen tausende Artikel. Aber die Artikel sind die richtigen, sind bewährt, stammen von erfahrenen Praktikern. Sie setzen das Wissen um und steigern die Qualität dessen, was Sie tun. Lifehacking ist eine neue, außerschulische Art des Lernens – die Anwendung funktionierender Modelle von Menschen, die im jeweiligen Bereich erfolgreich sind.

Jeder ist Lehrer, aber nicht jeder kann sein Potenzial anderen vermitteln, denn ihm fehlt das spezifische Wissen namens Modellieren. Darin gibt es weder überflüssige Theorie noch Technizismen oder eine Form, die den Inhalt verstellt. Es ist einfach zu lernen, und die Vermittlungsform passt zu den kognitiven und pädagogischen Trends der Gegenwart. Es ist universell und zeitlos. Es eröffnet sowohl dem Lernenden viele Möglichkeiten als auch dem Lehrer, der die Modelle entwickelt und dann auf den Markt bringen kann. Man braucht nur die eigenen Erfahrungen leicht verständlich aufbereiten zu können.

Der Artikel erschien im Magazin „Benefit“

Helfen Sie dem Sport so, wie der Sport Ihnen hilft

Wenn die Spieler der Auswahlmannschaft den Rasen betreten, kommt in Brasilien alles zum Erliegen. Auf den Tag für Tag fürchterlich verstopften Straßen bewegt sich kein Auto. Die Gehsteige, auf denen tausend Menschen pro Stunde vorübereilen, sind leer. Bars und Restaurants sind bis auf den letzten Stehplatz überfüllt. Die Kellner wenden keinen Blick vom Fernsehbildschirm und vergessen ihre Arbeit, doch niemand wirft ihnen das vor. Schließlich ist heute ein Fußballspiel. Und wenn ein Spiel ist, dann hat es keine Bedeutung mehr, dass neben einem Millionär mit goldener Uhr am Handgelenk ein Bettler steht, der von der Hand in den Mund lebt. Dass gleich neben einer Oma mit ihrer Enkelschar sich ein attraktives Modell sexy zu den Sambarhythmen aus den Vuvuzelas bewegt, in Shorts, die nur so tun, als verdeckten sie etwas. Sie ist schwarz, jene sind weiß, und ein Stück weiter jubeln noch lauter die zahlreich hier lebenden Brasilianer japanischer Abstammung. Heutzutage ist es unwichtig, wie alt man ist, welche Hautfarbe man hat, ob man in Favelas ohne Strom und mit der Gosse neben dem Haus oder in einem Luxusappartement wohnt. Heute ist ein Spiel, und alle in Brasilien sind gleich. Dem Fußball gelingt etwas, was kein Politiker oder Star je geschafft hat – das Land zu vereinigen und zumindest für einen Augenblick die riesigen gesellschaftlichen Unterschiede auszugleichen. Der Sport vereint die Menschen.

Zur gleichen Zeit geht viele tausend Kilometer weiter nördlich, in einem kleinen, amerikanischen Städtchen eine attraktive 25-jährige zur Arbeit. Sie ist selbstbewusst, erfüllt und lächelt unentwegt beim Gedanken an das gestrige Date mit ihrem neuen Freund. Unterwegs geht sie ins Café und sieht aus dem Augenwinkel eine beleibte Frau in ihrem Alter Kleingebäck mampfen. Sie erinnert sich daran, dass sie noch vor einem Jahr genauso aussah. Vor schwierigen Emotionen suchte sie Zuflucht in ungesundem Essen, war böse auf sich, dass sie nicht dort arbeitete, wo sie wollte, und nichts unternahm. An Männern hatte sie kein Interesse und war sich sicher, dass keiner sie will. Alles in ihrem Leben änderte sich, als eine Freundin sie nach langem Zureden zum gemeinsamen Laufen überredete. Zwischen der ersten und zweiten Atemnot sah sie im Sport eine Chance zu Selbstbewusstsein, Freude und Leidenschaft. Woche um Woche trainierte sie intensiver, und mit jedem verlorenen Pfund kam ihr Selbstwertgefühl zurück. Sie fand eine bessere Arbeitsstelle. Sie entschloss sich zu einer Beziehung. Sie ist attraktiv und glücklich. Sport baut das Selbstbewusstsein auf.

Der Schüler aus der Slowakei hatte es nicht leicht in der Mittelstufe – die älteren Kameraden machten Witze über ihn, und die Lehrer griffen nicht ein. Die albernen Sticheleien verwandelten sich mit der Zeit in Handgreiflichkeiten, und als der Junge mit einem blauen Auge nach Hause kam, beschloss der Vater, ihn zum Karate anzumelden. Anfangs tat der Junge sich schwer, doch nach ein paar Malen änderte sich seine Haltung deutlich. Er ging aufrecht, sah konzentriert vor sich. Nach einigen Monaten verbesserte er seine Leistungen in der Schule, und wenn er wieder von gehässigen Kindern belästigt wurde, zeigte er ihnen sehr klar, dass die Spielregeln sich geändert hatten. Er war mutiger und nach einem Jahr regelmäßigen Trainings auch emotional reifer als seine Altersgenossen. Er wurde für sie zu einem Anführer, denn selbstbeherrscht, in sich ruhend und zielstrebig wie er war, war er seinen Kameraden ein Vorbild. Das Karate hatte ihn verändert, und nach Jahren war er zu einem selbstbewussten Anführer herangewachsen. Sport bildet den Charakter.

Als die brasilianischen Volleyballspieler weitere Punkte machten, den Weiß-Roten während des entscheidenden Satzes gefährlich dicht auf den Fersen, riss es die polnischen Fans vor Nervosität von ihren Sitzen. Waren sie so weit gekommen und sollten jetzt verlieren? Jeder Punkt ist Gold wert, wortwörtlich und im übertragenen Sinne! Bis es endlich so weit ist! Geschafft, wir sind die Besten auf der Welt! Die Polen auf den Tribünen sind wie verrückt. In dieser Nacht schlafen nicht viele von ihnen. Sie lassen jeden Spielzug Revue passieren, und die Gladiatoren nehmen heute in ihrer Fantasien die für die nationalen Helden reservierten Plätze ein. In einer Nation, die 200 Jahre lang ums Überleben gekämpft hat, der ein stärkerer Nachbar mitsamt dem Kommunismus Komplexe, mangelndes Vertrauen und fehlende Hoffnung bescherte, spielen Erfolge eine ganz wesentliche Rolle. Sie fördern den Nationalstolz, und der schleicht sich den Durchschnittspolen ins Herz und redet ihnen zu, Erfolge auch bei der Arbeit, in der Selbstentwicklung, beim Bewältigen von Lebensproblemen zu erreichen. Durch den Sport kann man darauf stolz sein, der zu sein, der man ist.

Sport vereint. Der Sport stärkt das Selbstwertgefühl einzelner und ganzer Nationen. Sport bildet den Charakter, lehrt Disziplin und Zielstrebigkeit. Er löst Konflikte zwischen Rassen und Nationen. Er verbindet die Menschen. Sport macht Schwächere stark und Beschämte stolz.

Sport bildet. Sport stärkt. Sport verbindet.

Der Artikel erschien auf der Internetseite www.kulturaisport.com.

Weiche Fähigkeiten können Sie üben wie Fahrradfahren

Sie sind der Persönlichkeitstrainer mit dem höchsten Wiedererkennungswert in Polen, das bestätigt allein die Zahl Ihrer Fans auf Facebook, die schon über 133 000 beträgt. Sie unterrichten in mehreren Sprachen und Ländern, u. a. in Brasilien, und haben sieben Bücher geschrieben. Wie sah Ihr Weg an die Spitze aus?

Mateusz Grzesiak: „Lang, gewunden, gesäumt von Niederlagen und Erfolgen, Freud und Leid. Das ist die emotionale Beschreibung. Die sachliche beinhaltet 10 Punkte, die für mich auf den Weg zu Glück und Erfolg notwendig waren.

1. Naivität – ich habe mir vor über zehn Jahren in den Kopf gesetzt, der beste Trainer und Coach der Welt zu werden. Dieser Traum hat mich die ganze Zeit motiviert.

2. Scheißegal-Haltung – es vergeht kein Tag, ohne dass ich im Internet Hasskommentare, Beschimpfungen und Beleidigungen erhalte. Das geht schon viele Jahre so. Wenn sie mich hassen, mache ich einfach weiter.

3. Höherlegen der Messlatte – bei einem Auftritt in Mexiko habe ich auf Spanisch geradebrecht, und in Brasilien hatte ich erst wenige Stunden Portugiesisch gelernt. In Brasilien habe ich eine Entführung erlebt. Ich habe für die Liebe zu einer Frau alles aufgegeben. Ich habe eine schwere Herzerkrankung überwunden, trotz der schlechten Prognosen. Ich habe über 30 Kilo abgenommen. Ich habe immer schwierigere Aufträge.

4. Mannschaft – seit vielen Jahren habe ich dieselben Mitarbeiter und suche ständig neue Hilfskräfte.

5. Wahrhaftigkeit – gleich gehe ich mit meiner Familie in Paris Fondue essen.

6. Steigerung der Kompetenzen – mindestens einen Monat pro Jahr bilde ich mich selber fort.

7. Konzentration – ich arbeite nur als Coach und Trainer.

8. Vielfalt – in meinem Leben war ich in über 120 Ländern. Ich kenne 8 Sprachen. Ich habe in gut einem Dutzend Kulturen gearbeitet. Ich habe 3 unterschiedliche Studiengänge abgeschlossen, sowohl in Polen als auch im Ausland.

9. Altruismus – die Hälfte meiner Arbeit wird nicht bezahlt. Ein Beispiel dafür sind die sozialen Medien, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Zusammenarbeit mit Stiftungen.

10. Misserfolge – eine ganze Menge, z. B. der Verlust fast meines ganzen Geldes, das ich damals hatte, wegen einer falschen Investition.“
Warum sind gerade diese 10 Punkt so wichtig, um im Geschäft erfolgreich zu sein?

„Wenn Sie über sich selbst oder ihre Umgebung hinauswachsen wollen, müssen Sie ein naiver Träumer sein, denn nur dies lässt Sie weiter vorwärts streben und konsequent arbeiten. Diese Naivität wird ganz einfach nach einiger Zeit zur Realität.

Die Scheißegal-Haltung, also die Fähigkeit, sich nichts aus der Beschränktheit anderer zu machen, ist wichtig, weil die meisten Menschen aus Furcht nicht hoch hinaus träumen und so das eigene Potenzial nicht ausschöpfen. Dadurch werden sie frustriert und unzufrieden mit dem Leben, was sie nur durch Arbeit bewältigen können oder dadurch, dass sie andere auf ihr eigenes Niveau herabziehen. Die meisten wählen letzteres, deswegen haben die meisten nicht das, was sie gern hätten. An bellenden Hunden muss man vorbeigehen können.
Man soll ständig die Messlatte höher legen, denn wer denkt, dass es einfach wird, hat schon vor dem Start verloren. Wenn Sie etwas erreichen möchten, was Sie oder andere noch nicht erreicht haben, dann müssen Sie immer schwierigere Dinge auf sich nehmen.

Großes erreichen Sie nicht allein, Sie brauchen die Unterstützung anderer. Lernen Sie Beziehungen aufbauen, ein Team versammeln und leiten. Finden Sie Menschen, die Ihnen helfen, Ihr Ziel zu erreichen.

Wenn Sie nicht eine einzige Person haben, bei der Sie nicht irgend jemand sein müssen, werden Sie verlieren. Sie brauchen die Unterstützung von jemandem, der Sie liebt und es gut mit Ihnen meint. Je höher Sie stehen, desto mehr Menschen idealisieren Sie (falsche Bewunderung, die das Ego stärkt) und kritisieren Sie (beneiden Sie und möchten Sie auf ihr Niveau herabziehen, weil Sie sie an ihr unausgeschöpftes Potenzial erinnern). Sie brauchen neben sich Menschen, die Ihnen die Wahrheit sagen.
Jeder Meister hat das Problem des beruflichen Narzissmus, d. h. er erreicht eine Höchstgrenze, ab der er sich nicht mehr zu bemühen braucht. Wer nicht fortwährend lernt, stürzt ab. Wer meint, er sei der Beste, stürzt schon bald ab.

Sie können nicht in allem der Beste sein, also wählen Sie eine Sache aus, in der Sie glänzen möchten. Delegieren Sie den ganzen Rest oder lassen Sie ihn bleiben. Befassen Sie sich nicht mit Kleinkram, das verschwendet Zeit, die Sie zum Lernen und Arbeiten nutzen können.

Sie müssen unterschiedliche Dinge tun, verschiedene Speisen essen, neue Länder besuchen, neue Menschen kennenlernen, damit Sie ständig angeregt werden, die Welt anders zu betrachten. Sich auf die eigenen Menschen, Familie, Nation, Ausbildung und Beruf zurückzuziehen, führt zu einem Mangel an Toleranz und einem ‚Betonverstand‘.
Sie müssen daran denken, wie Sie anderen helfen und die Welt verändern. Egozentrik bringt Ihnen keine Kunden, an sich selbst zu denken, interessiert niemanden außer Ihnen. Je mehr Sie sich auf die anderen konzentrieren, desto mehr werden sie Sie unterstützen.

Sie werden verlieren, hinfallen, in den Hintern getreten werden. Akzeptieren Sie das und machen Sie weiter. Es gibt keine Möglichkeit, dass Ihnen immer alles gelingt, also schenken Sie sich das gleich. Lernen Sie einfach aus Ihren Fehlern.“

Unterscheidet sich Ihr Weg an die Spitze irgendwie von dem, den die anderen Unternehmer gehen müssen?

„Nein, denn obwohl es verschiedene Rezepte für Sauerkraut gibt, sind sie im Kern immer gleich: man braucht Kohl. Der Weg ist ähnlich: einen Traum haben, zielstrebig und  ausdauernd arbeiten, Probleme überwinden und Ziele erreichen. Auch für Misserfolg gibt es ein Rezept: kein Feedback annehmen, anderen die Schuld am eigenen Scheitern geben, sich seiner Angst nicht stellen, nicht planen, das Gleichgewicht im Leben vernachlässigen, Egozentriker sein statt sich auf Weltveränderung einzustellen, sich von der Beschränktheit anderer berühren lassen.“

Was haben also die erfolgreichen Geschäftsleute gemeinsam?

„Sie denken global. Sie denken daran, wie man anderen hilft und die lokale Gesellschaft, das Land, die Welt verändert. Sie handeln organisch und langfristig, nicht spekulativ. Sie suchen nicht die blitzschnelle Gratifikation. Sie besitzen ausgeprägte weiche Kompetenzen und entwickeln sie weiter. Sie wissen, dass sie Misserfolge haben werden, und haben keine Angst davor. Sie legen sich die Messlatte am höchsten und vergleichen sich mit den Besten, während Durchschnittsmenschen sich ihrer Träume schämen. Sie umgeben sich mit Experten verschiedener Gebiete und geben Geld dafür aus. Jeder dieser hervorragenden Unternehmer engagiert die Besten zur Zusammenarbeit und gewinnt sie mit Vision, Elan und Geld.“
Die Welt zu verändern ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, und ein internationales Geschäft aufzuziehen ist auch eine große Verantwortung. Worauf sollten Unternehmer vorbereitet sein, die daran denken, ihre Firma auf den globalen Märkten zu entwickeln?

„Auf Kommunikationsstörungen durch interkulturelle Unterschiede. Auf eine andere Art der Konkurrenz mit den großen Spielern und die Notwendigkeit, sich auf einem größeren Markt zu behaupten. Auf ein Gleichgewicht von Privatleben und Beruf, denn der Erfolg kann einem zu Kopf steigen, sollte einem aber nicht schaden. Auf einen Kampf gegen das polnische Minderwertigkeitsgefühl und die Furcht, die einem Durchschnittlichkeit verordnet. Auf die Versuchung, aus Polen ins ‚Gelobte Land‘ zu gehen, das nur eine Illusion ist.“
Wie wird man zu einem Geschäftsmann wie jene, die Sie hervorragend nannten?

„Indem man ihr Verhalten modelliert, also dasselbe tut wie sie, und sich bemüht, das noch zu verbessern. Indem man laufend die technologischen und mentalen Welttrends beobachtet und dies im Zusammenhang mit seiner eigenen Tätigkeit berücksichtigt.“

Sie als Coach nutzen auch Instrumente der Persönlichkeitsentwicklung, die Sie an die Spitze der weltbesten Trainer gebracht haben. Welche Techniken der Persönlichkeitsentwicklung, die Sie im Alltag anwenden, können Sie anderen Unternehmern empfehlen?

„Das erste, was ich mache, ist eine Visualisierung, um das Ziel, das ich erreichen möchte, und die Wege dorthin genau zu veranschaulichen. Ich stelle mir auch Coachingfragen zur Potenzialisierung dessen, was ich tue. Eine weitere Technik ist Feedback, also ein systematisches Ziehen von Schlussfolgerungen. Ich achte auf eine präzise Kommunikation, um den Angestellten auf verständliche Weise Anweisungen zu erteilen, und auf ein Motivationssystem, durch das wir Lust zum Handeln haben. Dasselbe kann ich anderen Unternehmern empfehlen.“

Auf welches destruktive Verhalten sollten Unternehmensgründer verzichten?

„Ganz sicher auf Motivation durch Furcht, z. B. Anschreien, und durch Bestrafen, denn die besten Menschen haben Selbstachtung und geben dann die Stelle auf. Man sollte Monotonie ausschließen, also ewig dasselbe zu tun, andernfalls werden die Mitarbeiter ausgebrannt. Negativ beeinflusst wird die Entwicklung des Geschäfts auch, wenn man sich auf seinen Lorbeeren ausruht, wodurch man leicht abstürzen kann oder es gar nicht erst nach oben schafft. Unternehmer sollten auch auf eine krankhafte Arbeitsmenge verzichten, denn dann machen sie sich die Freizeit oder die Zeit mit der Familie kaputt und werden unglücklich.“

Welche weichen Fähigkeiten sollten sie erwerben, um erfolgreich eine Firma zu führen?

„Zu Anfang soll man sich um die emotionale Intelligenz kümmern, die aus mehreren Elementen besteht. Das erste ist Selbstbewusstsein, also das Erkennen und Verstehen der Emotionen sowie der Verhaltensweisen. Wenn wir wissen, welche Emotionen uns begleiten, können wir sie kontrollieren. Das nennt man Selbstkontrolle, d. h. emotionale Zustände und ihre Intensität werden so verändert, dass sie adäquat sind.  Eine wichtige Fähigkeit ist Motivierung, d. h. seine Emotionen so zu managen, dass man sich in die Pflicht nimmt, sich Handlungen vorzunehmen, zu beginnen und konsequent umzusetzen. Ein weiterer Aspekt ist die Fähigkeit, sich in die Lage anderer zu versetzen, also Empathie, mit der wir die Emotionen anderer erkennen und entsprechend auf sie reagieren können. Auf diese Weise werden wir auch Beziehungen managen. Eine wesentliche Rolle spielt zudem Coaching, mit dessen Hilfe wir präzise kommunizieren und die Tätigkeiten verbessern können. Weitere Fähigkeiten, die man sich aneignen sollte, sind z. B. Verkaufen, ohne das wir unser Potenzial vernichten, indem wir es der Welt nicht anbieten, und unsere Qualitäten nicht vorzeigen; Marketing, weil man mit Fähigkeiten, aber ohne Marketing nichts verkauft; Aufbauen von Beziehungen, ohne die im Business nichts läuft; Zeiteinteilen, um Prozesse zu verwalten und das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu halten; Erfolgspsychologie, um sich selbst und das Team motivieren zu können; Menschenführung, damit man nicht alles selber macht.“

Welche davon sind am wichtigsten?

„Alle sind unentbehrlich. Ohne emotionale Intelligenz motivieren Sie weder sich selbst noch das Team. Ohne Coaching wiederholen Sie immer die gleichen Fehler. Wenn Sie keine Beziehungen aufbauen, wird die Konkurrenz Ihnen schaden, oder Sie erreichen die Grenze Ihrer Möglichkeiten. Ohne Planung werden Sie morgens nicht aufstehen, Probleme nicht voraussehen und sich vor ihnen nicht schützen können. So etwas wie einen überflüssigen Körperteil gibt es nicht, und zu wählen, ob man sich die Hand oder das Bein abhackt, ist unabhängig vom Ergebnis falsch.“

Wie kann man diese Fähigkeiten üben?

„Wie Fahrradfahren, indem man sie praktisch umsetzt. Zuerst sollte man sie sich bewusst machen, dann jemanden finden, der uns als Modell einen Bezugspunkt gibt und zum Vorbild wird, und anschließend sie selbständig üben. Unter den Augen eines Experten wird das ungleich schneller gehen. Heute gibt es eine ganze Palette von Ausbildern, die diese Fähigkeiten anbieten, denn weiche Bildung ist in Polen – endlich – so geschätzt und anerkannt, dass ohne sie nichts geht.“

Der Artikel erschien auf der Internetseite www.mamstartup.pl.

Geschichte schreiben

Das konnte kein einfaches Gespräch werden. Weil ich ihm nicht glaubte. Ich glaubte nicht an Coaching und daran, dass es irgendwas im Leben anderer Menschen ändern kann. Ich kam, um zu kämpfen. Um mit den Mythen aufzuräumen. Vielleicht sogar um zu spotten. Aber… jetzt sind wir Freunde.

Ich habe gelesen, was Sie schreiben, Ich verstehe nicht, wie man so unterschiedliche Menschen dazu motivieren kann, so entlegene Ziele zu erreichen wie das Lernen einer Fremdsprache in ein paar Tagen und Erfolg im Geschäft, im persönlichen oder Familienleben. Das erscheint mir unbegreiflich. Ich verstehe es nicht.
Mateusz Grzesiak: „Das müssen Sie nicht. Sie stammen aus Polen, Ihre Skepsis ist vollkommen verständlich.“

Ihr Beruf ist seit einigen Jahrzehnten populär, etwa in den Staaten. Er hat eine lange Tradition, die Prediger erzählen seit Jahren von Gott, wenn sie zu den Menschenmassen sprechen. Wir kommen aus einer anderen Tradition: der katholischen und protestantischen. Weder die einen noch die anderen sind es gewohnt, dass solche Leute wie Sie vor Tausenden von Menschen stehen, um ihr Leben zu ändern.

„Wenn Sie Religion mit dem Geschäft verbinden, wird es schwierig. Ich spreche nicht über Gott und ich bin kein Prediger. Ich spreche über Emotionen und benutze dabei konkretes psychologisches Wissen, wie das bei Trainern und Coaches der Fall ist. Jedes Produkt, das einen Kunden findet, basiert direkt auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Wenn jemand etwas hören möchte, dann kommt einer, der es ihm erzählt. Wenn wir überlegen würden, warum das vor gut zehn Jahren in Polen aufkam…“

…wir gehörten auf einmal zu den Ländern des freien Marktes und der Demokratie. Vorher hat die Partei den Menschen gesagt, wie sie leben sollen. Es war also kein Platz für diesen Beruf.

„Eigentlich sind es drei Berufe. Erstens Public Speaker – ein Motivator, der ein oder zwei Stunden zu einer großen Gruppe spricht. Der Inhalt seiner Botschaft erfüllt eine einzige Aufgabe – er soll die Zuhörer motivieren, ihnen Hoffnung machen, Glauben geben, Zuversicht. Je größer das Publikum, desto wichtiger die Emotionalität der Botschaft. Das ist ein Bildungsspektakel.“

Das heißt, man muss Emotionen hervorrufen und managen können. Das ist Kunst. Performance.

„Keine Frage! Der zweite Beruf ist Trainer der weichen Fähigkeiten. Ein hilfreiches Wissen, besonders für uns Polen, weil wir eine überintellektualisierte Lebenseinstellung haben. Wir lernen in der Schule, wie die Hauptstadt von Madagaskar heißt, und können die längsten Flüsse der Welt aufzählen, aber der Arbeitgeber wird von uns nicht verlangen, dass wir den Aufbau des Pantoffeltierchens kennen, sondern dass wir Teamarbeit beherrschen.“

Wenn Präsident Komorowski daran gedacht hätte, was der Prager Fenstersturz ist, hätte er vielleicht die Wahlen nicht verloren. Im Grunde war es aber eine Frage der Demut und ihres Mangels.

„Fähigkeit zur Demut ist ein weicher Faktor. Wenn er daran arbeiten würde, könnte er viel besser mit den Menschen kommunizieren. Die weichen Fähigkeiten helfen also, wie Sie sehen, sogar den Präsidenten.“

Ein Trainer arbeitet von Mensch zu Mensch, mit einer Person?

„Das ist eher der dritte Beruf: Coach. Ein Trainer tritt vor deutlich kleineren Gruppen auf als ein Motivator, er leitet Seminare oder Workshops. Diese basieren auf der Vermittlung bestimmter Fähigkeiten. Da geht es nicht mehr ums Spektakel, sondern um puren Inhalt. Unter diesen Inhalten finden Sie die weichen Fähigkeiten: finanzielle Intelligenz – wie verdiene ich Geld, emotionale Intelligenz – wie kontrolliere ich meine Emotionen, motiviere die Menschen usw., die derzeit äußerst populäre Führung – wie bilde ich eine Gruppe und manage sie. In dieser Gruppe können auch Alternativen der gesellschaftlichen Intelligenz vorkommen, also wie baue ich Beziehungen auf. ‚Eins zu eins‘ ist ein Prozess, den wir Coaching nennen. Kurz gesagt: Sie kommen zu mir, wir setzen uns hin und suchen den Lebensbereich aus, mit dem Sie ein Problem haben. Zum Beispiel die Beziehungen, Sie sagen: ‚Ich möchte gerne so leben, dass ich und meine Frau glücklicher sind.‘ Ich beginne dann, Ihnen Fragen zu stellen, die auf Erkenntnis zielen, und Sie fangen an, zur ersten Schlussfolgerung zu gelangen. Danach konstruieren wir Kommunikationsmodelle mit Ihrer Frau. Natürlich braucht es nicht die Frau zu sein, das ist nur ein Beispiel. Wir können auch darüber reden, wie man abnimmt oder eine bessere Arbeit findet.“

Wo liegt der Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie?

„Die Psychotherapie ist darauf gerichtet zu diagnostizieren, was war, und basiert auf der fundamentalen Prämisse, dass wir, wenn ein Mensch ein Problem hat, dessen Quelle in der Vergangenheit aufdecken müssen, und schon sind wir in der Lage, die Gegenwart zu reparieren.

Coaching ist ein viel einfacherer Prozess -  er nimmt an, dass wenn wir uns auf die Ziele konzentrieren und herauszufinden versuchen, zu wem jemand sich machen möchte, er viel einfacher und schneller die jeweiligen Änderungen vornehmen kann. Die Psychotherapie konzentriert sich auf die Dinge unter der Überschrift ‚Persönlichkeit‘, das Coaching vor allem auf das Verhalten. Wenn jemand sagt: ‚Weißt du, ich bin ein Choleriker‘, dann ist es ganz etwas anderes, ob man beginnt, nach Ursachen zu suchen, oder ob ein Coach ihm hilft zu verstehen, dass man durch Schreien, Heben der Stimme, Anspannen des ganzen Körpers bei der Kommunikation negative Emotionen in sich erzeugt, die verschwinden, sobald man sein Verhalten ändert.“

Ein Coach ist also Behaviorist.

„Er bewegt sich eindeutig mehr in behavioristischen Zusammenhängen. Die Verhaltensänderungen, von denen sie sprechen, sind ein Sekundäreffekt des Erkenntnisprozesses, denn Coaching ist im Grunde ein interaktiver Erkenntnisprozess.“

Sie sind also Trainer, Coach und Motivationsredner.

„Ich arbeite auch im Business Consulting. Der Consultant soll einem einen Fisch geben, nicht die Angel. Beim Coaching läuft ein Erkenntnisprozess ab, bei dem Sie entdecken, was Sie ändern wollen. Die grundlegende Kunst beim Coaching besteht deshalb darin, Fragen zu stellen. Beim Consulting kommen Sie zu mir und sagen: ‚Für die Managementprobleme in meiner Firma brauche ich die und die Lösung.‘ Und ich erstelle ein Modell, das Sie sofort in Ihrem Unternehmen einsetzen können. Sie haben sich gewundert, wie es möglich ist, einerseits schnell eine Fremdsprache zu lernen, andererseits einem Manager zu erzählen, wie er sein Team motivieren kann, und noch jemandem beim schnellen Abnehmen zu helfen. Es scheint vielleicht so, als hätten diese drei Dinge überhaupt nichts miteinander zu tun. In Wirklichkeit haben sie sogar sehr viel miteinander zu tun, da die Persönlichkeit, die all das beherrscht, eigentlich immer dieselbe ist. Wenn ich weiß, wie ich abnehmen kann, mir die erwarteten Ergebnisse vorstellen kann, das heißt ein Ziel setzen, dann weiß ich, was ich tun muss: den Freunden davon erzählen, weil dann die Erfolgsaussicht steigt, es aufschreiben, um mehr Motivation zu haben usw. Genau dasselbe Modell greift beim Sprachenlernen. Was Teammanagement anbelangt: Grundlage des Erfolgs ist die richtige Zielsetzung. Also geht es auch hier wieder um dasselbe! Jedes Mal analysiere ich die Struktur. In dieser Hinsicht bin ich Tüftler. Wenn ich für ein Unternehmen ein Finanzprodukt oder ein Motivationssystem einführe, sehe ich darauf, wie der Kunde denkt, für den das sein soll, beispielsweise ein Pole. Ich weiß, dass Polen mutig sind, unternehmerisch denken, dass sie arbeiten können, aber sich auch gern durchlavieren, skeptisch sind, anderen misstrauen, Querulanten sind. Mit diesem Wissen vermag ich die Funktion des Produktes so mitzuteilen, dass der Pole zuhört und versteht.“

Der „Querulant“ amüsiert mich. Das ist ein Wort aus einer anderen Zeit.

„Unsere Sprache ist wunderschön, es wäre schade, sie nicht zu benutzen. Besonders in einer Zeit, wo Managementsprech und Anglizismen unsere Fähigkeit, Polnisch zu sprechen, ‚challengen‘.“

Und sind wir Querulanten? Das ist eine interessante Sache. Heutzutage bist du einerseits Pole, andererseits willst du Weltbürger sein. Es wird langsam ärgerlich, wie unfrei wir wegen der Fortschritte der Technologie leben müssen.

„Wir müssen nicht, das suchen wir uns aus! Ich stimme Ihnen zu, diese Wahl macht uns weitgehend unfrei. Aber das Wort ‚müssen‘ muss ich in Frage stellen.“
Vielleicht anders: die Leute, die die Technologien verwalten, arbeiten sehr darauf hin, damit wir müssen. Damit das Handy uns immer zu sich ruft, damit es uns sagen möchte, wie das Wetter beim Spaziergang ist, den wir gerade machen.

„Das stimmt. Aber es hängt doch von mir ab, ob ich abnehme oder nicht. Würde ich zulassen, dass das Handy das regelt, könnte ich mir nicht aussuchen, wer ich bin. Aber die Marken, von denen sie produziert werden, wollen mit Sicherheit, dass man sie so oft wie möglich benutzt, ganz klar. Das ist ihr Ziel, aber du kannst ein anderes Ziel haben. Du entscheidest, wie du mit deinem Handy umgehst. Sonst verlieren wir erstens Handlungsmacht, wenn wir die Entscheidungen anderen übertragen, und zweitens bilden wir eine Art Verschwörungstheorie, wonach mich jemand von etwas abhängig machen will.“

Ist das eine polnische Eigenschaft?

„Argwohn, Misstrauen, Skepsis.“

Nach dem, was die Geschichte uns auferlegt hat, zwischen Deutschland und Russland, darf man kaum erwarten, dass wir anders sind.

„Natürlich, aber denken wir daran, dass die Geschichte aus und vorbei ist, dass wir in ganz anderen Zeiten leben. Trotzdem verwenden wir immer noch die polnische Programmierung von vor dreißig, vierzig und sogar zweihundert Jahren. Ich arbeite viel außerhalb Polens, und immer wenn ich irgendwohin reise, mache ich mir ein Sprechverhaltensmodell von meinem Befragten, also dem durchschnittlichen John Smith oder Hans Schmidt. Nur da drin kann ich verstehen, wie ich denjenigen ansprechen soll. Denn auf der Welt werden nicht nur Englisch, Deutsch oder Russisch gesprochen, sondern auch „Mateuszgrzesiakisch“ – eine individuelle Sprache, die jeder von uns hat. Ich muss so sprechen, dass der Adressat mich versteht. Über jede Mitteilung entscheidet eher die Interpretation als objektive Fakten. Ich analysiere verschiedene Modelle, vergleiche sie und wähle das wirksamste aus. Wenn ich auf meinem Facebook-Profil einen Artikel veröffentliche, z. B. über Emotionen, in dem steht, ‚ein guter Ehemann/eine gute Ehefrau zu sein bedeutet …‘, und zwei Millionen Menschen besuchen ihn, dann heißt das, dass ich das Modell richtig definiert habe. Denn das ist ein konkretes Ergebnis, es informiert mich darüber, was die Menschen interessiert. Ich lese die Kommentare und ziehe ein Muster daraus. Genau das ist Modellieren. Die Frauen schreiben: ‚Deine Frau hat so viel Glück!‘ oder ‚Warum verabredet man sich so künstlich zu einem Stelldichein, das sollte spontan sein!‘, und ich sehe Romantik, Romantik, Romantik. Etwas unter der Überschrift: ‚wenn wir leiden, werden wir frei‘.“

Die Schule tut sehr viel, damit dieses romantische Muster weiterhin gilt.

„Das ist unerhört. Die Romantik war nötig für eine unfreie Nation, die sich vor der Totalzerstörung ihres Selbstbewusstseins schützen musste, da sie von anderen Nationen überfallen, vergewaltigt und zugrunde gerichtet wurde, musste sie sich in den Mythos einer großartigen Geschichte flüchten. Wenn ich arm bin, in Russland lebe und kaum über die Runden komme, und Putin erzählt mir plötzlich vom großen Russland, das die Weltgeschicke lenkt und der Welt wieder zeigt, wer das Sagen hat, dann kaufe ich ihm die Erzählung ab und ertrage es leichter, dass ich nichts zu essen habe. Die Erzählung muss mich satt machen. Wir haben die Erzählung gebraucht, dass Polen der Messias unter den Völkern sei, aber heutzutage brauchen wir sie nicht mehr, weil sie uns schadet. Sie brauchen neue Geschichten, die uns in eine andere Richtung lenken. Nur dass die Mentalität sich nicht so schnell umprogrammieren lässt wie die Gesellschaftsordnung. Deswegen merken die Leute nicht, dass z. B. das Schreiben von Hasskommentaren, inzwischen eine pathologische Erscheinung, nicht normal ist. Wenn ein ausreichender Anteil der Bevölkerung etwas systematisch wiederholt, egal wie dysfunktional das ist, wird dieses Verhalten zur Norm. Das Hasskomentareschreiben ist nicht normal! Sie erwähnten die lokale und globale Mentalität. Die gesellschaftlichen Probleme Polens werden nicht von der polnischen Mentalität gelöst, ganz nach Einstein, der gesagt hat: ‚Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind‘. Wenn es brennt, brauche ich Wasser, nicht noch mehr Feuer, um den Brand zu löschen. Also muss ich global denken, um den Polen Denkmuster zu liefern, auf die sie nicht kommen können. Ich reise nach Brasilien, und von den Brasilianern nehme ich gern die Liebenswürdigkeit, denn sie sind ein außergewöhnlich liebenswürdiges Volk. Alle auf der Straße reden miteinander, haben keine Komplexe oder Minderwertigkeitsgefühle, sie kommunizieren vollkommen anders. Wenn ich an der Bushaltestelle stehe, kommt ein Brasilianer, und wir reden ungezwungen. So etwas mache ich nicht in Polen im Fahrstuhl. Beim Einsteigen starren alle auf ihre Smartphones oder die Stockwerksanzeige. Wir sind nicht so offen. Wenn ich eine Menge Manieren will, nehme ich einen Engländer und keinen Polen, weil der zu direkt ist. Ein Pole wird sagen, dass Engländer künstlich sind, weil sie immerzu fragen: ‚How are you?‘, ‚How do you do?‘. Ein Engländer wird sagen, dass Polen unverschämt und flegelhaft sind, weil sie das Gespräch nicht richtig aufnehmen. Nationen und ihre Kulturen sind kognitive Modelle. Will ich Mut lernen, dann schaue ich auf die polnische Geschichte, etwa auf Johann III. Sobieski, der vor Wien die Österreicher gerettet hat, damit sie kein Türkisch sprechen. Die Liebenswürdigkeit nehme ich von den Lateinamerikanern, die Einstellung zum Geld von den Amis, das Modellieren perfekter Strategien von den Deutschen. Global betrachtet sieht man, dass alles zur Einheitlichkeit strebt. Alles! In einiger Zeit werden wir nicht mehr von ‚Frauen‘ und ‚Männern‘ sprechen, sondern von ‚Menschen diesen oder jenen Geschlechts …‘, wir werden auf einer anderen Bewusstseinsstufe sein, wo es etwas gibt wie einen ‚globalen Menschen‘, nicht mehr nur Pole oder nur Deutscher.“

Ich weiß nicht, ob das eine überzeugende Vision ist. Ob es uns glücklich macht.

„Ein Bild soll nicht glücklich machen. Glück ist die Einstellung zu dem, was im Leben passiert. Genauso wie die Fähigkeit, das zu schätzen, was wir haben. Jede Kultur und jedes Zeitalter definiert das neu. Ähnlich ist es mit dem Selbstwertgefühl. Wir reden, weil ich Trainer und Coach bin, Fähigkeiten unterrichte, die in Polen nötig sind, weil die Leute Erfolg brauchen. Zurzeit sind die Polen scharf auf ‚Erfolg‘. Schauen wir auf die Statistik: Polen arbeiten 51 Stunden pro Woche und sind dabei, sich von ihrem Minderwertigkeitsgefühl zu befreien, vom langsameren Europa, und wollen das haben, was die Deutschen schon lange haben. Wir sind scharf auf materiellen Erfolg im weitesten Sinne. Vor zweihundert Jahren waren wir scharf darauf, dass wenn wir uns verlieben und viel leiden, wir durchgeistigt werden. Vor fünfhundert Jahren folgten wir einem Pfarrer, der Latein sprach, das wir nicht einmal konnten, in der Hoffnung, dass wir erlöst werden und ins Paradies kommen. In verschiedenen Zeitaltern streben Leute nach verschiedenen Definitionen vom Glück. Das wird sich nie ändern! Nehmen wir an, meine Theorie trifft zu, und in einiger Zeit haben wir eine globalisierte Welt. Metamentalität, ein alles umfassendes Metabewusstsein. Und dann wird es mit dem Glück das gleiche Problem geben wie jetzt, nur einige unserer heutigen Probleme resultieren aus dem Mangel an Einheitlichkeit. Wenn die Polen einander Hasskommentare schreiben, vernichten sie sich von innen. Wenn am Unabhängigkeitstag ein Proll ein Verkehrszeichen ausreißt, sagen 40 % der Polen, laut Eurostat: ‚Ist mir schnuppe, es ist nicht mein Zeichen‘. Wir denken nicht in Kategorien eines ‚Wir‘. Und das ist einer der Gründe, warum wir unglücklich sind. Ich reise nach Kolumbien, bin in einer Fernsehsendung eingeladen, das sehen Millionen Menschen, die oft zum ersten Mal einen Polen zu Gesicht kriegen. Ich antworte auf Spanisch, aber fange mit einem polnischen Zungenbrecher an, um ihre Neugier zu wecken, und sie zittern, weil sie das nicht aussprechen können. Ich erzähle, was Zurek ist, und sie freuen sich. Ich komme zurück nach Polen, ein Hasskommentar: ‚Du Dieb, du Manipulant, du Rüpel!‘ Dass Brüder und Schwestern einem etwas kaputt machen, ist bei uns mächtiger als woanders. Ich habe Distanz dazu, ich verstehe es, weil ich es beobachte und  weiß, wie es funktioniert. Aber stellen Sie sich vor, wie viele große Talente abhauen müssen, dahin wo der Pfeffer wächst. Weil sie zu empfindlich sind. Oder nicht verstehen, warum die Geschichte uns zu der Überzeugung gezwungen hat, dass man nur mit Durchschnittlichkeit überleben kann. Ich sehe das anders, ich glaube, jeder von uns ist einzigartig. Ich werde nie glauben, dass Sie einfach einer von vielen Journalisten oder Männern sind. Ich will wissen, worauf Sie scharf sind, was Ihnen wehtut, was Ihre Geschichte ist, was Sie zum Individuum macht. Das ist der einzige Weg, wie wir uns kennenlernen können. Sonst sind Sie ein Typ in Jeans, ich bin ein Kerl im Anzug, und das wars, wir sind abgestempelt.“

Und worauf sind Sie scharf? Was hat Sie zu dem gemacht, der Sie sind? Als Sie klein waren, gab es diesen Beruf noch nicht, jedenfalls nicht in Polen.

„Ich bin scharf auf Geschichten, so wie Sie. Als ich sechs oder acht Jahre alt war, war ich in Koszalin, Ende der 80er, wir haben auf den Hinterhöfen Ball gespielt, sind auf Bäume geklettert, wir haben nicht an größere Perspektiven gedacht, Zukunftspläne waren kein Gesprächsthema. Im Rückblick sehe ich, wie sehr ich mich von einer Mentalität befreien wollte, die mir gesagt hat, dass ich ‚nur‘ aus Koszalin komme, ‚nur‘ Pole bin. Dass ich nichts Großes, nichts Außergewöhnliches schaffen kann. Ich will den 40 Millionen meiner Landsleute zeigen, dass sie etwas Großes, Globales schaffen können, das die Welt verändert. Eine Untersuchung über Unternehmer besagt, dass Polen eine Menge Firmen gründen und unternehmerisch denken, aber sich selbst immer noch nicht global denken. Sie denken nicht, dass sie mal ein großes Geschäft aufziehen können. Sie denken eher: ‚Ich bin ein kleiner Pole, was soll ich hoch hinaus wollen‘. Mich entsetzt das, denn anstatt zu denken ‚Ich bin geboren, um eine Mission zu erfüllen, die Welt zu verändern, sie zu einem besseren Ort zu machen‘, sagt er: ‚Noch ist Polen nicht verloren‘, was voraussetzt, dass es einmal verloren sein wird, oder er sagt ‚die polnische Angelina Jolie‘, obwohl die Amerikaner nie sagen würden ‚der amerikanische Kieślowski‘. Oder die Leier: ‚Investoren, kommt nach Polen, wir haben qualifizierte und billige Arbeitskräfte.‘ Wissen Sie, wenn ich höre, dass wir dem Westen nacheifern sollen, frage ich mich, ob wir den Engländern in der Küche nacheifern sollen, denn da haben sie kaum etwas zu bieten, oder den Amerikanern im Intellekt, denn ihr Weltwissen fällt gegenüber dem der Polen weit ab. Die ganze Zeit, von allen Seiten, werde ich mit Geschichten von der Minderwertigkeit stimuliert, und das ich will nicht. Im Film ‚Django‘ von Quentin Tarantino gibt es eine erstaunliche Szene, in der schwarze Sklaven im Käfig sitzen, die Tür ist offen, einer kommt heraus, nimmt ein Pferd und reitet weg, der Freiheit entgegen. Die anderen sitzen im Käfig und wundern sich: ‚Komisch, Schwarze reiten doch nicht.‘ Genauso fühle ich mich manchmal in Polen, und die Menschen haben ein unglaubliches Potenzial, das komplett zerstört wird durch Hasskommentare, Querulantentum und die Überzeugung: wenn ich dir nicht zustimme, liegt das daran, dass du dich irrst, und nicht daran, dass ich ein anderer Mensch bin, oder durch die Überzeugung: wenn jemand weiß, dass er etwas kann, dass er dazu Veranlagung hat, und damit nicht hinter dem Berg hält, dann ist er unbescheiden. Und das ist schlecht.“

Das ist der katholische Rhythmus unseres Daseins. Zudem hat uns die Geschichte zum Bollwerk des Christentums gemacht. Die Protestanten aus Westeuropa hatten es einfacher, sie lebten nicht an einer Kulturscheide. Sie waren eine eigenständige Kultur, die sich eigenen Zielen hingeben konnte – Arbeit und Ordnung.

„Sie haben Recht. Ich bedaure das sehr. Das was ich verändern kann, also die Zukunft, ändere ich, und was ich nicht ändern kann, nehme ich hin. Aber ich weiß, dass Johann III. Sobieski oder die Gründer des polnisch-litauischen Doppelreiches keine Komplexe hatten. Das Minderwertigkeitsgefühl hat damals noch nicht als Konzept existiert. Zwangsläufig wurde uns das bei der Russifizierung und Germanisierung genommen, um eine Nation zu stoppen, die so rebellisch ist, dass sie nie aufgibt. Deshalb haben wir auch gelernt: wenn es kein Problem gibt, haben wir ein Problem.“

Alles hat einen Preis. Auch, dass wir als Nation bestehen. Der Preis ist das, wie wir sind. Aber zurück zu Ihrer Geschichte …

„Als ich 17 war, habe ich es bis zum Regionalentscheid eines Geschichtswettbewerbs geschafft, dann ins Landesfinale. Und da habe ich plötzlich begriffen: ‚Ich kann was Großes machen! Ich brauche nicht nur der Beste in Koszalin zu sein‘. Plötzlich wurde ich Pole. Eine Idee kam zustande: ‚Ich kann Erfolg auf der nationalen Bühne haben.‘ Heute verstehe ich es so, aber ich bin ein erwachsener Mann, der die vergangenen Ereignisse interpretiert hat, die dazu geführt haben, dass ich bin, wer ich bin. Natürlich konnte ich es damals nicht verstehen, ich wusste nicht, was mich gebildet hat, ich habe nicht verstanden, dass der voreingenommene Lehrer, der mir immer nur eine Drei gab, mich damit zu etwas motiviert hat. Irgendwann habe ich begriffen, dass ich nicht in einer Welt leben möchte, in der jemand mein Selbstbewusstsein bewertet, das war sehr befreiend. Ich hatte mal einen wunderbaren Englischlehrer, der ganz zu Anfang gesagt hat, dass er uns so benotet, wie wir es uns wünschen. Wir durften abschreiben, den Unterricht schwänzen. Stellen Sie sich vor, alle sind immer gekommen, niemand hat abgeschrieben, weil wir verstanden hatten, dass wir für uns lernen. Er hat mich sehr inspiriert. Ich habe erlebt, dass man Leute so unterrichten kann, dass sie motiviert sind, für sich selbst lernen wollen, nicht mogeln wollen. Später ging ich zum Studieren nach Warschau. Zu der Zeit hat niemand gesagt: ‚Arbeite mit Leidenschaft!‘, das ist erst jetzt modern. Es war die Welt, in der der Beruf soviel war wie die Ausbildung. Meine Eltern – der Vater Schauspieler, die Mutter Theaterwissenschaftlerin –, die nicht in Saus und Braus lebten, haben mir gesagt, ich soll zuende studieren und Anwalt werden, dann könnte ich gut leben, das war so offensichtlich. Niemand hat mich gefragt, ob ich überhaupt Anwalt werden will. Ich habe viele amerikanische Filme über Anwälte gesehen, in der die Juristen sich vor den Geschworener aufplusterten, und dachte, so würde es später aussehen. Also studierte ich und war 5 Jahre lang in keinem Gericht! Ich ging für ein Stipendium nach Deutschland und hatte eine Prüfung in Zivilrecht, dem wichtigsten Fachgebiet in Polen. Ich bin zur Prüfung gegangen, habe dem Dozenten einen Artikel rezitiert, und er fragt mich: ‚Warum haben sie das auswendig gelernt? Ein guter Anwalt muss doch mit dem Gesetzbuch arbeiten können!‘ Dort wird Denken gelehrt, nicht Pauken. Das hat mein Leben revolutioniert, weil ich bemerkt habe, dass ich die Theorie lerne, und keinen blassen Schimmer habe, wie die Praxis aussieht. Die ganze Zeit habe ich viel gelesen und alles mögliche gelernt, weil ich mir wie ein Mantra wiederholt habe: ‚Lerne, lerne, dann kommst du in die weite Welt‘. Damals wusste man nicht, dass ein abgeschlossenes Medizinstudium noch keine Garantie gibt, in zehn Jahren auch Patienten zu haben. Weil plötzlich der freie Markt da ist und die Patienten nicht den Arzt mit Fachwissen aussuchen, sondern den, der lächelt. Die Welt hat sich komplett geändert! Ich habe es bemerkt, als ich 20 war und die ganze Zeit unterrichtet habe, dass es das ist, worauf ich scharf bin, und dass ich allein mit theoretischen Fähigkeiten im Leben nichts erreichen kann. Um mich herum gab es welche, die sehr schlechte Noten in Logarithmen, Wurzelziehen usw. hatten, aber sehr gut im Leben zurechtkamen. Arek konnte reden und hat sich ältere Studentinnen geangelt, Franek hat sich mit dem Verkaufen von Coca-Cola am Strand in Mielno was dazu verdient. Ich wusste, es gibt eine andere Welt, die effektiv ist, und die muss man ausprobieren. Ich bin nach Polen zurückgekommen, weil ich nicht in Deutschland bleiben wollte, nur weil es da bequem war. Wenn es einfach ist, langweile ich mich, weil ich dann nichts lerne. Ich will immer nach oben, neue Herausforderungen haben. Wenn ich schon fast am Ziel bin, interessiert es mich nicht mehr, ich brauche dann einen neuen Dämon zum Bekämpfen, denn ich weiß, das ist der einzige Weg zu wachsen. Eine etwas selbstmörderische Lebenseinstellung – nach verschieden großen Schwierigkeiten zu suchen. Ich hätte in Deutschland bleiben können, den Doktor machen und mich etablieren, aber das habe ich verworfen, weil ich wusste, dann würde ich die Hände in den Schoß legen und mich auf die gute Rente freuen. Ich habe ganz von vorn angefangen. Ich habe jemanden getroffen, einen Bekannten meiner Mutter, den ich heute meinen geistigen Vater nenne. Er hat mir einige Fragen gestellt, und zwar solche, die ich nicht recht zu beantworten wusste. ‚Du redest komisch mit mir‘, sagte ich. Er hat geantwortet, dass ich Kommunikationspsychologie lernen soll, er hat mich angeregt, dann habe ich den ersten Kurs gemacht, habe gesehen wie das läuft, und wurde infiziert! Vor über zehn Jahren war das, da habe ich angefangen, mich zu entwickeln. Damals gab es in Polen fast gar keinen Markt für Persönlichkeitsentwicklung. Ich bin mehrfach zu Vorstandspräsidenten gekommen, die mich abgewiesen haben, wurde nicht vorgelassen. Endlich konnte ich jemandem sagen, dass ich Coaching mache, dass sich Untersuchungen zufolge die Investition sechsfach auszahlt. Ich bekam zu hören: ‚Coaching kriege ich nachts von meiner Frau.‘ Ich war einer der ersten, die den Markt aufgemacht haben. Die Leute wissen nicht, dass das so lange her ist, dass es so viele Hindernisse zu überwinden gab, um heute hier zu stehen. Ich habe damit in Polen angefangen und bin trotzdem die ganze Zeit ins Ausland gefahren, weil ich geglaubt habe, dass ich immer noch lernen muss. Hier gab es keine Quellen für Wissen dieser Art. Die Leute haben Gefallen an diesen Kenntnissen gefunden und angefangen, mich einzuladen. 2006 bin ich nach Mexiko gefahren, da hat mich einer gefragt, woher ich so gut Spanisch kann. Er hat zur Antwort bekommen, dass ich vor kurzem zwei Wochen auf Kuba war. ‚In zwei Wochen!?‘ Ich habe geantwortet, dass ich innovative Methoden kenne, und so wurde ich nach Mexiko eingeladen. Später kamen Israel, Slowenien, Brasilien auf mich zu, ob ich da dieses System einführen kann. Ich sagte, klar, ich muss nur erst die Sprache lernen – das war meine Motivation, ein abgeschlossener Vertrag! Ich hatte dann Grundkenntnisse, komme in Sao Paulo in Brasilien auf die Bühne und sage: ‚Ich aus Polen, ich kennen Portugiesisch nicht gut, ich lieben Brasilien!‘, und sie: ‚Brasilien lieben dich, alles o.  k., sprechen weiter!‘ (lacht). Hätte ich diese Einstellung nicht gehabt, dass ich die Sprache nicht perfekt beherrschen muss, ich hätte keinen Fuß ins Ausland gesetzt. Was mich scharf macht, ist, dass da irgendwo ein Kind ist, das Trainer, Coach oder Psychologe werden will, mich sieht und denkt: ‚Es geht also!‘ Ich bin scharf darauf, die Polen aus ihrem Minderwertigkeitsgefühl zu reißen, weil ich die Situationen gehasst habe, wenn ich hingegangen bin, um mich mit dem berühmtesten amerikanischen Trainer zu messen, und ein Pole mir gesagt hat: ‚Sei ein guter Support für ihn!‘ Verdammt nochmal! Ich gehe da nicht hin, um ein Support für ihn zu sein, sondern um ihn zu besiegen! Damit die Polen begreifen, dass sie das Fremde loben, aber das Eigene nicht kennen, und oft kaputt machen! Die Polen zu überzeugen war immer am schwersten, und dabei habe ich meine Kenntnisse am meisten verfeinert. Es ging mir darum – mit einem Seitenblick auf ein bestimmtes Denkmuster des Durchschnittspolen –, das Gute zu stärken, etwa Mut, Unternehmergeist, Kreativität, Lerneifer, und unsere nationalen Schwächen, also Skepsis, Querulantentum, Misstrauen, Hasskommentare, die wollte ich bekämpfen, schwächen, durch andere Modelle ersetzen. Das hilft dieses Land zu entwickeln! Jetzt ist das für mich eine Aufgabe in Kategorien wie: Was kann ich für dieses Land tun, damit es den Kindern hier einmal besser geht, die gerade geboren werden. Das verschafft mir manchmal große Genugtuung. Vor kurzem gab ich eine Schulung, da war ein Fünfzehnjähriger namens Hubert. Er saß da und hörte sich etwas über die Weltbürgermentalität an. Ich habe in seinem Alter Zeitschriften für Erwachsene versteckt und überlegt, wie ich es anstelle, damit mein Vater sie nicht findet. Das waren meine Sorgen. Und dieser Junge ist jetzt schon klüger, als ich in seinem Alter war. Darauf bin ich total scharf, weil ich Vater bin, Lehrer bin und davon träume, dass die neue Generation klüger wird als wir.“

Das ist der Kern der Bildung. Andererseits nehmen wir ihnen die Kindheit weg, die wir gehabt haben.

„Aber diese Generation hat einfach eine andere Kindheit. Jede Generation hat ihre Aufgabe. Ich weiß, wie sehr ich den Minderwertigkeitskonflikten entfliehen wollte, wie sehr es mich drängt zu beweisen, dass ein Pole jemand Großes sein kann. Ich möchte gern Geschichte schreiben, wie Johann III. Sobieski oder Piłsudski. Einmal durfte ich mit einem polnischen Nobelpreisträger auf der Bühne stehen, und ich habe mich nicht getraut, ihm in die Augen zu schauen. Es ging nicht um die Person, sondern um den Archetyp, um die Tatsache, dass da jemand vor einem steht, der schon Weltgeschichte geschrieben hat.“

Wenn du einen Menschen änderst, änderst du das Universum. Es ist nur eine Frage des Maßstabs.

„Genau. In meinem konkreten Fall schauen wir auf die persönliche Veranlagung – ich trete wahnsinnig gern vor einer großen Menge auf. Dann sehe und spüre ich die mächtige Energie der Veränderung. Und das gefällt immer mehr Menschen. Sie wollen zuhören. Also spreche ich zu ihnen. Und so funktioniert es.“

Geradezu banal!

„Das ist banal, obwohl es gar nicht einfach ist. In diesem Fall gebe ich die familiär-kulturellen Modelle auf und erfinde mich selbst. Sie unterhalten sich gerade mit einem von einem kleinen Jungen entwickelten Konzept, der ein großer internationaler Trainer sein und die Welt erlösen wollte. Und er arbeitet die ganze Zeit daran, das zu tun. Ich nehme gerade erst Fahrt auf. Die wichtigsten Erfolge sind für mich die inneren. Ich bin mal durch Mexiko-Stadt gelaufen, das war 2008. Ein Kursteilnehmer kam zu mir, er hieß Edgar, und fragte, ob man die Techniken, von denen ich im Vortrag gesprochen hatte, zum Anmachen von Frauen benutzen kann. ‚Na klar!‘, sagte ich. ‚Zeig mal‘, bat er: ‚Kannst du diese Frau anmachen?‘ Also ging ich ein bisschen nervös zu ihr, und so habe ich meine Ehefrau kennengelernt, die Mutter meines Kindes. Letztes Jahr wurde ich in Brasilien entführt. Ich bin auf der Autobahn gefahren, ein anderes Auto hat uns gerammt. Zwei üble Kerle mit Waffen stiegen aus und sagten, das ist eine Entführung. Ich Ich dachte, mein letztes Stündlein hat geschlagen, aber nach einer Stunde hatten wir so eine Beziehung aufgebaut, dass sie sich für alles entschuldigt haben, als sie weggegangen sind. Das sind meine wichtigsten Augenblicke. Die Menschen, die mich in den Medien sehen, meinen, sie sehen einen Mann des Erfolgs – hübsch, jung und reich. Das ist für mich nebensächlich. Das ist unbedeutend, denn ich kann mich mit Ihnen genauso in Jogginghosen wie im Anzug unterhalten. Ich habe gelernt, dieses Kommunikationsspiel zu spielen, ich weiß, wie man lokale und globale Spiele spielt, weil ich begriffen habe, dass wir ansonsten nur Spielfiguren sind, die von anderen bewegt werden. Wenn ich die  Regeln erkenne, kann ich mir mein eigenes Spiel schaffen und so auf der Welt funktionieren. Das ist etwas ganz anderes. Sehr wenig Menschen interessieren sich für das, was unter der Oberfläche liegt. Die meisten wollen ein Produkt. Sie kommen auf der Straße zu mir, zücken den Apparat, machen ein Foto und gehen weg.“

Das ist ein Teil des Images, das du aufgebaut hast.

„Das ist ein Teil dieses Spiels. Ich musste lernen, wie man das spielt. Was nichts daran ändert, dass es immer noch einen kleinen Jungen gibt, Mateusz, der sich andauernd erfindet und sich immer größere Ziele steckt.“

Und Begabung?

„Ich glaube nicht an Begabung. Ich kann nicht erklären, woher manche Dinge kommen, dann hilft mir das Wort ‚Begabung‘. Es geht darum, ständig seinen Werkzeugkasten zu erweitern, zu üben. Vielleicht gibt es so was, etwas von oben, einen Determinismus geistiger oder genetischer Art. Ich schaue auf mich, wie ich das alles erreicht habe. Bevor ich mit 30 Jahren Herzprobleme bekam, habe ich 16 Stunden täglich gearbeitet! Ich habe eine Geschichte im Kopf, wie ich im Winter, um in Form zu bleiben, gelaufen bin. Es schneite mir in die Augen, Leute waren auf dem Heimweg von der Disko, haben mich angeschaut, und ich bekam zu hören: ‚Was für ein Idiot‘. Ich musste lächeln und bin weiter gelaufen, weil ich verstanden hatte, was Leistung ist. Und ich laufe bis heute. Und habe es nicht aufgegeben zu erforschen, wer ich als Mensch bin, und wer wir als Menschen sind Ich weiß nicht, wo die Evolution endet. Aber ich weiß, dass ich wieder gelernt habe, dass ich nicht der bin, der ich dachte. Und der Grund, warum ich das tue, ist wie ein Auto, das ich fahre, er kann sich ändern.“

Der Artikel erschien auf der Internetseite www.anywhere.pl.

Jemand, der seinen Verstand nicht bedienen kann, ist…

Als ich mich danach erkundige, was unsere Entwicklung hemmt, antwortet Mateusz Grzesiak, Psychologe, Trainer, Coach, ganz wesentlich sei die Angst, Fehler zu machen. Das Selbstwertgefühl der Polen basiere auf Wissen, und wir fürchteten uns, etwas nicht zu wissen.

„Die Fetischisierung des Magisters führt auch zu einer Negierung der weichen Fähigkeiten, z. B. können Polen nicht verkaufen, wodurch Polen kein ausgebildetes Brand besitzt, wie etwa Frankreich“, so Mateusz Grzesiak.

Joanna Rubin: Wie denken Sie über Polen und die polnische Gesellschaft?

„Einerseits hat unsere Gesellschaft mit den meisten Unternehmergeist in Europa, denn nach der Zahl der Firmengründungen rangiert sie auf dem 4. Platz. Sie ist mutig, kreativ. Nur der Pole bringt es fertig, den Rucksack zu packen und auf blauen Dunst hin nach England zu fahren, dort auf dem Bahnhof zu schlafen und sich dann in einer neuen Situation zurechtzufinden. Wir können uns ausgezeichnet an neue Bedingungen anpassen.

Wir sind auch bestens ausgebildet. Laut OECD werden wir in ein paar Jahren die meisten Magister auf der Welt haben. Und wir können auch Englisch. In Rankings belegen wir damit weltweit den 6. Platz und stehen nur deshalb nicht noch weiter oben, weil die Umfragen auch die älteren Menschen einbeziehen, die in der Schule Russisch hatten. Das ist die helle Seite der Medaille.“

Und die dunkle?

„Wir haben auch negative Eigenschaften. Wir sind krankhaft misstrauisch – nur 12% der Polen sind der Meinung, dass die meisten Menschen positive Absichten hegen, und 16%, dass die Menschen einander gegenüber hilfsbereit sind.

Für den Durchschnittspolen betrügt der Verkäufer, der Unternehmer trickst, der Reiche klaut, der Psychologe sorgt für Verwirrung im Kopf, die Presse manipuliert. Das ist eine zerstörerische Mentalität, die den wirtschaftlichen Fortschritt hemmt und die emotionale Lebensqualität senkt. Die Polen können nicht über Geld sprechen: 50 % schämen sich, 20 % haben Angst, darüber zu sprechen. Sie leben in der Dichotomie von Glück und materiellem Erfolg, wonach man entweder ein vergeistigter Märtyrer ohne Besitz ist oder ein leichtsinniger gieriger Kapitalist. Wir plappern blind nach, dass man die erste Million klauen muss, und dass der Reiche ein Dieb ist.“

Was hemmt uns noch?

„Wir haben Angst, Fehler zu machen. Das Selbstwertgefühl des Polen basiert auf Wissen, also hat er Angst, etwas nicht zu wissen. Lieber macht er auf Experte und kritisiert – wie ein Fachmann – alles und jeden. Das führt zu einer illusorischen Welt, in der er sich angeblich mit Sachen auskennt, von denen er keine Ahnung hat.“

Ein Beispiel?

„Beispielweise akzeptieren über 60 % der Eltern einen Klaps als Erziehungsmethode, so dass sie die Kinder traumatisieren und das Gesetz brechen, und 30 % der Abiturienten haben im letzten Jahr nicht bestanden. Die Fetischisierung des Magisters führt auch zu einer Negierung der weichen Fähigkeiten, z.B. können Polen nicht verkaufen, wodurch Polen kein ausgebildetes Brand besitzt, wie etwa Frankreich. Das ist der Grund, warum der Durchschnittspole deutlich unter seinen Möglichkeiten lebt.“

Lassen wir den Durchschnittspolen. Mit welchen Überzeugungen über sich selbst haben Sie gerungen?

„Ich musste mich von der kulturellen und eigenen Beschränktheit befreien. Aufhören zu denken, dass ein Junge aus Koszalin keine internationalen Erfolge erringen könnte. Ich musste mich vom sog. inneren Polen freimachen – dem komplexbeladenen Neidhammel, der sich vor Änderungen fürchtet und nicht an sich glaubt. Und eine Weltbürgermentalität aufbauen.

Die wichtigste Veränderung war, neben der harten Bildung – d. h. dem Abschluss von Magisterstudiengängen in Jura und Psychologie und einem Postgraduiertenstudium in Management – der Erwerb weicher Fähigkeiten. Ich meine emotionale Intelligenz, öffentliches Auftreten, Verkaufen, Networking, Modellieren, Unternehmergeist, finanzielle und soziale Intelligenz.“
Welchen Wert hat ein solcher Mix?

„Ich konnte die Wirklichkeit nach meiner Weltanschauung gestalten und mich im Grunde selbst erschaffen. Diese Idee hat sich als eine attraktive Vision für Menschen auf der ganzen Welt erwiesen.“

Was ist Ihr Erfolg?

„Das Anmachen einer Frau auf der Straße in Mexiko. Auf diese Frau wies mich ein Kursteilnehmer hin und bat um eine Demonstration von Kommunikationstechniken. Heute ist diese Frau meine Ehefrau und Mutter meines Kindes. Ein weiterer Erfolg ist es, meine Entführer in Brasilien dazu gebracht zu haben, dass sie mich unverletzt entlassen und noch einen Teil der geklauten Sachen zurückgegeben haben. Mein persönlicher Erfolg ist die Heilung meines Herzens von Hypertrophie und Bluthochdruck. Die Ärzte sagten, das sei nicht möglich. Besonders wichtig ist für mich die Erziehung meiner 4-jährigen Tochter, die schon 3 Sprachen spricht.“

Und ein persönlicher Misserfolg?

„Der größte Misserfolg ist, dass es bis jetzt nicht gelungen ist, weiche Bildung, d. h. emotionale Intelligenz und Coaching, in den öffentlichen Schulen einzuführen. Dem widme ich jetzt mein Leben.“

Warum ist weiche Bildung für Sie wichtig?

„Weil die Menschen leiden, wenn sie ihre Emotionen nicht kontrollieren können. Weil sie sich scheiden lassen, wenn sie nicht mit dem Partner kommunizieren können. Weil sie den Kindern Leid antun, wenn sie nicht wissen, wie man mit ihnen spricht. Weil sie sich im Internet Hasskommentare schreiben und kein wohlwollendes Feedback geben können, das auf Hilfsbereitschaft basiert. Weil ein Mensch, der seinen eigenen Verstand nicht bedienen kann, unglücklich ist und im Leben nichts bewirkt.
Zu Ihren Auftritten kommen Massen. Was wollen sie lernen?

„Sie kommen, weil sie bessere Resultate möchten. Ehepaare möchten glücklicher zusammenleben, sich weniger streiten. Eltern möchten mit den Kindern kommunizieren können und ihnen keine Überzeugungen einpflanzen, die ihr Wohl gefährden. Manager möchten Teammitglieder besser motivieren, Verkäufer besser verkaufen. Studenten möchten sich eine Zukunft aufbauen und brauchen dazu Instrumente, und Menschen mittleren Alters möchten das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben lernen.
Jeder ringt mit universellen Problemen: ich verdiene nicht so viel, wie ich möchte, ich streite mich, ich bin gestresst, ich arbeite ohne Motivation. Es gibt auch branchenspezifische Probleme, weil z. B. Verkäufer Probleme mit einer bestimmten Art von Kunden haben, oder es besteht eine Barriere zwischen den Nationen, weil z. B. die Polen jammern und die Mexikaner zu passiv sind.“

Haben Ihre Anhänger, Kunden und Fans in den verschiedenen Ländern andere Bedürfnisse?

„Ja. Jede Gesellschaft befindet sich auf einem anderen Niveau der geistigen Entwicklung. Die Deutschen möchten eine gute Lebensqualität und setzen auf die Psychologie des Glücks, die Polen bauen sich eine Existenz auf und wollen Erfolge. Die Lateinamerikanerinnen lernen erst, das Patriarchat zu verlassen und was ein Leben jenseits des traditionelles Modells der Abhängigkeit von Männern bedeutet. Europäerinnen versuchen ihr persönliches und berufliches Leben in Einklang zu bringen. Hierbei spreche ich von Teilnehmern meiner Schulungen und der Situation von Mitarbeitern der Firmen, die mich beschäftigen.

Aber auch die Fans in den sozialen Medien haben unterschiedliche Bedürfnisse. Die Polen wollen inhaltlichen Wert und lehnen Prominenz ab, die Brasilianer möchten nur etwas vom Privatleben hören und sind stärker an Beziehungen interessiert.“

Wo treten Sie am liebsten auf?

Ich liebe die großen Auftritte für ein paar Tausend Menschen, weil die Energie und Intensität einer solchen Gemeinschaft außergewöhnlich ist. Ich liebe verschiedene Kulturen, also wähle ich exotische Märkte, z. B. habe ich jahrelang in Kolumbien gearbeitet oder bin in Israel aufgetreten. Diese Nationen unterscheiden sich sehr von unserer.“
Was möchten Sie bei den großen Auftritten vermitteln?

Eine Vision ist die Einführung der weichen Bildung in der Schule, so dass jeder von Kindheit an emotionale Intelligenz, Unternehmergeist, Zeiteinteilung und Coaching lernt. Ich mache das durch Schulungen, Videoprodukte und Bücher, mit denen man psychologische Instrumente lernen kann, gerade aus dem Bereich der weichen Bildung.“
Welche Fähigkeiten sind noch Gold wert auf dem Weg zur Entwicklung?

Das Bewusstmachen von Emotionen, die Fähigkeit zur Änderung emotionaler Zustände, Stressreduktion und Empathie; Motivieren – eine Grundlage für Manager; Verkaufen, die fünftwichtigste Fähigkeit der Welt; die Veränderung eigener Überzeugungen und andere Coachingfähigkeiten; unbedingt – Lernkompetenz; Unternehmergeist; Kommunikation in Beziehungen; das Wissen, wie man Informationen an Kinder, Mitarbeiter, Ehepartner weitergibt.“

Wie kann man das alles lernen?
 
„Man lernt Kommunikationsmodelle und Techniken kennen und setzt sie um. Es ist wie mit dem Schwimmen. Man muss die Bewegungen kennenlernen und sie üben. Solche Kommunikationsmodelle vermitteln wir bei den Schulungen.“

Gehen Ihnen die Geschichten und Wandlungen der Schulungsteilnehmer zu Herzen?

Ich habe eine riesige Menge solcher Geschichten im Kopf. Nach 12 Jahren Arbeit kann ich gar nicht mehr zählen, wie oft sie mich begeistert haben. Maciej und seine Frau beispielsweise versuchten drei Jahre lang, ein Kind zu bekommen, leider ohne Erfolg. Wir haben gemeinsam fast eine Stunde gearbeitet und seine Überzeugungen verändert, denn der psychische Faktor erwies sich hier als Schlüssel. Drei Monate später war seine Frau schwanger. Ania wiederum bekam Panik, wenn sie an Katzen dachte. Nach dem Coaching konnte sie Katzen auf den Arm nehmen und weinte dabei vor Glück. Artur nahm dutzende Kilo ab. Mariusz und Karolina haben sich nicht scheiden lassen, obwohl nicht viel gefehlt hat. Ein Junge, der Krebs hatte und mit mir zu arbeiten anfing, war nach einigen Monaten geheilt. Das emotionale Training hatte seine pharmakologische Behandlung unterstützt. Das sind nur einige Beispiele.

Seit vielen Jahren bekomme ich jeden Tag dutzende E-Mails von Menschen, die ich nie gesehen habe. Und sie schreiben davon, wie meine Arbeit ihnen geholfen hat. Sie sind es, die mich voranbringen und denen ich meine Motivation verdanke.“

Was motiviert denn nun die Menschen zu Veränderungen: Verzweiflung oder Inspiration?

„Beides. Verzweiflung ist die Tilgung des Schmerzes. Wird er getilgt, dann gibt es Platz für die Entwicklung einer realen Zielvorstellung. Früher oder später gelangt jeder zu der Reife, dass er die Welt zum Besseren verändern möchte.“

Ich bitte um ein Geschenk an die Leser von „Na Kawie“ [„Bei einem Kaffee“]. Einen Satz, der einen dazu bringt, im Sinne der Entwicklung nachzudenken und zu handeln.
„Schaffen Sie ein Leben, in dem Sie die beste Version von sich selbst sind. Das haben, was sie begehren, anderen helfen und die Welt verändern.“
Danke für das Gespräch.

Das Interview erschien auf der Internetseite www.nakawie.pl.

11 Techniken präziser Kommunikation

Sie bitten einen Mitarbeiter um etwas, das für Sie so klar ist wie das, was Sie gerade lesen. Sie sagen es ihm zweimal, um jeden Zweifel auszuschließen. Sie finden, es sei unmöglich, dass er es nicht verstanden hat, und es sei nur eine Frage der Durchführung.

Sie wissen schon genau, worum es gleich gehen wird? Natürlich wissen Sie es. Sie haben es schon hundertmal durchgemacht. Nicht nur mit einem Mitarbeiter, sondern auch mit Frau, Kind und Bekannten. Sie haben es nicht verstanden. Sie haben es anders gemacht als gewünscht. Oder haben überhaupt nichts gemacht. Welcher Grund auch immer angegeben wurde, er ändert nichts an der schlichten Tatsache: das erwartete Ergebnis blieb aus. Sie sind von der Qualität der Beziehung frustriert und überlegen, was Sie das nächste Mal besser machen können.

Dabei helfen Ihnen folgende 11 Techniken:

1. Drücken Sie sich klar aus
Wenn das, was Sie sagen, mehrdeutig ist („das Fenster zumachen“ ist eindeutig, aber „die Beziehung verbessern“ schon nicht mehr), laufen Sie Gefahr, dass Ihre Botschaft anders verstanden wird als vorgesehen. Ein weitverbreiteter Fehler ist, wenn der Chef seinem Mitarbeiter sagt: „Mach das gut“, und der Angestellte versteht den Ausdruck „gut“ anders als sein Vorgesetzter. Stattdessen sollte er sagen: „Mit dem Kunden X erreiche das geplante Ergebnis, wie wir es besprochen haben.“

2. Geben Sie ausführbare Befehle
Wenn das, was Sie sagen, physisch undurchführbar ist, ist die Kommunikation unpräzise und dadurch in ihrem Verlauf gestört. Wenn ein Elternteil zu seinem Kind sagt: „Sei brav“, ist das Gesagte mehrdeutig (das Wort „brav“), und noch dazu verwendet er das Zeitwort „sein“, das man nicht ausführen kann. Man kann etwas aufheben (z. B. einen Schlüssel), etwas trinken (z. B. Wasser), aber man kann nicht „sein“. Genauso wenig kann man etwas vergessen; der Befehl: „Vergiss die Zahl 4“ ist unausführbar. Der Elternteil sollte sagen: „Sprich leiser“ (wenn er das mit dem Befehl „sei brav“ gemeint hat).

3. Führen Sie es vor
Wenn das, worum Sie bitten, nicht vorführbar ist, kann Ihr Gegenüber nicht erraten, was genau Sie meinen. Zeigen Sie es ihm! Wenn ein Ehemann zu seiner Frau sagt: „Lieb mich“, sollte er das verbal und nonverbal ausdrücken (indem er sich z.B. seiner Frau nähert, sie umarmt und gefühlvoll sagt: „Ich liebe dich“). Jede vollständige Aussage soll nach Möglichkeit Sprechen und Zeigen beinhalten.

4. Sprechen Sie von der Zukunft
Sie können die Vergangenheit nicht ändern, und ständig mit ihr zu hadern, endet in wachsender Frustration. Dagegen haben Sie Einfluss auf die Zukunft. Wenn Sie jemandem Feedback geben, sprechen Sie immer darüber, was er das nächste Mal besser machen kann. Anstatt zu sagen: „Das hast du falsch gemacht“, sagen Sie lieber: „Wenn du es das nächste Mal machst, vergewissere dich bitte, dass…“ (und setzen an dieser Stelle einen Ausdruck ein, der den Kriterien präziser Kommunikation entspricht).

5. Geben Sie konkrete Beispiele
Unser Gehirn merkt sich keine Mitteilungen abstrakter und theoretischer Natur. Unterfüttern Sie daher Ihre Aussage mit Beispielen, mit denen sich Ihr Gesprächspartner identifizieren kann. Anstatt einfach zu sagen: „Präzise Kommunikation ist wichtig“, sagen Sie: „Kannst du dich erinnern, wie du letzten Freitag mit Kowalski gesprochen und ihm genau gesagt hast, wo, wann, was und mit wem passiert? Genau das ist präzise Kommunikation“.

6. Kommen Sie ohne Nominalisierung aus
Unter Nominalisierung versteht man abstrakte Substantive, die von Verben (z. B. Kommunikation) oder Adjektiven (z. B. Güte) stammen. Diese Wörter lassen sich nicht veranschaulichen, sind unpräzise und entstellen die Kommunikation. Sagen Sie also nicht: „Gesundheit ist wichtig“, sondern lieber: „Laufe dreimal pro Woche vor dem Frühstück jeweils eine halbe Stunde, und du wirst gesünder sein.“ Sagen Sie nicht: „Unsere Beziehung entwickelt sich“, sondern lieber: „Als du mir gestern die Blumen mitgebracht hast, habe ich mich glücklich gefühlt und mir gedacht, dass ich dir wichtig bin.“ Beispiele für Nominalisierung: Freude, Verunsicherung, Kommunikation, Stärke, Glaube, Schönheit, Motivation usw.

7. Kommen Sie ohne Doppelbödigkeit aus
„Liebling, willst du wirklich in diesem Kleid gehen?“ „Du, neulich habe ich eine ähnliche Suppe gegessen, die war echt gut.“ In diesen Beispielen wird die Kommunikation politisch. Anstatt etwas genau auszudrücken, ändert man die Aussage so, dass die andere Person den Sinn ahnt, aber sich nicht verletzt fühlt. So etwas weckt Argwohn. Um das zu vermeiden, nennen Sie die Dinge beim Namen und mildern Sie schwierige Passagen eventuell mit einer freundlichen Intonation. „Liebling, kannst du dich an das Kleid erinnern, das du auf dem Fest bei Kowalskis angehabt hast? Ich finde, darin siehst du viel besser aus, als in diesem schwarzen, denn es betont deine tolle Figur.“

8. Wenn Sie eine Frage stellen, lassen Sie Ihr Gegenüber frei antworten.
Nicht jede Frage soll nach etwas fragen, nicht wahr? Ist es nicht so, dass ich im Fall einer so gestellten Frage schon eine eigene Meinung habe und mich trotz der Frageform die Antwort nicht interessiert? Ist es tatsächlich eine Frage nach dem Inhalt, oder soll sie nur meine eigene Meinung bestätigen? Wenn Sie fragen, lassen Sie den Gesprächspartner so antworten, wie er es für richtig hält. Wenn Sie keine Antwort hören möchten, dann stellen Sie keine Fragen.

9. Möchten Sie Recht behalten oder ein Problem lösen?
Anstatt im Gespräch zu beweisen, dass Sie Recht haben, was immer zum Mechanismus von „Gewinner und Verlierer“ führt, konzentrieren Sie sich auf die Lösung des Problems und die Suche nach einem konstruktiven Weg für beide Seiten. Rechtbehaltenwollen ist egozentrisch und konzentriert sich auf das Denken in Individuen statt auf Mannschaftsgeist. Damit macht man sich Feinde, also suchen Sie – unabhängig davon wer Recht hat – nach Lösungen, bei denen alle gewinnen.

10. Bauen Sie Brücken zwischen den Aussagen
Wir kennen es alle: Sie erzählen eine Geschichte, und plötzlich unterbricht Sie jemand und wechselt das Thema. Das wird sehr oft als respektlos empfunden. Um dieses Problem zu vermeiden, bauen Sie eine Brücke zwischen den Aussagen. Wenn Sie jemanden unterbrechen müssen, sagen Sie: „Deine Geschichte erinnert mich daran, dass…“ oder berühren Sie jemanden am Arm und schieben Sie Ihren Kommentar ein. Danach wenden Sie sich wieder an Ihren Gesprächspartner und wiederholen Sie, was er zuletzt gesagt hat, z.B.: „Du hast von X erzählt, ich habe dich unterbrochen. Erzähle doch weiter, das Thema interessiert mich.“

11.       Sprechen Sie in einfachen Sätzen
Eine Aussage, die aus Satzverbindungen besteht, in denen mehrere Prädikate vorkommen, ist so schwer zu behalten, dass der Zuhörer Ihrer Äußerung nach einer Weile einfach abschalten wird, weil er sich die ganze Aussage nicht merken kann, so wie in diesem Fall. Sprechen Sie also in einfachen Sätzen. Formulieren Sie kurz und bündig. Fassen Sie sich kurz. Erst dann beginnen Sie ein neues Thema. Machen sie eine Pause zwischen den Sätzen. Das erleichtert das Behalten. So wie in diesem Beispiel.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.

6 Sätze, die Ihr Team hören möchte

Was Sie sagen und tun, ist die operative Ebene. Es sind Techniken zur Umsetzung bestimmter Strategien. Obwohl Ihre Worte scheinbar einfach klingen und Ihr Verhalten wiederholbar zu sein scheint, verleiht der Grund ihrer Verwendung ihnen einen großen Impakt oder beraubt sie dessen ganz und gar. Zu verstehen was sich unter der Oberfläche einer kommunikativen Botschaft verbirgt, ist von ausschlaggebender Bedeutung für ihre Wirksamkeit, und die unsichtbare Intention entscheidet darüber, wie Ihre Worte und Ihr Verhalten vom Empfänger verstanden werden.

Unten finden Sie 6 kurze Sätze, die Menschen aus Ihrem Unternehmen (und Ihrem Umfeld) ganz sicher gerne hören werden. Ihr Wert liegt jedoch nicht allein in der Kraft der Worte, sondern ist in der Intention verborgen, mit der sie Sie aussprechen. Von ihr sollten Sie sich leiten lassen, um Ihre Umgebung positiv zu beeinflussen.

Das hast du toll gemacht

Positive Unterstützung in einer Kultur wie der polnischen, in der 80 % der Befragten regelmäßig fluchen, Hasskommentare eher die Regel der Internetkommunikation darstellen und das gegenseitige Vertrauen der Menschen so gering ist wie sonst kaum irgendwo auf der Welt (nur 12 % der Polen sind der Meinung, dass man den meisten Menschen vertrauen kann, in Dänemark sind es 66 %). Bewusstes und positives Feedback ist also ein besonders rares Gut.

Enthusiastische, optimistische Unterstützung durch Lob, Lächeln oder Handschlag bringt Anerkennung für jemandes Erfolg zum Ausdruck. Es zeigt freundschaftlichen Beistand, beugt Neid vor und richtet das belohnte Gehirn auf die Fortsetzung des gelobten Handelns aus. Lassen Sie keinen Tag verstreichen, ohne bei sich selbst, Ihren Nächsten und Mitarbeitern solches Handeln zu bemerken, dass Sie mit einem ehrlichen „Das hast du toll gemacht“ quittieren.

Ich weiß, dass du mehr kannst

In der Psychologie gibt es mehrere Gesetze, die den Zusammenhang zwischen dem Ergebnis und der Einstellung des Lehrers (Anführers, Chefs) beschreiben.  Der Rosenthal-Effekt zeigt, dass Menschen die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen möchten. Wenn also der Anführer glaubt, dass sein Schützling Besseres leisten kann, werden sowohl er als Führender als auch der Geführte dies unbewusst anstreben, um niemanden zu enttäuschen.

Ein weiterer ist der Galatea-Effekt: Richten wir positive Erwartungen an andere, so fangen sie auch unter widrigen Bedingungen an, sich gemäß unseren Erwartungen zu verhalten.
Das Gegenteil ist der Golem-Effekt: Menschen fangen an, sich gemäß negativen Erwartungen zu verhalten, auch wenn die Umstände es nicht erfordern (z. B. arbeiten die Angestellten schlechter, weil der Chef ihnen einredet, dass es nicht gelingt). Deswegen – nur zu! Glauben Sie an den gesunden Menschenverstand und erwarten Sie von ihrem Team Fortschritte: „Ich weiß, dass du mehr kannst“.

Ich weiß, dass du das hinkriegst

Auch die Hartgesottensten zweifeln manchmal und erleben schwierige Momente. Weil es mit einem Vertrag nicht geklappt hat, ein wichtiger Mitarbeiter versagt hat, Lieferanten sich verspäten. In solchen Fällen braucht man Unterstützung. Aber nicht nur sachliche Unterstützung, d. h. Problemlösewissen, sondern emotionale. Es geht um die Versicherung, dass man mit den Problemen nicht alleine dasteht; um das Vertrauen, dass man gemeinsam durch dick und dünn geht; um Unterstützung, deren Wert direkt proportional ist zu den Befürchtungen und anderen negativen Emotionen, die mit dem vorübergehenden Tief verbunden sind. Denn gerade dann wird ihre Geduld und Widerstandskraft auf die Probe gestellt, und  jemandem muss ihnen sagen, dass sie das hinkriegen.

Welche Lösung schlägst du vor?

An Analytikern, die Probleme unter den Mitarbeitern diagnostizieren, ist kein Mangel – jeder weiß genau, was nicht funktioniert. Doch die Diagnose selbst beseitigt das Übel nicht. Ohne konstruktive Lösungen wird es zur Nörgelei und führt zum Verlust der Handlungsmacht, zur Abgabe der Kontrolle an die äußeren Umstände.
Entscheidend ist in solchen Fällen, dass man als Team lernt, gewohnheitsmäßig nach Lösungen zu suchen, am besten nach drei auf einmal.
Dadurch erfüllt die Diagnose ihre analytische Aufgabe, und die Lösungsvorschläge eröffnen Möglichkeiten für die Zukunft. Zweitrangig ist dabei deren Brauchbarkeit, denn die stellt sich mit der Erfahrung ein; es geht vielmehr darum, die Gewohnheit des konstruktiven Denkens einzuüben, das dann mit der Zeit an Gehalt gewinnt.

Entschuldigung, ich habe mich geirrt

Einen Fehler zuzugeben zeugt nicht von Schwäche, sondern von Stärke. Die Anzeichen seiner eigenen Dummheit zu bemerken, ist ein Anzeichen für Klugheit, und Scham zu zeigen, beweist Mut. Eine Führungskraft, die nicht nur selbst etwas leistet und Ergebnisse anderer anerkennt, sondern auch menschlich sein kann, gewinnt die Herzen ihres Teams, und dem Herzen folgt man eher als dem Geld.

Ein Anführer, der Kraft mit Sensibilität paart, ist ein Mann der Zukunft, denn seine eigene Meinung und das Durchsetzungsvermögen bei deren Verteidigung eröffnen ihm in Verbindung mit einer empathischen Aufgeschlossenheit gegenüber anderen größere Ressourcen.
Deshalb: Haben Sie sich einmal geirrt, dann stellen Sie sich dem menschlichen, nicht idealen Teil von sich. Schauen Sie den anderen in die Augen und geben Sie den Fehler zu. Man wird es zu schätzen wissen.

Das wird ein guter Tag und danke für heute

Gemäß dem Primäreffekt merkt sich unser Gehirn am besten das, mit dem es zuerst zu tun hat, und gemäß dem Rezenzeffekt das, womit es zuletzt zu tun hat. Anders gesagt, entscheidend ist, womit Sie anfangen und schließen, denn darauf konzentrieren sich Ihre Leute.

Drücken Sie also, wenn Sie das Haus verlassen, Ihre Familie zum Abschied besonders fest, und begrüßen Sie sie, wenn Sie nach Hause kommen, genauso herzlich wie morgens. Begrüßen Sie, wenn Sie zur Arbeit kommen, alle enthusiastisch und mit einem motivierenden „Das wird ein guter Tag“, und bedanken Sie sich beim Weggehen unbedingt für den gelungenen Tag.

Dankbarkeit regt die Produktion von Antikörpern an (alle werden gesünder) und setzt Endorphine frei (Glücksgefühl). Neueste Untersuchungen zeigen, dass Beschäftigte, die auf Glück eingestellt sind, dem Unternehmen mehr Geld bringen als die, die ausschließlich Ergebnisse anstreben.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.

Nutzen Sie die Erfolgspsychologie

Viele von uns haben tolle Ideen, aber nur wenige setzen sie um. Was hält uns ab?

Die Antwort auf diese Frage lautet: fehlendes Wissen zum Thema Erfolgspsychologie. Dieser Wissenschaftszweig lehrt, wie man etwas plant, also sich genau und richtig Ziele setzt, wie man sich motiviert, wie man Feedback annimmt, um den Prozess systematisch zu verbessern, wie man Strategie in Handeln umwandelt. Faulheit, Ausreden und Schuldzuweisungen an andere sind auf fehlendes Wissen und Bewusstsein zurückzuführen.

Wie kämpft man dagegen? Soll man überhaupt kämpfen oder es akzeptieren, dass nicht jeder von uns hervorragend, ein Millionär usw. sein kann?

Nicht jeder muss ein Millionär sein, das bringt selten irgendwem Vorteile. Amerikanische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich ab einem Jahreseinkommen von 150 000 Dollar das Glücksniveau nicht ändert. Es hat im Grunde genommen keine Bedeutung, ob man noch mehr verdient, denn das ändert fast nichts mehr. Der Unterschied zwischen 2000 und 8000 Zloty monatlich ist ganz erheblich, aber zwischen 20 000 und 50 000 PLN wird er von der Lebensqualität her betrachtet schon kleiner, auch wenn es sich finanziell auszahlt.

Daher möchte ich fragen, was für jeden einzelnen die Selbstverwirklichung bedeutet, und was es heißt, man selbst zu sein. Menschen sind glücklich, wenn sie echte Beziehungen aufbauen, in ihrer Tätigkeit kompetent und zudem autonom sind, also unabhängig Entscheidungen treffen können.

Ich habe diese Frage für mich beantwortet und weiß, was ich im Leben erreichen und hinterlassen möchte. Diejenigen, die das gleiche machen, werden wissen in welche Richtung sie gehen sollen. Es gibt keinen Kampf, es gibt nur einen klaren Verstand, der uns zu Ergebnissen führt.

Wenn wir über eine Änderung in unserem Leben nachdenken z.B. über eine neue Arbeit, gibt es dafür überhaupt einen guten Moment? Etwa wenn man genug Ersparnisse auf dem Konto hat?

Ein guter Moment ist, wenn man reif für diese Entscheidung ist, damit man die Motivation dazu hat. Eine andere Bedingung ist eine gute Alternative zur bisherigen Arbeit, was Finanzen, Beziehungen, Ethik und vieles andere angeht. Eine dritte ist, es klug anzustellen: ohne die Brücken hinter sich abzubrechen, zivilisiert und sicher. Letzteres äußerst sich gerade in Ersparnissen.

Sollten die Änderungen in unserem Leben sich entwickeln, mit einem langen Vorlauf, oder sollte man es manchmal einfach nehmen wie es kommt?

Beides, das sind unterschiedliche Modelle. Die schnelle Lösung ist spekulativ – es kann ein plötzliches Wachstum geben und nach einer Weile einen starken Niedergang, weil mit der Änderung der äußeren Wirklichkeit keine veränderte Mentalität einhergeht und kein Erwerb neuer Kompetenzen, die das einmalige Ereignis in ein vorhersehbares und kontrolliertes Modell verwandeln könnten.

Eine Entwicklung dagegen, also organisches Wachstum, ist sicherer, aber langsamer.

Im Allgemeinen befindet sich alles, was zu schnell wächst (außer Tumoren und Embryonen), nicht im Gleichgewicht und geht zugrunde.

Ein Kraftsportler, der Steroide nimmt, wächst schnell, schädigt aber sein Herz. Lottogewinner verlieren das meiste Geld innerhalb von zwei Jahren nach dem Gewinn. Sicherer ist es daher, das Ersetzen der einen durch die andere Wirklichkeit in einer angemessenen Zeit zu vollziehen. Klar, manchmal muss man es beschleunigen, sollte aber dabei aufpassen.
Viele von uns ahnen in einem bestimmten Augenblick, dass ihre Arbeit oder das Studium, das sie abgeschlossen haben, nicht das sind, was sie im Leben machen möchten. Wie soll man mit diesem Gefühl umgehen?

Die meisten haben solch ein Gefühl, weil sie nach einem familiär-kulturellen Modell leben, ohne sich selbst zu erschaffen.

Man muss sich in vielen Zusammenhängen selbst erfinden, sich als Elternteil, Partner, jemandes Kind erschaffen.

Sonst werden wir nach den Vorstellungen leben, die andere von uns haben, und werden versuchen, uns zu arrangieren als passiver Vater, der das Geld nach Hause zu bringen hat, oder als Partnerin, die ihren Mann bemuttert. Die meisten menschlichen Probleme haben nichts mit dem Individuum zu tun, sondern sind kulturell bedingt. Der Opportunismus eines Brasilianers, die Nörgelei eines Polen oder der Konservatismus eines arabischen Extremisten haben mit ihrer Persönlichkeit nichts zu tun. Die Individuen sind lediglich unbewusste Träger kultureller Muster und bezahlen damit für das fehlende Bewusstsein früherer Generationen.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.

Sieben Motivationsebenen

Die Motivation ist einer der wichtigsten weichen Faktoren der Lebenswirksamkeit. Ohne sie mögen wir morgens nicht aufstehen, ohne sie verdient ein Verkäufer kein Geld, ohne sie plant ein Manager keine weiteren Aktivitäten.

Alle sprechen von ihr, aber nur wenige haben eine Ahnung, was Motivation ist, wie sie funktioniert und wie man motiviert. Nach der Lektüre dieses Artikels werden Sie viel mehr darüber wissen.

Was ist das?

Motivation ist die zum Handeln notwendige Energie. Das Wort „Motivation“ kommt vom lateinischen „movere“: sich bewegen, fortbewegen, auf den Kampf vorbereiten. Das Wort „motivum“ bedeutet sowohl „Beweggrund“ als auch „Ursache“. „Motiv“ hängt auch zusammen mit „motus“, Bewegung. Wenn Sie daher ein entsprechendes Motiv finden, werden Sie motiviert. Andernfalls unternehmen Sie nichts. Ein Grund ist immer mit einem Gedanken verbunden, der die Motivation auslöst (oder nicht), die dazu führt, dass Ideen umgesetzt werden, also handfeste Ergebnisse zeitigt.

Instinkt versus Denken

Die grundlegende und einfachste Motivationsebene ist instinktives Handeln: Ernährung, Fortpflanzung, Schutz vor Gefahren. Dazu brauchen wir keine Motivation, der Körper selbst reagiert auf Umweltreize und informiert uns über unsere Bedürfnisse durch Hunger oder Angst. Abgesehen von diesem besonderen automatisierten Verhalten, entspringt unsere übrige Motivation unserem Verstand und hängt von Bewusstsein und Entscheidungen ab.

Emotionen

Sobald die Instinkte befriedigt sind, beginnt die Evolution hin zur emotionalen Motivation. Im Endeffekt wird ein einfacher Mechanismus in Gang gesetzt: Sie streben nach dem Angenehmen und vermeiden das Unangenehme. Auf dieser Stufe beginnen Sie daran zu denken, was Sie erreichen möchten. Fragen Sie sich also: wie tue ich das, was ich tun möchte, so, dass es mir gefällt? Den Untersuchungen zufolge erhöht Musikhören beim Laufen die Motivation des Läufers. Emotionen motivieren uns nur während der Anstrengung, danach brauchen wir eine weitere Dosis. Wenn Sie eine langfristige Motivation wünschen: motivieren Sie sich mit Hilfe der weiteren Ebenen.

Problemlösung versus Ehrgeiz

Die Lösung von Problemen motiviert doppelt so stark wie das Erreichen von positiv formulierten Zielen. Wenn Sie sich oder andere auf dieser Ebene motivieren möchten, muss Ihr Ziel dafür sorgen, dass korrekt definierte Probleme der Zielgruppe gelöst werden. Wo drückt jemanden der Schuh? Wie schränkt es ihn ein? Wenn Sie mindestens drei Probleme finden und Ihr Ziel so vermitteln, dass man sie dadurch lösen kann, gehen Sie sofort auf die Ebene des Ehrgeizes über: Überlegen Sie, was passiert, wenn Sie das gesetzte Ziel erreichen. Zu wem wird derjenige, der die zu lösenden Probleme angemeldet hat, und was erreicht er dadurch? Ehrgeiz bedeutet gerade, zu „sein“ und zu „haben“, es geht darum, sich das gewünschte Ansehen zu erarbeiten und bestimmte materielle Güter zu erwerben.

Höhere Gefühle

Wenn Sie eigene Bedürfnisse befriedigen, wünschen Sie sich, dass der Erfolg auch ein Glücksgefühl umfasst. Das ist ein Zukunftstrend: Studien zufolge verdient ein auf Glück eingestellter Beschäftigter mehr als derjenige, der sich auf Verkaufsergebnisse konzentriert. Neben dem Glück zählen zu den höheren Gefühlen Liebe, Freude, Spontaneität, Kreativität, Altruismus (man hat eine größere Motivation, wenn man anderen hilft, als wenn man an sich selbst denkt, aber wir helfen anderen meistens erst dann, wenn unsere eigenen Bedürfnisse befriedigt sind). Wenn daher Ihr Ziel anderen hilft und deren Lebensqualität ändert, wie können Sie es anstreben, damit es einmalig ist? Was kreieren Sie, was denken Sie sich aus, worauf kommen Sie?

Mission und Vision

Wer sowohl Erfolg als auch Glück erreicht, beginnt als Werkzeug der höchsten Ziele zu handeln, d. h. der Veränderung der Welt. Globales Denken ist heute kein hochtrabendes Wort mehr, sondern eine Tatsache, die unter der jüngeren Generation zu den größten Motivatoren gezählt wird. Ein Grund? Ein einziger guter Handyfilm, der auf  YouTube veröffentlicht wird, kann binnen einer Woche berühmt machen. Noch einer? Alle Nutzer des Internets und der sozialen Medien verfolgen die Veränderungen in der Welt in Echtzeit von ihrem stillen Kämmerlein aus mit. Motivieren Sie also sich und die anderen auf dieser Ebene mit der Frage: Was ist meine Lebensmission? Welcher Sache widme ich mich voll und ganz? Und schließlich: was bleibt nach meinem Tod? Wie verändere ich die Welt?

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.

5 Feedback-Regeln

Wenn eine gute Theorie systematisch eingeübt wird, wird sie zur Gewohnheit. Können unterscheidet effektive Manager von denen, die es erst lernen. Besonders wichtig ist das in Notfallsituationen, in denen wegen starker emotionaler Erlebnisse kein Raum für verstandesmäßiges Denken oder Distanz bleibt, ohne die das Erreichen von Zielen unmöglich ist. Dies habe ich mehrfach am eigenen Leib erfahren. Letztes Jahr wurde ich auf einer Brasilienreise überfallen. Ich habe damals mein Auto mit dem ganzen Gepäck verloren. Die Verhandlungen mit den Angreifern endeten damit, dass ich einen Teil der verlorenen Sachen wiederbekam. Die seit Jahren gebildeten Gewohnheiten haben mir dabei geholfen, heil aus dieser dramatischen Situation herauszukommen. Ich konnte die Straßenräuber beruhigen und mein Leben retten. Ich wünsche niemandem, sich in einer ähnlichen Lage zu befinden, doch solche Situationen zeigen, dass man sich retten kann durch konstruktives Reagieren, das ein Effekt konsequenter Arbeit an sich selbst ist. Ich rate daher allen, die richtigen Gewohnheiten zu bilden und sich an die in diesem Artikel besprochenen Regeln zu halten.

Bemerken Sie die positiven oder die negativen Seiten?

Ein Glas ist zugleich halb voll und halb leer, beide Aussagen sind wahr, aber nur eine davon beeinflusst unsere Einstellung zu Verhandlungen positiv.

Egal was passiert ist und wie schlecht die Lage ist, beginnen Sie immer mit etwas Positivem, auch wenn es wie ein Truismus klingt. Dadurch wird der andere aufgeschlossen sein, zum Zuhören motiviert, und sich vor allem sicher fühlen. Die Menschen wissen meist, was sie falsch gemacht haben, sie wissen aber nicht, dass Sie trotzdem nach wie vor an sie glauben, sie unterstützen, und sie sich auf Sie verlassen dürfen. Sagen Sie also, falls jemand einen Fehler begangen hat: „Ich freue mich, dass wir uns treffen“, oder: „Gut, dass du in einer schwierigen Situation gesprächsbereit bist, ich weiß es zu schätzen. Das wichtigste für mich ist, dass du versuchst hast, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“ u.Ä.

Sprechen Sie von Verhalten oder Personen?

Persönlichkeitsänderung ist ein schwieriger und langwieriger Prozess, Verhaltensänderung geht viel einfacher und schneller. Wenn jemand etwas Dummes angestellt hat, bedeutet das überhaupt nicht, dass er dumm ist, genauso wie ein kluger Ausspruch niemanden gleich zum Intellektuellen macht. Wie jemand ist, ergibt sich im besten Fall aus einer Zusammenstellung von verallgemeinerten Eigenschaften, die ein entstelltes Bild abgeben.
Diese Kommunikation ist unpräzise und unpraktisch. Anstatt darüber zu sprechen, wie die Menschen angeblich sind, sprechen Sie vom konkreten Verhalten, z. B.: „Gestern, als du zu spät zum Treffen kamst“, und nicht: „Du bist unpünktlich“. „Toll, wie du die Zweifel jenes Kunden zerstreut hast“, anstatt: „Du bist ein talentierter Verkäufer“. Verhaltensweisen kann man wiederholen und in Gewohnheiten verwandeln, aber die Persönlichkeit ist weder wiederholbar noch duplizierbar.

Diagnostizieren oder konstruieren Sie?

Eine Diagnose ist die Beschreibung einer Situation aus der Vergangenheit. Sie nennt die Dinge beim Namen und erlaubt sie einzuordnen. Sie verändert nichts, denn sie bezieht sich auf Gewesenes. Sie ermöglicht, die Ursache eines Misserfolgs zu verstehen. An sich ist sie nicht konstruktiv, denn sie entwickelt keine Lösung für die Zukunft. Wenn Sie möchten, dass etwas nächstes Mal besser gemacht wird, stellen Sie Ihrem Gesprächspartner die Frage:

Was genau kann man nächstes Mal besser machen?

Denken Sie dabei nicht in den Kategorien der Fehlervermeidung (das ist reaktives Handeln – genauso wie die Annahme illusorisch ist, die Abwesenheit von Schulden sei mit Reichtum gleichzusetzen), sondern in den Kategorien von konstruktiven Lösungen. Einen Fehler begangen zu haben, sollte stets dazu führen, dass man daraus Lehren zieht und eine bessere Zukunft erschafft. Anstatt zu überlegen, was zu unterlassen ist, suchen Sie nach einer Antwort auf die Frage, was zu tun ist.

Sind Sie präzise oder abstrakt?

Die Mutter, die ihrem Kind im Sandkasten sagt, dass es brav sein soll, wird erzieherisch scheitern. Erstens ist die Anweisung, zu „sein“, nicht ausführbar (man kann aufheben, werfen, lächeln, aber nicht „sein“), zweitens ist das Wort „brav“ nicht präzise definiert. Würde sie sagen: „Gib das Spielzeug dem weinenden Kind zurück“, wäre es ihrem Kind möglich, diese Anweisung zu befolgen. Ersetzen Sie nun das Kind durch einen Mitarbeiter, die Mutter durch den Manager und überlegen Sie, wie oft am Arbeitsplatz in den Wind geredet wird, wenn es etwa heißt: „sei motiviert“, „gib alles“, „sei ehrgeizig“.

Die motivierende Kraft dieser Aussagen mag groß sein, aber ihr Gehalt ist minimal. Überprüfen Sie daher jede Ihrer Anweisungen durch die Frage:

Bin ich imstande, das praktisch umzusetzen?

Falls nicht, erwarten Sie es nicht von Ihrem Gegenüber.

Sind sie Vorbild oder Telepath?

Die psychologischen Untersuchungen zum effizienten Lernen lassen keinen Zweifel zu: Menschen lernen am schnellsten durch Nachahmen. Mehr noch, sie tun das, was sie bei ihrem Vorbild beobachten, und nicht was es sagt. Ist es inkohärent oder inkonsequent, verlieren sie das Vertrauen, die Motivation und sehen es nicht mehr als Autorität an.

Deswegen muss jeder Manager in der Praxis vorführen können, was er von anderen erwartet, und für seine Untergebenen ein Bezugspunkt sein. Das motiviert nicht nur ihn selbst (für andere machen wir mehr als für uns selbst), sondern bewirkt auch, dass das Team schnell etwas Neues lernt, ohne raten zu müssen, was der Chef meint. Niemand ist Telepath, aber jeder kann ein Beobachter sein.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.

7000 Teilnehmer bei The Way Ahead

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Wie man Fremdsprachen lernt – ein Film bei YouTube, der millionenfach angeschaut wurde

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BIO

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Dr. Mateusz Grzesiak ist Unternehmer, Lehrer, Trainer und Berater. Er hat ein Jura und Psychologiestudium absolviert und hat ein Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften.
Er lehrt international seit 13 Jahren in 7 Sprachen, vor allem auf den Märkten in Europa (u.a. Deutschland, England, Irland, Italien, Polen) und Lateinamerika (u.a. Ecuador, Mexiko, Brasilien, Kolumbien).
Er hilft Menschen und Firmem, ihre Ziele zu erreichen indem er die Instrumente der interdisziplinären Psychologie im beruflichen und persönlichen Kontext liefert (Verkauf und Marketing, Selbstverwirklichung und Beziehung, Kultur und Werte, Führung und Management)

Er ist Autor von 13 Büchern und hat schon zahlreiche Artikel international publiziert. Er ist in polnischen wie auch ausländischen Fernseh- und Rundfunkprogrammen zu Gast. Er arbeitet nicht nur mit Vorständen von Firmem zusammen, mittleren und höheren Führungskräften sondern auch mit Unternehmern, Bühnenstars, Sportlern und zehntausenden Personen aus der ganzen Welt. Auf seinen Social-Media-Kanälen hat er über 500 000 Followers. Er leitet Projekte, gibt Workshops und Schulungen, bringt digitale Produkte auf viele Märkte, hält Vorlesungen an unterschiedlichen Hochschulen, ist Geschäftsführer und leitet die Forschungsgruppe des Starway- Instituts.

Er ist verheiratet und sehr verliebt in Dr.pharm. Illina Raminez, mit der er eine Tochter Adriana hat.
Er liebt kolumbianischen Kaffee und argentinischen Malbec und hat fast 120 Länder bereist. Es ist besessen von Jiu-Jitsu und lernt sehr gern.
Für seine größten Erfolge zählt er das Kennenlernen seiner zukünftigen Ehefrau auf den Straßen der Mexiko-Stadt, als er seinen Schulungsteilnehmern Kommunikationstechniken demonstrierte; heil aus einer Entführung herausgekommen zu sein; in 7 Monaten mehr als 30 kg abgenommen zu haben; das bekannteste Psychologiebuch geschrieben zu haben; Bluthochdruck bekämpft zu haben, und auf der ganzen Welt Schulungen (auch in exotischen Ländern in deren Sprachen) durchführen zu können. Sein Lebensmotto lautet: „Schaffe dir ein Leben, indem du die beste Version von dir selbst bist, hast was du begehrst, Anderen hilfst und die Welt veränderst.“

Mateusz schläft nicht gern. Er ist Perfektionist, erwartet der Beste zu sein mit den höchsten Weltstandards. Was ihn nicht interessiert, ist ein Durchschnitt, jammern und die Suche nach den Schuldigen. Er ist aufgeschlossen, legt für sich und die Anderen ständig die Messlatte höher und will sein Leben im Dienst der Ideen leben, an die er glaubt. Seine Vision ist die Versorgung der Welt mit Instrumenten aus dem Bereich der interdisziplinären Psychologie- einer Wissenschaft, die psychologische Techniken aus verschiedenen Disziplinen zusammenführt, um innovative Modelle der Veränderung im persönlichen Leben und im Business zu entwickeln.

 

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Mehr lesen Wie findet man die Zeit, die einem fehlt? Mateusz Grzesiak: Listen Sie zuerst die Rollen auf, die Sie im Leben spielen Wie findet man die Zeit, die einem fehlt? Mateusz Grzesiak: Listen Sie zuerst die Rollen auf, die Sie im Leben spielen „Handeln Sie mit sich selbst aus, wie viel Zeit Sie welchen Aktivitäten widmen möchten. Dann haben Sie Ihr Leben unter Kontrolle.“

Über Zeitmangel klagen wohl alle – sie fehlt uns bei der Arbeit, wir können sie nach der Arbeit nicht finden, und das Wochenende ist zu kurz um aufzuholen, wofür unter der Woche keine Zeit blieb. Das ist die Folge einer ungeschickten Verbindung von Beruf und Privatleben. Dadurch verlieren Arbeitgeber weltweit 300 Mrd. Dollar jährlich, und so manche Familie durchlebt eine Krise. Wie findet man die Zeit, die immer fehlt? Man muss sie „machen“ – sagt Mateusz Grzesiak, Psychologe und Polens bekanntester Coach.

„Erst jetzt kommt bei den Menschen an, dass ihnen ein guter Hochschulabschluss und harte Fähigkeiten gar nichts bringen, wenn sie sich mit ihrer Frau oder ihrem Chef nicht verständigen können. Dann geht ihnen die sog. Work-Life-Balance kaputt, also das Gleichgewicht zwischen dem persönlichen und beruflichen Leben – Forschungen zufolge verlieren Arbeitgeber dadurch weltweit 300 Mrd. Dollar im Jahr. In Polen kommen wir überhaupt nicht damit zurecht, wir wissen nicht, wie man das eine mit dem anderen verbindet. Inder, Brasilianer und Mexikaner sind uns da voraus“, sagte Mateusz Grzesiak unlängst in einem Gespräch für „Weekend“.
Eine Folge dieser gestörten Proportionen ist die ständige Zeitknappheit. „Keine Zeit!“ – den Satz sagen wir oft. Vielleicht sogar jeden Tag. Wir beklagen, dass uns Zeit für uns und unsere Familie fehlt. Wie findet man sie? Man ändert seine Betrachtungsweise und teilt die vorhandene Zeit effektiv ein.
Was ist genau zu tun? Zuerst die Rollen auflisten, die wir im Leben spielen – auf der Arbeit, zu Hause und auch sonst. „Überlegen Sie, wann und wie viel Zeit genau Sie auf jede dieser Rollen verwenden möchten. Vielleicht arbeiten Sie von 8.00 bis 16.00 Uhr, von Montag bis Freitag, möchten aber dafür eine Stunde pro Tag Ihrem Kind widmen und einmal in der Woche mit Ihrem Partner ausgehen. Vielleicht genügt Ihnen ein Wochenende im Monat außerhalb der Stadt, um mit Ihrer Freizeitgestaltung zufrieden zu sein. Das Wichtigste ist, dass Sie mit sich selbst aushandeln, wie viel Zeit Sie welcher Aktivität widmen möchten. Dadurch haben Sie Ihr Leben unter Kontrolle, und es wird Ihnen keine Zeit fehlen, weil es das Normalste von der Welt sein wird, dass Sie sie ‚machen‘“, versichert Mateusz Grzesiak in der ersten Folge der neuen Videoreihe in „Weekend“.
Mehr lesen Kunst des Auftritts. Mateusz Grzesiak rät, wie man eine Präsentation hält und „verkauft“ Kunst des Auftritts. Mateusz Grzesiak rät, wie man eine Präsentation hält und „verkauft“ Eine gut vorbereitet Präsentation gibt einem ein Gefühl der Sicherheit, und das ist bei stressigen öffentlichen Auftritte sehr oft gestört. Es gibt aber Methoden, die in einer solchen Situation nicht nur den Stress beherrschen helfen, sondern eine erfolgreiche Vermittlung garantieren. Wie man ein sog. Präsentationsformat nutzt und während der Präsentation „auf den Körper achtet“, rät Mateusz Grzesiak, Psychologe und Coach.

„Jeder von uns hat einen anderen Lernstil, deswegen möchte jeder etwas auf andere Art präsentiert bekommen. Präsentiert jemand ein bestimmtes Thema und berücksichtigt dabei alle vier Phasen des Kolb-Zyklus [eine universelle Methode zum Projektieren eines wirksamen Lernprozesses – Anm. d. R.], so wird seine Wissensvermittlung effektiver“, versichert Mateusz Grzesiak.

Um welche vier Phasen geht es? Erstens darum, den Menschen eine Erfahrung zu vermitteln, so dass sie nachempfinden können, worüber man spricht. Zweitens darum, das Vermittelte durch einen Film oder audiovisuelles Material zu veranschaulichen. Drittens darum, einen konkreten Inhalt mitzuteilen, so dass die Zuhörer daraus konkret Nutzen ziehen können. Viertens darum, dass sie dieses Wissen im Leben gebrauchen können.
Mehr lesen Warum schauen wir so gerne in die Schlafzimmer der Prominenten? Warum schauen wir so gerne in die Schlafzimmer der Prominenten? Wenn Doda diesen Text gelesen hätte, wäre Sie schockiert - warum schauen wir in die Schlafzimmer der Prominenten hinein, sogar öfter als in unsere eigenen? Warum zieht mir meine Tochter Justin Bieber vor? Fragte ein Elternteil und schaltete bekümmert den Fernseher ein, um die Nachrichten zu gucken. Und erfuhr, dass die Mutter der kleinen Madzia in Freiheit lebt, welchen Anzug sich der Premierminister gekauft hat und wie Rihanna ihre Zeit am Strand in der Dreistadt (Danzig, Gdingen und Zoppot) verbrachte.

Vor vielen Jahren, noch in der vergangenen Epoche, wurde ich dazu erzogen, wie ein Einstein zu denken, wie ein Herkules zu trainieren, wie ein Leonardo da Vinci zu schaffen. Heutzutage will mein Kind nichts von ihnen hören, an die Stelle elterlicher Ratschläge ist Justin Bieber getreten. Die Autoritäten vergehen mitsamt ihren Generationen, und ihren Platz nimmt ein neues Wesen ein – Prominente. Geliebte und verhasste, solche die gern ganz oben stehen, oder solche, die das Eindringen der Fotoapparate in ihre Privatsphäre hassen, die, die „seit gestern“, und jene, die seit Kindertagen bekannt sind – Prominenz ist zu einem Teil der Kultur geworden, und verlangt als solche von uns Psychologen besondere Aufmerksamkeit.

Warum bleibt unser Blick auf der Seite einer Internet-Tageszeitung eher an Informationen über Dodas Unterwäsche hängen als an Unruhen in einem arabischen Land? Warum interessieren wir uns für die intimen Geheimnisse der Stars und zieht uns ihr Leben mehr an als unseres? Warum hassen manche Schauspieler die Paparazzi zutiefst (siehe den letzten „Newsweek“-Artikel von Maciej Stuhr) und verabreden sich andere eigens mit ihnen für bestimmte Fotos? Antworten auf diese Fragen finden Sie im vorliegenden Artikel. Prominenz ist nichts Neues. Die Menschen sind eine soziale Spezies und leben in Gruppen, die nach Status organisiert sind. Der Status entscheidet darüber, was und wann wir essen, mit wem wir das Bett teilen, von wem wir Freundschaft oder Hilfe erwarten dürfen. Schon in der Höhle wurde derjenige, der am meisten gejagt hatte, zum Anführer und genoss die Privilegien der Macht. Die anderen rechneten für ein ähnliches Verhalten mit denselben Vorteilen. Mit der Zeit wurden diese Anführer im Zuge der sozialen Evolution zu Monarchen und gaben Trends vor – in Recht und Politik, aber auch sonst, etwa in der Mode. Kaum jemand weiß, dass das weiße Hochzeitskleid ein Trend ist, den im Jahre 1840 die britische Königin Viktoria einführte!

Wir beobachten also die Promis als Menschen, die eine bestimmte Macht besitzen – nicht unbedingt politisch oder juristisch, aber mit Sicherheit emotional (man denke nur an die Mutter der kleinen Madzia aus Sosnowiec, deren Geschichte für Aufsehen gesorgt hat), durch das Image (David Beckham stiftete mit dem Abrasieren seiner Haare Heerscharen von Fans dazu an, es ihm gleichzutun) und sogar gesundheitlich (Angelina Jolie durch ihre Entscheidung zur Brustentfernung wegen des Brustkrebsrisikos). Und nicht nur wir Menschen – Forschungen haben gezeigt, dass Schimpansen lieber ein Foto des Anführers beobachten, als ihren Lieblingssnack zu essen. Wir wollen einen hohen Status. Prominente haben einen hohen Status. Also wollen wir Prominente.

Eine andere Frage ist die Hirnstimulation – der Effekt des bloßen Kontakts (Robert Zajonc, 1968) lehrt, dass wir lieber mögen, was wir öfter anschauen, selbst wenn wir es nicht bewusst tun. Das führt zu dem erstaunlichen Phänomen, bei dem ein von Promi-Fotos stimuliertes Gehirn (häufig mit einer Frequenz von ein paar Mal pro Tag beim Lesen der Presse) öfter mit einem Prominenten zu tun hat als mit der einmal pro Woche getroffenen Mutter.

Nach Monaten oder Jahren einer solchen Stimulation haben wir also die sehr irreale Überzeugung, dass wir die Prominenten kennen, dass sie uns nahe stehen, dass wir über sie sehr oft mehr wissen als über die eigene Familie, und dass wir ihre Geheimnisse kennen. Je mehr Prominenz in den Medien, desto mehr Prominenz registriert unser Gehirn. Je mehr das Gehirn davon stimuliert wird, desto mehr gewöhnt es sich daran, so dass die Menschen von der Präsenz der Stars in ihrem Leben abhängig werden. Und die Medien liefern den Menschen was sie anschauen möchten, und da schließt sich der Kreis.

Eine weitere Frage ist der häufig unerfüllte Kindertraum von einem außergewöhnlichen Leben – von finanziellem Erfolg, Glanz, Ruhm, Bewunderung und davon, mit großartigen Menschen zusammen und jung, schön und reich zu sein. In einer Kultur des amerikanischen Traums lebend, verwechseln wir unterbewusst Glück mit materiellem Erfolg und suchen nach Wegen, diesen Kindertraum zu verwirklichen. Nicht jedem gelingt das – um die Wahrheit zu sagen: den wenigsten gelingt es! Doch wenn man das real nicht haben kann, dann kann man es wenigstens anschauen. Und es erscheint ein Prominenter, der all diese Träume verkörpert; denn er ist reich (zumindest scheint es so, obgleich die Wirklichkeit oft völlig anders aussieht) und bekannt und sieht schön aus. So führt er also den Menschen all das vor Augen, was sie unterbewusst begehren, und selbst wenn sie es nicht offen zugeben, würden sie doch selbst gern, wenigstens für einen Augenblick, solch ein Leben kosten. Ein Prominenter ist also mein unerfüllter Traum, mein „ideales Ich“, die durch die westliche Kultur so sehr beworbene Zusammensetzung von: Attraktivität, Bewunderung, Ruhm, materiellem Reichtum. Wenn ich mich mit ihm identifiziere, habe ich den Eindruck, dass ich selbst ganz oben bin. Und wenn er über etwas stolpert, dann fühle ich mich ein bisschen besser, weil ich nicht ganz so schlecht dran sein kann, wenn denen ganz da oben das Gleiche passiert.

Prominente lösen, oft ungewollt und um einen hohen Preis, auch gesellschaftliche Probleme. In jeder Kultur gibt es Tabuthemen und gesellschaftliche  Funktionsstörungen (Dinge, die die Menschen gern erreichen möchten, was ihnen aber schwer fällt; Mikołaj Piskorski von der Harvard Business School). Ein Tabu in Polen ist es, sich selbst zu rühmen, denn die Kultur stempelt dieses Verhalten als Überheblichkeit ab. Und das ist problematisch, weil man sich manchmal rühmen muss – dieses Problem löst der prominente Prahlhans. Er wird für dieses Verhalten angeprangert, doch seine Einschaltquote steigt. Ein anderes Problem kann auch Ehebruch sein, mithin ein sehr heikles und intimes Thema. Damit verbunden sind heftige Emotionen, die oft unterdrückt und zurückgehalten werden. Und plötzlich hören wir in den Medien, eine bekannte Ehefrau sei von ihrem Mann betrogen worden. Der Leser saugt die Informationen auf – sehr oft mit Gewissensbissen, dass er jemandem mit Schuhen ins Schlafzimmer läuft –, weil er dank dem Prominenten etwas erlebt, das er selbst nicht erleben kann, da er es sich nicht traut. Prominente lösen also viele gesellschaftliche Probleme, und je größer das Problem ist, und je mehr es verdrängt wird, desto größer das Interesse daran. Die gesellschaftliche Zustimmung und ein deformierter Gerechtigkeitsbegriff – weil du so bekannt bist und so viel hast, dürfen andere deine Geheimnisse kennen – beschleunigen diesen Mechanismus zusätzlich. Wohl oder übel leben wir also in einer Prominenzkultur. Prominente sind Trendsetter und rücken mit Wucht an die Stelle bisheriger Autoritäten. Machen wir uns nichts vor – mit einem Scheidungsproblem identifizieren wir uns viel mehr als mit einer Rebellion in Kamerun, und ein zu tiefer Ausschnitt beschäftigt die Frauen mehr und häufiger als die Parlamentswahlen in Bangladesch. Diese Mikrowelt ihres Lebens mit Höhen und Tiefen ist gewissermaßen eine Geschichte über jeden von uns. Und das ist schließlich unser Lieblingsthema.
Mehr lesen Beruf COACH Beruf COACH Fast alle Preisträger des unlängst von unserer Redaktion organisierten Wettbewerbs „Perlen des Personalwesens“ beschrieben ihre Arbeit als ständige Bildung und Wunsch nach Entwicklung. Manche von ihnen überlegten, in welcher Richtung sie sich noch fortbilden und ihre Karriere entwickeln könnten. In solch einer Situation lohnt es sich, den Rat eines Psychologen oder Coaches einzuholen. Einer der Besten seines Faches ist unser Gesprächspartner. Hier ein Gespräch mit Mateusz Grzesiak, einem polnischen Persönlichkeitstrainer und Autor von Büchern aus den Bereichen Erfolgs-, Veränderungs- und Beziehungspsychologie sowie emotionale Intelligenz. Sehr zu empfehlen!

Seit ein paar Jahren ist eine richtige „Schwemme“ von Persönlichkeitstrainern zu beobachten. Wie unterscheidet man einen guten von einem schlechten Coach? Wie viel Zeit brauchen Trainer, um Perfektion zu erreichen?

„Die Trainerschwemme hängt mit den Bedürfnissen des Marktes zusammen, der mit Magistern gesättigt ist, die ohne „weiche“ Fähigkeiten für die Arbeitgeber in manchen Professionen nicht ausreichend attraktiv sind. In den USA werden die Dienstleistungen von Coaches auf der mittleren Führungsebene sehr oft in Anspruch genommen, auf der höheren Führungsebene fast immer. Diese Schwemme ist der natürliche Lauf der Dinge und eine Angleichung an den westlichen Sachverhalt.

Ein guter und ein schlechter Coach unterscheiden sich durch die gleichen Faktoren wie in anderen Professionen. Ausbildung, Kenntnisse, Arbeitsjahre, Kundenzahl, Marktrenommee. Das Prinzip ist unveränderlich, unabhängig von der Branche – es gewinnen die Besten, weil der Markt sie auswählt.“
Welche weichen Fähigkeiten sollte jemand haben, der in einer Personalvermittlungsagentur arbeitet, wie sollte er mit den Bewerbern sprechen und welche Techniken anwenden, um das Potenzial des Bewerbers so gut wie möglich zu überprüfen?

„Je präziser der Personalvermittler die Bedürfnisse des Arbeitgebers kennenlernt und das Bewerberprofil entwickelt, desto wahrscheinlicher ist ein Erfolg. Eines der besten Instrumente zur Informationserhebung ist das Metamodell, ein Instrument des Neurolinguistischen Programmierens, dessen Modelle sich zum Teil aus der kognitiven oder der Verhaltenspsychologie herleiten. Hilfreich ist bestimmt auch die emotionale Intelligenz, darunter auch Empathie. Sie ermöglicht es, Emotionen anderer zu erkennen und nachzuempfinden, was zur Erkennung der Motive der Bewerber beiträgt. Marketingmodelle helfen, psychografische und demografische Profile zu entwickeln, die ein Schlüssel zur richtigen Auswahl sind.
Was die Techniken selbst angeht, hier einige Beispielfragen zur Erkennung des Bewerberpotenzials:

1. Wie sehen Sie sich in drei Jahren? – diese Frage prüft das Ambitionsniveau des Bewerbers und seinen Wunsch nach Entwicklung.
2. Was halten Sie für Ihre stärkste Seite? – prüft das Niveau des Selbstvertrauens.
3. Warum sind gerade Sie der Richtige für diese Stelle? – prüft die Vorbereitung des Bewerbers auf die Stelle.
4. Was müsste Ihr Arbeitgeber tun, damit Sie kündigen wollen? – hilft Werte zu erkennen und den Bewerber adäquat für den Arbeitgeber auszuwählen.
5. Was war ihre größte Lektion im Leben, und was haben Sie daraus gelernt? – prüft das Niveau der emotionalen Reife des Bewerbers und seine Fähigkeit Feedbackannahme.“

Wie hilft man Personalvermittlern, ihr Spitzenpotenzial zu erreichen? Und wie bringt man ihnen bei, das Spitzenpotenzial aus den Kandidaten zu „ziehen“?
„Genau dazu dienen Coaching und Erfolgspsychologie. Durch die richtige Setzung der Ziele und Maßnahmen zu ihrer Verwirklichung, zur Feedbackentnahme aus dem Fortschritt und zur Einführung entsprechender Veränderungen lernt der Bewerber die erforderlichen Kompetenzen und erzielt die geplanten Ergebnisse.

Ein wichtiger Faktor ist auch, den Bewerber weich zu inspirieren und zu motivieren, indem man Anerkennung und den Glauben an seine Möglichkeiten zum Ausdruck bringt, sowie eine harte Herangehensweise, die auf der Vermittlung konkreter Fertigkeiten basiert.“

Wo liegen Ihrer Meinung nach beim Personalmanagement die größten Schwierigkeiten für Personalabteilungen, und welche Tipps würden Sie denen geben, die in dieser Branche arbeiten?

„Angesichts der aktuellen Trends sind das: das Management der Generationsunterschiede, das allmähliche Ausscheiden der Baby-Boomer und die wachsende Rolle der Generation Y, die Arbeit in einem interkulturellen Umfeld und die Fähigkeit, sich sicher in den Unterschieden zwischen den Nationen zu bewegen, der Übergang von der Stufe der heldenhaften Führung zum Teamdenken, der Wechsel von der Kultur der langfristig ausbrennenden Helden zu einer Kultur der Bildung, die Verringerung der immer noch vorhandenen Ungleichheit zwischen den Frauen und Männern, das Fördern der Work-Life-Balance, bei der die Polen schlecht abschneiden, die Entwicklung weicher Kompetenzen, ohne die heutzutage jegliche Karriereplanung unmöglich ist. Der wichtigste Tipp lautet, die erwähnten Tendenzen zu verstehen und die Personalressourcen in einer Organisation in diesem Bereich fortzubilden.“

Werden einige Menschen einfach als Anführer geboren? Oder lässt sich durch entsprechendes Coaching aus jedem ein Anführer machen?

„Niemand wird als Anführer geboren, weil es einen solchen Genotyp nicht gibt. Das ist eine Mischung von weichen Faktoren, wie Ausstrahlung, Motivation, starke Persönlichkeit, und harten, also ein Set von konkreten Kommunikations- und Managementkompetenzen. Coaching lehrt keine Fähigkeiten, ist also kein ausreichendes Instrument, um Anführer zu werden. Erst die Verbindung von Coaching und einer entsprechenden Ausbildung führt zum Erfolg.
Das Interview erschien in der Dezembernummer des Magazins „Rekruter“ [„Personalvermittler“].
DEZEMBER (72) 2015 | WWW.MAGAZYNREKRUTER.PL | ISSN 2083-5302
Mehr lesen Ohne Verkauf kein Erfolg Ohne Verkauf kein Erfolg Selbst die bahnbrechendste Erfindung bringt kaum einen Nutzen, wenn sie nicht richtig verkauft wird. Polen können das sehr oft nicht.

Verkauf ist unabdingbar

„Unsere Nation kann eindeutig nicht verkaufen. Dabei steht Verkaufen bei den Fähigkeiten, die Arbeitgeber erwarten, an fünfter Stelle. Kaum auszudenken, wie viel Geld wir nicht in der Tasche haben, nur weil wir in Sachen Marketing und Verkauf ignorant sind“, sagt Mateusz Grzesiak, der Vorsitzende von Starway.

Vor einigen Jahren entwickelten polnische Forscher einen blauen Laser auf Galliumnitridbasis. Es sollte ein Wunder der polnischen Technik mit einem Wert von 3 Mrd. Zloty werden. Doch während die Polen sich in Spekulationen überboten, wo der Laser angewandt und wie er die gegenwärtige Technologie ändern würde, und ein aus öffentlichen Geldern finanziertes Programm nicht zündete, schlief die Welt nicht, sondern begann, eigene Lösungen zu entwickeln, und griff dabei teilweise auf die Idee made in Poland zurück. Die Produktion begann, dann der Verkauf, und blaue Laser tauchten in den Firmen weltweit auf. Polen blieb auf ein paar Prototypen der „Wunder“-Erfindung und ungenutzten Patenten sitzen.

Meister der vertanen Chancen

Wir haben begabte Forscher und Ingenieure im Land, aber was bringt das, wenn wir oft nicht in der Lage sind, unsere Ideen zu verkaufen.
„Polen können nicht verkaufen, und solange sie es nicht lernen, werden sie arm bleiben, selbst wenn sie Fantastisches erfinden. Allenfalls wird das von jemand anders genutzt“, sagt Jeremi Mordasewicz, Vorstandsberater der Konfederacja Lewiatan.

Nicht erst ein Mal hat der Mangel dieser Fähigkeit dazu geführt, dass Firmen ein einträgliches Geschäft nicht abschließen oder eine bahnbrechende Lösung nicht nutzen konnten. Und noch mehr als ein Mal kann es dazu kommen.

„Schlechte Vertragsverhandlungen können auch ein Grund für den Niedergang des Automobilherstellers FSO sein. Mit einem Fragezeichen versehen ist auch die Zukunft des Graphens“, erinnert Marek Sodolski, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von E-point, Experte von Polish National Sales Awards (PNSA).

„Wir verlieren die ökonomischen Kriege – wir bezahlen beispielsweise mehr für Gas als die anderen Länder, überlassen unseren Markt zu selbstmörderischen Bedingungen fremdem Kapital. Wir entscheiden uns für französische Hubschrauber statt für polnische, und den Jaguar werden sie in der Slowakei und nicht an der Weichsel bauen lassen“, betont Mateusz Grzesiak, Coach und Trainer, Vorsitzender von Starway.

Seiner Ansicht nach verlieren wir in diesen Fragen nicht nur aus ökonomischen und politischen Gründen, sondern auch deswegen, weil wir nicht imstande sind, richtig zu verhandeln, für uns zu werben oder ein Bild von Polen in den Köpfen der Ausländer zu erzeugen.

„Seit 25 Jahren schafft Polen es nicht, eine Idee für das nationale Branding zu entwickeln, kaum auszudenken, wie viel Geld wir nicht in der Tasche haben, nur weil wir in Sachen Marketing und Verkauf ignorant sind“, meint Mateusz Grzesiak.

Schuld ist die Geschichte

Nach Ursachen für den Mangel an Verkaufsfähigkeiten braucht man nicht lange zu suchen.
„Die polnische Gesellschaft hat sich aus der Adelskultur entwickelt, und die Adligen befassten sich mit der Herstellung von Lebensmitteln, nicht mit dem Handel“, erklärt Marek Sodolski.

Während man bei uns für Betätigung im Handel den Adelstitel verlieren konnte, wurden Handelserfolge in England mit dem Adelstitel belohnt.

„Der Kaufmannsberuf war in Polen nie gut angesehen“, gesteht Prof. Grażyna Śmigielska von der Ökonomischen Universität Krakau, Expertin von PNSA.
Das lässt sich sehr gut in der Literatur beobachten – will sich doch die aus gutem Hause stammende und schlagartig verarmte Heldin in Bolesław Prus’ Roman „Die Puppe“ um nichts in der Welt an den reichen Kaufmann Wokulski binden.

Jeremi Mordasiewicz unterstreicht, dass mangelnde Verkaufsfähigkeiten nicht nur Polen, sondern alle postsozialistischen Länder kennzeichnen.
„Wir sind in der sozialistischen Wirtschaft aufgewachsen, also einer Mangelwirtschaft, in der die Konsumenten um die Gunst der Verkäufer buhlten, so dass letztere sich weder bemühen noch Verkaufstechniken lernen mussten“, erklärt der Lewiatan-Berater.

„Die Volksrepublik hat den Verkaufsfähigkeiten der Polen den letzten Stoß versetzt. Selbständige waren ihr verhasst“, betont Marek Sodolski.
Anders war es etwa in Deutschland, wo Kaufleute die Hauptrolle spielten.

„Die dort gegründete Hanse war damals eine der größten internationalen Korporationen, die ihren Willen Königen aufzwingen konnte und sogar einen Krieg gegen Dänemark im 14. Jh. gewann“, erzählt Marek Sodolski.

Meister der Selbstpräsentation sind seiner Meinung nach auch die in der Kultur des „alles ist möglich“ aufgewachsenen Amerikaner, die zu allen möglichen Anlässen Reden halten und in Präsentation, Verkauf und Markenentwicklung Trendsetter sind.

„Verkaufsmöglichkeiten im Blut haben auch die Einwohner von Ländern in Südwesteuropa, Asien und Nordafrika, wo der Handel historisch ein wichtiger Wirtschaftszweig war. Gefördert werden sie noch durch Offenheit, Gesprächigkeit und Kontaktfreude, die auch kulturell bedingt sind“, fügt Prof. Grażyna Śmigielska hinzu.

Zeit für eine Verkaufslektion

Polen lernt Wirtschaftsbeziehungen seit 25 Jahren. Und immer noch haben wir auf diesem Gebiet viel nachzuholen.

„Viele Hersteller sind nicht mit der neuen Realität zurechtgekommen und vom Markt verschwunden, weil sie sich nicht ausreichend schnell Verkaufskünste angeeignet haben. Andere haben die Lücken Ihrer Verkaufsfähigkeiten geschlossen und nach einer Zeit des Niedergangs ihre Position wieder gefestigt. Bestimmt ist die junge, mit dem freien Markt aufgewachsene Generation besser darauf vorbereitet, auf dem Markt zu konkurrieren, aber wir haben immer noch viel zu tun, um Gesellschaften einzuholen, die seit Jahrhunderten in einer Marktwirtschaft leben“, sagt Jeremi Mordasiewicz.

Es lohnt sich, sich zu bemühen, denn nur dadurch werden wir konkurrenzfähig.

„Die meisten Beziehungen haben derzeit eine Form des Verkaufs. Wer die Kunst des Verkaufs und der Verhandlung beherrscht, hat jetzt ein weites Feld, um sich hervorzutun“, unterstreicht Marek Sodolski.


„Der Verkauf lehrt, flexibel zu sein und sich an Veränderungen anzupassen, erhöht den Verdienst, da dieser von der Qualität der Kommunikation abhängt, und bringt eine verantwortungsbewusste Gesellschaft hervor, mit einer Erzählung von Siegern, die auf ihre Erfolge stolz sind, nicht von Opfern, die ihre Misserfolge kultivieren“, meint Mateusz Grzesiak.
| Sylwia Wedziuk, Puls Biznesu [Business-Puls]|
Mehr lesen 10 Motivationstechniken, die Sie morgens auf die Beine bringen 10 Motivationstechniken, die Sie morgens auf die Beine bringen Zum Besuch im Fitnessstudio, zum Nordic Walking oder zu einem einfachen Spaziergang. Dass Sport gesund ist, weiß jeder. Dass eine Zuckerkrankheit oder Herzerkrankungen durch Fettleibigkeit hervorgerufen werden, weiß auch jeder. Es ist auch keineswegs ein Geheimnis, dass Sport das psychische Wohlbefinden beeinflusst. Aber das Wissen allein genügt nicht, man braucht auch Motivation, also die Fähigkeit, seine Emotionen so zu managen, dass man sie auf ein Ziel richten und konkrete Maßnahmen ergreifen kann, um es zu erreichen. Die unten dargestellten Techniken helfen Ihnen dabei.

1. Was möchten Sie erreichen?
Ohne ein korrekt formuliertes Ziel kann von Motivation keine Rede sein. Sie müssen also genau wissen, was Sie erreichen wollen. Das muss auf einem Zettel stehen, leicht zu behalten und physisch realisierbar. Statt zu denken: ich möchte gesund sein, schreiben Sie: ich laufe dreimal wöchentlich vor dem Frühstück 30 Minuten lang. Ersteres ist abstrakt, letzteres konkret und machbar, weil es das Verhalten betrifft.

2. Erzählen Sie anderen davon
Eine öffentliche Verpflichtung hilft, informieren Sie also über Ihr Ziel alle, die Ihnen wichtig sind. Zunächst die Familie, dann vielleicht Bekannte, schließlich Personen aus den sozialen Medien. So werden Sie daran erinnert: Versprochen ist versprochen, und weil Sie ein ehrenhafter Mensch sind, werden Sie später keinen Rückzieher machen.

3. Warum können Sie es tun?
Selbstbewusstsein bringt nicht nur mehr Geld, sondern auch bessere Ergebnisse in der Schule und im Sport. Durchsetzungsfähige Menschen sind motivierter und erreichen Ziele besser. Dieses Selbstbewusstsein ist keine angeborene Eigenschaft, sondern ein psychischer Zustand, den wir selbst durch bestimmte Verhaltensweisen und eine Denkweise hervorrufen, die u. a. auf dem Gefühl beruht, kompetent zu sein. Genau: Finden Sie drei Gründe dafür, dass Sie Ihr Ziel erreichen können!

4. Schluss mit den Ausreden
Nehmen Sie ein Blatt Papier und schreiben Sie alle Ausreden auf, die Ihnen mit Sicherheit einfallen. Keine Zeit, gesundheitliche Probleme, Argumente wegen des schlechten Wetters, keine Lust usw. – es ist unwichtig, wie Sie selbst sich etwas vormachen werden, seien Sie einfach auf Ihre Schwächen vorbereitet und legen Sie sich eine Antwort auf die jeweilige Ausrede zurecht. Ich habe keine Zeit? Unsinn, Zeit wird gemacht, also können Sie auch welche für Sport machen. Ich habe keine Lust? Dann machen sie motivierende Musik an usw.

5. Sehen Sie das ganze Puzzle
Die einzelnen Teile unseres Lebens stehen miteinander in einer Verbindung, die nicht selten auf den ersten Blick unsichtbar ist. Aber alles zusammen bildet ein System der kommunizierenden Röhren, in dem ein Kontext die anderen beeinflusst. Wenn Sie bessere Leistungen im Sport erzielen werden, profitieren Sie von der gleichen Disziplin bei Ihrer Arbeit und kommen weiteren Ergebnissen näher. Es ändert sich Ihr Sexleben, denn sobald Sie selbstbewusster sind und sich attraktiver fühlen, werden Sie zu einem besseren Liebhaber. Stellen Sie sich vor, wie Sport die einzelnen Teilen Ihres Lebens ändert.

6. Werden Sie ein nachahmenswertes Vorbild
Wir machen mehr für andere als für uns selbst, weil Altruismus den Körper besonders zur Ausschüttung der Glückshormone stimuliert. Für wen könnten Sie also ein nachahmenswertes Vorbild werden, indem Sie regelmäßig Sport treiben? Für Ihr Kind, das dank Ihnen nicht dick wird? Für den Partner, der mehr auf sich achten wird, wodurch sich Ihre gemeinsame Beziehung entwickelt? Für die Arbeitskollegen, die in Ihnen eine vielseitige Person sehen werden? Überlegen Sie, wer Sie in Bestform braucht.

7. Was möchten Sie beweisen?
Jeder möchte der Welt etwas zeigen. Vielleicht einem faulen Elternteil beweisen, dass etwas geht. Vielleicht einem beleibten Ehepartner zeigen, dass man nur wollen muss. Vielleicht sich selbst beweisen, dass es höchste Zeit ist, die nächste Stufe zu erklimmen und eigene Beschränkungen zu überwinden. Wer etwas beweisen möchte, dem mangelt es nicht an Motivation, und wer Motivation hat,  unternimmt etwas.

8. Was hat Sie eigentlich abgehalten?
Ausreden sind nur die Spitze des Eisbergs, darunter verbergen sich immer bestimmte Überzeugungen. Jedes Kilogramm Übergewicht, außer im Falle von Erkrankungen, steht für einen konkreten Gedanken über uns selbst, etwa: „Ich will nicht abnehmen, weil ich mich vor den Männern schütze“, oder: „Wenn ich diszipliniert Sport zu treiben beginne, werde ich nicht mehr so tun können, als ob ich meine Arbeit mag, obwohl ich eigentlich gerne aussteigen möchte“. Fragen Sie sich also, was Sie wirklich abhielt, und setzen sich auseinander mit den Dämonen hinter dem Vorwand „Faulheit“, „keine Zeit“ oder „keine Lust“.

9. Benutzen Sie Einbildungskraft und Ohren
Forschungen haben bewiesen, dass durch Vorstellungskraft und Musik unsere Lust zum Trainieren geweckt und dessen Qualität verbessert wird. Stellen Sie sich also so detailreich wie möglich vor, wie Sie Sport treiben: mit wem, wo, wie genau Sie es tun, zu welcher Uhrzeit, wie Sie aussehen, wie gut Sie sich fühlen usw. Schalten Sie auch motivierende Musik ein – eine, durch die Ihr Körper von selbst aktiv wird

10. Suchen Sie sich Unterstützung
Ein guter Trainer arbeitet für Sie einen Trainingsplan aus, Laufen kann man zusammen mit Bekannten, und ein Sportwochenende mit der Familie bringt Sie einander näher. In einer Gruppe geht es einfacher, ist die Motivation größer, kann man Erfahrungen austauschen und gemeinsam Ziele erreichen. Umgeben Sie sich mit Menschen, die ehrgeizig sind und Ihnen emotional oder sachlich in der Erreichung Ihrer Sportziele beistehen.

Der Artikel erschien in der neuesten Beilage „Czas na Fitness“ [„Zeit für Fitness“] der Zeitschrift „Przegląd Sportowy“ [„Sportschau“].
Mehr lesen Motivation ist ein Lebensstil Motivation ist ein Lebensstil Motivation, oder wie man sich aus dem goldenen Käfig befreit, und ob ein Leben jenseits der Komfortzone komfortabel sein kann – diese und andere Fragen beantworten der polnische Persönlichkeitstrainer Mateusz Grzesiak und seine Frau Iliana Ramirez in einem Gespräch mit Karolina Kryś.

Was ist eigentlich Motivation?

Mateusz: „Die Fähigkeit, gesteckte Ziele zu erreichen, ganz allgemein. Man kann das als eine Lebenseinstellung betrachten, die darauf basiert, dass man wollen muss, um zu wollen. Man kann es ebenso wissenschaftlicher, psychologisch betrachten – und sagen, dass es ein Set von emotionalen, kognitiven und Verhaltenstechniken ist, die dazu dienen, dass der Mensch im weitesten Sinne Enthusiasmus und Energie zum Handeln besitzt. Berechtigt ist auch eine mehr philosophische Betrachtungsweise – eine Motivation ist ein Lebensstil, der auf den eigenen Rechten und darauf basiert, auf welche Weise man funktionieren möchte.“

Bekanntlich besitzen viele Menschen eine persönliche Komfortzone, in der sie im Alltag funktionieren, indem sie dieselben bekannten und beherrschten Tätigkeiten ausführen. Zweifellos ist das, als ob man sich selbst in den sprichwörtlichen goldenen Käfig sperrt. Und als ob man durch die Käfigstäbe hindurch die unzähligen Möglichkeiten begafft, die wir uns nicht zu ergreifen trauen, weil wir die Notwendigkeit fürchten, einen Ort zu verlassen, der uns Sicherheit gibt. Wie kommt man dagegen an?

Mateusz: „Jeder, der anfängt etwas zu üben, ob das nun Englischunterricht, Fitnesstraining oder Kommunikationsfähigkeit in der Beziehung ist, gewöhnt sich ab einem bestimmtem Zeitpunkt daran, die Fähigkeit wird für ihn zu einer Angewohnheit. Kurz gesagt, jeder wird nach bestimmten, sich wiederholenden Mustern funktionieren, die unbewusst sind. Dann tritt etwas ein, das man Stabilisierungsphase nennt. Diese Phase bedeutet, dass man sich an eine bestimmte Art Reize aus der Wirklichkeit gewöhnt.

Sie haben das goldener Käfig genannt, es braucht nicht unbedingt ein Käfig zu sein, sondern ist eine bestimmte Eigenschaft des Gehirns, das danach strebt, alle Formen des Handelns zu vereinfachen. Z. B. fahren wir Auto und denken nicht daran, wie wir losfahren, den Gang einlegen – es geschieht einfach. Das ist zweifellos von Vorteil, weil man alles schnell und einfach machen kann – das sind Gewohnheiten. Von Nachteil ist dabei, dass wir, wenn uns etwas im Leben nicht gelingen will und wir einen Fehler machen, nicht so erfolgreich sind, wie wir könnten, und dann im Käfig landen. Nur deswegen, weil wir nicht wissen, dass wir einen Fehler gemacht haben. Andererseits sind wir schon so an eine bestimmte Form gewöhnt, etwas zu tun, dass wir nicht unbedingt Lust haben, das zu ändern. Natürlich wissen wir wie, haben aber Angst davor. Ich würde also die Arbeitsweise des Gehirns nicht durch den Begriff des goldenen Käfigs dämonisieren.

Ich würde sagen, dass jede Gewohnheit nach Stabilisierung strebt, weil das komfortabel für uns ist.

In meiner Profession spricht man sehr oft vom ‚Schubladendasein‘, es gibt diese umgangssprachliche Redeweise ‚die Schublade verlassen‘ (engl. out of the box), das bedeutet, seine Denkweise zu ändern, jenseits der gängigen kognitiven Schemata zu denken.“

Ist es nicht ein bisschen so, dass das Problem viel tiefer liegt? Ich denke an den Wunsch, alles zu kontrollieren, der dazu führt, dass wir in jeder erdenklichen  Situation versuchen, übermäßig vernünftig zu sein, weil wir nicht an eine positive Wendung der Ereignisse in unserem Leben glauben.

Mateusz: „Erstens, in einigen Fällen ist das sehr wohl möglich, zweitens ist das eine Art Eigenschaft. Manche wollen Perfektionisten sein, also streben sie danach, alles zu kontrollieren. Andere gehen das Leben, ganz im Gegenteil, sehr spontan an. Ein Beispiel auf der Makroebene wäre, dass die Polen als Nation verstanden haben, dass vom Unternehmerischen her Kontrolle und Planung erforderlich sind, und das sehr rational betrachten. Von der Beziehung her haben wir immer noch das romantische Modell von vor zweihundert Jahren, die Menschen denken: Liebe kommt, Liebe geht, es wird schon werden, mal sehen, was dabei herauskommt, sprich, wir sind spontan, wir können das gar nicht kontrollieren, und die Zahl der Scheidungen steigt enorm. Die Leute wissen nicht, wie man mit den grundlegendsten und psychologisch oft einfach zu verarbeitenden Streitigkeiten klarkommt, weil sie nur in spontanen Kategorien denken. Wenn wir irgendetwas in den Kategorien eines polnischen Problems der Einstellung zur Welt benennen wollten, dann würde ich das so ansehen, dass die Menschen nicht wissen, wie sie sich motivieren sollen. Sie wissen nicht, welche Fragen sie sich stellen sollen, und wissen nicht, dass man Motivation nicht hat, sondern sie macht. Natürlich auf die richtige Art mithilfe einer bestimmten Denkweise. Motivation existiert auf verschiedenen Ebenen, außer den selbstverständlichen motivationsphysiologischen Fragen wie Schlafen, Trinken, Essen, zu denen wir uns im Allgemeinen nicht motivieren müssen, betreten wir eine Ebene der Motivation, wo unser Gehirn die erste Geige spielt.
Die erste Ebene ist Motivation zur Problemlösung – ich muss mich fragen: welche drei Hauptprobleme löst das Ziel, das ich erreichen möchte.

Die zweite Ebene – zu wem werde ich dank diesem Ziel, und was kann ich dadurch erreichen, also Haben und Sein – das ist die Ebene des Ehrgeizes.

Die nächste Ebene ist die Gefühlsebene – wie werde ich spontaner, liebender, enthusiastischer, ruhiger, sobald ich das Ziel erreiche. Und folglich, wie motiviere ich mich auf dieser Ebene.

Dann die Ebene des Altruismus – wie hilft das, was ich tue, anderen. Diese Ebene kommt gleich nach der Ebene der Selbstverwirklichung – erlaubt also, mehr man selbst zu sein, weil jedes Ziel, das wir erreichen, uns als Persönlichkeit formt.

Die Ebene der Vision: wie verändert das, was ich erreiche, die Welt, oder auf der Mikroebene: Polen oder meine lokale Gemeinschaft, und dann im Großen. Und dann brauchen wir nicht mehr daran zu denken, dass ein Problem besteht, und es gründlich zu analysieren, sondern uns nur darüber im Klaren zu sein, dass die meisten menschlichen Probleme aus Ignoranz resultieren. Damit einher geht natürlich ein Mangel an Wissen, oft fundamentalem Wissen, das in meinem Beruf so selbstverständlich ist wie nur was, und das leider noch nicht zum Mainstream gehört, also noch nicht allgemein verbreitet ist. Anstatt zu lernen, was die Hauptstadt von Madagaskar ist, wäre es manchmal besser, emotionale Intelligenz zu lernen, dann wüssten wir, wie das funktioniert. Hingegen ist der Grund für das, was Sie mit der Metapher vom goldenen Käfig dargestellt haben, wodurch die Menschen motivationslos in der Komfortzone verharren, die Tatsache, dass sie nach Perfektionismus streben. Selbstverständlich ist das eine von unzähligen Möglichkeiten.“
Sehr kennzeichnend ist das bei jungen Menschen, die jammern und in Träume von ihren Erfolgen flüchten. Das Strohfeuer wiederum verursacht, dass sie in dieser Zone stehen bleiben und nicht vorwärtskommen.

Mateusz: „Natürlich ist das kennzeichnend für die junge Generation. Da sie in schnelleren Zeiten mit schnellerer Gratifikation leben, sind sie nicht an langfristiges Arbeiten gewöhnt. Und wegen des Umfelds, besonders im Internet, wo sich das Wissen alle fünf Monate verdoppelt, möchten sie deutlich schnellere Ergebnisse, die man in einigen Fällen nicht erreichen kann. Wenn ich beispielsweise mit dem Laufen beginne um abzunehmen, dann bemerke ich eine Woche lang wahrscheinlich keinen Unterschied. Man muss die Gratifikation auf die lange Bank schieben, ganz zu schweigen davon, ein Millionär zu werden, denn so viel Geld verdient man nicht in einem Monat. Andererseits betrifft das dann nicht mehr den Perfektionismus, sondern die mangelnde Fähigkeit, den Handlungsprozess organisch fortzusetzen. Wenn sie z. B. die erste, wie Sie richtig bemerkten, spekulative, emotionale Ebene erreichen, setzen sie ihn nicht fort, weil sie nur und ausschließlich durch Emotionen motiviert werden. Und um jetzt darauf zurückzukommen, worüber ich vorhin sprach – würden sie sich die Fragen stellen, was ich dadurch erziele, wer ich dadurch werde, wie sehr ich lieben und ich selbst sein werde, dann hätten sie ein Motivationssystem, aber sie haben keines, weil sie dieses Wissen nicht besitzen.“

Man soll also aufpassen und nicht diesen Emotionen oder der Euphorie erliegen…

Mateusz: „Beides. Denn ohne Emotionen können wir keine Initialzündung haben, diese Tätigkeiten anzugehen. Forschungen zeigen, dass Menschen, die ohne Emotionen einkaufen, sich später nicht über das Gekaufte freuen. Darum brauchen wir Emotionen, dürfen aber gleichzeitig nicht vergessen, dass sie kurzfristig sind und von äußeren Reizen abhängen. Das heißt, man soll das sowohl emotional als auch rational machen. Und um die Wahrheit zu sagen, ein Bestandteil des Denkprozesses ist auch das Gefühl. Das ist ein bisschen so, als wollte man den Verstand vom Körper abtrennen, das ginge nur mit einer Axt – und das lässt sich nicht machen. Genauso wie man Emotionen nicht vom logischen Denken abtrennen kann, also brauchen wir die Fähigkeit, uns emotional und rational zu motivieren, so dass beides ineinandergreift. Emotion leitet sich vom Wort Bewegung her, und damit es eine Bewegung gibt, braucht es eine Emotion. Um aber seinen Körper zu aktivieren, muss man etwas fühlen, Gedanken haben, und dazu muss man sich die Fragen beantworten, die ich vorhin diktiert habe.“
Und gibt es Methoden, um nicht in die Falle zu tappen, über die wir sprechen?

Mateusz: „Sich systematisch Reize durch neue Herausforderungen schaffen, sich bewusst sein, dass ein Mensch nicht dadurch etwas zu tun lernt, dass er andauernd dasselbe wiederholt, sondern er muss den Schwierigkeitsgrad und die Umstände verändern, unter denen er funktioniert.

Kurz, man muss es sich schwer machen, sich größere Ziele setzen, die Messlatten höher legen, schwierigere Aufgaben anpeilen. Man muss sich systematisch neue Reize verschaffen, neue Orte besuchen, neue Menschen kennenlernen, neue Restaurants besuchen, neue Fremdsprachen lernen nur dafür, um dauernd neue Reize zu erhalten. Sonst vegetieren wir dahin, erleben immer dasselbe, was nicht heißt, dass das schlecht ist.

Es kann auch heißen, dass jemand auf einem ganz bestimmten Gebiet unbedingt Experte sein möchte und beispielsweise keinen Fuß vor die Tür seines Labors setzt. Doch wenn wir uns an etwas nicht gewöhnen möchten, müssen wir uns ständig stimulieren. Einstein hat einmal gesagt, etwas Neues erreichen zu wollen, indem man immer dasselbe tut, sei schizophren.“

Und was Sie beide und Ihre Beziehung angeht, kommt es da auch vor, dass Sie in diesem Käfig landen?

Iliana: „Ich denke, dass das momentan unmöglich ist, weil wir immer etwas ändern möchten. Wenn wir zum Beispiel mehr Zeit haben, reisen wir – am besten in neue Länder, und lernen neue Menschen kennen. Außerdem sprechen wir regelmäßig miteinander am Tag 15-20 Minuten darüber, was wir machen möchten und welche Zukunftspläne wir haben. Immer konzentrieren wir uns bei so einem Gespräch darauf, wie das praktisch durchzuführen ist.

Mit Mateusz kann man nicht dasitzen und gar nichts tun, ständig ändern wir etwas und motivieren uns dazu, besser zu werden. Ich weiß noch, wie Mateusz einmal krank war, er hatte eine Hypertrophie (Vorhofflimmern und Bluthochdruck), und vom Arzt zu hören bekam, dass er nun bis ans Lebensende Medikamente einnehmen muss, weil diese Erkrankung nicht heilbar ist. Wir wussten aber, dass es doch möglich ist, allerdings nur dann, wenn wir unser ganzes Leben ändern, also Essen, Sport usw. Wir mussten das als Familie zusammen machen, ansonsten hätte das keinen Sinn gehabt.

Auch als ich damals nach Polen zog und die Sprache lernen musste, sprachen wir die ganze Zeit Polnisch, so dass ich keinen Unterricht nehmen musste. Das alles durch gegenseitige Motivation zum Handeln.“

Mateusz: „Wir sind immer unterwegs, lernen ständig, machen neue Sachen. Sowohl ich in meiner Arbeit als auch Iliana beschäftigen uns als Lehrer mit guten Themen. Pausenlos haben wir neue Kunden, geben neue Interviews, also führt das automatisch dazu, dass wir ständig stimuliert werden. Man kann sagen, dass das Leben in der Nichtkomfortzone unser Komfort ist.“

Menschen verfallen sehr oft in Routine, sowohl im beruflichen Leben als auch in ihren Beziehungen, aber Sie beide kommen ausgezeichnet damit zurecht.

Mateusz: „Weil sie gar nichts in ihnen tun. Die Polen haben gelernt, dass man eine Firma führen, kontrollieren, organisieren muss, aber machen nichts mit ihren Familien und Ehen. Mir persönlich liegt sehr daran, dass Iliana intelligenter ist als ich, weil das bedeutet, dass ich weniger Probleme haben werde. Also habe ich andersherum welche, sie aber auch.“
Zwischen Polen und ihrem Heimatland gibt es viele Unterschiede, vor allem kulturelle. Bemerkt man zwischen diesen beiden Ländern Unterschiede in der Motivationen und dem Wunsch, eigene Ziele zu verwirklichen, oder auch Träume?

Iliana: „Aber natürlich, kürzlich wurden Untersuchungen durchgeführt, welche Sprache die positivste ist. Wie sich zeigt, liegt Spanisch weit vorn, was zweifellos wichtig ist, wenn es um Motivation geht. In Mexiko ist es so, dass wir, wenn wir ein Ziel haben und darüber mit der Familie oder Bekannten sprechen, immer damit rechnen können, dass sie uns unterstützen und zum Handeln motivieren. Unabhängig davon was es ist, sie werden immer versuchen, die guten Seiten unserer Ziele zu finden. Selbst wenn man einen Fehler macht, sagen sie: du bist intelligent, mach dir keine Sorgen, alles wird gut.“

Also verstehen sie es, jede Lebenssituation oder Misserfolg in etwas Positives umzumünzen…

Mateusz: „In Mexiko gibt es so etwas wie Hasskommentare gar nicht.“

Iliana: „Außerdem fällt in Mexiko auf, dass die Menschen nicht nein sagen können – und das ist wahr. Ein Beispiel: wenn jemand dich zu sich zum Mittagessen einlädt, und du weißt, du schaffst es nicht, wirst du immer sagen: Schön, ich werde alles tun, um zu erscheinen.

Sie sagen aber nie schon von Anfang an, dass sie nicht kommen, selbst wenn sie wissen, dass es nicht gehen wird. So funktioniert das in dieser Kultur. Ähnlich ist es mit dem Wort ‚danke, wir sprechen es ganz oft aus, sogar in so banalen Situationen, wie wenn am Zebrastreifen ein Auto anhält, damit wir die Straße überqueren können, hier gibt es das nicht.
Wenn in Polen jemand über seine Pläne spricht, betonen die Menschen sehr oft die negative Seite statt der positiven, was eindeutig nicht zum Handeln motiviert, ganz im Gegenteil.“
Also können wir von ihnen nur lernen…

Mateusz: „Was das Wohlwollen angeht ja. Wir sind Nörgler, Pessimisten und sehen die Welt viel schlimmer, als die anderen uns sehen. Es gibt sogar interessante Gespräche polnischer Journalisten mit englischen Geschäftsleuten oder selbst EU-Beamten, die davon reden, was für gute wirtschaftliche Ergebnisse wir haben. Wir aber glauben nicht daran, vergleichen uns ständig mit dem Westen und denken, bei uns sei es viel schlimmer – was nicht wahr ist.  Auch von daher können wir sicher viel lernen. Genauso können sie viel von uns lernen, Polen sind eindeutig besser organisiert. Mexikaner und überhaupt Lateinamerikaner wissen nicht, was Pünktlichsein bedeutet, wir dagegen haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir unpünktlich sind. Sie können lernen, wie man Dinge erledigt und effektiv ist. Wenn in Polen etwas nicht funktioniert, wird es repariert. Wenn in Mexiko etwas nicht funktioniert, dann funktioniert es eben nicht. Das heißt, beide Kulturen können profitieren.

Das war auch unsere Idee, wir versuchen in der Welt eines Weltbürgers zu leben. Wir glauben nicht, dass es reicht, Pole oder Mexikaner zu sein. Unsere Tochter, die jetzt viereinhalb ist, spricht im Augenblick drei Sprachen, und zu sagen, dass sie nur Polin oder Mexikanerin ist, würde den Tatsachen nicht gerecht werden.“

Iliana: „Wenn in Mexiko jemand Erfolg hat oder uns etwas gelungen ist, möchten die Angehörigen das mit uns zusammen feiern und sich an unserem Glück erfreuen. In Polen ist es umgekehrt, die meisten werden eifersüchtig. Auch daran würde sich lohnen zu arbeiten.“

Das Interview erschien auf der Internetseite: www.chcemybycrodzicami.pl.
Mehr lesen Wie entwickelt man seine Marke? Wie entwickelt man seine Marke? Sie können ein ausgezeichneter Verkäufer sein, der den Kunden das gewünschte Produkt anbietet, aber wenn Sie für einen Hausierer gehalten werden, dann bekommen Sie keine Chance. Sie können eine außerordentlich kompetente Bewerberin für eine bestimmte Stelle sein, aber wenn Sie das nicht entsprechend darstellen, dann findet Ihr potenzieller Arbeitgeber jemanden, der fachlich schlechter ist, sich aber besser präsentiert.

Willkommen in der Welt des Personal Brandings!

In welcher Kategorie Sie sind

Bevor wir jemanden individuell bewerten, bewerten wir ihn anhand der Kategorie, in die ihn unser Verstand einordnet. Kommt jene Lesende in der Bibliothek als mögliche Ehefrau in Frage, oder eher für eine einzige Verabredung? Kommt dieser Mann als Freund in Frage, oder etwa als Partner? Ist der Mann als Chef geeignet, oder passt er gar nicht für diese Rolle? Listen Sie die Kategorien auf, zu denen Sie gehören möchten: in Beziehungen, bei der Arbeit, in den Gruppen, in denen Sie leben, und verwirklichen Sie die gewählten Rollen konsequent.

Erzählen Sie eine Geschichte

Es gibt inzwischen 23 James-Bond-Filme – und sie langweilen uns immer noch nicht. Wollte ein Filmproduzent noch einen weiteren drehen, würde es genügen, dass er einen bösen Charakter wählt (der die Welt zerstören will), ihm den Agenten 007 auf den Hals hetzt, diesem die beiden schönen Begleiterinnen mitgibt (eine ist immer gut, eine böse), dann bekommt James die immer gleichen Accessoires (Uhr, Anzug, Pistole, Auto, Technikspielzeug), und fertig ist der Film. Diese Matrize ist eine Stanze, die man endlos anwenden kann, weil Menschen die gleiche Geschichte mit leicht geänderten Inhalt anschauen. Entwickeln Sie Ihre Geschichte, denn sie ist es, die die Kunden kaufen, nicht das Produkt.

Finden Sie Ihren Archetyp

Im Marketing gibt es 12 archetypische Gestalten, die auf unterschiedliche Weise ihre Botschaft kommunizieren. Sind sie ein Rebell, der gegen das System kämpft, oder ein Liebhaber, der zu Sinnesfreuden einlädt? Möchten Sie Grundsätze einführen und den Markt beherrschen, wie es sich für einen Herrscher gehört, oder neigen Sie dazu, bedürftigen Kunden Schutz angedeihen zu lassen? Geht es Ihnen womöglich um die Schaffung von Normalität und Freundschaft mit allen (sog. guter Kerl)? Oder sind Sie vielleicht ein Weiser, der seine Botschaft auf Wissen, Wissenschaft und Zahlen gründet?

Sie sind eine Marke

Hersteller und Produkt können heutzutage eine einzige Person sein, und der Markt erfordert es, dass man sich selbst bewusst verkaufen kann: Sie erschaffen sich selbst und sind eine Marke. Wie jedes andere Produkt kann man Sie mögen, lieben, meiden oder begehren. Was der Empfänger von Ihnen hält, hängt in höchstem Maße von der Kommunikationsstrategie und der angemessenen Übertragungsform ab. Aus der Sicht des Marktes sind Sie ein Produkt, das für einen potenziellen Vertragspartner eine gewinnbringende Investition ist.

Branden Sie sich

Branding verbindet Marketing-Fachwissen mit der Kunst. Wenn Sie wissen, dass der Konsument das Essen nach der Verpackung auswählt, aber es wegen des Geschmacks erneut kauft, denken Sie daran, dass Sie eine entsprechende Vermittlungsform brauchen, damit Sie die richtigen Personen anlocken. Diese „Verpackung“ selektiert diejenigen, die Sie erreichen möchten, und erlaubt Ihnen, bewusst in der Imagewelt in Erscheinung zu treten – ohne die man heutzutage weder auf dem Arbeitsmarkt noch in der Gesellschaft oder dem sozialen Leben zurechtkommt.

Der Artikel erschien auf der Internetseite: www.coaching.focus.pl.
Mehr lesen Wie kommt man voran? Wie kommt man voran? „Laut Paretoprinzip beanspruchen 20% einer Sache 80% der Zeit.“

Denken Sie daran, dass Nichtstun mehr anstrengt als die Realisierung Ihrer Pläne!

Wenn ich nur so viel Lust hätte, wie ich keine Lust hätte – sagte Pu der Bär. Das heißt, er war motiviert… zum Faulenzen. Denen, die gern eine Motivation zu etwas anderem finden möchten, kommen Motivationstechniken zu Hilfe.

Finden Sie einen Grund zum Handeln

Das Wort „Motivation“ kommt vom lateinischen „movere“: bewegen, fortbewegen. Das Wort „motivum“ bedeutet „Beweggrund“, „Ursache“. „Motiv“ hängt auch mit dem Wort „motus“ zusammen – Bewegung. Wenn Sie also das richtige Motiv finden, werden Sie motiviert. Stellen Sie sich ein paar Fragen: Wovon lassen Sie sich leiten? Warum möchten Sie das erreichen? Wie stellen Sie es an, damit sie Lust dazu haben?

Meiden Sie Zeitfresser

Gemäß dem Paretoprinzip beanspruchen 20 % einer Sache 80 % der Zeit. Listen Sie die Zeitfresser auf, durch die Sie die meiste Energie verlieren, und meiden Sie sie. Unproduktive Internetnutzung? Fernsehen? Ewiges Verschieben auf später? Machen Sie sich bewusst, worauf Sie achten müssen, und fragen Sie sich selbst, was sie jetzt Produktives und Gutes machen möchten. Und machen Sie es.

Finden Sie eine Herausforderung

Wenn man nach der Erreichung eines Zieles keine neue Herausforderung bekommt, ruht man sich entweder auf seinen Lorbeeren aus oder brennt aus. Daher sollte man ein Ziel finden, das einen voranbringt. Eines, das ausreichend groß ist (nur solche sind eine Herausforderung), und an dem sie intellektuell, emotional, geistig wachsen können. Wir fliehen Probleme, die uns nicht betreffen, klein oder unerreichbar sind.

Schütteln Sie Saboteure ab

Die neun größten Demotivatoren sind: Angst, falsche Zielsetzung, Wertekonflikt, Abhängigkeit von anderen, Fehlen von Herausforderungen, Trauer, Einsamkeit, Ausgebranntsein, Nichtweiterwissen. Überarbeiten Sie sie mit Coaching-Instrumenten (z. B. rationale Verhaltenstherapie), dadurch verlieren Sie keine Energie mehr. Nichtstun ist viel anstrengender als die Umsetzung eigener Pläne.

Wählen Sie die Richtung

Sie sind immer motiviert zu etwas, sogar zum Faulenzen. Denken Sie in den Kategorien dessen, was Sie möchten, und fragen Sie sich systematisch: Welches Ziel habe ich? Was will ich erreichen? Wie bringt mich die Tätigkeit, die ich unternehme, dem Ziel näher? Worauf sie sich konzentrieren, dorthin strömt ihre Energie. Investieren Sie in die Zukunft, denn die Vergangenheit kann man nicht mehr ändern.

Motivieren Sie andere

Laut Untersuchungen der Consulting-Firma Mercer an 30 000 Beschäftigten in 17 Ländern wird die Motivation am meisten abgetötet durch: Respektverweigerung, Missachtung aktueller und realer Probleme sowie „falsche Demokratie“ (Einholen einer Meinung, obwohl der Entscheidung schon getroffen ist). Unter den 13 motivierenden Faktoren stand das Geld erst an sechster Stelle! Investieren Sie also in die Fähigkeit, andere zu motivieren, und helfen Sie ihnen, ihre Ziele zu erreichen.

Benutzen Sie das ganze Gehirn

Stellen Sie sich vor, was Sie erreichen möchten. Sprechen Sie es sich laut vor und führen Sie Bewegungen aus, die mit dem verbunden sind, wozu Sie sich motivieren möchten (stehen Sie z. B. auf und sprechen Sie, als ob Sie ein Publikum vor sich hätten, wenn Sie sich zu öffentlichen Auftritten motivieren möchten), hören Sie bewegende Musik und spüren Sie so stark wie möglich das, wozu Sie sich motivieren. Ihr Gehirn wird intensiver stimuliert, und Sie erreichen schneller einen Effekt.

Planen Sie

Ein Organizer mit Kalender und eine To-do-Liste sind Attribute der Erfolgreichen. Planen Sie abends, was Sie am nächsten Tag machen möchten. Die Liste soll endlich sein, damit Sie kein Workaholic werden. Die Forschung zeigt, dass notierte Ziele einfacher zu erreichen sind, und dass das Nacheinanderabhaken der Punkte ein Gefühl von Selbstverwirklichung und Kompetenz verleiht und uns dem Ziel näherbringt.

Der Artikel erschien auf der Internetseite: www.coaching.focus.pl.
Mehr lesen Was tun, damit eine Motivationsrede wirkt? Was tun, damit eine Motivationsrede wirkt? Ich arbeite schon seit über zehn Jahren als Trainer und Coach, trete dabei in verschiedenen Ländern auf und halte Vorträge in fünf Sprachen. Das ist meine aus einem Kindertraum erwachsene Passion, die mit der Zeit zu einem notwendigen und inspirierenden Beruf geworden ist. Ich unterrichte, motiviere, überzeuge die Zuhörer davon, dass konstruktives Denken und effektive Kommunikation über ihre Lebensqualität entscheiden. Um den Zuhörern diese Ideen einzuschärfen, muss ich erfolgreich zu ihnen sprechen – meinen Vortrag so aufbauen, dass er ihre Herzen und den Verstand erreicht. Was führt dazu, dass unsere Botschaft nicht angenommen oder nicht vollkommen verstanden wird? Wie sorgt man – als Anführer oder Manager – dafür, dass ein öffentlicher Auftritt, etwa die Präsentation einer Strategie oder eines neuen Produkts vor Kunden, das bestmögliche Ergebnis erzielt?

Emotionaler Vortrag und sachlicher Inhalt

Jeder, der gut vortragen möchte (d. h. wirkungsvoll während der Rede und post factum), sollte sich bewusst machen, dass der Prozess der Vorbereitung und Realisierung zwei gleich wichtige Sphären umfasst. Die erste ist die Art des Vortragens, sie betrifft die Persönlichkeit, die Emotionalität, die Fähigkeit zum Geschichtenerzählen und die Motivation des Redners. Die zweite ist der Inhalt der Präsentation, genauer die Qualität ihres Gehalts. Ein wirkungsvoller Vortrag verlangt die Verbindung beider, und erst die Kombination einer guten Durchführung mit einem qualitativen Inhalt entscheidet über den Erfolg. Andernfalls langweilt sogar der beste Experte seine Zuhörer oder vermittelt auch ein ausgezeichneter Showman gar nichts. Deswegen sind diese beiden Dinge zusammen für eine gute Vermittlung verantwortlich.

Welche Fehler sind zu vermeiden?

Beginnen wir damit, was man nicht machen soll. Der erste, häufigste Fehler ist, dass der Zuhörer nicht in die Rede eingebunden wird, so dass keine Identifizierung stattfindet. Ein solcher Zuhörer wird finden, dass eine Rede nicht für ihn ist, nicht über ihn, dass sie unwahr ist und keine Anwendung in seinem Leben findet. Stellen wir uns den Vorsitzenden einer großen Organisation vor, der traditionell vor der Belegschaft steht und eine Rede hält, die voll ist von optimistischen Behauptungen – der sog. Erfolgspropaganda. Ein Problem liegt jedoch darin, dass sie für die Mitarbeiter wirklichkeitsfremd sind – z.  B. erinnert sich einer von ihnen noch genau daran, dass sich sein Arbeitskollege unlängst wegen Überarbeitung fast von der Ehefrau scheiden ließ… Aus seiner Perspektive sind die Worte des Vorsitzenden nur hohle Phrasen und Demagogie. Die Zuhörer werden eine solche Ansprache emotionslos aufnehmen, sitzen pflichtgemäß die halbe oder ganze Stunde im Saal ab und kehren dann zu ihren Aufgaben zurück, und in der Firma ändert sich gar nichts. Einer solchen Ansprache (selbst wenn der Vorsitzende an die gehaltenen Thesen glaubt) fehlt der Anschluss der Mitarbeiter an die Vision oder Mission, die der Anführer präsentiert. Die Motivationsrede sollte indes so aufgebaut sein, dass mithilfe einer ganzen Reihe von Kommunikationsinstrumenten die Mitarbeiter von den aufgestellten Thesen überzeugt werden und sich mit ihnen identifizieren.

Wie geht das?

Nehmen wir an, Firma X möchte ihrer Mission das neue Motto „Alles hängt von Dir ab“ hinzufügen und bewirken, dass die Mitarbeiter verantwortungsbewusster werden. Das Motto selbst wird als wertlose Phrase betrachtet, also muss der Redner durch eine Kausalkette erreichen, dass die Zuhörer sich damit identifizieren. Stellen wir uns also vor, dass der Anführer während der Ansprache den Mitarbeitern seine eigene Geschichte erzählt. Er sagt, er habe jahrelang an Übergewicht gelitten und die Schuld den Eltern gegeben, den schlechten Ernährungsgewohnheiten, die er von zu Hause übernahm usw. Ihm sei aber jemand über den Weg gelaufen, der ihn zum Abnehmen angeregt und ihm nahegelegt habe, dass unwichtig sei, was einmal war. Es zähle das, was wir heute tun können und was von uns abhängt. Der Vorsitzende habe also angefangen zu kämpfen und einen Erfolg errungen, indem er die überflüssigen Pfunde loswurde. Mehr noch, er habe durch seine Einstellung auch die Eltern motiviert, ihre Ernährungsgewohnheiten und ihren Lebensstil zu revidieren.
Also: „Alles hängt von Dir ab“. Jetzt werden die Zuhörer verstehen, was Sache ist. Eben das ist der Prozess, den wir als Anschließen der Mitarbeiter an die während der Rede aufgestellten Thesen bezeichnen: Werte (Schlagwörter), die mit der Praxis, dem realen Leben verbunden sind. Ein tatsächliches Identifizieren mit diesen Werten kann bedeuten, dass sie für die Mitarbeiter zu Wegweisern bei der täglichen Arbeit werden.

„Um den Beschäftigten die Werte der Firmenstrategie erfolgreich zu vermitteln, sollte man auf Beispiele aus ihrem Leben zurückgreifen, sei es aus Beruf oder Privatleben.“

Ein abstraktes Konzept – in der Botschaft an die Zuhörer – muss mit einer Emotion verbunden sein und eng mit ihrem Leben korrespondieren. Es kommt vor, dass der Anführer einer Organisation sich bei einem Auftritt vor der Belegschaft statt der Erfolgspropaganda ausschließlich auf Kritik beschränkt und deren bisherige Arbeit und ihre Ergebnisse kleinredet. Eine solche Einstellung verursacht sicherlich keine Effizienzsteigerung; auf alle Fälle aber senkt sie das Selbstwertgefühl der einzelnen Mitarbeiter.

Der zweite große Fehler, den öffentlich auftretende Führungskräfte begehen, ist eine auf Abstraktion beschränkte Kommunikation. Eine solche Erzählweise ist langweilig, weil sie von Dingen handelt, die die meisten Zuhörer nicht behalten können, so dass sie schläfrig werden. Miserable Aussichten, stimmts? Deswegen hängt so viel von der Sprechweise ab, von der Erzählung, in die wir die Botschaft (die Werte) kleiden. Eine Änderung des Tons, der Emotion, Bewegung und Abwechslung – sie vergrößern das Potenzial der Vermittlung.
Das Wichtigste ist in diesem Zusammenhang aber eine klare (eben kommunikative!) Sprache, einfach und beispielgestützt. Wenn ich die bekannte Parole „Reisen bildet“ ausspreche, bleibt das nur ein Phrase. Aber wenn ich eine Geschichte aus meinem eigenen Leben erzähle – wie die Reiselust zum Lernen weiterer Fremdsprachen und zur Arbeit in einem Dutzend Länder der Welt geführt hat –, bekommt diese Parole, dass Reisen bildet, einen völlig anderen Sinn. Sie wird glaubwürdig.

Denn das Beispiel begründet die zuvor aufgestellte These. Beim Aufbau einer Rede benutze ich das sog. Präsentationsformat. Das ist eine Struktur, die auf 4 für die Empfänger wichtigen Fragen basiert.

Jeder Redner sollte sich, bevor er auf der Bühne geht, diese Fragen in folgender Form stellen:

Warum? Warum soll mir jemand zuhören?
(also: Wie ist der Zuhörer zu motivieren?)
Was? Welchen Inhalt habe ich zu vermitteln?
Wie? Auf welche Weise soll der Zuhörer konkret den Inhalt umsetzen?
Wie war es? Feedback: wenn die Ziele bereits realisiert werden,
werden sie richtig realisiert,
werden keine Fehler gemacht?

Eine gute Präsentation kann unvergänglich sein (wie Martin L. Kings bekannter Satz „I had a dream“). Unter der Bedingung, dass sie einen Wert enthält, den der Zuhörer praktisch nutzen kann (auf das eigene Leben beziehen, z. B. auf die ihm übertragenen beruflichen Aufgaben). Was kann dieser Wert sein? Einerseits die inhaltliche Ebene (Fachwissen), andererseits die emotionale Ebene (der Zuhörer wird inspiriert, begeistert, motiviert). Nur die Verbindung beider bringt messbaren Nutzen.

Wie kann man die Zuhörer motivieren?

Die Motivationen, die einen Mitarbeiter bei der Durchführung seiner Aufgaben leiten, sind unterschiedlicher Natur und Intensität.
Man sollte sich auf die folgenden Ebenen beziehen:

Physiologie

Sorgen wir dafür, dass der Zuhörer Bedingungen vorfindet, die den richtigen Empfang gewährleisten (er muss satt, ausgeschlafen, ausgeruht sein; man darf kaum Effekte von einer Ansprache erwarten, die während einer Integrationsfahrt frühmorgens gehalten wird, wenn die Mehrheit der Teilnehmer müde, unausgeschlafen oder „gestrig“ ist).

Lösbare Probleme
 
Man sollte auf ein paar konkrete Fragen hinweisen, mit denen die Zielgruppe zu tun hat. Werden reale Probleme gefunden und artikuliert, so führt das dazu, dass sich die Zuhörer mit dem identifizieren, was der Sprecher sagt. So werden etwa Beschäftigte um die Vierzig sehr gut das Problem des Burnouts oder die Schwierigkeiten, Privatleben und Arbeit in Einklang zu bringen, verstehen, weil diese Gruppe am häufigsten von solchen Problemen betroffen ist.

Ehrgeiz und Wunsch nach Entwicklung

Diese Ebene betrifft die Zukunft der Zuhörer und beantwortet ihnen die Fragen: wer möchte ich sein und was möchte ich haben. Jeder von uns hat nämlich Pläne und Träume, und eine gute Rede sollte sie verwirklichen helfen. Wie also stellen sich die Zuhörer sich selbst in einiger Zeit vor? Verknüpfen Sie den Inhalt der Rede mit ihren Plänen, und sie werden Ihnen gerne zuhören.

Höhere Gefühle

Jeder Mensch strebt nach Glück, Liebe, Freude. Daher sollte eine Rede die Frage beantworten, was man machen soll, damit der Angestellte glücklicher, kreativer, spontaner wird; das sind die Schlüsselmotivatoren im Leben, auch dem beruflichen.

Selbstverwirklichung

Einer der wirkungsvollsten Motivatoren – die Rede sollte Hinweise geben, wie ein Mitarbeiter sich vollständiger verwirklichen, individuelle Talente nutzen und sie in der Arbeit finden kann.

Altruismus

Geben motiviert mehr als Nehmen. Jede Rede soll den Teilnehmern auch einen Wert geben, mit dem er nicht gerechnet hat. Vielleicht eine tiefsinnige Moral? Eine persönliche Geschichte? So etwas wird sehr geschätzt.

Vision

Hinter jeder Firma müssen Ideen stehen. Sie beantworten die Frage: Wie können wir zusammen die Welt verändern? Das ist der mächtigste Motivator, weil er dem Leben Sinn verleiht. Die besten Redner der Weltgeschichte haben ihre Reden stets darauf gestützt.

Effektivität einer guten Rede

Wenden wir die oben genannten Instrumente an, so darf man annehmen, dass der Redner seine Botschaft effektiv vermittelt. Das aber bedeutet, dass bestimmte Instrumente und Parameter anzunehmen sind, mit denen sich die Ergebnisse einer guten Rede messen lassen. Sie können kurz- oder langfristiger Natur sein. Im ersten Fall bedeutet das eine Bewertung der Ansprache; die Zuhörer bewerten (z. B. auf einer Skala 1-10) in einem Fragebogen die Qualität der Rede. Ihre Schlüsse beschränken sich jedoch auf das Erleben während der Präsentation.

Der Zuhörer – der Adressat der Rede – muss gekonnt an den Inhalt der Botschaft angeschlossen werden. Am besten anhand von Beispielen mit einem Bezug zu seinem Leben.

Was ist aber mit den Zielen, mit denen der Redner zu den Zuhörern kommt, mit der Mission und den Werten der Firma, die er der Belegschaft darstellt? Langfristige Effekte sind sowohl schwerer zu erfassen als auch zu erreichen, und sie betreffen vor allem die konkreten Ergebnisse, die die Firma erzielt hat (sofern die in der Rede vorgeschlagenen Ziele, beispielsweise zur Arbeitsqualität, sich in der Praxis der Organisation niedergeschlagen haben). Die Teilnehmer können bei Verlassen des Saales ausgezeichnet Inhalt und Form eines Auftritts bewerten. Entscheidend ist aber eine Veränderung der Einstellung – ein langfristiger Effekt (z. B. in Form einer gesteigerten Effektivität der einzelnen Angestellten, Teams, Abteilungen usw.). Viele Führungskräfte nehmen optimistisch an, dass eine 30-minütige, energiegeladene Ansprache die ganze Organisation revolutioniert.

Selbstverständlich kann man in jeder Struktur Personen finden, die durch innere Motivation ihre Effektivität verbessern (und bei denen durch die Rede eine dauerhafte Veränderung ausgelöst wird); sie gehören aber eindeutig zu einer Minderheit und sind eigentlich schon motiviert. Die Übrigen aber benötigen ständige, langfristige Maßnahmen. Ihre Einstellung zu ändern erfordert mehr Zeit und Arbeit. Denn man darf nicht vergessen, dass jede Motivationsrede in ihrem Aufbau dem Prinzip der Intensität und großen Energie gehorcht, aber zugleich ein kurzlebiges, oft vereinzeltes Ereignis ist. Anzunehmen, dass eine einzige – noch so gute – Rede die bisherigen sachlichen Managementfehler behebt, ist beinahe so, als klebe man ein Pflaster auf einen tief sitzenden Splitter. Eine Motivationsrede besitzt also eine große, jedoch kurzfristige Intensität. Ganz anders die Umsetzung der in ihr enthaltenen Annahmen. Sie stellt eine organische, sich in der Zeit erstreckende Arbeit dar (vgl. das Diagramm Speech und Strategieumsetzung). Beide Bereiche sind zu verbinden, dann werden die besten Ergebnisse erzielt. 

Zusammenfassung 

Die meisten öffentlichen Auftritte sind im Voraus zum Scheitern verurteilt, weil ihr Inhalt mit Theorie und Daten überfrachtet ist und keine Emotionen oder Beispiele enthält, die sich direkt auf die Erfahrungen des Adressaten beziehen. Das vorgestellte Ziel oder die langfristige Mission einer Organisation sollten mit den Aufgaben der Beschäftigten korrespondieren – ohne erfolgreiche Kommunikation innerhalb der Firma hat eine einmalige Ansprache keine langfristige Wirkung.

Der Artikel erschien im Magazin „THINKTANK“.
Mehr lesen Ich mache das Glück Ich mache das Glück Leben die Polen nach der Philosophie des Slow Life?

Mateusz Grzesiak: „Die meisten von uns leben in der Eile. Wir bauen uns eine Existenz auf. Statistisch arbeitet ein Pole 51 Stunden in der Woche. Jeder zehnte ist auf zwei Stellen beschäftigt. Im Allgemeinen arbeiten die Menschen mehr als sie sollten. Jährlich widmen wir dem Arbeitsleben zweitausend Stunden. Zum Vergleich: die Deutschen arbeiten ca. 1400 Stunden. Sie haben schon einen hohen Lebensstandard erreicht und konnten es sich leisten, sich mit Slow Life zu befassen. Sie sind auch als Kultur auf einer anderen Bewusstseinsebene.“

Wir werden einen Deutschen nicht dazu überreden, am Wochenende zu arbeiten.

„Dafür überreden wir dazu, dass am Wochenende in Deutschland gern andere Nationen arbeiten – z. B. die Polen, weil sie das Doppelte verdienen. Es ist interessant, dass Slow Life auch diejenigen betrifft, die nie etwas unternommen haben, um im herkömmlichen Sinne Erfolg zu erreichen, und die lieber in den eigenen kleinen Welten funktionieren. Sie leben auch slow, nur unbewusst. In Polen gibt es viele Anhänger eines langsamen Lebens unter den Vertretern der Generation Y – das sind die nach 1980 Geborenen. Für sie ist der Lebensstil wichtiger als das, was ihre Eltern motivierte – Geldverdienen. Mit jedem Jahr wird die Philosophie der Generation Y zunehmend die allgemeinen Werte der Polen bestimmen.“

Achten polnische Firmen darauf, dass die Mitarbeiter die Balance zwischen Beruf und Privatleben halten können?

„Seit 13 Jahren habe ich mit Coaching und Schulungen zu tun. Ich habe 200 Schulungstage pro Jahr. In Polen habe ich bisher nur einen Auftrag erhalten, Manager im Bereich Work-Life-Balance fortzubilden. Darum bat mich eine polnische Firma, die international tätig ist. Ich gebe aber Schulungen, die indirekt ermöglichen, das Gleichgewicht zwischen den unterschiedlichen Lebenssphären zu finden. Ich überrede die Beschäftigten, Sport zu treiben, und bringe ihnen bei, Emotionen und Stress zu managen. Die Work-Life-Balance wird erst in einiger Zeit im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, wenn wir uns bewusst werden, welche Schatten ein nur beruflicher Erfolg hat.“

Welche alltäglichen Tätigkeiten zelebrieren Sie gern?

„Ich zelebriere gerne das Espressotrinken. Diese Art des Kaffees würde ich gerne Slowpresso nennen (lacht). Zuerst rieche ich eine Weile am Kaffee, und erst dann koste ich ihn. Über meine Empfindungen entscheiden so viele Faktoren. Wie der Kaffee gebrüht wurde, in welcher Tasse er serviert wird, die Tageszeit, meine Stimmung usw.“

Den Kaffee trinken Sie langsam, aber dann bekommen Sie einen energetischen „Kick“…

„Das hängt davon ab, wie man damit umgeht. Ich habe so viele Jahre meditiert, dass ich mich von diesem Energiesprung lösen kann, ohne mich mit ihm zu identifizieren. Sogar wenn mein Herz pocht, weiß ich, dass es nur eine Reaktion des Körpers ist, nicht meine. Ich schaue das von der Seite an. Nehmen wir eine andere Situation. Ich werde nicht sagen, dass ich gestresst bin. Ich sage – mein Körper spürt Stress.“

Was raten Sie denen, die nach dem Urlaub zur Arbeit zurückkehren und eine gedrückte Stimmung vermeiden möchten?

„Viele, die aus dem Urlaub zurückkommen, haben nach den Ferien ein Syndrom der Anspannung, mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Nervosität, Konzentrationsschwierigkeiten, schlechte Laune usw. Ich betrachte dieses Problem aus zwei Perspektiven. Einerseits können wir, wenn wir ins Büro zurückkommen, die Arbeit mit einfachen Aufgaben beginnen, uns nicht sofort zu viel aufhalsen, die Aufgaben planen usw. Andererseits – wenn jemand seine Arbeit nicht mag, wird er jeden Tag Qualen leiden. Ich hatte noch nie solch ein Anspannungssyndrom nach den Ferien, weil ich das, was ich mache, liebe.“

Sie sind Coach. Wie reagieren Sie auf Vorwürfe, dass Coaches manipulieren, kein entsprechendes Wissen und Erfahrung besitzen?

„Ich reagiere so wie die Ärzte, wenn sie hören, sie seien Knechte der Pharmafirmen. Wie Verkäufer, die angeblich den alten Mütterchen teure Produkte aufdrängen. Jeder Profession wird etwas vorgeworfen. Fakt ist, dass jeder Coach sein kann, sobald er auch nur einen Internetkurs in England absolviert hat. Die aktuelle Mode, die Marktbedürfnisse und die Vision des großen Geldes haben dazu geführt, dass dieser Beruf immer mehr Menschen anzieht. Notwendigerweise sind, je mehr Coaches es gibt, desto mehr auch schlechter qualifiziert. Aber jeder Fall muss für sich betrachtet werden. Personen wie ich werden nicht zu hören bekommen, dass sie ungebildete Coaches sind, weil ich immerhin drei Fachrichtungen und zahlreiche Kurse abgeschlossen habe. Außerdem, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Kulturschema. Die Polen sind eine der misstrauischsten Nationen der Welt. Nach den Forschungen von Prof. Janusz Czapiński sind nur 12 % der Polen davon überzeugt, dass andere gute Absichten hegen. Daher argwöhnen wir permanent, dass uns jemand ausnutzen will, und auch das beeinflusst die Beschädigung des Berufsbildes.“

Zurück zur Beraterthematik. Wir gehen zur Arbeit, unsere Kinder zur Schule. Wie weckt man in ihnen die Leidenschaft fürs Lernen?

Ich werde mich auf mein Leben beziehen. Meiner Tochter führe ich die Nützlichkeit  unterschiedlichen Wissens vor. Vor einiger Zeit bin ich mit ihr zum ersten Mal ins Schwimmbad gegangen. Ich ging ins Wasser und begann, ihr zu zeigen, wie man großen Spaß haben kann. Ich machte ein paar Kreise, tauchte. Adriana wollte das nachmachen. Ich nahm sie bei den Händen und ließ sie so ins Wasser gehen. Sehr schnell merkte sie, dass sie untergeht – so wurde sie motiviert, Schwimmen zu lernen. Nach einem halben Jahr konnte sie schon zwei Meter tief tauchen. Eine andere Methode ist, einen Kontext zu bilden, in dem es notwendig ist, etwas zu lernen, um zurechtzukommen. Adriana ist viereinhalb Jahre alt und spricht drei Sprachen fließend – Polnisch, Englisch und Spanisch, weil wir zusammen mit meiner Ehefrau, Mexikanerin, einen System geschaffen haben, in dem ich immer Polnisch spreche und sie Spanisch spricht, und im Kindergarten wird Englisch gesprochen. Eine weitere Methode, die ich anwende: jeden Tag frage ich abends meine Tochter, was sie am Tag gelernt hat. Ich lese ihr Märchen vor und stelle ihr Fragen, die Denken lehren.“

Welche Ziele setzen Sie sich bei der Realisierung des Projektes „Vater“?

„Ich möchte meine Tochter zu einer ethischen, klugen, effektiven, ganzheitlichen und internationalen Persönlichkeit erziehen. Ich werde sie ungefähr bis zum 14. Lebensjahr erziehen. Dann fange ich an, mehr Freund und Mentor für sie zu sein, weil ich nicht an das Modell glaube, wonach man sein Leben lang Eltern ist. Wer einer Teenagerin Ratschläge erteilen möchte, erreicht nicht viel.“

Was ist Ihnen in der letzten Zeit Schönes widerfahren?

Seit einiger Zeit sagt meine Tochter immer „tatuś“ zu mir. Vorher sagte sie „tato“. Das rührt mich ungemein. Das Wort „tatuś“ enthält so viel Liebe, Wärme. Wenn Adriana „tatuś“ ruft, lasse ich alles stehen und liegen und laufe zu ihr.“

Und welches Erlebnis war für Sie am traumatischsten?

„Im Oktober wurde ich in Sao Paulo entführt. Wie immer holte mich der Schulungsveranstalter vom Flughafen ab. Als wir durch die Stadt fuhren, stieß ein anderes Auto mit uns zusammen. Wir hielten auf dem Seitenstreifen an. Der Fahrer ging nachsehen, was los war. Er kam mit zwei Banditen zurück. Trotz einer Pistole am Leib bewahrte ich ruhig Blut. Um zu überleben und nicht meinen ganzen Besitz zu verlieren, habe ich Verschiedene psychologische und kommunikative Techniken angewandt. Ich begann z. B. so mit ihnen zu sprechen wie mit Kumpels. Am Ende entschuldigten sie sich für das, was passiert war. Später konnte ich meinen Kursteilnehmern erklären, wie sie sich in einer solchen Situation verhalten sollen. Ich habe davon auch im polnischen Fernsehen erzählt.“

Ihre neuestes Buch heißt „100 happy days, czyli jak się robi szczęście w 100 dni“ [100 happy days, oder wie man sein Glück in 100 Tagen macht]. „Glück machen“… Hmmm, eine interessante Sprachfigur.

„Glück ist für die meisten Polen ein abstraktes Konzept. Für mich ist das eine Lebenseinstellung, die damit verbunden ist, dass ich meines Glückes Schmied bin. Ich schaffe mir Situationen, in denen ich mich glücklich fühlen kann. Deshalb mache ich Glück. Die Polen sind eine romantische Kultur und meinen, dass die Dinge von selbst passieren, und das ist spontan und wahr. Ich betrachte das auch wissenschaftlich und ein bisschen auf deutsche Art, suche also Modelle und Strategien zum Glücklichsein. Dieses Buch verbindet die beiden Sichtweisen, beschreibt also meine Alltagserfahrungen analytisch.“

Da Sie versuchen, ihres Glücks Schmied zu sein, interessiert mich, unter welchen Umständen Sie ihre Frau kennengelernt haben.
 
„2008 spazierte ich mit Kurssteilnehmern durch Mexiko-Stadt und erklärte ihnen, wie man Unbekannte kennenlernen kann. Einer der Studenten fragte mich, ob man diese Technik nutzen kann, um Frauen anzumachen. Ich antwortete, ja, unbedingt. Da zeigte er auf eine Frau und bat mich, sie anzusprechen. Heute ist diese Frau meine Ehefrau. Das Kennenlernen war spontan, sieben Jahre Ehe sind dann kluges Management.

Der Artikel erschien im Magazin „Slow & Life“.
Mehr lesen Erfolg kann man nachmachen Erfolg kann man nachmachen Ich habe viele Abschnitte Ihrer Schulungen angesehen. Manchmal unterrichten Sie die Menschen über die Beziehungen zwischen Frauen und Männern – Sie machen ihnen bewusst, wie man bei der Kommunikation mit einem anderen Menschen keine Fehler macht. Wie kann man Probleme im Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis vermeiden?
Mateusz Grzesiak: „Ja, man muss sagen, dass sie andere Rollen einnehmen als die, die zu spielen sie sich verpflichtet haben. Das funktioniert nach demselben Prinzip wie bei Frauen und Männern. Abgesehen von den physiologischen Unterschieden, haben wir es mit einer Situation zu tun, in der jeder von uns unterschiedliche Rollen zu spielen hat. Das Verkörpern einer Rolle besteht in der Annahme einer bestimmten Persönlichkeit. Diese setzt sich zusammen aus den konkret gesteckten Zielen, einem charakteristischen Verhalten, zu ergreifenden Tätigkeiten und zu vermeidenden Situationen. Nach diesem Prinzip funktioniert die Welt, sowohl bezüglich der Familie als auch im Kontext einer Organisation, in der jeder weiß, welche Aufgaben er zu erledigen und was er zu tun hat.

Jedes Mitglied einer Organisation bedient sich einer individuellen Sprache, nämlich der Sprache seiner Bedürfnisse, und einer kollektiven Sprache, angepasst an die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinschaft.

Sobald jemand nicht die angemessene Rolle spielt, hört die Organisation auf zu funktionieren. Ein Beispiel für derartige weiblich-männliche Beziehungsstörungen wäre eine Situation, in der sie ihren Mann zu bemuttern beginnt und er wiederum für sie zum Sohn werden muss. Zwischen ihnen ausgemacht war aber eine Partnerschaft, basierend auf der Relation Ehemann–Ehefrau. Sofern die Mutter eine kompetente Mutter für ihr eigentliches Kind ist, wird sie ganz hoffnungslos und dysfunktional sein, wenn sie in Konkurrenz zu ihrer Schwiegermutter tritt, denn keine erwachsene Frau wird imstande sein, ihren Mann so zu lieben, wie seine eigene Mutter es tut.

Im Kontext einer Firma wäre das eine Situation, in der z. B. ein Chef aufhört Chef zu sein und anfängt zu bevatern. In diesem Moment rutschen alle Mitarbeiter unbewusst in die Rolle von Kindern. Kinder denken dann nicht mehr wie Erwachsene, handeln nicht wie Erwachsene und bleiben in ihren Ergebnissen hinter den Möglichkeiten erwachsener Angestellter zurück. Dies generiert viele Probleme, die systemischen Charakter haben und überhaupt nicht mit den Individuen verbunden sind. Ein weltweites Problem, das in vielen Kontexten auftaucht, ist Kommunikationsmangel.

Die Menschen kommunizieren miteinander nicht auf die richtige Weise, es kommt zur Störung unterschiedlicher Botschaften, Befehle, Anweisungen oder Bitten, wodurch zwischen ihnen eine Kommunikation wie bei der stillen Post eintritt. Einer sagt etwas zum anderen, ein Dritter verarbeitet es, und im Endeffekt entsteht eine entstellte Mitteilung, von der man nicht weiß, worum es darin geht.

Ein Beispiel wäre, wenn ein Chef zum Angestellten sagt: ‚Sei effektiv!‘ Wenn ich sage: ‚Schließ die Augen!‘ oder ‚Hebe die Hand!‘, dann wissen Sie, wie diese Anweisung auszuführen ist, denn sie ist eindeutig und exakt. Wenn ich aber jemandem sage: ‚Sei!‘, dann wird er nicht in der Lage sein, dem Verb ‚sein‘ einen Sinn zu entnehmen, weil es so vieldeutig ist, dass niemand weiß, worum es geht. Nach demselben Prinzip sagen Eltern ihren Kindern: ‚Sei artig!‘ Und keiner weiß, worum es geht, weil niemand den Sinn daraus entnehmen kann. Am Tag bekommt ein Angestellter von seinem Chef eine Menge unpräziser, mehrdeutiger Mitteilungen. Eine solche Kommunikation wird nie funktionieren.“
Warum haben einige Erfolg, andere nicht?

„Weil sie anders denken. Ein Erfolgsrezept war noch nie so leicht zu haben wie heutzutage. Wir haben bewährte Modelle, die nur zu wiederholen sind. Die Menschen wissen nicht, was ein Erfolg ist, wie er funktioniert, weil er immer noch nicht zum sog. Mainstream gehört.

Vor einiger Zeit wurde Fitness in hohem Maße populär gemacht, deswegen trainieren die Polen wie wild. Vor 25 Jahren waren nur 25 % der Gesellschaft sportlich aktiv, vor 15 Jahren schon 50 %, und heutzutage trainieren nur 25 % gar nicht (wir sprechen von verschiedenen Sportarten, nicht nur Training im Fitnessstudio). Deswegen haben die meisten angefangen Sport zu treiben. Das ist zu einem Trend geworden. Ähnlich wie Coaching zum Mainstream wird. Es reicht nicht, jemandem zu sagen: ‚Du sollst erfolgreich sein‘, das klingt abstrakt und ungenau.“

Liegt das Problem darin, dass die Menschen sich nicht bewusst machen, was Erfolg ist, oder darin, dass sie nicht die Herausforderungen annehmen und um ihr Leben kämpfen? Ist der Erfolg in Wahrheit zum Greifen nah?

„Erstens haben sie keine Ahnung, dass Erfolg eine bewusst erreichbare Folge ganz bestimmter Tätigkeiten ist. Sie sind sich darüber nicht im Klaren, weil er in der öffentlichen Bildung nicht vorkommt. Wir lernen zwar Wehrkunde, aber nicht, wie man Geld verdient.

Die Leute vergessen 90 % des in der Schule erworbenen Wissens und enden in dem einen oder anderen Hamsterrad – sie stecken in Systemen, die nicht von ihnen gemacht sind, und spielen Rollen, zu denen sie nicht einmal Lust haben. Zweitens hören die Menschen, weil ihnen kein Erfolg winkt, auf zu lernen. Sie sind nicht bewusst, dass das wie beim Sprachenlernen ist.

Man muss lernen, in den Kategorien des Erfolgs zu denken, und dann entsprechende Maßnahmen ergreifen. Wie ich schon sagte, die Rezepte sind da, sie sind wiederholbar und überprüfbar.

In Polen haben wir über hunderttausend Millionäre, Menschen, die über die Stufe hinaus sind, viel Geld zu haben. Diese Menschen können wiederholbare Modelle geben, wie man das anstellt. Ich spreche nicht von der amerikanischen Gesellschaft, in der es 4,3 % Millionäre gibt, oder der Gesellschaft der Schweiz, wo es sogar 9,5 % sind. Ich spreche von einer kleineren, der polnischen Gesellschaft, die jetzt gut zwanzig Jahre der Möglichkeit zur verantwortlichen und bewussten Selbstverwirklichung hinter sich hat. Als Gesellschaft sind wir Polen jung und dumm. Wir hatten als Bevölkerung unglaublich viel nachzuholen, weil wir nach zweihundert Jahren Besatzungen, Kommunismus und Teilungen erst jetzt zu lernen beginnen, dass Erfolg etwas Reales ist.

Der Artikel erschien im Magazin „Benefit“.
Mehr lesen 10 Dinge, die Sie über die Generation Y wissen müssen 10 Dinge, die Sie über die Generation Y wissen müssen Wenn Sie wissen möchten, woher ihre überzogenen Erwartungen kommen, warum sie so oft die Arbeit wechseln und womit sie die größten Probleme haben, finden Sie unten eine psychologisch-soziologische Analyse von Vertretern dieser Generation. Lesen Sie sie aufmerksam – diese Menschen sind Ihre potenziellen Kunden, Mitarbeiter und bald vielleicht auch Chefs!

Ein Enigma-Code? Nein! Es ist die Bezeichnung der Milleniumsgeneration, der nach 1980 und vor dem Jahr 2000 Geborenen. Sie sind die Nachfolger der Generation X und Wegbereiter der Generation F (Facebook-Generation, also der heutigen, in den Tagen der sozialen Medien geborenen Jugend). Jede Generation hat bestimmte archetypische und einzigartige Merkmale, durch die sie sich von früheren Generationen unterscheidet, was einen offenen Konflikt (von Interessen, Werten, Überzeugungen) hervorruft.

Ich bin einzigartig

Der Kommunismus vernichtete die Individualität und konzentrierte sich auf die Förderung des Kollektivs. Der Kapitalismus investiert grundsätzlich in Individuen und ermuntert sie, sich selbst zu kreieren. Die nach dem Systemwechsel herangewachsene Generation Y bekam deutlich vermittelt: Du bist wichtig, Du bist am wichtigsten, Du bist deine beste Investition. Es ist konstruktiv, an sich selbst zu glauben, aber die Kehrseite der Medaille sind Narzissmus und Selbstüberschätzung. Die Y-er sind also die Besten, aber unbescheiden.

Future Junkie

Wörtlich übersetzt: „Zukunftssüchtiger“. Die Generation Y investiert in das, was man ändern kann: die Zukunft. Vergessen Sie getrost Traditionen, Patriotismus in Form von Veteranentreffen, Beschimpfungen als Kommunisten oder Liebe zur Poesie. Diese Generation ist dynamisch, technologisch, zukunftsorientiert. Von Politikern, die über die Vergangenheit sprechen, wird sie gar nicht erreicht.

Es geht um Glück

Y-er wollen Gleichgewicht und Erfüllung. Glück verstehen sie qualitativ, es geht also nicht ums „Haben“, sondern vielmehr ums „Sein“. Sie flüchten nicht vor der Armut wie ihre Eltern. Sie haben keinen Minderwertigkeitskomplex und brauchen nichts durch materielle Güter zu beweisen. Sie brauchen nicht Auto oder Fernseher, um sich vor den Nachbarn hervorzutun und sich von der Masse abzuheben. Gerne tauschen sie Überstunden gegen ein Bier mit Freunden ein.

Wir spielen als Mannschaft

Oje! Wehe den Arbeitgebern, die der Methode von Zuckerbrot und Peitsche zugetan sind. Y-er suchen die Partnerschaft und fühlen sich nicht wohl bei einer monotonen Arbeit, weil sie es ihnen nicht erlaubt, den Hauptwert dieser Generation zu erzeugen: Selbstverwirklichung. Sie suchen einen Platz zum Glänzen, zum Sichentdecken, zur Kompetenzerweiterung. Eine flache Hierarchie am Arbeitsplatz (wir alle sind gleich, auch wenn wir verschiedenes tun) interessiert sie mehr als der strukturelle Mechanismus zwischen Chef und Untergebenen. Die Autorität des Chefs hängt nicht von seiner Stelle ab, sondern von seinen Persönlichkeitsmerkmalen und Kompetenzen.

Lässigkeit

Gleichgeschlechtliche Ehen? Logo! Legalisierung von Haschisch? Höchste Zeit! Scheidung per E-Mail? Vereinfacht die Sache! Sterbehilfe? Jeder darf über sich selbst bestimmen! Die Millenniumsgeneration hat eine neoliberale Einstellung zu Politik, Kultur und Wirtschaft. Sie meidet den Konservatismus. Sie sind weltoffener, sehen die Welt als globales Dorf und verbünden sich eher mit der Konzeption des Planeten als Ganzes denn mit Nationalstaaten. In dieser Welt verführen Frauen aktiv die Männer, und Männer schämen sich nicht ihrer Feinfühligkeit.

Peter Pan, ewige Prinzessin

Die Y-er wollen nicht erwachsen werden. Sie haben nichts dagegen, auch nach Jahren noch bei den Eltern zu wohnen. Erwachsensein ist für sie keine Frage des Alters, sondern ein Synonym für Reife, also Charaktermerkmale und Fähigkeiten. Sie sind abgestoßen von den Fehlern ihrer Mütter, die gleich nach der Hochzeit die Arbeit aufgaben und anfingen, Kinder zur Welt zu bringen. Sie wollen nicht wie ihre Väter enden, die ohne Privatleben gestresst von morgens bis abends arbeiten. In geringerem Maße als die Vertreter der Generation X richten sie sich nach dem Prinzip „das gehört sich nicht!“.

Der Artikel erschien im Magazin „Benefit“.
Mehr lesen Lifehacking Lifehacking Vor Jahrzehnten hat niemand an so etwas wie das Modellieren des Erfolgs gedacht – das Erzeugen von duplizierbaren Mustern, die zu wiederholbaren Effekten führen. Als dann die kognitive Psychologie die Kommunikationswerkzeuge vereinfacht und verbreitet hat, sind immer bessere Modelle entstanden, die zum Lösen bestimmter Problemen dienen.
Sie haben ein Beziehungsproblem? Reden Sie mit Ihrem Partner folgendermaßen: sagen Sie, welche Gefühle Sie haben, greifen Sie ihn nicht an, beschuldigen Sie ihn nicht, verallgemeinern Sie nicht, sondern beziehen Sie sich auf ein konkretes Verhalten in einer konkrete Situation. Sie möchten im Leben erfolgreich sein? Arbeiten Sie viel, tun Sie es mit Leidenschaft und konsequent, legen Sie die Messlatte höher und seien Sie entschlossen. Wer das gesagt hat? Tausende, die im Berufsleben Welterfolge erzielt haben und von Psychologen untersucht worden sind.

Modellieren

Jede Fähigkeit basiert auf einer bestimmten Struktur. Diese Struktur hat bestimmte Bestandteile, die eine Sequenz bilden, die wiederholbare Ergebnisse zeitigt. Wenn das Modell richtig funktioniert, kann es nicht nur wiederholt werden, mit immer den gleichen Ergebnissen, sondern auch dupliziert – es lässt sich anderen vermitteln.
So funktioniert jede gute Franchise – es wird ein intelligentes Modell erzeugt, und der Erfolg einer Unternehmung basiert auf der Strategie, nicht auf dem individuellen (also unwiederholbaren) Erfolg einer Einzelperson. Ein Modell kann eine Restaurant-Franchise oder das Backen von Pfannkuchen sein, oder auch Schwimmen oder das Sprechen einer Fremdsprache – jedes Mal muss man wissen, was zu lernen ist (Wörter, Grammatik, Aussprache) und in welcher Reihenfolge.

Neue Möglichkeiten

Und was ist mit dem Erfolg im Leben? Mit einer glücklichen Beziehung, die auf reifer Kommunikation und Liebe basiert? Mit dem Traum, Millionär oder Inhaber einer rentablen Firma zu werden? Mit der Entwicklung eines Startups zu einem großen Unternehmen? Was vor einer Dekade noch als Quäntchen Glück, Zufall oder Begabung bezeichnet wurde, fungiert heute innerhalb der messbaren und wiederholbaren Form von Modellen, die bewährt und umsetzbar sind.
Die Psychologie, die emotionale, intellektuelle und Verhaltensprozesse beschreibt, ist in Verbindung mit den Fachkenntnissen von bewanderten Praktikern und leicht verständlich aufbereitet zum so genannten Lifehacking geworden, derzeit einer der wichtigsten Methodologie- und Bildungstrends der Welt.

Lifehacking

Lifehacking ist, kurz gesagt, ein Modell, das beschreibt, wie ein gewünschtes Lebensziel zu erreichen ist. Dieses Modell besteht aus entsprechenden Schritten, die – bei Umsetzung – das gewünschte Resultat bringen. Es ist keine Sammlung von philosophischen Theorien oder Vermutungen, sondern die Beschreibung einer bereits existierenden Wirklichkeit. Daher ist es per definitionem wirksam. Wie wird so ein Modell gemacht?

Nehmen wir an, ein Lifehacker (die Person, die das Modell konstruiert) hat Dutzende von echten Geschichten gelesen von Leuten, die sich haben scheiden lassen. Jeder hat aufgeschrieben, was er dabei richtig gemacht und welche Fehler er gemacht hat. Der Lifehacker bemerkt, dass es in diesen Geschichten zehn wiederkehrende Muster gibt (z. B. Besprechung der Scheidungsbedingungen unter vier Augen, ohne Beratung mit Familie oder Freunden), die er zu einem Modell aufbereitet und veröffentlicht als „zehn Techniken, um eine Scheidung einfacher und schneller zu vollziehen“.

Das Modell funktioniert deswegen, weil jede Erfahrung wiederkehrenden Mustern folgt. Entscheidend ist, diese herauszufinden und marktkonform darzustellen.
Life, bio, business, kitchen

In letzten Jahren ist das Hacking des Lebens so populär geworden, dass auch andere Gebiete dazugekommen sind, die sonst den Experten vorbehalten waren. Wie sich zeigt, lassen sich mit viel geringerem Arbeitsaufwand (man braucht nicht anderer Fehler zu wiederholen) auch in anderen Lebenszusammenhängen gute Ergebnisse erzielen.
Sie möchten kürzer schlafen? Dann suchen sie Biohacking, das Modelle dafür entwickelt, wie man einen gesünderen Körper bekommt, mehr Vitalität, und gleichzeitig weniger schläft. Sie wollen den Richtigen einstellen? Dann suchen Sie Businesshacking, also Modelle, die von Geschäftsleuten entwickelt wurden, die in ihrer Karriere schon tausende Menschen eingestellt haben. Sie möchten eine gute Suppe kochen? Dann hilft Ihnen Kitchenhacking mit einem von tausenden Internetkanälen, wo Köche ihre Erfahrungen austauschen. Da die Informationen so einfach verfügbar sind, kann jeder alles lernen.

Die Zukunft des Lernens?

Sie denken: so einfach kann es nicht sein. Ich will ein Unternehmen gründen und lese einen einzigen Artikel? Nein. Sie lesen tausende Artikel. Aber die Artikel sind die richtigen, sind bewährt, stammen von erfahrenen Praktikern. Sie setzen das Wissen um und steigern die Qualität dessen, was Sie tun. Lifehacking ist eine neue, außerschulische Art des Lernens – die Anwendung funktionierender Modelle von Menschen, die im jeweiligen Bereich erfolgreich sind.

Jeder ist Lehrer, aber nicht jeder kann sein Potenzial anderen vermitteln, denn ihm fehlt das spezifische Wissen namens Modellieren. Darin gibt es weder überflüssige Theorie noch Technizismen oder eine Form, die den Inhalt verstellt. Es ist einfach zu lernen, und die Vermittlungsform passt zu den kognitiven und pädagogischen Trends der Gegenwart. Es ist universell und zeitlos. Es eröffnet sowohl dem Lernenden viele Möglichkeiten als auch dem Lehrer, der die Modelle entwickelt und dann auf den Markt bringen kann. Man braucht nur die eigenen Erfahrungen leicht verständlich aufbereiten zu können.

Der Artikel erschien im Magazin „Benefit“
Mehr lesen Helfen Sie dem Sport so, wie der Sport Ihnen hilft Helfen Sie dem Sport so, wie der Sport Ihnen hilft Wenn die Spieler der Auswahlmannschaft den Rasen betreten, kommt in Brasilien alles zum Erliegen. Auf den Tag für Tag fürchterlich verstopften Straßen bewegt sich kein Auto. Die Gehsteige, auf denen tausend Menschen pro Stunde vorübereilen, sind leer. Bars und Restaurants sind bis auf den letzten Stehplatz überfüllt. Die Kellner wenden keinen Blick vom Fernsehbildschirm und vergessen ihre Arbeit, doch niemand wirft ihnen das vor. Schließlich ist heute ein Fußballspiel. Und wenn ein Spiel ist, dann hat es keine Bedeutung mehr, dass neben einem Millionär mit goldener Uhr am Handgelenk ein Bettler steht, der von der Hand in den Mund lebt. Dass gleich neben einer Oma mit ihrer Enkelschar sich ein attraktives Modell sexy zu den Sambarhythmen aus den Vuvuzelas bewegt, in Shorts, die nur so tun, als verdeckten sie etwas. Sie ist schwarz, jene sind weiß, und ein Stück weiter jubeln noch lauter die zahlreich hier lebenden Brasilianer japanischer Abstammung. Heutzutage ist es unwichtig, wie alt man ist, welche Hautfarbe man hat, ob man in Favelas ohne Strom und mit der Gosse neben dem Haus oder in einem Luxusappartement wohnt. Heute ist ein Spiel, und alle in Brasilien sind gleich. Dem Fußball gelingt etwas, was kein Politiker oder Star je geschafft hat – das Land zu vereinigen und zumindest für einen Augenblick die riesigen gesellschaftlichen Unterschiede auszugleichen. Der Sport vereint die Menschen.

Zur gleichen Zeit geht viele tausend Kilometer weiter nördlich, in einem kleinen, amerikanischen Städtchen eine attraktive 25-jährige zur Arbeit. Sie ist selbstbewusst, erfüllt und lächelt unentwegt beim Gedanken an das gestrige Date mit ihrem neuen Freund. Unterwegs geht sie ins Café und sieht aus dem Augenwinkel eine beleibte Frau in ihrem Alter Kleingebäck mampfen. Sie erinnert sich daran, dass sie noch vor einem Jahr genauso aussah. Vor schwierigen Emotionen suchte sie Zuflucht in ungesundem Essen, war böse auf sich, dass sie nicht dort arbeitete, wo sie wollte, und nichts unternahm. An Männern hatte sie kein Interesse und war sich sicher, dass keiner sie will. Alles in ihrem Leben änderte sich, als eine Freundin sie nach langem Zureden zum gemeinsamen Laufen überredete. Zwischen der ersten und zweiten Atemnot sah sie im Sport eine Chance zu Selbstbewusstsein, Freude und Leidenschaft. Woche um Woche trainierte sie intensiver, und mit jedem verlorenen Pfund kam ihr Selbstwertgefühl zurück. Sie fand eine bessere Arbeitsstelle. Sie entschloss sich zu einer Beziehung. Sie ist attraktiv und glücklich. Sport baut das Selbstbewusstsein auf.

Der Schüler aus der Slowakei hatte es nicht leicht in der Mittelstufe – die älteren Kameraden machten Witze über ihn, und die Lehrer griffen nicht ein. Die albernen Sticheleien verwandelten sich mit der Zeit in Handgreiflichkeiten, und als der Junge mit einem blauen Auge nach Hause kam, beschloss der Vater, ihn zum Karate anzumelden. Anfangs tat der Junge sich schwer, doch nach ein paar Malen änderte sich seine Haltung deutlich. Er ging aufrecht, sah konzentriert vor sich. Nach einigen Monaten verbesserte er seine Leistungen in der Schule, und wenn er wieder von gehässigen Kindern belästigt wurde, zeigte er ihnen sehr klar, dass die Spielregeln sich geändert hatten. Er war mutiger und nach einem Jahr regelmäßigen Trainings auch emotional reifer als seine Altersgenossen. Er wurde für sie zu einem Anführer, denn selbstbeherrscht, in sich ruhend und zielstrebig wie er war, war er seinen Kameraden ein Vorbild. Das Karate hatte ihn verändert, und nach Jahren war er zu einem selbstbewussten Anführer herangewachsen. Sport bildet den Charakter.

Als die brasilianischen Volleyballspieler weitere Punkte machten, den Weiß-Roten während des entscheidenden Satzes gefährlich dicht auf den Fersen, riss es die polnischen Fans vor Nervosität von ihren Sitzen. Waren sie so weit gekommen und sollten jetzt verlieren? Jeder Punkt ist Gold wert, wortwörtlich und im übertragenen Sinne! Bis es endlich so weit ist! Geschafft, wir sind die Besten auf der Welt! Die Polen auf den Tribünen sind wie verrückt. In dieser Nacht schlafen nicht viele von ihnen. Sie lassen jeden Spielzug Revue passieren, und die Gladiatoren nehmen heute in ihrer Fantasien die für die nationalen Helden reservierten Plätze ein. In einer Nation, die 200 Jahre lang ums Überleben gekämpft hat, der ein stärkerer Nachbar mitsamt dem Kommunismus Komplexe, mangelndes Vertrauen und fehlende Hoffnung bescherte, spielen Erfolge eine ganz wesentliche Rolle. Sie fördern den Nationalstolz, und der schleicht sich den Durchschnittspolen ins Herz und redet ihnen zu, Erfolge auch bei der Arbeit, in der Selbstentwicklung, beim Bewältigen von Lebensproblemen zu erreichen. Durch den Sport kann man darauf stolz sein, der zu sein, der man ist.

Sport vereint. Der Sport stärkt das Selbstwertgefühl einzelner und ganzer Nationen. Sport bildet den Charakter, lehrt Disziplin und Zielstrebigkeit. Er löst Konflikte zwischen Rassen und Nationen. Er verbindet die Menschen. Sport macht Schwächere stark und Beschämte stolz.

Sport bildet. Sport stärkt. Sport verbindet.

Der Artikel erschien auf der Internetseite www.kulturaisport.com.
Mehr lesen Weiche Fähigkeiten können Sie üben wie Fahrradfahren Weiche Fähigkeiten können Sie üben wie Fahrradfahren Sie sind der Persönlichkeitstrainer mit dem höchsten Wiedererkennungswert in Polen, das bestätigt allein die Zahl Ihrer Fans auf Facebook, die schon über 133 000 beträgt. Sie unterrichten in mehreren Sprachen und Ländern, u. a. in Brasilien, und haben sieben Bücher geschrieben. Wie sah Ihr Weg an die Spitze aus?

Mateusz Grzesiak: „Lang, gewunden, gesäumt von Niederlagen und Erfolgen, Freud und Leid. Das ist die emotionale Beschreibung. Die sachliche beinhaltet 10 Punkte, die für mich auf den Weg zu Glück und Erfolg notwendig waren.

1. Naivität – ich habe mir vor über zehn Jahren in den Kopf gesetzt, der beste Trainer und Coach der Welt zu werden. Dieser Traum hat mich die ganze Zeit motiviert.

2. Scheißegal-Haltung – es vergeht kein Tag, ohne dass ich im Internet Hasskommentare, Beschimpfungen und Beleidigungen erhalte. Das geht schon viele Jahre so. Wenn sie mich hassen, mache ich einfach weiter.

3. Höherlegen der Messlatte – bei einem Auftritt in Mexiko habe ich auf Spanisch geradebrecht, und in Brasilien hatte ich erst wenige Stunden Portugiesisch gelernt. In Brasilien habe ich eine Entführung erlebt. Ich habe für die Liebe zu einer Frau alles aufgegeben. Ich habe eine schwere Herzerkrankung überwunden, trotz der schlechten Prognosen. Ich habe über 30 Kilo abgenommen. Ich habe immer schwierigere Aufträge.

4. Mannschaft – seit vielen Jahren habe ich dieselben Mitarbeiter und suche ständig neue Hilfskräfte.

5. Wahrhaftigkeit – gleich gehe ich mit meiner Familie in Paris Fondue essen.

6. Steigerung der Kompetenzen – mindestens einen Monat pro Jahr bilde ich mich selber fort.

7. Konzentration – ich arbeite nur als Coach und Trainer.

8. Vielfalt – in meinem Leben war ich in über 120 Ländern. Ich kenne 8 Sprachen. Ich habe in gut einem Dutzend Kulturen gearbeitet. Ich habe 3 unterschiedliche Studiengänge abgeschlossen, sowohl in Polen als auch im Ausland.

9. Altruismus – die Hälfte meiner Arbeit wird nicht bezahlt. Ein Beispiel dafür sind die sozialen Medien, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Zusammenarbeit mit Stiftungen.

10. Misserfolge – eine ganze Menge, z. B. der Verlust fast meines ganzen Geldes, das ich damals hatte, wegen einer falschen Investition.“
Warum sind gerade diese 10 Punkt so wichtig, um im Geschäft erfolgreich zu sein?

„Wenn Sie über sich selbst oder ihre Umgebung hinauswachsen wollen, müssen Sie ein naiver Träumer sein, denn nur dies lässt Sie weiter vorwärts streben und konsequent arbeiten. Diese Naivität wird ganz einfach nach einiger Zeit zur Realität.

Die Scheißegal-Haltung, also die Fähigkeit, sich nichts aus der Beschränktheit anderer zu machen, ist wichtig, weil die meisten Menschen aus Furcht nicht hoch hinaus träumen und so das eigene Potenzial nicht ausschöpfen. Dadurch werden sie frustriert und unzufrieden mit dem Leben, was sie nur durch Arbeit bewältigen können oder dadurch, dass sie andere auf ihr eigenes Niveau herabziehen. Die meisten wählen letzteres, deswegen haben die meisten nicht das, was sie gern hätten. An bellenden Hunden muss man vorbeigehen können.
Man soll ständig die Messlatte höher legen, denn wer denkt, dass es einfach wird, hat schon vor dem Start verloren. Wenn Sie etwas erreichen möchten, was Sie oder andere noch nicht erreicht haben, dann müssen Sie immer schwierigere Dinge auf sich nehmen.

Großes erreichen Sie nicht allein, Sie brauchen die Unterstützung anderer. Lernen Sie Beziehungen aufbauen, ein Team versammeln und leiten. Finden Sie Menschen, die Ihnen helfen, Ihr Ziel zu erreichen.

Wenn Sie nicht eine einzige Person haben, bei der Sie nicht irgend jemand sein müssen, werden Sie verlieren. Sie brauchen die Unterstützung von jemandem, der Sie liebt und es gut mit Ihnen meint. Je höher Sie stehen, desto mehr Menschen idealisieren Sie (falsche Bewunderung, die das Ego stärkt) und kritisieren Sie (beneiden Sie und möchten Sie auf ihr Niveau herabziehen, weil Sie sie an ihr unausgeschöpftes Potenzial erinnern). Sie brauchen neben sich Menschen, die Ihnen die Wahrheit sagen.
Jeder Meister hat das Problem des beruflichen Narzissmus, d. h. er erreicht eine Höchstgrenze, ab der er sich nicht mehr zu bemühen braucht. Wer nicht fortwährend lernt, stürzt ab. Wer meint, er sei der Beste, stürzt schon bald ab.

Sie können nicht in allem der Beste sein, also wählen Sie eine Sache aus, in der Sie glänzen möchten. Delegieren Sie den ganzen Rest oder lassen Sie ihn bleiben. Befassen Sie sich nicht mit Kleinkram, das verschwendet Zeit, die Sie zum Lernen und Arbeiten nutzen können.

Sie müssen unterschiedliche Dinge tun, verschiedene Speisen essen, neue Länder besuchen, neue Menschen kennenlernen, damit Sie ständig angeregt werden, die Welt anders zu betrachten. Sich auf die eigenen Menschen, Familie, Nation, Ausbildung und Beruf zurückzuziehen, führt zu einem Mangel an Toleranz und einem ‚Betonverstand‘.
Sie müssen daran denken, wie Sie anderen helfen und die Welt verändern. Egozentrik bringt Ihnen keine Kunden, an sich selbst zu denken, interessiert niemanden außer Ihnen. Je mehr Sie sich auf die anderen konzentrieren, desto mehr werden sie Sie unterstützen.

Sie werden verlieren, hinfallen, in den Hintern getreten werden. Akzeptieren Sie das und machen Sie weiter. Es gibt keine Möglichkeit, dass Ihnen immer alles gelingt, also schenken Sie sich das gleich. Lernen Sie einfach aus Ihren Fehlern.“

Unterscheidet sich Ihr Weg an die Spitze irgendwie von dem, den die anderen Unternehmer gehen müssen?

„Nein, denn obwohl es verschiedene Rezepte für Sauerkraut gibt, sind sie im Kern immer gleich: man braucht Kohl. Der Weg ist ähnlich: einen Traum haben, zielstrebig und  ausdauernd arbeiten, Probleme überwinden und Ziele erreichen. Auch für Misserfolg gibt es ein Rezept: kein Feedback annehmen, anderen die Schuld am eigenen Scheitern geben, sich seiner Angst nicht stellen, nicht planen, das Gleichgewicht im Leben vernachlässigen, Egozentriker sein statt sich auf Weltveränderung einzustellen, sich von der Beschränktheit anderer berühren lassen.“

Was haben also die erfolgreichen Geschäftsleute gemeinsam?

„Sie denken global. Sie denken daran, wie man anderen hilft und die lokale Gesellschaft, das Land, die Welt verändert. Sie handeln organisch und langfristig, nicht spekulativ. Sie suchen nicht die blitzschnelle Gratifikation. Sie besitzen ausgeprägte weiche Kompetenzen und entwickeln sie weiter. Sie wissen, dass sie Misserfolge haben werden, und haben keine Angst davor. Sie legen sich die Messlatte am höchsten und vergleichen sich mit den Besten, während Durchschnittsmenschen sich ihrer Träume schämen. Sie umgeben sich mit Experten verschiedener Gebiete und geben Geld dafür aus. Jeder dieser hervorragenden Unternehmer engagiert die Besten zur Zusammenarbeit und gewinnt sie mit Vision, Elan und Geld.“
Die Welt zu verändern ist ein sehr ehrgeiziges Ziel, und ein internationales Geschäft aufzuziehen ist auch eine große Verantwortung. Worauf sollten Unternehmer vorbereitet sein, die daran denken, ihre Firma auf den globalen Märkten zu entwickeln?

„Auf Kommunikationsstörungen durch interkulturelle Unterschiede. Auf eine andere Art der Konkurrenz mit den großen Spielern und die Notwendigkeit, sich auf einem größeren Markt zu behaupten. Auf ein Gleichgewicht von Privatleben und Beruf, denn der Erfolg kann einem zu Kopf steigen, sollte einem aber nicht schaden. Auf einen Kampf gegen das polnische Minderwertigkeitsgefühl und die Furcht, die einem Durchschnittlichkeit verordnet. Auf die Versuchung, aus Polen ins ‚Gelobte Land‘ zu gehen, das nur eine Illusion ist.“
Wie wird man zu einem Geschäftsmann wie jene, die Sie hervorragend nannten?

„Indem man ihr Verhalten modelliert, also dasselbe tut wie sie, und sich bemüht, das noch zu verbessern. Indem man laufend die technologischen und mentalen Welttrends beobachtet und dies im Zusammenhang mit seiner eigenen Tätigkeit berücksichtigt.“

Sie als Coach nutzen auch Instrumente der Persönlichkeitsentwicklung, die Sie an die Spitze der weltbesten Trainer gebracht haben. Welche Techniken der Persönlichkeitsentwicklung, die Sie im Alltag anwenden, können Sie anderen Unternehmern empfehlen?

„Das erste, was ich mache, ist eine Visualisierung, um das Ziel, das ich erreichen möchte, und die Wege dorthin genau zu veranschaulichen. Ich stelle mir auch Coachingfragen zur Potenzialisierung dessen, was ich tue. Eine weitere Technik ist Feedback, also ein systematisches Ziehen von Schlussfolgerungen. Ich achte auf eine präzise Kommunikation, um den Angestellten auf verständliche Weise Anweisungen zu erteilen, und auf ein Motivationssystem, durch das wir Lust zum Handeln haben. Dasselbe kann ich anderen Unternehmern empfehlen.“

Auf welches destruktive Verhalten sollten Unternehmensgründer verzichten?

„Ganz sicher auf Motivation durch Furcht, z. B. Anschreien, und durch Bestrafen, denn die besten Menschen haben Selbstachtung und geben dann die Stelle auf. Man sollte Monotonie ausschließen, also ewig dasselbe zu tun, andernfalls werden die Mitarbeiter ausgebrannt. Negativ beeinflusst wird die Entwicklung des Geschäfts auch, wenn man sich auf seinen Lorbeeren ausruht, wodurch man leicht abstürzen kann oder es gar nicht erst nach oben schafft. Unternehmer sollten auch auf eine krankhafte Arbeitsmenge verzichten, denn dann machen sie sich die Freizeit oder die Zeit mit der Familie kaputt und werden unglücklich.“

Welche weichen Fähigkeiten sollten sie erwerben, um erfolgreich eine Firma zu führen?

„Zu Anfang soll man sich um die emotionale Intelligenz kümmern, die aus mehreren Elementen besteht. Das erste ist Selbstbewusstsein, also das Erkennen und Verstehen der Emotionen sowie der Verhaltensweisen. Wenn wir wissen, welche Emotionen uns begleiten, können wir sie kontrollieren. Das nennt man Selbstkontrolle, d. h. emotionale Zustände und ihre Intensität werden so verändert, dass sie adäquat sind.  Eine wichtige Fähigkeit ist Motivierung, d. h. seine Emotionen so zu managen, dass man sich in die Pflicht nimmt, sich Handlungen vorzunehmen, zu beginnen und konsequent umzusetzen. Ein weiterer Aspekt ist die Fähigkeit, sich in die Lage anderer zu versetzen, also Empathie, mit der wir die Emotionen anderer erkennen und entsprechend auf sie reagieren können. Auf diese Weise werden wir auch Beziehungen managen. Eine wesentliche Rolle spielt zudem Coaching, mit dessen Hilfe wir präzise kommunizieren und die Tätigkeiten verbessern können. Weitere Fähigkeiten, die man sich aneignen sollte, sind z. B. Verkaufen, ohne das wir unser Potenzial vernichten, indem wir es der Welt nicht anbieten, und unsere Qualitäten nicht vorzeigen; Marketing, weil man mit Fähigkeiten, aber ohne Marketing nichts verkauft; Aufbauen von Beziehungen, ohne die im Business nichts läuft; Zeiteinteilen, um Prozesse zu verwalten und das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu halten; Erfolgspsychologie, um sich selbst und das Team motivieren zu können; Menschenführung, damit man nicht alles selber macht.“

Welche davon sind am wichtigsten?

„Alle sind unentbehrlich. Ohne emotionale Intelligenz motivieren Sie weder sich selbst noch das Team. Ohne Coaching wiederholen Sie immer die gleichen Fehler. Wenn Sie keine Beziehungen aufbauen, wird die Konkurrenz Ihnen schaden, oder Sie erreichen die Grenze Ihrer Möglichkeiten. Ohne Planung werden Sie morgens nicht aufstehen, Probleme nicht voraussehen und sich vor ihnen nicht schützen können. So etwas wie einen überflüssigen Körperteil gibt es nicht, und zu wählen, ob man sich die Hand oder das Bein abhackt, ist unabhängig vom Ergebnis falsch.“

Wie kann man diese Fähigkeiten üben?

„Wie Fahrradfahren, indem man sie praktisch umsetzt. Zuerst sollte man sie sich bewusst machen, dann jemanden finden, der uns als Modell einen Bezugspunkt gibt und zum Vorbild wird, und anschließend sie selbständig üben. Unter den Augen eines Experten wird das ungleich schneller gehen. Heute gibt es eine ganze Palette von Ausbildern, die diese Fähigkeiten anbieten, denn weiche Bildung ist in Polen – endlich – so geschätzt und anerkannt, dass ohne sie nichts geht.“

Der Artikel erschien auf der Internetseite www.mamstartup.pl.
Mehr lesen Geschichte schreiben Geschichte schreiben Das konnte kein einfaches Gespräch werden. Weil ich ihm nicht glaubte. Ich glaubte nicht an Coaching und daran, dass es irgendwas im Leben anderer Menschen ändern kann. Ich kam, um zu kämpfen. Um mit den Mythen aufzuräumen. Vielleicht sogar um zu spotten. Aber… jetzt sind wir Freunde.

Ich habe gelesen, was Sie schreiben, Ich verstehe nicht, wie man so unterschiedliche Menschen dazu motivieren kann, so entlegene Ziele zu erreichen wie das Lernen einer Fremdsprache in ein paar Tagen und Erfolg im Geschäft, im persönlichen oder Familienleben. Das erscheint mir unbegreiflich. Ich verstehe es nicht.
Mateusz Grzesiak: „Das müssen Sie nicht. Sie stammen aus Polen, Ihre Skepsis ist vollkommen verständlich.“

Ihr Beruf ist seit einigen Jahrzehnten populär, etwa in den Staaten. Er hat eine lange Tradition, die Prediger erzählen seit Jahren von Gott, wenn sie zu den Menschenmassen sprechen. Wir kommen aus einer anderen Tradition: der katholischen und protestantischen. Weder die einen noch die anderen sind es gewohnt, dass solche Leute wie Sie vor Tausenden von Menschen stehen, um ihr Leben zu ändern.

„Wenn Sie Religion mit dem Geschäft verbinden, wird es schwierig. Ich spreche nicht über Gott und ich bin kein Prediger. Ich spreche über Emotionen und benutze dabei konkretes psychologisches Wissen, wie das bei Trainern und Coaches der Fall ist. Jedes Produkt, das einen Kunden findet, basiert direkt auf dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Wenn jemand etwas hören möchte, dann kommt einer, der es ihm erzählt. Wenn wir überlegen würden, warum das vor gut zehn Jahren in Polen aufkam…“

…wir gehörten auf einmal zu den Ländern des freien Marktes und der Demokratie. Vorher hat die Partei den Menschen gesagt, wie sie leben sollen. Es war also kein Platz für diesen Beruf.

„Eigentlich sind es drei Berufe. Erstens Public Speaker – ein Motivator, der ein oder zwei Stunden zu einer großen Gruppe spricht. Der Inhalt seiner Botschaft erfüllt eine einzige Aufgabe – er soll die Zuhörer motivieren, ihnen Hoffnung machen, Glauben geben, Zuversicht. Je größer das Publikum, desto wichtiger die Emotionalität der Botschaft. Das ist ein Bildungsspektakel.“

Das heißt, man muss Emotionen hervorrufen und managen können. Das ist Kunst. Performance.

„Keine Frage! Der zweite Beruf ist Trainer der weichen Fähigkeiten. Ein hilfreiches Wissen, besonders für uns Polen, weil wir eine überintellektualisierte Lebenseinstellung haben. Wir lernen in der Schule, wie die Hauptstadt von Madagaskar heißt, und können die längsten Flüsse der Welt aufzählen, aber der Arbeitgeber wird von uns nicht verlangen, dass wir den Aufbau des Pantoffeltierchens kennen, sondern dass wir Teamarbeit beherrschen.“

Wenn Präsident Komorowski daran gedacht hätte, was der Prager Fenstersturz ist, hätte er vielleicht die Wahlen nicht verloren. Im Grunde war es aber eine Frage der Demut und ihres Mangels.

„Fähigkeit zur Demut ist ein weicher Faktor. Wenn er daran arbeiten würde, könnte er viel besser mit den Menschen kommunizieren. Die weichen Fähigkeiten helfen also, wie Sie sehen, sogar den Präsidenten.“

Ein Trainer arbeitet von Mensch zu Mensch, mit einer Person?

„Das ist eher der dritte Beruf: Coach. Ein Trainer tritt vor deutlich kleineren Gruppen auf als ein Motivator, er leitet Seminare oder Workshops. Diese basieren auf der Vermittlung bestimmter Fähigkeiten. Da geht es nicht mehr ums Spektakel, sondern um puren Inhalt. Unter diesen Inhalten finden Sie die weichen Fähigkeiten: finanzielle Intelligenz – wie verdiene ich Geld, emotionale Intelligenz – wie kontrolliere ich meine Emotionen, motiviere die Menschen usw., die derzeit äußerst populäre Führung – wie bilde ich eine Gruppe und manage sie. In dieser Gruppe können auch Alternativen der gesellschaftlichen Intelligenz vorkommen, also wie baue ich Beziehungen auf. ‚Eins zu eins‘ ist ein Prozess, den wir Coaching nennen. Kurz gesagt: Sie kommen zu mir, wir setzen uns hin und suchen den Lebensbereich aus, mit dem Sie ein Problem haben. Zum Beispiel die Beziehungen, Sie sagen: ‚Ich möchte gerne so leben, dass ich und meine Frau glücklicher sind.‘ Ich beginne dann, Ihnen Fragen zu stellen, die auf Erkenntnis zielen, und Sie fangen an, zur ersten Schlussfolgerung zu gelangen. Danach konstruieren wir Kommunikationsmodelle mit Ihrer Frau. Natürlich braucht es nicht die Frau zu sein, das ist nur ein Beispiel. Wir können auch darüber reden, wie man abnimmt oder eine bessere Arbeit findet.“

Wo liegt der Unterschied zwischen Coaching und Psychotherapie?

„Die Psychotherapie ist darauf gerichtet zu diagnostizieren, was war, und basiert auf der fundamentalen Prämisse, dass wir, wenn ein Mensch ein Problem hat, dessen Quelle in der Vergangenheit aufdecken müssen, und schon sind wir in der Lage, die Gegenwart zu reparieren.

Coaching ist ein viel einfacherer Prozess -  er nimmt an, dass wenn wir uns auf die Ziele konzentrieren und herauszufinden versuchen, zu wem jemand sich machen möchte, er viel einfacher und schneller die jeweiligen Änderungen vornehmen kann. Die Psychotherapie konzentriert sich auf die Dinge unter der Überschrift ‚Persönlichkeit‘, das Coaching vor allem auf das Verhalten. Wenn jemand sagt: ‚Weißt du, ich bin ein Choleriker‘, dann ist es ganz etwas anderes, ob man beginnt, nach Ursachen zu suchen, oder ob ein Coach ihm hilft zu verstehen, dass man durch Schreien, Heben der Stimme, Anspannen des ganzen Körpers bei der Kommunikation negative Emotionen in sich erzeugt, die verschwinden, sobald man sein Verhalten ändert.“

Ein Coach ist also Behaviorist.

„Er bewegt sich eindeutig mehr in behavioristischen Zusammenhängen. Die Verhaltensänderungen, von denen sie sprechen, sind ein Sekundäreffekt des Erkenntnisprozesses, denn Coaching ist im Grunde ein interaktiver Erkenntnisprozess.“

Sie sind also Trainer, Coach und Motivationsredner.

„Ich arbeite auch im Business Consulting. Der Consultant soll einem einen Fisch geben, nicht die Angel. Beim Coaching läuft ein Erkenntnisprozess ab, bei dem Sie entdecken, was Sie ändern wollen. Die grundlegende Kunst beim Coaching besteht deshalb darin, Fragen zu stellen. Beim Consulting kommen Sie zu mir und sagen: ‚Für die Managementprobleme in meiner Firma brauche ich die und die Lösung.‘ Und ich erstelle ein Modell, das Sie sofort in Ihrem Unternehmen einsetzen können. Sie haben sich gewundert, wie es möglich ist, einerseits schnell eine Fremdsprache zu lernen, andererseits einem Manager zu erzählen, wie er sein Team motivieren kann, und noch jemandem beim schnellen Abnehmen zu helfen. Es scheint vielleicht so, als hätten diese drei Dinge überhaupt nichts miteinander zu tun. In Wirklichkeit haben sie sogar sehr viel miteinander zu tun, da die Persönlichkeit, die all das beherrscht, eigentlich immer dieselbe ist. Wenn ich weiß, wie ich abnehmen kann, mir die erwarteten Ergebnisse vorstellen kann, das heißt ein Ziel setzen, dann weiß ich, was ich tun muss: den Freunden davon erzählen, weil dann die Erfolgsaussicht steigt, es aufschreiben, um mehr Motivation zu haben usw. Genau dasselbe Modell greift beim Sprachenlernen. Was Teammanagement anbelangt: Grundlage des Erfolgs ist die richtige Zielsetzung. Also geht es auch hier wieder um dasselbe! Jedes Mal analysiere ich die Struktur. In dieser Hinsicht bin ich Tüftler. Wenn ich für ein Unternehmen ein Finanzprodukt oder ein Motivationssystem einführe, sehe ich darauf, wie der Kunde denkt, für den das sein soll, beispielsweise ein Pole. Ich weiß, dass Polen mutig sind, unternehmerisch denken, dass sie arbeiten können, aber sich auch gern durchlavieren, skeptisch sind, anderen misstrauen, Querulanten sind. Mit diesem Wissen vermag ich die Funktion des Produktes so mitzuteilen, dass der Pole zuhört und versteht.“

Der „Querulant“ amüsiert mich. Das ist ein Wort aus einer anderen Zeit.

„Unsere Sprache ist wunderschön, es wäre schade, sie nicht zu benutzen. Besonders in einer Zeit, wo Managementsprech und Anglizismen unsere Fähigkeit, Polnisch zu sprechen, ‚challengen‘.“

Und sind wir Querulanten? Das ist eine interessante Sache. Heutzutage bist du einerseits Pole, andererseits willst du Weltbürger sein. Es wird langsam ärgerlich, wie unfrei wir wegen der Fortschritte der Technologie leben müssen.

„Wir müssen nicht, das suchen wir uns aus! Ich stimme Ihnen zu, diese Wahl macht uns weitgehend unfrei. Aber das Wort ‚müssen‘ muss ich in Frage stellen.“
Vielleicht anders: die Leute, die die Technologien verwalten, arbeiten sehr darauf hin, damit wir müssen. Damit das Handy uns immer zu sich ruft, damit es uns sagen möchte, wie das Wetter beim Spaziergang ist, den wir gerade machen.

„Das stimmt. Aber es hängt doch von mir ab, ob ich abnehme oder nicht. Würde ich zulassen, dass das Handy das regelt, könnte ich mir nicht aussuchen, wer ich bin. Aber die Marken, von denen sie produziert werden, wollen mit Sicherheit, dass man sie so oft wie möglich benutzt, ganz klar. Das ist ihr Ziel, aber du kannst ein anderes Ziel haben. Du entscheidest, wie du mit deinem Handy umgehst. Sonst verlieren wir erstens Handlungsmacht, wenn wir die Entscheidungen anderen übertragen, und zweitens bilden wir eine Art Verschwörungstheorie, wonach mich jemand von etwas abhängig machen will.“

Ist das eine polnische Eigenschaft?

„Argwohn, Misstrauen, Skepsis.“

Nach dem, was die Geschichte uns auferlegt hat, zwischen Deutschland und Russland, darf man kaum erwarten, dass wir anders sind.

„Natürlich, aber denken wir daran, dass die Geschichte aus und vorbei ist, dass wir in ganz anderen Zeiten leben. Trotzdem verwenden wir immer noch die polnische Programmierung von vor dreißig, vierzig und sogar zweihundert Jahren. Ich arbeite viel außerhalb Polens, und immer wenn ich irgendwohin reise, mache ich mir ein Sprechverhaltensmodell von meinem Befragten, also dem durchschnittlichen John Smith oder Hans Schmidt. Nur da drin kann ich verstehen, wie ich denjenigen ansprechen soll. Denn auf der Welt werden nicht nur Englisch, Deutsch oder Russisch gesprochen, sondern auch „Mateuszgrzesiakisch“ – eine individuelle Sprache, die jeder von uns hat. Ich muss so sprechen, dass der Adressat mich versteht. Über jede Mitteilung entscheidet eher die Interpretation als objektive Fakten. Ich analysiere verschiedene Modelle, vergleiche sie und wähle das wirksamste aus. Wenn ich auf meinem Facebook-Profil einen Artikel veröffentliche, z. B. über Emotionen, in dem steht, ‚ein guter Ehemann/eine gute Ehefrau zu sein bedeutet …‘, und zwei Millionen Menschen besuchen ihn, dann heißt das, dass ich das Modell richtig definiert habe. Denn das ist ein konkretes Ergebnis, es informiert mich darüber, was die Menschen interessiert. Ich lese die Kommentare und ziehe ein Muster daraus. Genau das ist Modellieren. Die Frauen schreiben: ‚Deine Frau hat so viel Glück!‘ oder ‚Warum verabredet man sich so künstlich zu einem Stelldichein, das sollte spontan sein!‘, und ich sehe Romantik, Romantik, Romantik. Etwas unter der Überschrift: ‚wenn wir leiden, werden wir frei‘.“

Die Schule tut sehr viel, damit dieses romantische Muster weiterhin gilt.

„Das ist unerhört. Die Romantik war nötig für eine unfreie Nation, die sich vor der Totalzerstörung ihres Selbstbewusstseins schützen musste, da sie von anderen Nationen überfallen, vergewaltigt und zugrunde gerichtet wurde, musste sie sich in den Mythos einer großartigen Geschichte flüchten. Wenn ich arm bin, in Russland lebe und kaum über die Runden komme, und Putin erzählt mir plötzlich vom großen Russland, das die Weltgeschicke lenkt und der Welt wieder zeigt, wer das Sagen hat, dann kaufe ich ihm die Erzählung ab und ertrage es leichter, dass ich nichts zu essen habe. Die Erzählung muss mich satt machen. Wir haben die Erzählung gebraucht, dass Polen der Messias unter den Völkern sei, aber heutzutage brauchen wir sie nicht mehr, weil sie uns schadet. Sie brauchen neue Geschichten, die uns in eine andere Richtung lenken. Nur dass die Mentalität sich nicht so schnell umprogrammieren lässt wie die Gesellschaftsordnung. Deswegen merken die Leute nicht, dass z. B. das Schreiben von Hasskommentaren, inzwischen eine pathologische Erscheinung, nicht normal ist. Wenn ein ausreichender Anteil der Bevölkerung etwas systematisch wiederholt, egal wie dysfunktional das ist, wird dieses Verhalten zur Norm. Das Hasskomentareschreiben ist nicht normal! Sie erwähnten die lokale und globale Mentalität. Die gesellschaftlichen Probleme Polens werden nicht von der polnischen Mentalität gelöst, ganz nach Einstein, der gesagt hat: ‚Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind‘. Wenn es brennt, brauche ich Wasser, nicht noch mehr Feuer, um den Brand zu löschen. Also muss ich global denken, um den Polen Denkmuster zu liefern, auf die sie nicht kommen können. Ich reise nach Brasilien, und von den Brasilianern nehme ich gern die Liebenswürdigkeit, denn sie sind ein außergewöhnlich liebenswürdiges Volk. Alle auf der Straße reden miteinander, haben keine Komplexe oder Minderwertigkeitsgefühle, sie kommunizieren vollkommen anders. Wenn ich an der Bushaltestelle stehe, kommt ein Brasilianer, und wir reden ungezwungen. So etwas mache ich nicht in Polen im Fahrstuhl. Beim Einsteigen starren alle auf ihre Smartphones oder die Stockwerksanzeige. Wir sind nicht so offen. Wenn ich eine Menge Manieren will, nehme ich einen Engländer und keinen Polen, weil der zu direkt ist. Ein Pole wird sagen, dass Engländer künstlich sind, weil sie immerzu fragen: ‚How are you?‘, ‚How do you do?‘. Ein Engländer wird sagen, dass Polen unverschämt und flegelhaft sind, weil sie das Gespräch nicht richtig aufnehmen. Nationen und ihre Kulturen sind kognitive Modelle. Will ich Mut lernen, dann schaue ich auf die polnische Geschichte, etwa auf Johann III. Sobieski, der vor Wien die Österreicher gerettet hat, damit sie kein Türkisch sprechen. Die Liebenswürdigkeit nehme ich von den Lateinamerikanern, die Einstellung zum Geld von den Amis, das Modellieren perfekter Strategien von den Deutschen. Global betrachtet sieht man, dass alles zur Einheitlichkeit strebt. Alles! In einiger Zeit werden wir nicht mehr von ‚Frauen‘ und ‚Männern‘ sprechen, sondern von ‚Menschen diesen oder jenen Geschlechts …‘, wir werden auf einer anderen Bewusstseinsstufe sein, wo es etwas gibt wie einen ‚globalen Menschen‘, nicht mehr nur Pole oder nur Deutscher.“

Ich weiß nicht, ob das eine überzeugende Vision ist. Ob es uns glücklich macht.

„Ein Bild soll nicht glücklich machen. Glück ist die Einstellung zu dem, was im Leben passiert. Genauso wie die Fähigkeit, das zu schätzen, was wir haben. Jede Kultur und jedes Zeitalter definiert das neu. Ähnlich ist es mit dem Selbstwertgefühl. Wir reden, weil ich Trainer und Coach bin, Fähigkeiten unterrichte, die in Polen nötig sind, weil die Leute Erfolg brauchen. Zurzeit sind die Polen scharf auf ‚Erfolg‘. Schauen wir auf die Statistik: Polen arbeiten 51 Stunden pro Woche und sind dabei, sich von ihrem Minderwertigkeitsgefühl zu befreien, vom langsameren Europa, und wollen das haben, was die Deutschen schon lange haben. Wir sind scharf auf materiellen Erfolg im weitesten Sinne. Vor zweihundert Jahren waren wir scharf darauf, dass wenn wir uns verlieben und viel leiden, wir durchgeistigt werden. Vor fünfhundert Jahren folgten wir einem Pfarrer, der Latein sprach, das wir nicht einmal konnten, in der Hoffnung, dass wir erlöst werden und ins Paradies kommen. In verschiedenen Zeitaltern streben Leute nach verschiedenen Definitionen vom Glück. Das wird sich nie ändern! Nehmen wir an, meine Theorie trifft zu, und in einiger Zeit haben wir eine globalisierte Welt. Metamentalität, ein alles umfassendes Metabewusstsein. Und dann wird es mit dem Glück das gleiche Problem geben wie jetzt, nur einige unserer heutigen Probleme resultieren aus dem Mangel an Einheitlichkeit. Wenn die Polen einander Hasskommentare schreiben, vernichten sie sich von innen. Wenn am Unabhängigkeitstag ein Proll ein Verkehrszeichen ausreißt, sagen 40 % der Polen, laut Eurostat: ‚Ist mir schnuppe, es ist nicht mein Zeichen‘. Wir denken nicht in Kategorien eines ‚Wir‘. Und das ist einer der Gründe, warum wir unglücklich sind. Ich reise nach Kolumbien, bin in einer Fernsehsendung eingeladen, das sehen Millionen Menschen, die oft zum ersten Mal einen Polen zu Gesicht kriegen. Ich antworte auf Spanisch, aber fange mit einem polnischen Zungenbrecher an, um ihre Neugier zu wecken, und sie zittern, weil sie das nicht aussprechen können. Ich erzähle, was Zurek ist, und sie freuen sich. Ich komme zurück nach Polen, ein Hasskommentar: ‚Du Dieb, du Manipulant, du Rüpel!‘ Dass Brüder und Schwestern einem etwas kaputt machen, ist bei uns mächtiger als woanders. Ich habe Distanz dazu, ich verstehe es, weil ich es beobachte und  weiß, wie es funktioniert. Aber stellen Sie sich vor, wie viele große Talente abhauen müssen, dahin wo der Pfeffer wächst. Weil sie zu empfindlich sind. Oder nicht verstehen, warum die Geschichte uns zu der Überzeugung gezwungen hat, dass man nur mit Durchschnittlichkeit überleben kann. Ich sehe das anders, ich glaube, jeder von uns ist einzigartig. Ich werde nie glauben, dass Sie einfach einer von vielen Journalisten oder Männern sind. Ich will wissen, worauf Sie scharf sind, was Ihnen wehtut, was Ihre Geschichte ist, was Sie zum Individuum macht. Das ist der einzige Weg, wie wir uns kennenlernen können. Sonst sind Sie ein Typ in Jeans, ich bin ein Kerl im Anzug, und das wars, wir sind abgestempelt.“

Und worauf sind Sie scharf? Was hat Sie zu dem gemacht, der Sie sind? Als Sie klein waren, gab es diesen Beruf noch nicht, jedenfalls nicht in Polen.

„Ich bin scharf auf Geschichten, so wie Sie. Als ich sechs oder acht Jahre alt war, war ich in Koszalin, Ende der 80er, wir haben auf den Hinterhöfen Ball gespielt, sind auf Bäume geklettert, wir haben nicht an größere Perspektiven gedacht, Zukunftspläne waren kein Gesprächsthema. Im Rückblick sehe ich, wie sehr ich mich von einer Mentalität befreien wollte, die mir gesagt hat, dass ich ‚nur‘ aus Koszalin komme, ‚nur‘ Pole bin. Dass ich nichts Großes, nichts Außergewöhnliches schaffen kann. Ich will den 40 Millionen meiner Landsleute zeigen, dass sie etwas Großes, Globales schaffen können, das die Welt verändert. Eine Untersuchung über Unternehmer besagt, dass Polen eine Menge Firmen gründen und unternehmerisch denken, aber sich selbst immer noch nicht global denken. Sie denken nicht, dass sie mal ein großes Geschäft aufziehen können. Sie denken eher: ‚Ich bin ein kleiner Pole, was soll ich hoch hinaus wollen‘. Mich entsetzt das, denn anstatt zu denken ‚Ich bin geboren, um eine Mission zu erfüllen, die Welt zu verändern, sie zu einem besseren Ort zu machen‘, sagt er: ‚Noch ist Polen nicht verloren‘, was voraussetzt, dass es einmal verloren sein wird, oder er sagt ‚die polnische Angelina Jolie‘, obwohl die Amerikaner nie sagen würden ‚der amerikanische Kieślowski‘. Oder die Leier: ‚Investoren, kommt nach Polen, wir haben qualifizierte und billige Arbeitskräfte.‘ Wissen Sie, wenn ich höre, dass wir dem Westen nacheifern sollen, frage ich mich, ob wir den Engländern in der Küche nacheifern sollen, denn da haben sie kaum etwas zu bieten, oder den Amerikanern im Intellekt, denn ihr Weltwissen fällt gegenüber dem der Polen weit ab. Die ganze Zeit, von allen Seiten, werde ich mit Geschichten von der Minderwertigkeit stimuliert, und das ich will nicht. Im Film ‚Django‘ von Quentin Tarantino gibt es eine erstaunliche Szene, in der schwarze Sklaven im Käfig sitzen, die Tür ist offen, einer kommt heraus, nimmt ein Pferd und reitet weg, der Freiheit entgegen. Die anderen sitzen im Käfig und wundern sich: ‚Komisch, Schwarze reiten doch nicht.‘ Genauso fühle ich mich manchmal in Polen, und die Menschen haben ein unglaubliches Potenzial, das komplett zerstört wird durch Hasskommentare, Querulantentum und die Überzeugung: wenn ich dir nicht zustimme, liegt das daran, dass du dich irrst, und nicht daran, dass ich ein anderer Mensch bin, oder durch die Überzeugung: wenn jemand weiß, dass er etwas kann, dass er dazu Veranlagung hat, und damit nicht hinter dem Berg hält, dann ist er unbescheiden. Und das ist schlecht.“

Das ist der katholische Rhythmus unseres Daseins. Zudem hat uns die Geschichte zum Bollwerk des Christentums gemacht. Die Protestanten aus Westeuropa hatten es einfacher, sie lebten nicht an einer Kulturscheide. Sie waren eine eigenständige Kultur, die sich eigenen Zielen hingeben konnte – Arbeit und Ordnung.

„Sie haben Recht. Ich bedaure das sehr. Das was ich verändern kann, also die Zukunft, ändere ich, und was ich nicht ändern kann, nehme ich hin. Aber ich weiß, dass Johann III. Sobieski oder die Gründer des polnisch-litauischen Doppelreiches keine Komplexe hatten. Das Minderwertigkeitsgefühl hat damals noch nicht als Konzept existiert. Zwangsläufig wurde uns das bei der Russifizierung und Germanisierung genommen, um eine Nation zu stoppen, die so rebellisch ist, dass sie nie aufgibt. Deshalb haben wir auch gelernt: wenn es kein Problem gibt, haben wir ein Problem.“

Alles hat einen Preis. Auch, dass wir als Nation bestehen. Der Preis ist das, wie wir sind. Aber zurück zu Ihrer Geschichte …

„Als ich 17 war, habe ich es bis zum Regionalentscheid eines Geschichtswettbewerbs geschafft, dann ins Landesfinale. Und da habe ich plötzlich begriffen: ‚Ich kann was Großes machen! Ich brauche nicht nur der Beste in Koszalin zu sein‘. Plötzlich wurde ich Pole. Eine Idee kam zustande: ‚Ich kann Erfolg auf der nationalen Bühne haben.‘ Heute verstehe ich es so, aber ich bin ein erwachsener Mann, der die vergangenen Ereignisse interpretiert hat, die dazu geführt haben, dass ich bin, wer ich bin. Natürlich konnte ich es damals nicht verstehen, ich wusste nicht, was mich gebildet hat, ich habe nicht verstanden, dass der voreingenommene Lehrer, der mir immer nur eine Drei gab, mich damit zu etwas motiviert hat. Irgendwann habe ich begriffen, dass ich nicht in einer Welt leben möchte, in der jemand mein Selbstbewusstsein bewertet, das war sehr befreiend. Ich hatte mal einen wunderbaren Englischlehrer, der ganz zu Anfang gesagt hat, dass er uns so benotet, wie wir es uns wünschen. Wir durften abschreiben, den Unterricht schwänzen. Stellen Sie sich vor, alle sind immer gekommen, niemand hat abgeschrieben, weil wir verstanden hatten, dass wir für uns lernen. Er hat mich sehr inspiriert. Ich habe erlebt, dass man Leute so unterrichten kann, dass sie motiviert sind, für sich selbst lernen wollen, nicht mogeln wollen. Später ging ich zum Studieren nach Warschau. Zu der Zeit hat niemand gesagt: ‚Arbeite mit Leidenschaft!‘, das ist erst jetzt modern. Es war die Welt, in der der Beruf soviel war wie die Ausbildung. Meine Eltern – der Vater Schauspieler, die Mutter Theaterwissenschaftlerin –, die nicht in Saus und Braus lebten, haben mir gesagt, ich soll zuende studieren und Anwalt werden, dann könnte ich gut leben, das war so offensichtlich. Niemand hat mich gefragt, ob ich überhaupt Anwalt werden will. Ich habe viele amerikanische Filme über Anwälte gesehen, in der die Juristen sich vor den Geschworener aufplusterten, und dachte, so würde es später aussehen. Also studierte ich und war 5 Jahre lang in keinem Gericht! Ich ging für ein Stipendium nach Deutschland und hatte eine Prüfung in Zivilrecht, dem wichtigsten Fachgebiet in Polen. Ich bin zur Prüfung gegangen, habe dem Dozenten einen Artikel rezitiert, und er fragt mich: ‚Warum haben sie das auswendig gelernt? Ein guter Anwalt muss doch mit dem Gesetzbuch arbeiten können!‘ Dort wird Denken gelehrt, nicht Pauken. Das hat mein Leben revolutioniert, weil ich bemerkt habe, dass ich die Theorie lerne, und keinen blassen Schimmer habe, wie die Praxis aussieht. Die ganze Zeit habe ich viel gelesen und alles mögliche gelernt, weil ich mir wie ein Mantra wiederholt habe: ‚Lerne, lerne, dann kommst du in die weite Welt‘. Damals wusste man nicht, dass ein abgeschlossenes Medizinstudium noch keine Garantie gibt, in zehn Jahren auch Patienten zu haben. Weil plötzlich der freie Markt da ist und die Patienten nicht den Arzt mit Fachwissen aussuchen, sondern den, der lächelt. Die Welt hat sich komplett geändert! Ich habe es bemerkt, als ich 20 war und die ganze Zeit unterrichtet habe, dass es das ist, worauf ich scharf bin, und dass ich allein mit theoretischen Fähigkeiten im Leben nichts erreichen kann. Um mich herum gab es welche, die sehr schlechte Noten in Logarithmen, Wurzelziehen usw. hatten, aber sehr gut im Leben zurechtkamen. Arek konnte reden und hat sich ältere Studentinnen geangelt, Franek hat sich mit dem Verkaufen von Coca-Cola am Strand in Mielno was dazu verdient. Ich wusste, es gibt eine andere Welt, die effektiv ist, und die muss man ausprobieren. Ich bin nach Polen zurückgekommen, weil ich nicht in Deutschland bleiben wollte, nur weil es da bequem war. Wenn es einfach ist, langweile ich mich, weil ich dann nichts lerne. Ich will immer nach oben, neue Herausforderungen haben. Wenn ich schon fast am Ziel bin, interessiert es mich nicht mehr, ich brauche dann einen neuen Dämon zum Bekämpfen, denn ich weiß, das ist der einzige Weg zu wachsen. Eine etwas selbstmörderische Lebenseinstellung – nach verschieden großen Schwierigkeiten zu suchen. Ich hätte in Deutschland bleiben können, den Doktor machen und mich etablieren, aber das habe ich verworfen, weil ich wusste, dann würde ich die Hände in den Schoß legen und mich auf die gute Rente freuen. Ich habe ganz von vorn angefangen. Ich habe jemanden getroffen, einen Bekannten meiner Mutter, den ich heute meinen geistigen Vater nenne. Er hat mir einige Fragen gestellt, und zwar solche, die ich nicht recht zu beantworten wusste. ‚Du redest komisch mit mir‘, sagte ich. Er hat geantwortet, dass ich Kommunikationspsychologie lernen soll, er hat mich angeregt, dann habe ich den ersten Kurs gemacht, habe gesehen wie das läuft, und wurde infiziert! Vor über zehn Jahren war das, da habe ich angefangen, mich zu entwickeln. Damals gab es in Polen fast gar keinen Markt für Persönlichkeitsentwicklung. Ich bin mehrfach zu Vorstandspräsidenten gekommen, die mich abgewiesen haben, wurde nicht vorgelassen. Endlich konnte ich jemandem sagen, dass ich Coaching mache, dass sich Untersuchungen zufolge die Investition sechsfach auszahlt. Ich bekam zu hören: ‚Coaching kriege ich nachts von meiner Frau.‘ Ich war einer der ersten, die den Markt aufgemacht haben. Die Leute wissen nicht, dass das so lange her ist, dass es so viele Hindernisse zu überwinden gab, um heute hier zu stehen. Ich habe damit in Polen angefangen und bin trotzdem die ganze Zeit ins Ausland gefahren, weil ich geglaubt habe, dass ich immer noch lernen muss. Hier gab es keine Quellen für Wissen dieser Art. Die Leute haben Gefallen an diesen Kenntnissen gefunden und angefangen, mich einzuladen. 2006 bin ich nach Mexiko gefahren, da hat mich einer gefragt, woher ich so gut Spanisch kann. Er hat zur Antwort bekommen, dass ich vor kurzem zwei Wochen auf Kuba war. ‚In zwei Wochen!?‘ Ich habe geantwortet, dass ich innovative Methoden kenne, und so wurde ich nach Mexiko eingeladen. Später kamen Israel, Slowenien, Brasilien auf mich zu, ob ich da dieses System einführen kann. Ich sagte, klar, ich muss nur erst die Sprache lernen – das war meine Motivation, ein abgeschlossener Vertrag! Ich hatte dann Grundkenntnisse, komme in Sao Paulo in Brasilien auf die Bühne und sage: ‚Ich aus Polen, ich kennen Portugiesisch nicht gut, ich lieben Brasilien!‘, und sie: ‚Brasilien lieben dich, alles o.  k., sprechen weiter!‘ (lacht). Hätte ich diese Einstellung nicht gehabt, dass ich die Sprache nicht perfekt beherrschen muss, ich hätte keinen Fuß ins Ausland gesetzt. Was mich scharf macht, ist, dass da irgendwo ein Kind ist, das Trainer, Coach oder Psychologe werden will, mich sieht und denkt: ‚Es geht also!‘ Ich bin scharf darauf, die Polen aus ihrem Minderwertigkeitsgefühl zu reißen, weil ich die Situationen gehasst habe, wenn ich hingegangen bin, um mich mit dem berühmtesten amerikanischen Trainer zu messen, und ein Pole mir gesagt hat: ‚Sei ein guter Support für ihn!‘ Verdammt nochmal! Ich gehe da nicht hin, um ein Support für ihn zu sein, sondern um ihn zu besiegen! Damit die Polen begreifen, dass sie das Fremde loben, aber das Eigene nicht kennen, und oft kaputt machen! Die Polen zu überzeugen war immer am schwersten, und dabei habe ich meine Kenntnisse am meisten verfeinert. Es ging mir darum – mit einem Seitenblick auf ein bestimmtes Denkmuster des Durchschnittspolen –, das Gute zu stärken, etwa Mut, Unternehmergeist, Kreativität, Lerneifer, und unsere nationalen Schwächen, also Skepsis, Querulantentum, Misstrauen, Hasskommentare, die wollte ich bekämpfen, schwächen, durch andere Modelle ersetzen. Das hilft dieses Land zu entwickeln! Jetzt ist das für mich eine Aufgabe in Kategorien wie: Was kann ich für dieses Land tun, damit es den Kindern hier einmal besser geht, die gerade geboren werden. Das verschafft mir manchmal große Genugtuung. Vor kurzem gab ich eine Schulung, da war ein Fünfzehnjähriger namens Hubert. Er saß da und hörte sich etwas über die Weltbürgermentalität an. Ich habe in seinem Alter Zeitschriften für Erwachsene versteckt und überlegt, wie ich es anstelle, damit mein Vater sie nicht findet. Das waren meine Sorgen. Und dieser Junge ist jetzt schon klüger, als ich in seinem Alter war. Darauf bin ich total scharf, weil ich Vater bin, Lehrer bin und davon träume, dass die neue Generation klüger wird als wir.“

Das ist der Kern der Bildung. Andererseits nehmen wir ihnen die Kindheit weg, die wir gehabt haben.

„Aber diese Generation hat einfach eine andere Kindheit. Jede Generation hat ihre Aufgabe. Ich weiß, wie sehr ich den Minderwertigkeitskonflikten entfliehen wollte, wie sehr es mich drängt zu beweisen, dass ein Pole jemand Großes sein kann. Ich möchte gern Geschichte schreiben, wie Johann III. Sobieski oder Piłsudski. Einmal durfte ich mit einem polnischen Nobelpreisträger auf der Bühne stehen, und ich habe mich nicht getraut, ihm in die Augen zu schauen. Es ging nicht um die Person, sondern um den Archetyp, um die Tatsache, dass da jemand vor einem steht, der schon Weltgeschichte geschrieben hat.“

Wenn du einen Menschen änderst, änderst du das Universum. Es ist nur eine Frage des Maßstabs.

„Genau. In meinem konkreten Fall schauen wir auf die persönliche Veranlagung – ich trete wahnsinnig gern vor einer großen Menge auf. Dann sehe und spüre ich die mächtige Energie der Veränderung. Und das gefällt immer mehr Menschen. Sie wollen zuhören. Also spreche ich zu ihnen. Und so funktioniert es.“

Geradezu banal!

„Das ist banal, obwohl es gar nicht einfach ist. In diesem Fall gebe ich die familiär-kulturellen Modelle auf und erfinde mich selbst. Sie unterhalten sich gerade mit einem von einem kleinen Jungen entwickelten Konzept, der ein großer internationaler Trainer sein und die Welt erlösen wollte. Und er arbeitet die ganze Zeit daran, das zu tun. Ich nehme gerade erst Fahrt auf. Die wichtigsten Erfolge sind für mich die inneren. Ich bin mal durch Mexiko-Stadt gelaufen, das war 2008. Ein Kursteilnehmer kam zu mir, er hieß Edgar, und fragte, ob man die Techniken, von denen ich im Vortrag gesprochen hatte, zum Anmachen von Frauen benutzen kann. ‚Na klar!‘, sagte ich. ‚Zeig mal‘, bat er: ‚Kannst du diese Frau anmachen?‘ Also ging ich ein bisschen nervös zu ihr, und so habe ich meine Ehefrau kennengelernt, die Mutter meines Kindes. Letztes Jahr wurde ich in Brasilien entführt. Ich bin auf der Autobahn gefahren, ein anderes Auto hat uns gerammt. Zwei üble Kerle mit Waffen stiegen aus und sagten, das ist eine Entführung. Ich Ich dachte, mein letztes Stündlein hat geschlagen, aber nach einer Stunde hatten wir so eine Beziehung aufgebaut, dass sie sich für alles entschuldigt haben, als sie weggegangen sind. Das sind meine wichtigsten Augenblicke. Die Menschen, die mich in den Medien sehen, meinen, sie sehen einen Mann des Erfolgs – hübsch, jung und reich. Das ist für mich nebensächlich. Das ist unbedeutend, denn ich kann mich mit Ihnen genauso in Jogginghosen wie im Anzug unterhalten. Ich habe gelernt, dieses Kommunikationsspiel zu spielen, ich weiß, wie man lokale und globale Spiele spielt, weil ich begriffen habe, dass wir ansonsten nur Spielfiguren sind, die von anderen bewegt werden. Wenn ich die  Regeln erkenne, kann ich mir mein eigenes Spiel schaffen und so auf der Welt funktionieren. Das ist etwas ganz anderes. Sehr wenig Menschen interessieren sich für das, was unter der Oberfläche liegt. Die meisten wollen ein Produkt. Sie kommen auf der Straße zu mir, zücken den Apparat, machen ein Foto und gehen weg.“

Das ist ein Teil des Images, das du aufgebaut hast.

„Das ist ein Teil dieses Spiels. Ich musste lernen, wie man das spielt. Was nichts daran ändert, dass es immer noch einen kleinen Jungen gibt, Mateusz, der sich andauernd erfindet und sich immer größere Ziele steckt.“

Und Begabung?

„Ich glaube nicht an Begabung. Ich kann nicht erklären, woher manche Dinge kommen, dann hilft mir das Wort ‚Begabung‘. Es geht darum, ständig seinen Werkzeugkasten zu erweitern, zu üben. Vielleicht gibt es so was, etwas von oben, einen Determinismus geistiger oder genetischer Art. Ich schaue auf mich, wie ich das alles erreicht habe. Bevor ich mit 30 Jahren Herzprobleme bekam, habe ich 16 Stunden täglich gearbeitet! Ich habe eine Geschichte im Kopf, wie ich im Winter, um in Form zu bleiben, gelaufen bin. Es schneite mir in die Augen, Leute waren auf dem Heimweg von der Disko, haben mich angeschaut, und ich bekam zu hören: ‚Was für ein Idiot‘. Ich musste lächeln und bin weiter gelaufen, weil ich verstanden hatte, was Leistung ist. Und ich laufe bis heute. Und habe es nicht aufgegeben zu erforschen, wer ich als Mensch bin, und wer wir als Menschen sind Ich weiß nicht, wo die Evolution endet. Aber ich weiß, dass ich wieder gelernt habe, dass ich nicht der bin, der ich dachte. Und der Grund, warum ich das tue, ist wie ein Auto, das ich fahre, er kann sich ändern.“

Der Artikel erschien auf der Internetseite www.anywhere.pl.
Mehr lesen Jemand, der seinen Verstand nicht bedienen kann, ist… Jemand, der seinen Verstand nicht bedienen kann, ist… Als ich mich danach erkundige, was unsere Entwicklung hemmt, antwortet Mateusz Grzesiak, Psychologe, Trainer, Coach, ganz wesentlich sei die Angst, Fehler zu machen. Das Selbstwertgefühl der Polen basiere auf Wissen, und wir fürchteten uns, etwas nicht zu wissen.

„Die Fetischisierung des Magisters führt auch zu einer Negierung der weichen Fähigkeiten, z. B. können Polen nicht verkaufen, wodurch Polen kein ausgebildetes Brand besitzt, wie etwa Frankreich“, so Mateusz Grzesiak.

Joanna Rubin: Wie denken Sie über Polen und die polnische Gesellschaft?

„Einerseits hat unsere Gesellschaft mit den meisten Unternehmergeist in Europa, denn nach der Zahl der Firmengründungen rangiert sie auf dem 4. Platz. Sie ist mutig, kreativ. Nur der Pole bringt es fertig, den Rucksack zu packen und auf blauen Dunst hin nach England zu fahren, dort auf dem Bahnhof zu schlafen und sich dann in einer neuen Situation zurechtzufinden. Wir können uns ausgezeichnet an neue Bedingungen anpassen.

Wir sind auch bestens ausgebildet. Laut OECD werden wir in ein paar Jahren die meisten Magister auf der Welt haben. Und wir können auch Englisch. In Rankings belegen wir damit weltweit den 6. Platz und stehen nur deshalb nicht noch weiter oben, weil die Umfragen auch die älteren Menschen einbeziehen, die in der Schule Russisch hatten. Das ist die helle Seite der Medaille.“

Und die dunkle?

„Wir haben auch negative Eigenschaften. Wir sind krankhaft misstrauisch – nur 12% der Polen sind der Meinung, dass die meisten Menschen positive Absichten hegen, und 16%, dass die Menschen einander gegenüber hilfsbereit sind.

Für den Durchschnittspolen betrügt der Verkäufer, der Unternehmer trickst, der Reiche klaut, der Psychologe sorgt für Verwirrung im Kopf, die Presse manipuliert. Das ist eine zerstörerische Mentalität, die den wirtschaftlichen Fortschritt hemmt und die emotionale Lebensqualität senkt. Die Polen können nicht über Geld sprechen: 50 % schämen sich, 20 % haben Angst, darüber zu sprechen. Sie leben in der Dichotomie von Glück und materiellem Erfolg, wonach man entweder ein vergeistigter Märtyrer ohne Besitz ist oder ein leichtsinniger gieriger Kapitalist. Wir plappern blind nach, dass man die erste Million klauen muss, und dass der Reiche ein Dieb ist.“

Was hemmt uns noch?

„Wir haben Angst, Fehler zu machen. Das Selbstwertgefühl des Polen basiert auf Wissen, also hat er Angst, etwas nicht zu wissen. Lieber macht er auf Experte und kritisiert – wie ein Fachmann – alles und jeden. Das führt zu einer illusorischen Welt, in der er sich angeblich mit Sachen auskennt, von denen er keine Ahnung hat.“

Ein Beispiel?

„Beispielweise akzeptieren über 60 % der Eltern einen Klaps als Erziehungsmethode, so dass sie die Kinder traumatisieren und das Gesetz brechen, und 30 % der Abiturienten haben im letzten Jahr nicht bestanden. Die Fetischisierung des Magisters führt auch zu einer Negierung der weichen Fähigkeiten, z.B. können Polen nicht verkaufen, wodurch Polen kein ausgebildetes Brand besitzt, wie etwa Frankreich. Das ist der Grund, warum der Durchschnittspole deutlich unter seinen Möglichkeiten lebt.“

Lassen wir den Durchschnittspolen. Mit welchen Überzeugungen über sich selbst haben Sie gerungen?

„Ich musste mich von der kulturellen und eigenen Beschränktheit befreien. Aufhören zu denken, dass ein Junge aus Koszalin keine internationalen Erfolge erringen könnte. Ich musste mich vom sog. inneren Polen freimachen – dem komplexbeladenen Neidhammel, der sich vor Änderungen fürchtet und nicht an sich glaubt. Und eine Weltbürgermentalität aufbauen.

Die wichtigste Veränderung war, neben der harten Bildung – d. h. dem Abschluss von Magisterstudiengängen in Jura und Psychologie und einem Postgraduiertenstudium in Management – der Erwerb weicher Fähigkeiten. Ich meine emotionale Intelligenz, öffentliches Auftreten, Verkaufen, Networking, Modellieren, Unternehmergeist, finanzielle und soziale Intelligenz.“
Welchen Wert hat ein solcher Mix?

„Ich konnte die Wirklichkeit nach meiner Weltanschauung gestalten und mich im Grunde selbst erschaffen. Diese Idee hat sich als eine attraktive Vision für Menschen auf der ganzen Welt erwiesen.“

Was ist Ihr Erfolg?

„Das Anmachen einer Frau auf der Straße in Mexiko. Auf diese Frau wies mich ein Kursteilnehmer hin und bat um eine Demonstration von Kommunikationstechniken. Heute ist diese Frau meine Ehefrau und Mutter meines Kindes. Ein weiterer Erfolg ist es, meine Entführer in Brasilien dazu gebracht zu haben, dass sie mich unverletzt entlassen und noch einen Teil der geklauten Sachen zurückgegeben haben. Mein persönlicher Erfolg ist die Heilung meines Herzens von Hypertrophie und Bluthochdruck. Die Ärzte sagten, das sei nicht möglich. Besonders wichtig ist für mich die Erziehung meiner 4-jährigen Tochter, die schon 3 Sprachen spricht.“

Und ein persönlicher Misserfolg?

„Der größte Misserfolg ist, dass es bis jetzt nicht gelungen ist, weiche Bildung, d. h. emotionale Intelligenz und Coaching, in den öffentlichen Schulen einzuführen. Dem widme ich jetzt mein Leben.“

Warum ist weiche Bildung für Sie wichtig?

„Weil die Menschen leiden, wenn sie ihre Emotionen nicht kontrollieren können. Weil sie sich scheiden lassen, wenn sie nicht mit dem Partner kommunizieren können. Weil sie den Kindern Leid antun, wenn sie nicht wissen, wie man mit ihnen spricht. Weil sie sich im Internet Hasskommentare schreiben und kein wohlwollendes Feedback geben können, das auf Hilfsbereitschaft basiert. Weil ein Mensch, der seinen eigenen Verstand nicht bedienen kann, unglücklich ist und im Leben nichts bewirkt.
Zu Ihren Auftritten kommen Massen. Was wollen sie lernen?

„Sie kommen, weil sie bessere Resultate möchten. Ehepaare möchten glücklicher zusammenleben, sich weniger streiten. Eltern möchten mit den Kindern kommunizieren können und ihnen keine Überzeugungen einpflanzen, die ihr Wohl gefährden. Manager möchten Teammitglieder besser motivieren, Verkäufer besser verkaufen. Studenten möchten sich eine Zukunft aufbauen und brauchen dazu Instrumente, und Menschen mittleren Alters möchten das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben lernen.
Jeder ringt mit universellen Problemen: ich verdiene nicht so viel, wie ich möchte, ich streite mich, ich bin gestresst, ich arbeite ohne Motivation. Es gibt auch branchenspezifische Probleme, weil z. B. Verkäufer Probleme mit einer bestimmten Art von Kunden haben, oder es besteht eine Barriere zwischen den Nationen, weil z. B. die Polen jammern und die Mexikaner zu passiv sind.“

Haben Ihre Anhänger, Kunden und Fans in den verschiedenen Ländern andere Bedürfnisse?

„Ja. Jede Gesellschaft befindet sich auf einem anderen Niveau der geistigen Entwicklung. Die Deutschen möchten eine gute Lebensqualität und setzen auf die Psychologie des Glücks, die Polen bauen sich eine Existenz auf und wollen Erfolge. Die Lateinamerikanerinnen lernen erst, das Patriarchat zu verlassen und was ein Leben jenseits des traditionelles Modells der Abhängigkeit von Männern bedeutet. Europäerinnen versuchen ihr persönliches und berufliches Leben in Einklang zu bringen. Hierbei spreche ich von Teilnehmern meiner Schulungen und der Situation von Mitarbeitern der Firmen, die mich beschäftigen.

Aber auch die Fans in den sozialen Medien haben unterschiedliche Bedürfnisse. Die Polen wollen inhaltlichen Wert und lehnen Prominenz ab, die Brasilianer möchten nur etwas vom Privatleben hören und sind stärker an Beziehungen interessiert.“

Wo treten Sie am liebsten auf?

Ich liebe die großen Auftritte für ein paar Tausend Menschen, weil die Energie und Intensität einer solchen Gemeinschaft außergewöhnlich ist. Ich liebe verschiedene Kulturen, also wähle ich exotische Märkte, z. B. habe ich jahrelang in Kolumbien gearbeitet oder bin in Israel aufgetreten. Diese Nationen unterscheiden sich sehr von unserer.“
Was möchten Sie bei den großen Auftritten vermitteln?

Eine Vision ist die Einführung der weichen Bildung in der Schule, so dass jeder von Kindheit an emotionale Intelligenz, Unternehmergeist, Zeiteinteilung und Coaching lernt. Ich mache das durch Schulungen, Videoprodukte und Bücher, mit denen man psychologische Instrumente lernen kann, gerade aus dem Bereich der weichen Bildung.“
Welche Fähigkeiten sind noch Gold wert auf dem Weg zur Entwicklung?

Das Bewusstmachen von Emotionen, die Fähigkeit zur Änderung emotionaler Zustände, Stressreduktion und Empathie; Motivieren – eine Grundlage für Manager; Verkaufen, die fünftwichtigste Fähigkeit der Welt; die Veränderung eigener Überzeugungen und andere Coachingfähigkeiten; unbedingt – Lernkompetenz; Unternehmergeist; Kommunikation in Beziehungen; das Wissen, wie man Informationen an Kinder, Mitarbeiter, Ehepartner weitergibt.“

Wie kann man das alles lernen?
 
„Man lernt Kommunikationsmodelle und Techniken kennen und setzt sie um. Es ist wie mit dem Schwimmen. Man muss die Bewegungen kennenlernen und sie üben. Solche Kommunikationsmodelle vermitteln wir bei den Schulungen.“

Gehen Ihnen die Geschichten und Wandlungen der Schulungsteilnehmer zu Herzen?

Ich habe eine riesige Menge solcher Geschichten im Kopf. Nach 12 Jahren Arbeit kann ich gar nicht mehr zählen, wie oft sie mich begeistert haben. Maciej und seine Frau beispielsweise versuchten drei Jahre lang, ein Kind zu bekommen, leider ohne Erfolg. Wir haben gemeinsam fast eine Stunde gearbeitet und seine Überzeugungen verändert, denn der psychische Faktor erwies sich hier als Schlüssel. Drei Monate später war seine Frau schwanger. Ania wiederum bekam Panik, wenn sie an Katzen dachte. Nach dem Coaching konnte sie Katzen auf den Arm nehmen und weinte dabei vor Glück. Artur nahm dutzende Kilo ab. Mariusz und Karolina haben sich nicht scheiden lassen, obwohl nicht viel gefehlt hat. Ein Junge, der Krebs hatte und mit mir zu arbeiten anfing, war nach einigen Monaten geheilt. Das emotionale Training hatte seine pharmakologische Behandlung unterstützt. Das sind nur einige Beispiele.

Seit vielen Jahren bekomme ich jeden Tag dutzende E-Mails von Menschen, die ich nie gesehen habe. Und sie schreiben davon, wie meine Arbeit ihnen geholfen hat. Sie sind es, die mich voranbringen und denen ich meine Motivation verdanke.“

Was motiviert denn nun die Menschen zu Veränderungen: Verzweiflung oder Inspiration?

„Beides. Verzweiflung ist die Tilgung des Schmerzes. Wird er getilgt, dann gibt es Platz für die Entwicklung einer realen Zielvorstellung. Früher oder später gelangt jeder zu der Reife, dass er die Welt zum Besseren verändern möchte.“

Ich bitte um ein Geschenk an die Leser von „Na Kawie“ [„Bei einem Kaffee“]. Einen Satz, der einen dazu bringt, im Sinne der Entwicklung nachzudenken und zu handeln.
„Schaffen Sie ein Leben, in dem Sie die beste Version von sich selbst sind. Das haben, was sie begehren, anderen helfen und die Welt verändern.“
Danke für das Gespräch.

Das Interview erschien auf der Internetseite www.nakawie.pl.
Mehr lesen 11 Techniken präziser Kommunikation 11 Techniken präziser Kommunikation Sie bitten einen Mitarbeiter um etwas, das für Sie so klar ist wie das, was Sie gerade lesen. Sie sagen es ihm zweimal, um jeden Zweifel auszuschließen. Sie finden, es sei unmöglich, dass er es nicht verstanden hat, und es sei nur eine Frage der Durchführung.

Sie wissen schon genau, worum es gleich gehen wird? Natürlich wissen Sie es. Sie haben es schon hundertmal durchgemacht. Nicht nur mit einem Mitarbeiter, sondern auch mit Frau, Kind und Bekannten. Sie haben es nicht verstanden. Sie haben es anders gemacht als gewünscht. Oder haben überhaupt nichts gemacht. Welcher Grund auch immer angegeben wurde, er ändert nichts an der schlichten Tatsache: das erwartete Ergebnis blieb aus. Sie sind von der Qualität der Beziehung frustriert und überlegen, was Sie das nächste Mal besser machen können.

Dabei helfen Ihnen folgende 11 Techniken:

1. Drücken Sie sich klar aus
Wenn das, was Sie sagen, mehrdeutig ist („das Fenster zumachen“ ist eindeutig, aber „die Beziehung verbessern“ schon nicht mehr), laufen Sie Gefahr, dass Ihre Botschaft anders verstanden wird als vorgesehen. Ein weitverbreiteter Fehler ist, wenn der Chef seinem Mitarbeiter sagt: „Mach das gut“, und der Angestellte versteht den Ausdruck „gut“ anders als sein Vorgesetzter. Stattdessen sollte er sagen: „Mit dem Kunden X erreiche das geplante Ergebnis, wie wir es besprochen haben.“

2. Geben Sie ausführbare Befehle
Wenn das, was Sie sagen, physisch undurchführbar ist, ist die Kommunikation unpräzise und dadurch in ihrem Verlauf gestört. Wenn ein Elternteil zu seinem Kind sagt: „Sei brav“, ist das Gesagte mehrdeutig (das Wort „brav“), und noch dazu verwendet er das Zeitwort „sein“, das man nicht ausführen kann. Man kann etwas aufheben (z. B. einen Schlüssel), etwas trinken (z. B. Wasser), aber man kann nicht „sein“. Genauso wenig kann man etwas vergessen; der Befehl: „Vergiss die Zahl 4“ ist unausführbar. Der Elternteil sollte sagen: „Sprich leiser“ (wenn er das mit dem Befehl „sei brav“ gemeint hat).

3. Führen Sie es vor
Wenn das, worum Sie bitten, nicht vorführbar ist, kann Ihr Gegenüber nicht erraten, was genau Sie meinen. Zeigen Sie es ihm! Wenn ein Ehemann zu seiner Frau sagt: „Lieb mich“, sollte er das verbal und nonverbal ausdrücken (indem er sich z.B. seiner Frau nähert, sie umarmt und gefühlvoll sagt: „Ich liebe dich“). Jede vollständige Aussage soll nach Möglichkeit Sprechen und Zeigen beinhalten.

4. Sprechen Sie von der Zukunft
Sie können die Vergangenheit nicht ändern, und ständig mit ihr zu hadern, endet in wachsender Frustration. Dagegen haben Sie Einfluss auf die Zukunft. Wenn Sie jemandem Feedback geben, sprechen Sie immer darüber, was er das nächste Mal besser machen kann. Anstatt zu sagen: „Das hast du falsch gemacht“, sagen Sie lieber: „Wenn du es das nächste Mal machst, vergewissere dich bitte, dass…“ (und setzen an dieser Stelle einen Ausdruck ein, der den Kriterien präziser Kommunikation entspricht).

5. Geben Sie konkrete Beispiele
Unser Gehirn merkt sich keine Mitteilungen abstrakter und theoretischer Natur. Unterfüttern Sie daher Ihre Aussage mit Beispielen, mit denen sich Ihr Gesprächspartner identifizieren kann. Anstatt einfach zu sagen: „Präzise Kommunikation ist wichtig“, sagen Sie: „Kannst du dich erinnern, wie du letzten Freitag mit Kowalski gesprochen und ihm genau gesagt hast, wo, wann, was und mit wem passiert? Genau das ist präzise Kommunikation“.

6. Kommen Sie ohne Nominalisierung aus
Unter Nominalisierung versteht man abstrakte Substantive, die von Verben (z. B. Kommunikation) oder Adjektiven (z. B. Güte) stammen. Diese Wörter lassen sich nicht veranschaulichen, sind unpräzise und entstellen die Kommunikation. Sagen Sie also nicht: „Gesundheit ist wichtig“, sondern lieber: „Laufe dreimal pro Woche vor dem Frühstück jeweils eine halbe Stunde, und du wirst gesünder sein.“ Sagen Sie nicht: „Unsere Beziehung entwickelt sich“, sondern lieber: „Als du mir gestern die Blumen mitgebracht hast, habe ich mich glücklich gefühlt und mir gedacht, dass ich dir wichtig bin.“ Beispiele für Nominalisierung: Freude, Verunsicherung, Kommunikation, Stärke, Glaube, Schönheit, Motivation usw.

7. Kommen Sie ohne Doppelbödigkeit aus
„Liebling, willst du wirklich in diesem Kleid gehen?“ „Du, neulich habe ich eine ähnliche Suppe gegessen, die war echt gut.“ In diesen Beispielen wird die Kommunikation politisch. Anstatt etwas genau auszudrücken, ändert man die Aussage so, dass die andere Person den Sinn ahnt, aber sich nicht verletzt fühlt. So etwas weckt Argwohn. Um das zu vermeiden, nennen Sie die Dinge beim Namen und mildern Sie schwierige Passagen eventuell mit einer freundlichen Intonation. „Liebling, kannst du dich an das Kleid erinnern, das du auf dem Fest bei Kowalskis angehabt hast? Ich finde, darin siehst du viel besser aus, als in diesem schwarzen, denn es betont deine tolle Figur.“

8. Wenn Sie eine Frage stellen, lassen Sie Ihr Gegenüber frei antworten.
Nicht jede Frage soll nach etwas fragen, nicht wahr? Ist es nicht so, dass ich im Fall einer so gestellten Frage schon eine eigene Meinung habe und mich trotz der Frageform die Antwort nicht interessiert? Ist es tatsächlich eine Frage nach dem Inhalt, oder soll sie nur meine eigene Meinung bestätigen? Wenn Sie fragen, lassen Sie den Gesprächspartner so antworten, wie er es für richtig hält. Wenn Sie keine Antwort hören möchten, dann stellen Sie keine Fragen.

9. Möchten Sie Recht behalten oder ein Problem lösen?
Anstatt im Gespräch zu beweisen, dass Sie Recht haben, was immer zum Mechanismus von „Gewinner und Verlierer“ führt, konzentrieren Sie sich auf die Lösung des Problems und die Suche nach einem konstruktiven Weg für beide Seiten. Rechtbehaltenwollen ist egozentrisch und konzentriert sich auf das Denken in Individuen statt auf Mannschaftsgeist. Damit macht man sich Feinde, also suchen Sie – unabhängig davon wer Recht hat – nach Lösungen, bei denen alle gewinnen.

10. Bauen Sie Brücken zwischen den Aussagen
Wir kennen es alle: Sie erzählen eine Geschichte, und plötzlich unterbricht Sie jemand und wechselt das Thema. Das wird sehr oft als respektlos empfunden. Um dieses Problem zu vermeiden, bauen Sie eine Brücke zwischen den Aussagen. Wenn Sie jemanden unterbrechen müssen, sagen Sie: „Deine Geschichte erinnert mich daran, dass…“ oder berühren Sie jemanden am Arm und schieben Sie Ihren Kommentar ein. Danach wenden Sie sich wieder an Ihren Gesprächspartner und wiederholen Sie, was er zuletzt gesagt hat, z.B.: „Du hast von X erzählt, ich habe dich unterbrochen. Erzähle doch weiter, das Thema interessiert mich.“

11.       Sprechen Sie in einfachen Sätzen
Eine Aussage, die aus Satzverbindungen besteht, in denen mehrere Prädikate vorkommen, ist so schwer zu behalten, dass der Zuhörer Ihrer Äußerung nach einer Weile einfach abschalten wird, weil er sich die ganze Aussage nicht merken kann, so wie in diesem Fall. Sprechen Sie also in einfachen Sätzen. Formulieren Sie kurz und bündig. Fassen Sie sich kurz. Erst dann beginnen Sie ein neues Thema. Machen sie eine Pause zwischen den Sätzen. Das erleichtert das Behalten. So wie in diesem Beispiel.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.
Mehr lesen 6 Sätze, die Ihr Team hören möchte 6 Sätze, die Ihr Team hören möchte Was Sie sagen und tun, ist die operative Ebene. Es sind Techniken zur Umsetzung bestimmter Strategien. Obwohl Ihre Worte scheinbar einfach klingen und Ihr Verhalten wiederholbar zu sein scheint, verleiht der Grund ihrer Verwendung ihnen einen großen Impakt oder beraubt sie dessen ganz und gar. Zu verstehen was sich unter der Oberfläche einer kommunikativen Botschaft verbirgt, ist von ausschlaggebender Bedeutung für ihre Wirksamkeit, und die unsichtbare Intention entscheidet darüber, wie Ihre Worte und Ihr Verhalten vom Empfänger verstanden werden.

Unten finden Sie 6 kurze Sätze, die Menschen aus Ihrem Unternehmen (und Ihrem Umfeld) ganz sicher gerne hören werden. Ihr Wert liegt jedoch nicht allein in der Kraft der Worte, sondern ist in der Intention verborgen, mit der sie Sie aussprechen. Von ihr sollten Sie sich leiten lassen, um Ihre Umgebung positiv zu beeinflussen.

Das hast du toll gemacht

Positive Unterstützung in einer Kultur wie der polnischen, in der 80 % der Befragten regelmäßig fluchen, Hasskommentare eher die Regel der Internetkommunikation darstellen und das gegenseitige Vertrauen der Menschen so gering ist wie sonst kaum irgendwo auf der Welt (nur 12 % der Polen sind der Meinung, dass man den meisten Menschen vertrauen kann, in Dänemark sind es 66 %). Bewusstes und positives Feedback ist also ein besonders rares Gut.

Enthusiastische, optimistische Unterstützung durch Lob, Lächeln oder Handschlag bringt Anerkennung für jemandes Erfolg zum Ausdruck. Es zeigt freundschaftlichen Beistand, beugt Neid vor und richtet das belohnte Gehirn auf die Fortsetzung des gelobten Handelns aus. Lassen Sie keinen Tag verstreichen, ohne bei sich selbst, Ihren Nächsten und Mitarbeitern solches Handeln zu bemerken, dass Sie mit einem ehrlichen „Das hast du toll gemacht“ quittieren.

Ich weiß, dass du mehr kannst

In der Psychologie gibt es mehrere Gesetze, die den Zusammenhang zwischen dem Ergebnis und der Einstellung des Lehrers (Anführers, Chefs) beschreiben.  Der Rosenthal-Effekt zeigt, dass Menschen die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen möchten. Wenn also der Anführer glaubt, dass sein Schützling Besseres leisten kann, werden sowohl er als Führender als auch der Geführte dies unbewusst anstreben, um niemanden zu enttäuschen.

Ein weiterer ist der Galatea-Effekt: Richten wir positive Erwartungen an andere, so fangen sie auch unter widrigen Bedingungen an, sich gemäß unseren Erwartungen zu verhalten.
Das Gegenteil ist der Golem-Effekt: Menschen fangen an, sich gemäß negativen Erwartungen zu verhalten, auch wenn die Umstände es nicht erfordern (z. B. arbeiten die Angestellten schlechter, weil der Chef ihnen einredet, dass es nicht gelingt). Deswegen – nur zu! Glauben Sie an den gesunden Menschenverstand und erwarten Sie von ihrem Team Fortschritte: „Ich weiß, dass du mehr kannst“.

Ich weiß, dass du das hinkriegst

Auch die Hartgesottensten zweifeln manchmal und erleben schwierige Momente. Weil es mit einem Vertrag nicht geklappt hat, ein wichtiger Mitarbeiter versagt hat, Lieferanten sich verspäten. In solchen Fällen braucht man Unterstützung. Aber nicht nur sachliche Unterstützung, d. h. Problemlösewissen, sondern emotionale. Es geht um die Versicherung, dass man mit den Problemen nicht alleine dasteht; um das Vertrauen, dass man gemeinsam durch dick und dünn geht; um Unterstützung, deren Wert direkt proportional ist zu den Befürchtungen und anderen negativen Emotionen, die mit dem vorübergehenden Tief verbunden sind. Denn gerade dann wird ihre Geduld und Widerstandskraft auf die Probe gestellt, und  jemandem muss ihnen sagen, dass sie das hinkriegen.

Welche Lösung schlägst du vor?

An Analytikern, die Probleme unter den Mitarbeitern diagnostizieren, ist kein Mangel – jeder weiß genau, was nicht funktioniert. Doch die Diagnose selbst beseitigt das Übel nicht. Ohne konstruktive Lösungen wird es zur Nörgelei und führt zum Verlust der Handlungsmacht, zur Abgabe der Kontrolle an die äußeren Umstände.
Entscheidend ist in solchen Fällen, dass man als Team lernt, gewohnheitsmäßig nach Lösungen zu suchen, am besten nach drei auf einmal.
Dadurch erfüllt die Diagnose ihre analytische Aufgabe, und die Lösungsvorschläge eröffnen Möglichkeiten für die Zukunft. Zweitrangig ist dabei deren Brauchbarkeit, denn die stellt sich mit der Erfahrung ein; es geht vielmehr darum, die Gewohnheit des konstruktiven Denkens einzuüben, das dann mit der Zeit an Gehalt gewinnt.

Entschuldigung, ich habe mich geirrt

Einen Fehler zuzugeben zeugt nicht von Schwäche, sondern von Stärke. Die Anzeichen seiner eigenen Dummheit zu bemerken, ist ein Anzeichen für Klugheit, und Scham zu zeigen, beweist Mut. Eine Führungskraft, die nicht nur selbst etwas leistet und Ergebnisse anderer anerkennt, sondern auch menschlich sein kann, gewinnt die Herzen ihres Teams, und dem Herzen folgt man eher als dem Geld.

Ein Anführer, der Kraft mit Sensibilität paart, ist ein Mann der Zukunft, denn seine eigene Meinung und das Durchsetzungsvermögen bei deren Verteidigung eröffnen ihm in Verbindung mit einer empathischen Aufgeschlossenheit gegenüber anderen größere Ressourcen.
Deshalb: Haben Sie sich einmal geirrt, dann stellen Sie sich dem menschlichen, nicht idealen Teil von sich. Schauen Sie den anderen in die Augen und geben Sie den Fehler zu. Man wird es zu schätzen wissen.

Das wird ein guter Tag und danke für heute

Gemäß dem Primäreffekt merkt sich unser Gehirn am besten das, mit dem es zuerst zu tun hat, und gemäß dem Rezenzeffekt das, womit es zuletzt zu tun hat. Anders gesagt, entscheidend ist, womit Sie anfangen und schließen, denn darauf konzentrieren sich Ihre Leute.

Drücken Sie also, wenn Sie das Haus verlassen, Ihre Familie zum Abschied besonders fest, und begrüßen Sie sie, wenn Sie nach Hause kommen, genauso herzlich wie morgens. Begrüßen Sie, wenn Sie zur Arbeit kommen, alle enthusiastisch und mit einem motivierenden „Das wird ein guter Tag“, und bedanken Sie sich beim Weggehen unbedingt für den gelungenen Tag.

Dankbarkeit regt die Produktion von Antikörpern an (alle werden gesünder) und setzt Endorphine frei (Glücksgefühl). Neueste Untersuchungen zeigen, dass Beschäftigte, die auf Glück eingestellt sind, dem Unternehmen mehr Geld bringen als die, die ausschließlich Ergebnisse anstreben.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.
Mehr lesen Nutzen Sie die Erfolgspsychologie Nutzen Sie die Erfolgspsychologie Viele von uns haben tolle Ideen, aber nur wenige setzen sie um. Was hält uns ab?

Die Antwort auf diese Frage lautet: fehlendes Wissen zum Thema Erfolgspsychologie. Dieser Wissenschaftszweig lehrt, wie man etwas plant, also sich genau und richtig Ziele setzt, wie man sich motiviert, wie man Feedback annimmt, um den Prozess systematisch zu verbessern, wie man Strategie in Handeln umwandelt. Faulheit, Ausreden und Schuldzuweisungen an andere sind auf fehlendes Wissen und Bewusstsein zurückzuführen.

Wie kämpft man dagegen? Soll man überhaupt kämpfen oder es akzeptieren, dass nicht jeder von uns hervorragend, ein Millionär usw. sein kann?

Nicht jeder muss ein Millionär sein, das bringt selten irgendwem Vorteile. Amerikanische Untersuchungen haben gezeigt, dass sich ab einem Jahreseinkommen von 150 000 Dollar das Glücksniveau nicht ändert. Es hat im Grunde genommen keine Bedeutung, ob man noch mehr verdient, denn das ändert fast nichts mehr. Der Unterschied zwischen 2000 und 8000 Zloty monatlich ist ganz erheblich, aber zwischen 20 000 und 50 000 PLN wird er von der Lebensqualität her betrachtet schon kleiner, auch wenn es sich finanziell auszahlt.

Daher möchte ich fragen, was für jeden einzelnen die Selbstverwirklichung bedeutet, und was es heißt, man selbst zu sein. Menschen sind glücklich, wenn sie echte Beziehungen aufbauen, in ihrer Tätigkeit kompetent und zudem autonom sind, also unabhängig Entscheidungen treffen können.

Ich habe diese Frage für mich beantwortet und weiß, was ich im Leben erreichen und hinterlassen möchte. Diejenigen, die das gleiche machen, werden wissen in welche Richtung sie gehen sollen. Es gibt keinen Kampf, es gibt nur einen klaren Verstand, der uns zu Ergebnissen führt.

Wenn wir über eine Änderung in unserem Leben nachdenken z.B. über eine neue Arbeit, gibt es dafür überhaupt einen guten Moment? Etwa wenn man genug Ersparnisse auf dem Konto hat?

Ein guter Moment ist, wenn man reif für diese Entscheidung ist, damit man die Motivation dazu hat. Eine andere Bedingung ist eine gute Alternative zur bisherigen Arbeit, was Finanzen, Beziehungen, Ethik und vieles andere angeht. Eine dritte ist, es klug anzustellen: ohne die Brücken hinter sich abzubrechen, zivilisiert und sicher. Letzteres äußerst sich gerade in Ersparnissen.

Sollten die Änderungen in unserem Leben sich entwickeln, mit einem langen Vorlauf, oder sollte man es manchmal einfach nehmen wie es kommt?

Beides, das sind unterschiedliche Modelle. Die schnelle Lösung ist spekulativ – es kann ein plötzliches Wachstum geben und nach einer Weile einen starken Niedergang, weil mit der Änderung der äußeren Wirklichkeit keine veränderte Mentalität einhergeht und kein Erwerb neuer Kompetenzen, die das einmalige Ereignis in ein vorhersehbares und kontrolliertes Modell verwandeln könnten.

Eine Entwicklung dagegen, also organisches Wachstum, ist sicherer, aber langsamer.

Im Allgemeinen befindet sich alles, was zu schnell wächst (außer Tumoren und Embryonen), nicht im Gleichgewicht und geht zugrunde.

Ein Kraftsportler, der Steroide nimmt, wächst schnell, schädigt aber sein Herz. Lottogewinner verlieren das meiste Geld innerhalb von zwei Jahren nach dem Gewinn. Sicherer ist es daher, das Ersetzen der einen durch die andere Wirklichkeit in einer angemessenen Zeit zu vollziehen. Klar, manchmal muss man es beschleunigen, sollte aber dabei aufpassen.
Viele von uns ahnen in einem bestimmten Augenblick, dass ihre Arbeit oder das Studium, das sie abgeschlossen haben, nicht das sind, was sie im Leben machen möchten. Wie soll man mit diesem Gefühl umgehen?

Die meisten haben solch ein Gefühl, weil sie nach einem familiär-kulturellen Modell leben, ohne sich selbst zu erschaffen.

Man muss sich in vielen Zusammenhängen selbst erfinden, sich als Elternteil, Partner, jemandes Kind erschaffen.

Sonst werden wir nach den Vorstellungen leben, die andere von uns haben, und werden versuchen, uns zu arrangieren als passiver Vater, der das Geld nach Hause zu bringen hat, oder als Partnerin, die ihren Mann bemuttert. Die meisten menschlichen Probleme haben nichts mit dem Individuum zu tun, sondern sind kulturell bedingt. Der Opportunismus eines Brasilianers, die Nörgelei eines Polen oder der Konservatismus eines arabischen Extremisten haben mit ihrer Persönlichkeit nichts zu tun. Die Individuen sind lediglich unbewusste Träger kultureller Muster und bezahlen damit für das fehlende Bewusstsein früherer Generationen.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.
Mehr lesen Sieben Motivationsebenen Sieben Motivationsebenen Die Motivation ist einer der wichtigsten weichen Faktoren der Lebenswirksamkeit. Ohne sie mögen wir morgens nicht aufstehen, ohne sie verdient ein Verkäufer kein Geld, ohne sie plant ein Manager keine weiteren Aktivitäten.

Alle sprechen von ihr, aber nur wenige haben eine Ahnung, was Motivation ist, wie sie funktioniert und wie man motiviert. Nach der Lektüre dieses Artikels werden Sie viel mehr darüber wissen.

Was ist das?

Motivation ist die zum Handeln notwendige Energie. Das Wort „Motivation“ kommt vom lateinischen „movere“: sich bewegen, fortbewegen, auf den Kampf vorbereiten. Das Wort „motivum“ bedeutet sowohl „Beweggrund“ als auch „Ursache“. „Motiv“ hängt auch zusammen mit „motus“, Bewegung. Wenn Sie daher ein entsprechendes Motiv finden, werden Sie motiviert. Andernfalls unternehmen Sie nichts. Ein Grund ist immer mit einem Gedanken verbunden, der die Motivation auslöst (oder nicht), die dazu führt, dass Ideen umgesetzt werden, also handfeste Ergebnisse zeitigt.

Instinkt versus Denken

Die grundlegende und einfachste Motivationsebene ist instinktives Handeln: Ernährung, Fortpflanzung, Schutz vor Gefahren. Dazu brauchen wir keine Motivation, der Körper selbst reagiert auf Umweltreize und informiert uns über unsere Bedürfnisse durch Hunger oder Angst. Abgesehen von diesem besonderen automatisierten Verhalten, entspringt unsere übrige Motivation unserem Verstand und hängt von Bewusstsein und Entscheidungen ab.

Emotionen

Sobald die Instinkte befriedigt sind, beginnt die Evolution hin zur emotionalen Motivation. Im Endeffekt wird ein einfacher Mechanismus in Gang gesetzt: Sie streben nach dem Angenehmen und vermeiden das Unangenehme. Auf dieser Stufe beginnen Sie daran zu denken, was Sie erreichen möchten. Fragen Sie sich also: wie tue ich das, was ich tun möchte, so, dass es mir gefällt? Den Untersuchungen zufolge erhöht Musikhören beim Laufen die Motivation des Läufers. Emotionen motivieren uns nur während der Anstrengung, danach brauchen wir eine weitere Dosis. Wenn Sie eine langfristige Motivation wünschen: motivieren Sie sich mit Hilfe der weiteren Ebenen.

Problemlösung versus Ehrgeiz

Die Lösung von Problemen motiviert doppelt so stark wie das Erreichen von positiv formulierten Zielen. Wenn Sie sich oder andere auf dieser Ebene motivieren möchten, muss Ihr Ziel dafür sorgen, dass korrekt definierte Probleme der Zielgruppe gelöst werden. Wo drückt jemanden der Schuh? Wie schränkt es ihn ein? Wenn Sie mindestens drei Probleme finden und Ihr Ziel so vermitteln, dass man sie dadurch lösen kann, gehen Sie sofort auf die Ebene des Ehrgeizes über: Überlegen Sie, was passiert, wenn Sie das gesetzte Ziel erreichen. Zu wem wird derjenige, der die zu lösenden Probleme angemeldet hat, und was erreicht er dadurch? Ehrgeiz bedeutet gerade, zu „sein“ und zu „haben“, es geht darum, sich das gewünschte Ansehen zu erarbeiten und bestimmte materielle Güter zu erwerben.

Höhere Gefühle

Wenn Sie eigene Bedürfnisse befriedigen, wünschen Sie sich, dass der Erfolg auch ein Glücksgefühl umfasst. Das ist ein Zukunftstrend: Studien zufolge verdient ein auf Glück eingestellter Beschäftigter mehr als derjenige, der sich auf Verkaufsergebnisse konzentriert. Neben dem Glück zählen zu den höheren Gefühlen Liebe, Freude, Spontaneität, Kreativität, Altruismus (man hat eine größere Motivation, wenn man anderen hilft, als wenn man an sich selbst denkt, aber wir helfen anderen meistens erst dann, wenn unsere eigenen Bedürfnisse befriedigt sind). Wenn daher Ihr Ziel anderen hilft und deren Lebensqualität ändert, wie können Sie es anstreben, damit es einmalig ist? Was kreieren Sie, was denken Sie sich aus, worauf kommen Sie?

Mission und Vision

Wer sowohl Erfolg als auch Glück erreicht, beginnt als Werkzeug der höchsten Ziele zu handeln, d. h. der Veränderung der Welt. Globales Denken ist heute kein hochtrabendes Wort mehr, sondern eine Tatsache, die unter der jüngeren Generation zu den größten Motivatoren gezählt wird. Ein Grund? Ein einziger guter Handyfilm, der auf  YouTube veröffentlicht wird, kann binnen einer Woche berühmt machen. Noch einer? Alle Nutzer des Internets und der sozialen Medien verfolgen die Veränderungen in der Welt in Echtzeit von ihrem stillen Kämmerlein aus mit. Motivieren Sie also sich und die anderen auf dieser Ebene mit der Frage: Was ist meine Lebensmission? Welcher Sache widme ich mich voll und ganz? Und schließlich: was bleibt nach meinem Tod? Wie verändere ich die Welt?

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.
Mehr lesen 5 Feedback-Regeln 5 Feedback-Regeln Wenn eine gute Theorie systematisch eingeübt wird, wird sie zur Gewohnheit. Können unterscheidet effektive Manager von denen, die es erst lernen. Besonders wichtig ist das in Notfallsituationen, in denen wegen starker emotionaler Erlebnisse kein Raum für verstandesmäßiges Denken oder Distanz bleibt, ohne die das Erreichen von Zielen unmöglich ist. Dies habe ich mehrfach am eigenen Leib erfahren. Letztes Jahr wurde ich auf einer Brasilienreise überfallen. Ich habe damals mein Auto mit dem ganzen Gepäck verloren. Die Verhandlungen mit den Angreifern endeten damit, dass ich einen Teil der verlorenen Sachen wiederbekam. Die seit Jahren gebildeten Gewohnheiten haben mir dabei geholfen, heil aus dieser dramatischen Situation herauszukommen. Ich konnte die Straßenräuber beruhigen und mein Leben retten. Ich wünsche niemandem, sich in einer ähnlichen Lage zu befinden, doch solche Situationen zeigen, dass man sich retten kann durch konstruktives Reagieren, das ein Effekt konsequenter Arbeit an sich selbst ist. Ich rate daher allen, die richtigen Gewohnheiten zu bilden und sich an die in diesem Artikel besprochenen Regeln zu halten.

Bemerken Sie die positiven oder die negativen Seiten?

Ein Glas ist zugleich halb voll und halb leer, beide Aussagen sind wahr, aber nur eine davon beeinflusst unsere Einstellung zu Verhandlungen positiv.

Egal was passiert ist und wie schlecht die Lage ist, beginnen Sie immer mit etwas Positivem, auch wenn es wie ein Truismus klingt. Dadurch wird der andere aufgeschlossen sein, zum Zuhören motiviert, und sich vor allem sicher fühlen. Die Menschen wissen meist, was sie falsch gemacht haben, sie wissen aber nicht, dass Sie trotzdem nach wie vor an sie glauben, sie unterstützen, und sie sich auf Sie verlassen dürfen. Sagen Sie also, falls jemand einen Fehler begangen hat: „Ich freue mich, dass wir uns treffen“, oder: „Gut, dass du in einer schwierigen Situation gesprächsbereit bist, ich weiß es zu schätzen. Das wichtigste für mich ist, dass du versuchst hast, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut“ u.Ä.

Sprechen Sie von Verhalten oder Personen?

Persönlichkeitsänderung ist ein schwieriger und langwieriger Prozess, Verhaltensänderung geht viel einfacher und schneller. Wenn jemand etwas Dummes angestellt hat, bedeutet das überhaupt nicht, dass er dumm ist, genauso wie ein kluger Ausspruch niemanden gleich zum Intellektuellen macht. Wie jemand ist, ergibt sich im besten Fall aus einer Zusammenstellung von verallgemeinerten Eigenschaften, die ein entstelltes Bild abgeben.
Diese Kommunikation ist unpräzise und unpraktisch. Anstatt darüber zu sprechen, wie die Menschen angeblich sind, sprechen Sie vom konkreten Verhalten, z. B.: „Gestern, als du zu spät zum Treffen kamst“, und nicht: „Du bist unpünktlich“. „Toll, wie du die Zweifel jenes Kunden zerstreut hast“, anstatt: „Du bist ein talentierter Verkäufer“. Verhaltensweisen kann man wiederholen und in Gewohnheiten verwandeln, aber die Persönlichkeit ist weder wiederholbar noch duplizierbar.

Diagnostizieren oder konstruieren Sie?

Eine Diagnose ist die Beschreibung einer Situation aus der Vergangenheit. Sie nennt die Dinge beim Namen und erlaubt sie einzuordnen. Sie verändert nichts, denn sie bezieht sich auf Gewesenes. Sie ermöglicht, die Ursache eines Misserfolgs zu verstehen. An sich ist sie nicht konstruktiv, denn sie entwickelt keine Lösung für die Zukunft. Wenn Sie möchten, dass etwas nächstes Mal besser gemacht wird, stellen Sie Ihrem Gesprächspartner die Frage:

Was genau kann man nächstes Mal besser machen?

Denken Sie dabei nicht in den Kategorien der Fehlervermeidung (das ist reaktives Handeln – genauso wie die Annahme illusorisch ist, die Abwesenheit von Schulden sei mit Reichtum gleichzusetzen), sondern in den Kategorien von konstruktiven Lösungen. Einen Fehler begangen zu haben, sollte stets dazu führen, dass man daraus Lehren zieht und eine bessere Zukunft erschafft. Anstatt zu überlegen, was zu unterlassen ist, suchen Sie nach einer Antwort auf die Frage, was zu tun ist.

Sind Sie präzise oder abstrakt?

Die Mutter, die ihrem Kind im Sandkasten sagt, dass es brav sein soll, wird erzieherisch scheitern. Erstens ist die Anweisung, zu „sein“, nicht ausführbar (man kann aufheben, werfen, lächeln, aber nicht „sein“), zweitens ist das Wort „brav“ nicht präzise definiert. Würde sie sagen: „Gib das Spielzeug dem weinenden Kind zurück“, wäre es ihrem Kind möglich, diese Anweisung zu befolgen. Ersetzen Sie nun das Kind durch einen Mitarbeiter, die Mutter durch den Manager und überlegen Sie, wie oft am Arbeitsplatz in den Wind geredet wird, wenn es etwa heißt: „sei motiviert“, „gib alles“, „sei ehrgeizig“.

Die motivierende Kraft dieser Aussagen mag groß sein, aber ihr Gehalt ist minimal. Überprüfen Sie daher jede Ihrer Anweisungen durch die Frage:

Bin ich imstande, das praktisch umzusetzen?

Falls nicht, erwarten Sie es nicht von Ihrem Gegenüber.

Sind sie Vorbild oder Telepath?

Die psychologischen Untersuchungen zum effizienten Lernen lassen keinen Zweifel zu: Menschen lernen am schnellsten durch Nachahmen. Mehr noch, sie tun das, was sie bei ihrem Vorbild beobachten, und nicht was es sagt. Ist es inkohärent oder inkonsequent, verlieren sie das Vertrauen, die Motivation und sehen es nicht mehr als Autorität an.

Deswegen muss jeder Manager in der Praxis vorführen können, was er von anderen erwartet, und für seine Untergebenen ein Bezugspunkt sein. Das motiviert nicht nur ihn selbst (für andere machen wir mehr als für uns selbst), sondern bewirkt auch, dass das Team schnell etwas Neues lernt, ohne raten zu müssen, was der Chef meint. Niemand ist Telepath, aber jeder kann ein Beobachter sein.

Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift „Benefit“.

BÜCHER

Verkaufspsychologie – der Weg zu Handlungsmacht, Unabhängigkeit und  Geld

Verkaufspsychologie – der Weg zu Handlungsmacht, Unabhängigkeit und Geld

Jeder von uns verkauft sich irgendwie selbst, mit Hilfe von Image, Emotionen und erzählten Geschichten. Ein Elternteil verkauft dem Kind Strategien, um mit der Wirklichkeit zurechtzukommen, und Partner unterbreiten einander Angebote für das abstrakte Produkt der leuchtenden Zukunft. Der Lehrer verkauft seinen Schülern Wissen, und wenn er es gut macht, weckt er ihre Liebe zu seinem Fach und trägt zur Wahl des Lebensweges bei. Jeder Stellenbewerber verkauft dem möglichen neuen Chef eine Geschichte, die davon handelt wie er die Firma verändern wird, so wie ein Mann einer Frau verkauft, dass sie glücklich wird, wenn sie eine Beziehung mit ihm eingeht. Verkauf ist allgegenwärtig, und Heirats-, Wirtschafts-, geistiger, emotionaler oder familiärer Markt unterscheiden sich in den Grundzügen nicht voneinander, denn jeder von ihnen beruht auf der Interaktion zwischen zwei Subjekten, von denen das eine dem anderen ein werthaltiges Angebot macht.

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Psychologie der Beziehung. Wie man bewusste Beziehungen mit Partner,  Kindern und Eltern aufbaut

Psychologie der Beziehung. Wie man bewusste Beziehungen mit Partner, Kindern und Eltern aufbaut

Alles Gute und Schlechte im Menschen kommt aus der frühesten Lebensphase – dem Leben in der Familie. Diese gibt dem jungen Menschen das mentale, emotionale, relationale und moralische Rüstzeug mit auf den Weg in die Welt. Erweist sich diese Ausstattung als qualitativ schlecht, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, als Erwachsener glücklich und erfolgreich zu sein, beträchtlich. Unverheilte Wunden der Eltern gehen auf ahnungslose Kinder über, die ohne die richtigen Muster nicht so im Leben zurechtkommen, wie sie könnten. 40 Prozent der polnischen Ehen werden geschieden, oft auf unreife und stillose Art. Mancher Familienstreit zieht sich über Jahre hin. Probleme zu Hause nehmen wir mit auf die Arbeit, wodurch wir leiden, krank werden und sogar Lebenssinn und Zukunftshoffnung verlieren.
Warum das so ist? Weil niemand uns bewusste Kommunikation beigebracht hat. Wir verwenden Worte lediglich zum Meinungs- und Informationsaustausch oder um andere zu verletzen. Doch ein geschickt geführter Dialog ist ein mächtiger Verbündeter beim Aufbau von Beziehungen zu den Personen, die uns am wichtigsten sind. Dieser Dialog beruht auf wissenschaftlich abgesichertem psychologischem Wissen, das verständlich dargeboten wird. Und genau deswegen ist dieses Buch entstanden – es versammelt die Regeln für den Aufbau bewusster Beziehungen. Es hilft Ihnen, viele Konflikte mit Ihren Nächsten zu vermeiden und Beziehungen, die nicht funktionieren, zu heilen. Vielleicht bewahrt es vor einer unnötigen Trennung. Zweifellos erleichtert es die Kommunikation mit den Angehörigen, verbessert die Emotionen zwischen Ihnen beiden und legt nahe, was in familiären Situationen zu tun ist. Dieses wunderbare Buch enthält faszinierendes, lebensnotwendiges Wissen.

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Success and Change

Success and Change

Mateusz Grzesiak Träger des Teofrast-Preises!

Der Bestseller des Verlags Onepress, „Success and Change“, hat den Teofrast-Preis 2014 für das populärste Psychologiebuch des Jahres erhalten, der von der Monatszeitschrift „Charaktery“ („Charaktere“) verliehen wird. 
Lernen Sie EINEN Schlüsselfaktor zu managen, um Ihr persönliches Potenzial voll auszuschöpfen, die eigene Effektivität zu erhöhen und Ihre Lebensqualität zu verbessern. 
Konstruktives Denken, erfolgreiche Kommunikation, die gewünschte Kontrolle über die eigenen Emotionen, verwirklichte Ziele, eine starke Persönlichkeit… Um all das erreichen zu können, brauchen Sie nur eine Sache geschickt zu beeinflussen… Nur eine? Ja, denn diese eine Sache entscheidet über alles – Ihr Verstand. Die Zeit ist reif, Ihre Möglichkeiten voll ausnutzen. 

Ich schlage Ihnen eine Änderung vor: eine Reise von wiederkehrenden Fehlern, Beschränkungen, Genervtsein und Frustrationen hin zu einem bewussten Leben, emotionaler Freiheit, stabilen Beziehungen und der Verwirklichung Ihrer wichtigsten Ziele. 

Erstens… seien Sie bewusster! 

Schauen Sie ein bisschen tiefer in sich hinein und finden Sie das Beste in sich. Entdecken Sie die eigenen Beschränkungen und Blockaden, um ein für allemal mit ihnen zu brechen. Geben Sie alte Überzeugungen, problematische Beziehungen und anstrengende Gewohnheiten auf und fangen Sie an, Ihr Leben bewusst zu managen! 

Zweitens… beeinflussen Sie das Geschehen! 

Success and Change ist Ihr privates Verstandes-Training. Endlich erfahren Sie, wie Sie Ereignisse wirkungsvoll beeinflussen, Pläne ungehindert verwirklichen und das Leben zu Ihren Bedingungen planen.

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Ego-rzismen. Erfahren Sie, was das Ego ist und wie es funktioniert

Ego-rzismen. Erfahren Sie, was das Ego ist und wie es funktioniert

In der Zukunft wird man ungläubig auf Ihre Generation schauen und sich fragen, wie die Menschen so leben konnten. Den Kopf voller Ängste aus der Vergangenheit, obwohl das Leben nur in der Gegenwart möglich ist. Mit Ungewissheit auf zukünftige Ergebnisse warten, als ob davon der Wert eines Menschen abhängt, wo doch jeder ein Wert an sich ist. Geschichten über sein „Ich“ erzählen, als ob man jemanden mit irgendeinem Etikett bezeichnen könnte. Andere idealisieren oder kritisieren und sich selbst für besser oder schlechter halten. Die Welt in Gut und Böse einteilen, als ob irgendein Verstand in der Lage wäre, Gottesurteile zu erkennen und zu bewerten, was passieren soll und was nicht. 
Das wird erst in Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten möglich sein. Die Menschheit hat noch nicht begriffen, dass Aufklärung und ein Leben im Zustand bedingungslosen Glückes und der Weisheit kein asiatisches Märchen sind, sondern der einzig wahre Weg, der jedem offensteht. Vielleicht sind Sie schon so weit? 
Dieses Buch beschreibt die Funktionsweise des Egos, d. h. die Illusion von der Existenz eines menschlichen „Ichs“. Es erklärt, was Gedanken sind und nach welchen Regeln uns die Identifizierung mit ihnen in die Welt der Illusionen hineinzieht. Es erläutert den Begriff der Trennung, die uns von der echten Wirklichkeit abspaltet und falsche Meinungen und Ansichten hervorbringt, durch die wir leiden. Es ist eine Landkarte, die den Weg zum Verstehen des Egos und fortwährender Bildung weist, die unweigerlich zur absoluten, unbedingten Freiheit führt. Es lehrt, wie man wieder zu sich selbst findet, statt jemand anders zu werden, und führt zurück zum Ursprung der wahren menschlichen Natur. Wenn Sie meinen, dass Sie mehr sind als Ihnen im Alltag scheint, finden Sie hier die gesuchten Lösungen.

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100happydays. In 100 Tagen zum Glück

100happydays. In 100 Tagen zum Glück

Eine Geschichte über die Kraft des Glücks

Dieses Buch ist anders als die anderen Bücher. Es legt Zeugnis ab. Zeugnis vom Außergewöhnlichen in der Normalität. Zeugnis von 100 Tagen glücklichen Lebens, die mit einer Internetaktion begannen, und damit endeten dass… Tja, das erfahren Sie, wenn Sie zu Ende lesen. Im Buch finden Sie nicht nur inspirierende Geschichten, sondern auch Übungen, die Ihnen helfen, Ihrem Glück näherzukommen und das Leben zu verstehen.

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AlphaHuman

AlphaHuman

Lebensreisender!

Wir haben nur diesen einen Augenblick, halten Sie also einen Moment inne mit diesem Buch in Händen. Es gibt keine Zufälle. Nichts geschieht ohne Ursache. Manchmal verstehen wir erst nach Jahren warum. 
Im nächsten Augenblick wird etwas Wichtiges passieren. Sie werden sich eine Frage stellen – sie ist die Quintessenz des Verstehens dessen, was Sie zu diesem Augenblick hingeführt hat. Sie füllen in Ihrem Leben unterschiedliche Rollen aus – Familienmitglied, Freund, Beschäftigter, Bürger. Sie haben ein Geschlecht und bewerten sich unterschiedlich, mal schlechter, mal besser. Sie wurden das ganzen Leben dazu erzogen, „wer“ zu sein und „was“ zu haben – diese zwei Missionen haben Sie viel wertvolle Lebenszeit gekostet. Als ob das ein Lebensrezept wäre: ein Häuschen zum Wohnen, ein Körper zum Vorzeigen, eine Arbeit zur Absicherung, das Internet zur Flucht vor sich selbst, Familie und Bekannte um in der Menge unterzutauchen. In diesem Traum enden die meisten von uns. Und Sie… Möchten Sie genau so enden?
Überlegen Sie einen Augenblick, wer Sie wären ohne all diese Aspekte Ihrer Persönlichkeit. Wie Sie leben würden, wenn Sie sich bei anderen nicht immer in jemanden verwandeln würden, um angesehen zu sein. Wenn Sie aufhören würden, die Zähne zusammenzubeißen, wo sie schreien möchten, und nichts vortäuschen würden, wo Sie jemandem etwas offen sagen möchten? Wenn Sie endlich echten Mut beweisen würden statt Zauderei und Posertum, wenn Sie sich selbst nicht unter der Maske der Besonderheit oder des Anstands verkaufen und erfahren würden, was Sie schon lange verstehen sollten? Wenn Sie wüssten, dass noch etwas existiert, was die kühnsten Erwartungen übertrifft und nur wenigen zugänglich ist? Was würde dann geschehen? Wer wären Sie dann? Wer sind Sie eigentlich, wenn Sie alle diese Schichten wie Alter, Geschlecht, Aussehen, Lebensziele, Aufteilung in Nahe- und Fernstehende, moralisch und unmoralisch, besser oder schlechter ablegen?
WER SIND SIE ÜBERHAUPT??
Passen Sie auf… Ich biete nichts als die Wahrheit an. Hat man sie einmal beim Schopf gepackt, gibt es kein Zurück. Wenn Sie sie kennenlernen möchten, wenn Sie fühlen, dass es noch einen tieferen Grund gibt, warum Sie dieses Buch ausgewählt haben… oder womöglich von diesem Buch auserwählt wurden… dann möchten Sie ein Selbst von sich entdecken, von dem Sie nicht einmal zu träumen wagten. Und wenn in Ihnen noch mehr schlummert als nur die kleine Welt der unbewussten Illusionen, die das ganzen Leben über verteidigt werden wollen, wenn Sie den Mut haben nachzusehen, was sich im Kaninchenbau verbirgt, wenn Sie keine Angst haben ein Held zu sein, der sich im Spiegel mit großer Demut und bewusstem Verstehen ins Gesicht schauen kann, wenn Sie möchten, wenn sie bereit sind, geben Sie sich hin an das, was Sie Ihr ganzes Leben lang sucht… Das bedeutet, dass es soweit ist und wir uns treffen sollten.

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Denk! Sonst tun es andere für Dich…

Denk! Sonst tun es andere für Dich…

Die zweite Ausgabe – weil Sie auf dem Laufenden sein möchten und wir uns weiterentwickeln. Wir haben zwei Kapitel hinzugefügt. Wir haben viel gelernt über den Unterschied zwischen Logik, unbedingten Gefühlen und veränderlichen Emotionen. Wir haben über einen denkenden Menschen geschrieben, der das ganze Angebot der Welt zu nutzen versteht und nicht vor sich hin existieren will wie ein Roboter in Trance, der anderer Leben nachlebt. Sie werden viel klüger sein, wenn Sie alles gelesen haben… Sehr viel klüger! Wissen Sie, dass einiges sich nicht geändert hat? Nach wie vor haben 99,3 % derer, denen der Titel dieses Buches aufgefallen ist, es zur Hand genommen und lesen jetzt diesen Text. Ihr Gehirn, geleitet von dem Bedürfnis nach Neuem und Unbekanntem, hat auf Neugier und Interesse umgeschaltet. Jetzt möchten sie wissen, wovon dieses Buch handelt. Bevor sie es kaufen, lesen sie diese Seite zu 
Ende…
Das ist keine Gedankenleserei, denn ohne schwarzen Raben, Glaskugel und Zauberhut ist Verstellungskunst unmöglich. Stattdessen betreiben wir die Kunst der Wissensvermittlung. Vermittlung eines wichtigen Wissens. Denn um heutzutage flexibel in der Welt zurechtzukommen, brauchen Sie zwei Dinge – die Information und den Kontext, in dem Sie sie anwenden können. Denn obwohl Sie jahrelang die Schulbank gedrückt, den Bau des Pantoffeltierchens kennengelernt, Millionen physikalischer Formeln gepaukt und den Flächeninhalt eines Prismas zu berechnen gelernt haben, nutzen Sie dieses Wissen überhaupt nicht. Warum? Ganz einfach: niemand hat Ihnen gesagt, was Sie damit anfangen sollen. Eine Information ohne praktische Anwendungsmöglichkeit ist so viel wert wie Schwimmenkönnen in der Wüste. Die Menschen setzen sich in ihrem Leben länger mit der Bedienungsanleitung einer Waschmaschine auseinander als mit der ihres eigenen Verstandes. Das Paradox unserer Tage besteht darin, dass eminent Wichtiges, etwa die Fähigkeit, sich seiner emotionalen Intelligenz zu bedienen und seinen Verstand zu gebrauchen, die Dynamik einer Gruppe und die Funktionsweise der Familie, die Pflege richtiger Beziehungen zu Freunden und zwischenmenschliche Interaktion, das Wissen wie man Kohle verdient und Geschäfte macht, herrenlos ist und Sie es sich außerhalb der Schule aneignen müssen. Aber entspannen Sie sich. Sie sind auf die richtige Lektüre gestoßen...

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Der ungewöhnliche Lehrer. Schulungen des 22. Jahrhunderts

Der ungewöhnliche Lehrer. Schulungen des 22. Jahrhunderts

Entdecken Sie den geborenen Anführer in sich, werden Sie zu einem erfolgreichen Lehrer, einem wahrhaft demütigen, nachahmenswerten Vorbild. Solche Personen werden Meister genannt – denn auf ihrem Lebensweg haben sie Spuren hinterlassen für die, die erst am Beginn ihrer Wanderung stehen. Sie werden die kühnsten Erwartungen übertreffen – sowohl die anderer als auch Ihre eigenen.

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REFERENZEN

Brian Tracy

„Mateusz Grzesiak ist einer der besten Redner der Welt. Seine Umsicht, Intelligenz und auch perfekte fachliche Vorbereitung, verbunden mit Sinn für Humor, können Ihre Denkweise über sich selbst und Ihre Zukunft ändern.“

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„Mateusz Grzesiak ist einer der besten Redner der Welt. Seine Umsicht, Intelligenz und auch perfekte fachliche Vorbereitung, verbunden mit Sinn für Humor, können Ihre Denkweise über sich selbst und Ihre Zukunft ändern.“

Brian Tracy

Brian Tracy

Einer der berühmtesten Redner und Experten der Welt im Bereich der Erfolgspsychologie, amerikanischer Bestsellerautor

Richard Moss

„Mateusz Grzesiak ist ein begabter Coach und Trainer, der sich von tiefen moralischen Grundsätzen leiten lässt. Besonders schätze ich seine Lust, emotionale Intelligenz und Mindfulness allen Menschen auf der Welt zugänglich zu machen.“

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„Mateusz Grzesiak ist ein begabter Coach und Trainer, der sich von tiefen moralischen Grundsätzen leiten lässt. Besonders schätze ich seine Lust, emotionale Intelligenz und Mindfulness allen Menschen auf der Welt zugänglich zu machen.“

Richard Moss

Richard Moss

Amerikanischer Arzt, führender Mindfulness-Lehrer der Welt

Michał Bowsza

„Ich empfehle die Dienstleistungen von Starway und Herrn Mateusz Grzesiak anderen Firmen, die innerhalb kurzer Zeit überdurchschnittliche Geschäftsergebnisse erzielen möchten."

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„Ich empfehle die Dienstleistungen von Starway und Herrn Mateusz Grzesiak anderen Firmen, die innerhalb kurzer Zeit überdurchschnittliche Geschäftsergebnisse erzielen möchten."

Michał Bowsza

Michał Bowsza

Brand Manager bei Audi

Arkadiusz Muś

„Mateusz ist ein Lehrer mit großer Erfahrung und Wissen, das er in mitreißender und vereinnahmender Form vermitteln kann.“

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„Mateusz ist ein Lehrer mit großer Erfahrung und Wissen, das er in mitreißender und vereinnahmender Form vermitteln kann.“

Arkadiusz Muś

Arkadiusz Muś

Gründer von PressGlass, einer der reichsten Polen

Mariusz Czerkawski

„Ein großartiger, ausgezeichneter Psychologe. Wärmstens zu empfehlen!“

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„Ein großartiger, ausgezeichneter Psychologe. Wärmstens zu empfehlen!“

Mariusz Czerkawski

Mariusz Czerkawski

NHL-Eishockeyspieler, Vertreter Polens, Olympiateilnehmer

Agnieszka Kaczorowska

„Mateusz ist außergewöhnlich! Er fördert das Potenzial der Menschen zutage und stellt Instrumente zur Verfügung, um es voll auszuschöpfen. Er hat die Gabe, all das zu sehen, was ich am liebsten unter den Teppich kehren würde, und dadurch kann ich eine bessere Version von mir selbst werden.“

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„Mateusz ist außergewöhnlich! Er fördert das Potenzial der Menschen zutage und stellt Instrumente zur Verfügung, um es voll auszuschöpfen. Er hat die Gabe, all das zu sehen, was ich am liebsten unter den Teppich kehren würde, und dadurch kann ich eine bessere Version von mir selbst werden.“

Agnieszka Kaczorowska

Agnieszka Kaczorowska

Tanzweltmeisterin, Schauspielerin

Magdalena Nowicka

„Nach Grzesiak ist nichts mehr wie früher. Alles ändert sich, zum Besseren, alles wird bunter, interessanter, lustiger, spannender. Die besten Schulungen, an denen ich teilgenommen habe.“

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„Nach Grzesiak ist nichts mehr wie früher. Alles ändert sich, zum Besseren, alles wird bunter, interessanter, lustiger, spannender. Die besten Schulungen, an denen ich teilgenommen habe.“

Magdalena Nowicka

Magdalena Nowicka

CEO, ING Services Polska

Mariusz Wirga

„Mateusz besitzt die besondere Gabe, Wissen mit einer hohen Dosis Kreativität und Energie weiterzugeben.“

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„Mateusz besitzt die besondere Gabe, Wissen mit einer hohen Dosis Kreativität und Energie weiterzugeben.“

Mariusz Wirga

Mariusz Wirga

Arzt und Medizinischer Direktor der Psychosozialen Onkologie in Long Beach, Kalifornien

Norbi

„Ein großartiger, ausgezeichneter Psychologe. Wärmstens zu empfehlen!“

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„Ein großartiger, ausgezeichneter Psychologe. Wärmstens zu empfehlen!“

Norbi

Norbi

Sänger, Gewinner des Fryderyk 1997 für das Album des Jahres

Mateusz Damięcki

„Mateusz Grzesiak ist ein toller Persönlichkeitstrainer. Er weiß, wie man auf attraktive Weise selbst die widerstrebendsten Zuhörer motiviert. Die Treffen mit ihm sind immer voll positiver Energie, aber auch interessanter sachbezogener Lösungen. Die Zusammenarbeit mit ihm macht nicht nur großen Spaß. Die Zusammenarbeit mit ihm bringt echte, wissenschaftliche Effekte. Zu empfehlen.“

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„Mateusz Grzesiak ist ein toller Persönlichkeitstrainer. Er weiß, wie man auf attraktive Weise selbst die widerstrebendsten Zuhörer motiviert. Die Treffen mit ihm sind immer voll positiver Energie, aber auch interessanter sachbezogener Lösungen. Die Zusammenarbeit mit ihm macht nicht nur großen Spaß. Die Zusammenarbeit mit ihm bringt echte, wissenschaftliche Effekte. Zu empfehlen.“

Mateusz Damięcki

Mateusz Damięcki

Schauspieler und Reisender

Anna Matusiak

„Sein riesiges Fachwissen bietet er absolut verständlich dar, sehr oft humorvoll und stets sehr dynamisch. Du hörst ihm ohne Anspannung zu, lachst Tränen und merkst auf einmal, dass die Welt sich zu verbessern beginnt. Niemand weiß genau, wie das funktioniert. Ist das Magie oder Professionalität? Die Kombination, oder… ganz einfach Mateusz Grzesiak.“

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„Sein riesiges Fachwissen bietet er absolut verständlich dar, sehr oft humorvoll und stets sehr dynamisch. Du hörst ihm ohne Anspannung zu, lachst Tränen und merkst auf einmal, dass die Welt sich zu verbessern beginnt. Niemand weiß genau, wie das funktioniert. Ist das Magie oder Professionalität? Die Kombination, oder… ganz einfach Mateusz Grzesiak.“

Anna Matusiak

Anna Matusiak

Journalistin und Moderatorin

Jaga Hupało

„Ich hatte das Glück, eine wunderbare Persönlichkeit kennenzulernen, die uns mit ihrer Passion und Weisheit einen realen Weg zu unseren Träumen weisen kann… Hochachtungsvoll.“

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„Ich hatte das Glück, eine wunderbare Persönlichkeit kennenzulernen, die uns mit ihrer Passion und Weisheit einen realen Weg zu unseren Träumen weisen kann… Hochachtungsvoll.“

Jaga Hupało

Jaga Hupało

Stylistin, eine der 100 einflussreichsten Polinnen

Dariusz Brzeziński

„Mateusz Grzesiak ist ein außergewöhnlicher Trainer, der ganzheitlich an der Persönlichkeitsentwicklung arbeitet und dabei langjährige Erfahrung und eine berufsmäßige Intuition nutzt, die aus hervorragender Empathie in der Arbeit mit den Kunden resultiert. Er weiß Schwachstellen im Leben zu diagnostizieren und zu beseitigen.“

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„Mateusz Grzesiak ist ein außergewöhnlicher Trainer, der ganzheitlich an der Persönlichkeitsentwicklung arbeitet und dabei langjährige Erfahrung und eine berufsmäßige Intuition nutzt, die aus hervorragender Empathie in der Arbeit mit den Kunden resultiert. Er weiß Schwachstellen im Leben zu diagnostizieren und zu beseitigen.“

Dariusz Brzeziński

Dariusz Brzeziński

Mehrmaliger polnischer Meister im Bodybuilding

Rafał Brzoska

„Ein ausgezeichneter Coach und effektiver Trainer. Er zeigt am eigenen Beispiel, dass der Pole es kann.“

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„Ein ausgezeichneter Coach und effektiver Trainer. Er zeigt am eigenen Beispiel, dass der Pole es kann.“

Rafał Brzoska

Rafał Brzoska

Gründer von InPost, einer der reichsten Polen

Magda Malicka

"Er weckt viele Emotionen. Von der Überraschung bis hin zur Faszination. Und er erreicht etwas. Außergewöhnlich…” 

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"Er weckt viele Emotionen. Von der Überraschung bis hin zur Faszination. Und er erreicht etwas. Außergewöhnlich…” 

Magda Malicka

Magda Malicka

Vorsitzende von Gruner+Jahr Polska

Mariusz Bondarczuk

„Ein Mensch, der erfüllt ist von einer echten, tiefen Leidenschaft, Gutes zu tun, seine Arbeit liebt und die Menschen liebt, für die er arbeitet, und alle ringsherum das spüren lässt.“

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„Ein Mensch, der erfüllt ist von einer echten, tiefen Leidenschaft, Gutes zu tun, seine Arbeit liebt und die Menschen liebt, für die er arbeitet, und alle ringsherum das spüren lässt.“

Mariusz Bondarczuk

Mariusz Bondarczuk

CIO, Bank BPH

Natalia Lesz

„Für mich ist er ein Berater der Weltklasse. Er lehrt, inspiriert, kräftigt. Mateusz überrascht einen immer wieder, dadurch gibt mir jedes Treffen mit ihm neue Entwicklungsmöglichkeiten.“

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„Für mich ist er ein Berater der Weltklasse. Er lehrt, inspiriert, kräftigt. Mateusz überrascht einen immer wieder, dadurch gibt mir jedes Treffen mit ihm neue Entwicklungsmöglichkeiten.“

Natalia Lesz

Natalia Lesz

Schauspielerin und Sängerin

Polskie Radio

„Ein sehr bekannter und bewunderter Mann des Erfolgs.“

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„Ein sehr bekannter und bewunderter Mann des Erfolgs.“

Polskie Radio

Polskie Radio

Rundfunk

Dzień Dobry TVN

„Der beliebteste Personal Trainer der Stars und Geschäftsleute.“

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„Der beliebteste Personal Trainer der Stars und Geschäftsleute.“

Dzień Dobry TVN

Dzień Dobry TVN

Fernsehen

NaTemat

„Der bekannteste polnische Psychologe.“

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